Posts mit dem Label Auf ein Wort werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Auf ein Wort werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 1. Januar 2026

Auf ein Wort!

 Wie jedes Jahr, folgt dann nun die Abrechnung des Jahres!

2025

Für 2025 hatte ich ja kein Motto, nur einen Wunsch, dass es bitte gnädiger zu mir ist als die beiden Vorgänger. Und was soll ich sagen - Das war es tatsächlich. Es war rückblickend eines meiner besten Jahre und ich bin sehr dankbar dafür!

Ich rutsche sehr sanft und ruhig ins Jahr 2025, das erste Mal komplett alleine. Keine Sophie sitzt zum Feuerwerk draußen an meiner Seite. Aber es geht mir trotz Trauer und OP-Nachwirkungen gut.

Der Januar und der Februar stehen unter dem Motto "Körperlich wieder fit werden" und meine viele Freizeit zu füllen. Mein finanzielles Problem beschäftigt mich sehr, aber ich gebe mir bis März Schonfrist. Erstmal richtig fit werden, dann gehe ich das richtig an. 

Von Monat zu Monat werde ich fitter, lebe mich in den neuen Alltag alleine ohne Sophie ein und fülle meine Freizeit mit vielen tollen Momenten und Begegnungen. Von Mai bis Ende Juli wird die großartigste Zeit seit Langem. Ich bin körperlich fit, genieße das Leben, hole viele Dinge nach, verlasse meine Komfortzone sehr oft, mache Dinge zum ersten Mal oder seit Langem endlich mal wieder, ich tanze, lache, singe, feier das Leben. Und bin richtig glücklich. "Das Leben ist schön"!

Ab August zeigt die Kurve dann wieder etwas nach unten, der September ist einer der schlechteren Monate bevor ich im Oktober in ein neues Leben starte, in einen neuen für mich herausfordernden Alltag. Aber ich habe es immerhin gut getroffen mit dem Zweitjob und auch mein Konto dankt es mir. Ein komplett neues Gefühl finanziell. 

Aber die Umstellung ist hart und so fange ich ab November an durchzuhängen. Ich versuche alles, was ich vorher so gerne gemacht habe, in die doch deutlich reduzierte Freizeit zu quetschen und es stresst mich. Ich vermisse Frischluft, Licht, Bewegung! Ich bin zu viel in Räumen und ich sitze zu viel rum. Auch wenn ich dagegensteuer, es schlaucht mich zunehmend.

Der Dezember wird sich dem September anschließen - aber das ist Jammern auf hohem Niveau! Es wird nichts daran ändern, dass das Jahr die Negativserie durchbrochen hat und ich habe es wirklich geschafft, das auch zu nutzen - für mich!

Vom Weltgeschehen habe ich mich so weit möglich abgewandt. Es ist beängstigens und ein echtes Trauerspiel. Manches macht einen wütend und ich blicke nicht wirklich positiv in die Zukunft. Die Gesellschaft verändert sich und das nicht zum Guten. Ich versuche es auszublenden - ich habe keinen Einfluss darauf und dosiere den Input so, dass ich es ertragen kann. Und kümmere mich um meine kleine Bubble, in der irgendwie noch alles in Ordnung ist.

Gesundheitlich war es auch ein gutes Jahr. Ich bin ja quasi im Tal gestartet und habe mich erfolgreich daraus gekämpft. Ich war zweimal erkältet, gleich zu Beginn des Jahres und zum Ende hin hatte ich Probleme mit dem Ohr. Ansonsten habe ich zwar mal geschwächelt, aber ich glaube, so fit wie im Sommer war ich lange nicht mehr. Fit und leistungsfähig. Aber zum Ende hin, taten sich neue Baustellen auf, nix Dramatisches, aber das eine oder andere will ich ärztlich abklären lassen. 

Psychisch lief es im Großen und Ganzen auch besser als die Jahre davor. Von April bis August fühlte ich endlich wieder Leichtigkeit und Energie. Ich habe mir wenig Sorgen gemacht und hatte meine Ängste gut im Griff. Zum Ende hin läuft es dann aber etwas schlechter. Zu viele Sorgen, zu viele Ängste und zu viele blöde Gedanken. Aber alles zum Glück auf einem deutlich niedrigeren Niveau.

Beruflich würde ich mal sagen "Alles wird gut"! Ich brauchte nur ein Vorstellungsgespräch, um den Job angeboten zu bekommen, der perfekt zu meinem Hauptjob passt. Auch finanziell stimmt alles und so bin ich nun erstmal für 2 1/2 Jahre abgesichert. Besser konnte es gar nicht laufen. Trotzdem ist die Umstellung von Teilzeit auf 32 h mit zwei Arbeitgebern eine Herausforderung. Und bis zum Ende des Jahres, habe ich mich auch immer noch nicht wirklich daran gewöhnt. 

