...ganz oben steht gerade hier die Zeckenplage. Ich weiß echt nicht mehr, was ich noch machen soll. Ich finde auf Sophie, um ihre Schlafplätze (2 an der Zahl) pro Tag mind. 5-10. Da es fast ausschliesslich Nymphen sind, gehe ich mal davon aus, dass das nur die Spitze des Eisberges ist. Die Sofadecken hatte ich gerade erst am Mittwoch bei 90 Grad gewaschen und anschliessend haben sie eine heiße Runde im Trockner gedreht. Sophie lag eigentlich nur über Nacht drauf, gestern habe ich nix auf der Decke gefunden. Abends lag sie exakt 30 min. drauf - 3 auf der Decke, 2 auf ihr. Heute morgen habe ich noch 2 gefunden. Allerdings halb tot. Vielleicht fange ich doch wieder an mit Kokosöl, aber ich befürchte, dann krabbeln noch mehr in der Bude rum, wir sind einfach nicht lange genug draußen, dass sie vorher loslassen, wenn Kokosöl überhaupt reicht. Ich könnte noch Schwarzkümmelöl versuchen, soll ja auch helfen. Gibt es das im Drogeriemarkt? Ich geh mal googlen. Vielleicht gibt es da auch was zum Sprühen auf Pflanzenbasis. Das sollte dem nierenkranken Hund sicherlich weniger schaden als die Zecken selbst.
Leider bleibt das Wetter so, die Wiesen und Feldwegränder sind weiter hoch, wir weichen schon so gut es geht allem aus. Aber damit kommt halt der demente Hund gar nicht zurecht. Die Spaziergänge sind einfach nur noch furchtbar, sie freut sich erst rauszukommen und wenn sie merkt, wo wir laufen, war es dann wieder. Als es gestern Abend dann auch noch anfing zu donnern und zu regnen, weil wir nach der 1. Pipistelle auch noch die 2. anlaufen mussten, war bei uns beiden die Stimmung am Boden. Gemacht hat sie nix. Aber immerhin hat sie bis heute morgen durchgehalten. Das Problem ist, dass sie zur Zeit gegen 18.45 Uhr anfängt unruhig zu werden, sie fiept durch bis ich endlich mit ihr raus gehe. Ich versuche es immer zu schieben, weil sie zur Zeit um 17 Uhr Pipi macht und sie ja dann eben nicht so dringend muss. Das scheint sie allerdings so zu stressen, dass sie schon hechelt, wenn wir losgehen. Während des Spaziergangs wird das etwas besser, aber im Prinzip hechelt sie durch. Da die Lefzen nach hinten gezogen sind, befürchte, sie hat Stress. Warum auch immer! Das ist nun schon der 2. Abend so gewesen. Und das macht mir etwas Sorgen. Allerdings hört das zu Hause sofort auf, nach diesem langen Pipiplatzanlaufen - mehr ist das ja nicht - fällt sie tot müde um. Gestern hat sie sich nicht mal mehr gewehrt als ich sie nach Zecken abgesucht habe. Von daher fällt eine weiter Runde etwas später bis zu einer der Pipistellen weg.
Überhaupt hatte sie jetzt echt zwei wirklich schlechte Tage. Das sind die Tage, wo ich mich frage, was ist Lebensqualität?
Für mich ist das gerade einfach alles nur frustrierend. Das einzige Gute, was ich vermelden kann, ist, dass bisher meine Therapie ohne AB echt gut anschlägt. Psychisch bin ich aber am Limit. Es hängt ja auch alles zusammen mit der alten Sophie - mal abgesehen von der Blasenentzündung. Wie gerne würde ich die verbleibende Zeit mit ihr genießen, aber in Kombi mit den Zecken und der Demenz, ist das fast eine unerträgliche Situation. Ich traue mich nicht mal sie lange zu knuddeln, danach muss ich mich ja erstmal ewig absuchen. Gerade, wenn ich mich vorher schon komplett bettfertig gemacht habe und das zeckenfreie Nachthemd anhabe, und ich sie dann nochmal streichel, weil sie unruhig ist, versuche ich ein wenig Abstand zu halten, damit ich nur grob bei mir schauen muss. Mittlerweile bin ich mir fast sicher, dass ich mich impfen lasse. Dann wäre ich vielleicht ein Mü entspannter, wobei gerade bei den Nymphen es ja schwierig ist, sie schnell an sich zu entdecken und vor allem bekommt man sie auch viel schwerer ab, wenn sie gestochen haben. Und Borreliose können sie trotzdem übertragen, wenn man geimpft ist. Viel Entspannung wird das nicht bringen.
Ich habe übrigens mal recherchiert und dieses Jahr scheinen auch viele chemischen Zeckenmittel zu versagen. In einem Hundeforum sammeln die Hundebesitzer bis zu 50 Zecken trotz Tabletten und Co. von den Hunden ab nach Waldspaziergängen. Meist auch die Nymphen.
Diese Erfahrung hatte ich ja vor zwei Jahren gemacht, da hingen die Zecken meist zwischen den Zehen, unaufindbar bis sie leider schon dick waren. Und wenn man sie fand bevor sie dick waren, war das ein ziemliches Gefummel, um sie dort rauszuziehen. Damals blieben sie aber auf Sophie, an mir krabbelte da keine einzige. Egal, wo ich lang lief mit ihr!
Jetzt kommt am WE auch noch das Töchterchen, d.h. ich werde mich auch noch für sie verantwortlich fühlen und mir Sorgen machen, dass sie sich eine einfängt. Und ich muss ein weiteres Zimmer bzw. Bett absuchen. Auf der einen Seite freue ich mich total, auf der anderen Seite wird es noch komplizierter. Vor allem wird sie genervt sein, von meinen vielen Vorsichtsmaßnahmen. Sie ist zwar nicht zeckenaffin, zumindest war das bisher so, aber dieses Jahr ist ja vieles anders.
Das Wetter für heute und morgen ist ja wieder extrem doof. Keine Ahnung, wie man da noch die Stimmung hochbekommen soll unter den gegebenen Umständen.
Jetzt werde ich erstmal meinen Einkaufszettel machen und googlen, was der Drogeriemarkt an Zeckenabwehr bereithält. Ansonsten muss ich morgen nochmal zum Fressnapf fahren. Ich werde dann berichten, ob ich fündig geworden bin und vor allem, ob es unsere Situation verbessert hat.
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