Wir waren mal wieder wandern. Und diesmal wollten wir schlauer sein, da uns komoot ja bei den letzten beiden selbsterstellten Touren nicht ganz so glücklich gelotst hat. Also suchten wir uns eine der Premiumwanderwege in der Gegend aus und wir wollten uns ganz auf die Beschilderung verlassen. Tja....!
Wir fuhren gegen 10 Uhr nach Oberrosphe, das liegt etwa 20 min. Fahrtzeit von uns entfernt. Den Wanderparkplatz mit Toiletten fanden wir schnell und gut. Ich startete komoot trotzdem mal zur Sicherheit, stellte es aber auf stumm, weil die Sprachnavi echt nervig ist.
Und schon gleich im Ort verpassten wir anscheinend eine Beschilderung und irrten erstmal lost durch die Gegend. Eine sehr nette Frau, die wir später nochmal treffen sollten, gab uns einen Tipp, der uns letztendlich aber noch mehr verwirrte als wirklich half.
Wir fanden irgendwann dann mal wieder die Wegweiser, aber die führten uns blöderweise wieder zurück nach Oberrosphe.
Als wir vor der Kirche standen, war uns klar, wir sind falsch und wenn wir Anfangs den Weg richtig gelaufen wären, hätten wir an der Kirche hochlaufen müssen. Also, drehten wir um, aber vorher trat ich nochmal ordentlich in Hundekacke. *örgs* Vielen Dank ihr Hundebesitzer!
Oben angekommen, landen wir wieder dort, wo wir schon waren und waren echt verwirrt. Irgendwas stimmt an der Stelle nicht mit der Beschilderung oder wir waren einfach zu doof. Zum Glück gabs ja noch Komoot und wir sind über einen Feldweg, der uns dann endlich auf die richtige Strecke brachte. Da waren wir schon ca. 7 km unterwegs.
Wir liefen am Wald entlang und die Sonne kam raus. Es wurde überraschend schwül und so brauchten wir bald eine kleine Rast. Sogar Sophie hatte Durst wie eine Bergziege und ich teilte großzügig meinen Proviant mit dem Töchterchen, das sich mal wieder nix eingepackt hatte. Gut, dass es Mutti gibt. ;-)
Dann bog der Weg ab in einen Wald. Hier begann für uns der schönste Abschnitt der Wanderung...hätten wir da nicht schon 10 km in den Beinen und wüssten nicht, dass nochmal 10 vor uns liegen. Und gut, dass wir da noch nicht wussten, wie hoch wir noch mussten. *lach*
Der Wald war wunderschön. Wir dachten, wir wären entweder in einem nordischen Wald oder in Kanada. Alles war voller Moos, wir kamen uns vor wie im Urlaub. Und wir fanden unseren diesjährigen Tannenbaum. :-) Ihr seht ihn gleich auf dem ersten Foto. Und wir trafen ein ganz seltenes Exemplar " Das Moosschneckchen"!
Ab da veränderte sich der Wald schon wieder und es begann der Aufstieg. Die Stimmung war super, um nicht zu sagen, sehr albern. :-)
Als wir dachten, wir wären oben angekommen, bestand Sophie am Malstein auf eine Pause. Sie hüpfte hinter meinem Rücken auf die Rastbank und schaute mich demonstrativ an. *lach* Okay, überredet! Wir Ich teilten unseren Proviant und ruhten uns kurz aus, denn wir sahen, dass der Weg noch weiter ansteigt. *soifz*
Schön war, dass wir kaum jemanden begegneten, so hatten wir die Natur für uns alleine. Ich glaube, später wurde es voller, zumindest standen viel mehr Autos auf dem Parkplatz.
Wir wollten bei jeder neuen Steigung weinen, aber die abwechslungsreiche Strecke lenkte uns von den Strapazen etwas ab. Und ja, ich fand den Weg teilweise schon knackig. Sophie hielt super durch, es war ja nicht geplant, dass sie heute sooo weit laufen soll.
Wir kamen vorbei an der Hundeburg und am Hexentanzplatz. Ausser uns haben wir aber keine Hexen gesehen. :-)
Nach dem Hexentanzplatz ging es schon wieder berghoch. So langsam ging uns die Luft aus. Aber gut, wir hatten ja schon einige Kilometer in den Beinen.
Aber immerhin gab es schöne Ausblicke. Einmal auf die Burg Mellnau und einmal auf das Marburger Schloss. Letzteres konnte man auf dem Foto nicht erkennen, deswegen zeige ich es nicht.
Überhaupt waren die Lichtverhältnisse extrem schwierig und irgendwie hat man auch nicht so die Zeit beim Wandern.
Und endlich erreichten wir die Stirnhelle! Juchuh!
Oberrosphe ist in Greifweite. Aber hey, wir mussten erstmal die Serpentinen runterlaufen. Das war gar nicht so leicht, denn der Weg war sehr, sehr schmal und es brauchte doch einiges an Trittsicherheit. Ich übergab den Hund an das Kind, damit ich die Hände frei habe, weil ich ja die schwere Kamera und den Rucksack trug.
Irgendwann wurde der Weg wieder breiter und wir kamen unserem Ziel immer näher.
Zum Ende hin mussten wir noch über einen schmalen Trampelpfad, bevor wir auf einem normalen Spazierweg landeten. Wir erreichten Oberrosphe und kehrten in das Café des Dorfmuseums ein. Dort trafen wir die nette Frau vom Anfang. Wir stärkten uns mit kalten Getränken und ich aß einen Zucchinikuchen mit Zucchinis aus Oberrosphe. Sophie bekam eine riesengroße Schüssel Wasser, die sie fast leer trank und dann sank sie platt auf den Boden zum Schlafen.
Wir waren 3 h 45 min. unterwegs, sind 20,1 km gelaufen, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 5,6 km/h, also mal wieder viel zu schnell. Der höchste Punkt der Wanderung war auf 600 m und der tiefste auf 290 m .
Wir fanden die Tour super, noch schöner wäre sie ohne den Umweg am Anfang gewesen. So war es doch sehr sportlich für uns und sogar das Töchterchen war Abends k.o.! Wir hatten auch nicht damit gerechnet, dass es so schmale Wege sind und gerade die Serpentinen am Ende erforderten schon Trittsicherheit. Aber das machte halt dann auch den Reiz der Tour aus. Es fühlte sich für uns ein wenig an wie Urlaub und Abenteuer. Und wir fühlten uns nicht, als wären wir nur 15 km von zu Hause entfernt. Vom Wetter her, war es perfekt für diese Tour und auch die Jahreszeit hat gepasst. Schwierig stelle ich mir die Tour vor, wenn es vorher stark geregnet hat. Dann werden einige Teile der Wege echt matschig und rutschig. Aber so waren es nur ganz wenige Stellen.
Gegen 16 Uhr kamen wir nach Hause und chillten einfach nur noch rum.
Heute wollte ich eigentlich joggen, aber meine Muskeln sind schon ordentlich müde. Das muss ich wohl verschieben. Auch Sophie merkt man an, dass sie ihre Muskeln anders als sonst beansprucht hat. Sie zittert manchmal leicht in Anspannung. Aber ansonsten geht es ihr gut. Eichhörnchen jagen geht noch. *lach*