Sportlich war das Jahr ein echter Kracher! Vor allem, wenn man bedenkt, dass ich von ganz unten kam durch die OP. Es war Anfangs ein steiniger Weg, aber ich habe mich durchgebissen. Zum Ende des Jahres hin, ging es leider wieder leicht bergab, aber kein Vergleich zu den Jahren davor. Ich würde sagen, ich bin für mein Alter und meinen Möglichkeiten topfit! Und ich habe mein Laufziel sogar deutlich überschritten. Ich bin ca. 150 km weiter gelaufen. Beeindruckend für mich - ich bin in diesem Jahr mehr als 8 Marathons gelaufen, wenn man die Distanz zusammenrechnet. Im November startete ich im Gym, was noch etwas schleppend läuft, aber ich bleibe dran. 

Meine Bilanz:


Schritte bin ich etwas weniger gegangen, wobei ich ein paar Mal nicht aufgezeichnet habe, dreimal ist mir die Uhr beim Joggen ausgegangen, aber natürlich, ohne Hund geht man einfach seltener raus. Dazu kam ab Oktober die Umstellung auf ganze Tage, das hat sich sicherlich auch bemerkbar gemacht. Trotzdem schaffe ich dieses Jahr einen neuen Schritt Rekord. Im Sommer laufe ich mehr als 36000 Schritte an einem Tag.


Ich treibe meinen Vo2 Max in diesem Jahr bis 39 hoch, bevor ich es auf die 40 schaffe, sinkt er dann leider ab Herbst immer weiter ab. Aber hey, ich bin ein Jahr älter und trotzdem ist mein Vo2 Max. einen Punkt höher als Ende 2024. Ich bin mehr als zufrieden.


Von meinen gesteckten Zielen habe ich beim Joggen mehr erreicht als ich je gedacht habe. Allerdings habe ich unterschiedliche Zahlen. Garmin sagt, ich habe sogar mehr als 350 km geschafft, die Lauf-App war bei 344 und mein Ziel selbst zählte die App den letzten Lauf nicht mehr. Egal, ich bin stolz auf mich. Beim Radeln ist das alles noch ausbaufähig. Ich schaffe einmal 50 km am Stück, aber zu den vorgenommenen 500 km fehlen am Ende 190 km. Weniger als beim letzten Mal - immerhin.

Männertechnisch habe ich ein wenig krachen lassen. Ich habe gedatet und war sogar mal bereit, mich auf eine Beziehung einzulassen. Letztendlich rutsche ich aber dann doch wieder als Single ins Neue Jahr und das ist absolut in Ordnung für mich. Wie sagte meine Freundin vor Kurzem zu mir: "Ehrlich, du bist viel besser drauf, wenn du keinen Mann am Start hast!" Ich denke, das sagt alles. Und ja, zumindest die, die mir in 2025 begegnet sind, waren eher eine Belastung als eine Bereicherung. Dann lieber ohne!

Kommen wir zum Töchterchen. Ich kann sie leider nicht fragen, weil ich sie erst morgen abend sehen werde. Aber ich denke, es war für sie auch ein gutes, aufregendes und lehrreiches Jahr. Aber es gab auch Phasen, in denen sie nicht glücklich war. Die Unsicherheit am Anfang des Jahres wegen dem Wohnheimplatz, dann der Umzug, den sie ganz alleine stemmen musste. Die Einsamkeit in Hamburg und der Dreck im Wohnheim, sowie das Hamburger Wetter zehren an ihr. Trotzdem beißt sie sich durch und das zahlt sich am Ende aus. Am Ende des Jahres ist sie endlich in Hamburg angekommen, sie hat jetzt dort tolle Menschen um sich herum. Im Studium läuft es gut und sie schafft es sogar noch viele Stunden nebenher zu arbeiten. Mit diesem Geld kann sie sich wieder die eine oder andere Reise bezahlen oder einfach mal öfters nach Hause kommen. Sie ist weiter gereift! Ich bin mega stolz auf meinen Lieblingsmenschen.

Das vorherrschende Gefühl in diesem Jahr - 

Lebensfreude

Die einschneidensten Erlebnisse waren für mich:

Meine finanzielle Situation, die hat mich schon echt belastet, aber am Ende ist das ja zum Glück erstmal kein Thema mehr. 

Die schönste Zeit im Jahr? Ganz klar meine Reise nach Hamburg, die Abende auf dem Schiffenberg und die Zeit an der Ostsee.

Und meine Kusschallenge habe ich auch erfüllen können. :-)

2025 - du warst echt gut zu mir!

2026

Es wäre toll, wenn sich 2026 ein Beispiel an 2025 nehmen würde. Und vor allem wünsche ich mir, dass ich und meine Lieben gesund bleiben. Gesundheit ist einfach das Wichtigste ever. Wenn man körperlich und mental fit ist, dann rockt man Leben einfach leichter.

Weltfrieden und Co., ein Besinnen der Gesellschaft, ein besseres Miteinander, mehr Respekt und Toleranz und dass unsere Politiker endlich mal ihre A....backen zusammenkneifen und das tun, wofür sie bezahlt werden - das wäre toll! Mehr möchte ich dazu gar nicht schreiben. Ich habs eh nicht in der Hand.

Ich hoffe, dass ich mich noch besser an die Umstellung auf volle Tage gewöhne und nach der Arbeit, vor allem am Wochenende wieder mehr gebacken bekomme. 

Ansonsten möchte ich leben, lachen, tanzen, reisen, singen, meine Zeit mit tollen Menschen verbringen, mutiger sein, Raus aus meiner Komfortzone gehen, neue Dinge erleben, mir weniger Sorgen machen, meine Ängste noch besser in den Griff bekommen. Ich will nichts mehr aufschieben, aber mir auch keinen Druck machen. Ich möchte ein Gleichgewicht herstellen zwischen Action und Entspannung!

Ich plane die eine oder andere Reise und natürlich habe ich auch wieder meine sportlichen Ziele. Ob das dann alles so klappt, sehen wir in einem Jahr. 

Also 2026, gib dir Mühe, du willst doch nicht schlechter dastehen als 2025. ;-)

Ein Motto? Hm, vielleicht "Das Leben ist zu kurz für irgendwann!" Natürlich hat man nicht immer alles selbst in der Hand, aber ich möchte, wie in 2025 meine Möglichkeiten, je nach Lebensumständen, voll ausschöpfen.

In diesem Sinne "Auf ein Neues!"

Als Foto habe ich mir mein Lieblingsfoto aus 2025 herausgesucht. Das Gefühl, das ich dort an dieser Stelle hatte, möchte ich noch öfters fühlen in 2026.


Euch allen ein frohes Neues Jahr, möge alles, was ihr euch wünscht, in Erfüllung gehen!




Donnerstag, 2. Januar 2025

Auf ein Wort!

 Wie jedes Jahr, folgt dann nun die Abrechnung des Jahres!

2024

Aus meinem Motto "schauen was passiert und das Beste draus machen" ist wohl eher ein "aushalten was passiert und verzweifelt zuschauen" geworden. Und leider muss ich mich revidieren, DIESES Jahr war nämlich das bisher schlimmste, das ich erleben musste. Physisch, Psychisch und finanziell. Sehr deutlich wurde mir gemacht "schlimmer geht immer" Und dabei hatte ich nicht einmal große Erwartungen an das Jahr. 

Gestartet ist das Jahr zwar besser als das davor, aber schnell zeigt sich, dass es schon im Januar einige Herausforderungen für uns hat. Besonders Sophie macht uns große Sorgen und das wird sich auch fast über das ganze Jahr ziehen. Das Hauptthema in diesem Jahr.

Von Monat zu Monat steige ich immer weiter ins Tal ab, nur im April gibt es ein paar Lichtmomente, die aber schnell verblassen angesichts der Umstände. Ab Mai geht es auch körperlich bei mir bergab, Sophie baut eh immer rasanter ab. Psychisch komme ich schnell an mein Limit. Der September schockiert mit einer Hiobsbotschaft, der Oktober wird der schlimmste Monat meines bisherigen Lebens, der November beruhigt alles ein wenig und der Dezember ist dann der beste Monat in diesem wirklich besch.... Jahr 2024.

Über das Weltgeschehen berichte ich diesmal nicht, ich war so mit meiner eigenen kleinen Welt beschäftigt, dass ich wenig Kraft hatte für die ganzen doofen Nachrichten und Meldungen über das was in der großen Welt so schief läuft. Ich verzichtete zunehmend darauf Nachrichten zu konsumieren. Ein paar Sachen bekomme ich natürlich mit und keine davon ist schön!

Gesundheitlich war es für mich ein echt besch.... Jahr. Anfangs hat ja immer noch mal die Schulter gezwickt, dann bekomme ich eine Blasenentzündung, der Zeckenbiss macht Sorgen und der Supergau ist der Zufallsbefund im September bei der Gynäkologin. Ich verliere meine Gebärmutter und bin 4 Wochen krankgeschrieben. Zum Glück erhole ich mich schnell davon und der Befund gibt dann auch Entwarnung. Erkältet war ich nicht ein einziges Mal und Corona hatte ich in dem Jahr auch nicht. Zumindest nicht wissentlich. 

Psychisch hat mich das Jahr sehr gebeutelt, teilweise haben sich echt Abgründe in mir aufgetan, die mich heute noch schockieren, wenn ich daran denke. Ich weiß, das war der kompletten Überforderung und Unzfriedenheit geschuldet, aber ich dachte nicht, dass ich zu solchen Gefühlen und Gedanken in dem Ausmaß fähig bin. Eine extrem erschreckende Erfahrung! Ausserdem habe ich immer neue Ängste entwickelt, die teilweise wirklich besorgniserregende Ausmaße angenommen haben. 

Beruflich gab es Durststrecken, viel Langeweile, aber auch Phasen, in denen mehr los war. Dafür habe ich mich dort über andere Sache geärgert und über die ärgere ich mich auch am Ende des Jahres immer noch. Im Dezember dann noch der Supergau.....ich kann nicht aufstocken. Zumindest nicht in den nächsten Monaten und wenn überhaupt nur über Drittmittel. 

Sportlich lief es sehr durchwachsen. Ich hatte neben der Pflege von Sophie viel zu wenig Zeit dafür, später gingen ja nicht mal mehr kurze Workouts zu Hause ohne Unterbrechungen. Ab der OP wurde ich dann ganz ausgebremst und somit endete das sportliche Jahr eigentlich schon am 28.10.! In den letzten 2 Wochen versuche ich noch mit Nordic Walking meine fehlenden Km für die Jogging-Jahreschallenge aufzufüllen und das gelingt mir tatsächlich auf den letzten Drücker.

Meine Bilanz:


Schritte bin ich tatsächlich mehr gegangen als im Jahr davor. Das lag sicherlich einmal daran, dass ich mich in 2023 die Schulter ausgebremst hat, das Töchterchen noch Hunderunden übernommen hat und ich dieses Jahr oft zig mal mit Sophie raus musste, weil sie ihre Geschäfte nicht erledigte. Auch im Haus selbst bin ich viel mehr hinter ihr hergelaufen, um sie zurück auf ihre Decke zu bringen. 


Interessanterweise habe ich den VO2max auf den letzten Drücker noch hochbekommen. Damit hatte ich gar nicht mehr gerechnet. 


Von meinen gesteckten Zielen habe ich leider nur das letzte erreicht. Beim Radeln war ich mir eh nicht sicher, ob das überhaupt drin ist, wie man sieht, nicht mal annähernd. Das mit dem Joggen fuchst mich allerdings, trotzdem bin ich ein bissi stolz auf mich, dass ich trotz der wirklich schwierigen Umstände immer drangeblieben bin. Mehr konnte ich aus dem Jahr einfach nicht rausholen. 

Männertechnisch - achherjee - ich sags wie es ist, die einzigen Männerhände, die an mir waren, waren die vom Frisör, meines Chirurgs und die von den Tanzpartnern als ich im September einmal beim Salsatanzen war. Ansonsten gabs nix. Kein Flirt, keine Kandidaten, einfach, weil ich eben die meiste Zeit zu Hause verbracht habe. Also, reden wir nicht drüber. Auf ein Jahr mehr oder weniger als Dauersingle kommt es jetzt auch nicht mehr an.

Kommen wir zum Töchterchen. Meine Güte, die hatte wohl das Jahr ihres Lebens und bis auf die Sorgen, die man sich als Mutter halt immer so macht, hat sie mir wohl die größte Freude in diesem Jahr beschert. Ihre Entwicklung, ihr Werdegang sind unfassbar! Die Energie, die Zielstrebigkeit, der Kampfwille und die Lust auf das Leben ist inspirierend. Sie hat in diesem Jahr ihren Rettungssani gemacht, nebenher permanent gearbeitet, für den HamNat und den TMS gelernt, ist in Europa herumgereist, hat ein Studium in Mainz begonnen, ist zweimal umgezogen und hat sich letztendlich ihren Traum vom Medizinstudium erfüllt, neben dem sie auch noch feiern geht und einen Job in einer Bar erledigt Und das alles aus eigenem Antrieb! Mittlerweile ist sie auch in Hamburg angekommen, sie fühlt sich wohl, hat eine tolle Freundin gefunden und liebt das was sie tut - Medizin studieren ist ihre Erfüllung. Die tollste Zeit hatte sie - laut ihrer Aussage - im Spanienurlaub im März. Danach kam der Italienurlaub im September. Auch Portugal, der Mädelstripp in die Berge waren natürlich super, kommen aber wohl an Spanien nicht mal annähernd ran. Sie ist gereift und als sie auf Silvester vor mir stand, in Schale geworfen für die Party, ist mir nochmal deutlich bewusst geworden, was für eine wundervolle, hübsche und für ihr Alter sehr reife junge Dame sie ist. Ich bin mega stolz! 

Das vorherrschende Gefühl in diesem Jahr - das war eher ein Mix:

Angst, Sorgen, Frust, Wut, Trauer, Enttäuschung, Müdigkeit, Verzweiflung, Panik!

Die einschneidensten Erlebnisse waren für mich:

Sophie auf ihrer letzten Reise begleiten zu müssen / zu dürfen. So schwierig der Weg dorthin war, so dankbar bin ich, dass ich sie begleiten durfte, sie in meinen Armen halten konnte, ihr dabei die Sicherheit geben zu können, dass sie loslassen darf vom Leben, von ihrem Leiden. Und ich bin dankbar, dass ich dann doch den richtigen Zeitpunkt erwischt habe und somit das Ganze auch etwas Tröstliches hatte. 

Der Auszug vom Töchterchen, der mich dann doch härter getroffen hat, als ich es jemals für möglich gehalten hatte. Die ersten Wochen waren schlimm, sehr schlimm. Dann habe ich mich nach und nach daran gewöhnt, trotzdem war es erneut schwer für mich, als sie ihre Reise nach Hamburg angetreten hat. Hamburg ist halt nochmal weiter weg und das Medizinstudium lässt noch weniger Zeit für Besuche zu Hause. Das Empty Nest Syndrom hatte mich also gut im Griff!

Meine Hysterektomie, auf diese Erfahrung hätte ich gerne verzichtet, aber ich bin dankbar, dass der Heilungsprozess dann doch schnell und gut verlaufen ist. 

Die schönste Zeit im Jahr? Ganz klar der Dezember, auch wenn Sophie natürlich sehr fehlt. Meine Highlights waren - da muss ich echt gut überlegen - das Ballett Anfang des Jahres, die Salsa-Party im September, Swinging Christmas und dass ich nach der OP wieder aufgewacht bin. Getoppt wurde das alles davon, als ich endlich den Histobefund hatte! Ab da ging es wirklich erstmal nur noch aufwärts!

2024 - du warst eine echte Bitch! Ich trauere dir keine Träne nach!

2025

Ich traue mich gar nix zu schreiben, was ich mir von dem neuen Jahr wünsche oder erhoffe. Denn ich habe meine Lektion gelernt, von wegen "schlimmer geht immer". Vielleicht hängt sich dieses Jahr direkt an meine Negativserie - vielleicht wird diese Serie aber auch durchbrochen. Wer weiß das schon.

Natürlich steht ganz oben mein Wunsch nach Gesundheit für mich, meine Lieben und meinem Umfeld. Wenn man gesund ist, rockt man die Herausforderungen des Lebens einfach besser. Weltfrieden und Co. kommt natürlich auch auf die Liste, wobei es doch eher wahrscheinlich ist, dass alles noch blöder wird. 

Ich selbst, stehe ja direkt an der Schwelle einer neuen Lebensphase. Ich muss erstmal die Orientierung finden, mich selbst wieder entdecken und meine Bedürfnisse einordnen. Was will ich, wo will ich hin und wie will ich sein? Ob ich am Ende des Jahres schlauer bin? Schauen wir mal!

Ein paar Ziele habe ich mir natürlich auch gesteckt. Ich muss natürlich unbedingt eine Lösung für mein finanzielles Problem finden. Dazu kommt, dass mich jetzt ohne Hund und ohne Tochter, ein Teilzeitjob nicht mehr ausfüllt. Das ist auf Dauer zu viel Freizeit, die ich natürlich ohne Kohle auch nicht wirklich sinnvoll ausfüllen kann. Ich möchte einmal nach Hamburg fahren, um das Töchterchen zu besuchen. Im Moment angepeilt ist der Mai dafür. Ich werde die viele Freizeit in den ersten Monaten des Jahres dafür nutzen, mich fit zu machen, spontan Dinge mit meinen Freundinnen zu unternehmen, wieder Ausgehen und die Renovierung von Wohnzimmer und Flur stehen ja auch noch an.

Ausser Hamburg wird sehr wahrscheinlich kein weiterer Urlaub anstehen. Das ist finanziell nicht drin, es sei denn, die Stundenaufstockung kommt früher als erwartet. 

Und ich möchte dieses Jahr, wenigstens einen solchen Kuss erleben, wie im Netflix Film "Nobody Wants this". *lach* Mehr brauch ich gar nicht, einfach nur einmal so einen Kuss, das reicht mir schon. Wahrscheinlich das unrealistischste Ziel für dieses Jahr, aber ein paar Träume braucht man halt. ;-)

Also, liebes 2025 sei etwas gnädiger mit mir als deine Vorgänger!

Auf ein Motto verzichte ich dieses Mal ganz bewusst! Und Foto habe ich auch keins!

In diesem Sinne "Auf ein Neues!"

Euch allen ein frohes Neues Jahr, möge alles, was ihr euch wünscht, in Erfüllung gehen!

Montag, 1. Januar 2024

Auf ein Wort!

 Tja, dann wollen wir mal abrechnen mit dem alten Jahr!

2023

Mir war ja klar, dass 2023 alles oder nichts sein kann! Es gab einfach zu viele Dinge auf die ich keinen Einfluss haben werde. Ich hing eigentlich von Beginn an in der Luft, Pläne zu machen war nicht möglich, ich musste einfach abwarten, was passiert und darauf reagieren. Ich hatte also wenig Erwartung, aber schon Hoffnung, dass sich nach dem langsamen Ausschleichen der Pandemie vieles verbessern würde. Doch es kam anders!

"Durchhalten und Aushalten" war ein Teil meines Mottos für 2023! Wie sehr ich in diesen Dingen gefordert wurde, war aber auch für mich nicht absehbar.

Rückblickend gesehen war es das schlimmste Jahr seit dem ich das hier mache und zwar in allen Bereichen. Körperlich, psychisch, finanziell und auch im zwischenmenschlichen Bereich. 

Ich startete schon unschön ins Neue Jahr und bis Ende April sollte es nicht wirklich besser werden. Der schönste Monat war mit Abstand der Mai, dann kam die ganz üble Zeit von Juni bis November. Ende November bis Mitte Dezember sah es aus, als würde ich noch ein wenig Entschädigung bekommen, aber es kippte leider wieder zurück ins alte Muster. 

Und das ist ja erstmal nur die private Bilanz, wenn ich hier jetzt noch das Weltgeschehen mit Krieg, Inflation, Politik, Spaltung der Gesellschaft und Klimawandel berücksichtige, dann wird es richtig bitter. Am Meisten Angst macht mir die gesellschaftliche Spaltung, deswegen habe ich mich auch aus fast allen sozialen Netzwerken herausgehalten. Ich konsumiere Nachrichten nur noch ganz selektiv und gezielt, anders ertrage ich das nicht mehr. Und ich versuche es nicht zu sehr an mich ranzulassen. Klappt natürlich nicht immer. Wir steuern auf etwas zu, dass nicht in unserem Sinne sein kann und darf. Wacht endlich mal alle auf! Zum Glück hält meine kleine Blase um mich herum noch, die meisten Menschen in meinem Umfeld ticken ähnlich wie ich, das hilft etwas. 

Gesundheitlich lief dieses Jahr überhaupt nicht gut. Anfangs kämpfte ich noch mit der Erkältung, dann durfte ich mal die Notaufnahme besuchen mit der Glaskörper-Abhebung. Die Zahnarzttermine waren auch nicht wirklich lustig, aber dann ging es bergauf. Ende Mai war ich topfit körperlich und guter Dinge! Und dann kam die Sache mit den Schulterschmerzen, die mich 6 Monate beschäftigen sollte und auch wenn ich schmerz- und kribbelfrei das Jahr beendet habe, ich merke immer noch den Unterschied. Am Ende des Jahres bin ich so unfit wie lange nicht mehr. Dazu kommen neue Beschwerden, die ich noch nicht einordnen kann. Vielleicht zünden die Wechseljahre, die mich in dem Jahr ja bis dato glücklicherweise verschont haben, eine neue Stufe, oder irgendwelche Viren kämpfen unterschwellig in mir. Es könnte aber auch sein, dass mich dieses Jahr so geschafft hat, dass mein Körper einfach jetzt darauf reagiert - psychosomatisch. Mein vegetatives Nervensystem ist ja eh aus dem Takt geraten, vielleicht liegt es auch daran. Oder eine Mischung aus allem. Ich werde es beobachten! Auf alle Fälle war ich in diesem Jahr mehr beim Arzt als die gesamten letzten Jahre. 6x6 Physio liegen hinter mir und ich habe das erste Mal Akupunktur bekommen. Ich hatte kein Corona wissentlich und war auch nicht mehr erkältet in dem Jahr. Immerhin etwas!

Psychisch hat das Jahr natürlich etwas mit mir gemacht. Wenn man 6 Monate Schmerzen hat, 3 Monate davon 24/7, so dass man nicht mal mehr schlafen kann, dann verändert dich das. Ich war so frustriert, resigniert, erschöpft, wütend und überhaupt nicht mehr gesellschaftsfähig. Am Erschreckensten fand ich meine Aggressionen, die mich phasenweise überfallen haben. Die ich kaum kontrollieren konnte. Am Ende des Jahre spüre ich die Nachwehen immer noch deutlich. Ich habe mehr Ängste als eh schon, höre sehr in mich rein, mache mir zu viele Sorgen und bin oft angespannt. Es fällt mir immer noch schwer soziale Kontakte zu pflegen oder mich zum Ausgehen zu motivieren. Und habe viel zu oft das Bedürfnis alleine zu sein. Ich bin weniger verständnisvoll zu anderen Menschen und ertrage es kaum noch, wenn ich seelischen Mülleimer spielen soll. Dadurch haben natürlich auch einige Freundschaften gelitten. 

Beruflich war das Jahr geteilt. Anfangs war noch etwas stressig, aber ab der Mitte langweilten wir uns fast nur noch. Der Personalmangel macht es fast unmöglich aufwendige Studien nebenher zu machen. Und ich sags wie es ist, mir liegt es mehr, wenn es stressiger ist. Ausserdem macht mir das zusätzliche Sorgen, denn irgendwann will bzw. muss ich meine Stelle aufstocken. Und wenn das so bleibt, wird das natürlich schwierig. Dazu passt auch das Thema Finanzen. Finanziell war das Jahr extrem schwierig. Natürlich hatte ich das vor Jahren schon mit berücksichtigt, die Phase, wo der Hund evtl. noch da ist, das Töchterchen den Unterhalt für sich beansprucht und ich mit dem Halbtagsgehalt alle Kosten bestreiten muss. Nur damals habe ich natürlich nicht mit der Inflation gerechnet. Dank meines Arbeitgebers, der alle Inflationszulagen und den Energiezuschlag gezahlt hat,sowie meiner Sparsamkeit in den letzten Jahren, bin ich aber dennoch ganz gut durchgekommen und musste nicht zu oft an die Reserven. Und das Fahrrad habe ich mir auch gönnen können. Urlaub gab es dieses Jahr ja eh nicht.

Sportlich lief es von "himmelhochjauchzend" bis "zu Tode" betrübt. Durch die Challenge und das viele Joggen in den ersten 5 Monaten war ich so fit wie schon lange nicht mehr. Ich bin sogar wieder 10 km aus dem Stand gelaufen, auf einmal waren sie halt da. Ab Juni ging dann nix mehr und auch am Ende des Jahres bin ich immer noch sehr unfit, obwohl ich wieder mehr gemacht habe. Immerhin, und darauf bin ich echt stolz, habe ich dann doch noch 150 km geschafft. Ausserdem war ich in diesem Jahr mal schwimmen und 2x kurz Radfahren. Dinge, die ich schon lange nicht mehr gemacht habe. Gewandert bin ich gar nicht, das ging zeitlich auch gar nicht wegen Sophie. Und insgesamt bin ich sehr viel weniger Schritte gegangen wie die Jahre zuvor, was wohl auch daran liegt, dass die Hunderunden mit Sophie sehr viel kürzer und langsamer geworden sind. Das wirkt sich zunehmend auch auf meinen Fitness-Stand aus. Ich bin laut Vo2-Max um ca. 7 Jahre gealtert!

Hier meine Bilanz von diesem Jahr:






Männertechnisch sah es düster aus! Ich habe exakt einen Mann kennengelernt als ich im Mai bei der Ü30 Party war, wir haben uns noch einmal getroffen, ein paar Mal geschrieben und dann stellte sich schnell raus, es ist ein Fail! Somit hält mein Single Dasein und der ungeküsste Zustand weiterhin an. Aber ehrlich, ich hatte echt andere Sorgen!

Mit dem Töchterchen und mir war es schwierig, ich kann es eigentlich kurz machen, ich bin nicht einverstanden mit dieser Art von WG Zusammenleben, aber bisher half rein gar nichts, um das Kind zur Einsicht zu bringen. Ich habe es quasi aufgegeben. Wir haben wenig zusammen unternommen, uns phasenweise kaum gesehen und nicht ein einziges Fotoshooting gemacht. Gute Gespräche hatten wir aber immer noch sehr viele. Sie befindet sich im radikalen Ablöse-Prozess, vergisst aber dabei, dass ich den Löwenanteil ihres Alltagmists auffange. Ich befürchte, dass wir uns erst wieder annähern, wenn sie wirklich auszieht. Eine Freundin von mir sagte, dass es wahrscheinlich so blöd laufen muss, damit wir Eltern es leichter schaffen, loszulassen. Also, bei mir hätte das auch anders funktioniert! ;-)

Sophie war mein besonderes Sorgenkind dieses Jahr. Bis zur dieser Durchfallphase ging es ja noch, aber währenddessen und danach hat sie stark abgebaut. Mir macht vor allem die charakterliche Veränderung zu schaffen, sie ist so gar nicht mehr der Hund, den ich damals aus dem Tierheim geholt habe und der uns durch so viele Lebensphasen begleitet hat. Ich versuche ihr und diesen Veränderungen irgendwie gerecht zu werden, muss aber gestehen, dass ich damit gerade in meiner Schmerzphase Mühe hatte. Mittlerweile hat es sich eingespielt und ich versuche die Zeit, die uns bleibt, mit ihr zu genießen. Körperlich ist sie altersgerecht noch fit. Sie hört und sieht noch und ab und zu sprintet sie auch nochmal über die Wiese. Zwischendrin dachte ich aber, wir schaffen Weihnachten nicht mehr. Das nächste Ziel ist dann Ostern! Schauen wir mal!

Das vorherrschende Gefühl in diesem Jahr? Schmerzen! Und dass das Leben ohne mich stattfindet! Mehr ist dazu eigentlich nicht mehr zu sagen. Dieses Jahr hat mir nicht gut getan!

Die schönste Zeit des Jahren war der Mai, Ende November bis Mitte Dezember, den Rest werde ich in keiner guten Erinnerung behalten. Meine Highlights war einmal die Sportchallenge im Februar, für die manch einer kein Verständnis hatte. Von "Warum tust du dir das an?" bis "such dir lieber mal einen Kerl" musste ich mir einiges anhören und natürlich war auch die Challenge schuld an der Schultermisere. Nur wenige haben verstanden, wie gut mir diese Challenge getan hat, wie viel Spaß sie machte und welchen positiven Einfluss sportliche Herausforderungen auf mich haben. 

Dann natürlich das Abitur des Töchterchens! Ein besonderer Meilenstein und ein erfolgreicher noch dazu. Auch die Feierlichkeiten drumherum waren wunderschön, Momente, an die ich gerne zurückdenken werde. 

Ansonsten kann ich noch aufzählen, mein tolles Fahrrad, das dann aber leider nur rumstehen durfte, die wenigen Male tanzen gehen, die beiden Konzerte im Dezember und die Gespräche mit meinem Physio. Und dass mein Auto so locker durch den TüV kam. :-) Das größte Geschenk dieses Jahr, ich durfte schmerz- und kribbelfrei ins Neue Jahr starten.

Natürlich habe ich auch das Töchterchen gefragt, wie sie ihr Jahr empfand! Sie fand es großartig! Das beste Jahr überhaupt. Vor allem die Zeit bis zum Abi und kurz danach, der Urlaubstrip nach Italien, sowie der Grundlehrgang zum Rettungssani, waren die tollsten Momente bzw. die "geilste" Zeit. Sie war viel unterwegs von Paris, London, Hamburg, Darmstadt, Mainz, Italien bis nach Griechenland. Sie hat so viele neue Leute kennengelernt, aber leider sind auch Freundschaften zerbrochen. Ihr Abitur lief noch einen Ticken besser als gedacht, nur die Tatsache, dass es schwer ist einen Medizinstudienplatz zu bekommen, belastet sie schon. Aber sie tut alles dafür und vielleicht klappt es ja dann doch schneller als gedacht. Ich würde es ihr wünschen. 

Während sie traurig ist, dass das Jahr rum ist, mache ich einen fetten Haken dran!

2024

Ich wünsche mir einfach nur dass es besser wird als 2023! Mehr kann ich dazu eigentlich gar nicht schreiben. Im Prinzip hat sich meine Ausgangsposition nicht verändert. Ich hänge weiter in der Luft, kann keine Pläne machen und muss einfach abwarten, wie manche Dinge sich entwickeln. 

Niemand kann mir ja sagen, wie es mit Sophie weitergeht, wie lange meine finanzielle Durststrecke anhält, wann das Töchterchen einen Studienplatz bekommt und wann und vor allem wohin sie auszieht. 

Ich kann eigentlich nur weiter an mir arbeiten, mich aus dem Sumpf ziehen, raus aus meiner Komfortzone, mich körperlich soweit möglich auf Kurs bringen und vor allem wieder mehr soziale Kontakte pflegen. 

Natürlich habe ich mir auch ein paar Ziele gesteckt. Zumindest sportliche! Ich peile erneut 200 km Joggen an, zusätzlich muss das Fahrrad ja endlich mal zum Einsatz kommen und vielleicht schaffe ich es auch ab und an mal ins Schwimmbad. Ob es eine neue Challenge geben wird, weiß ich noch nicht, wenn dann erst im Februar oder März, falls ich überhaupt Mitstreiter finde. 

Also 2024, ich gebe dir eine ehrliche Chance und versuche dir gegenüber positiv zu bleiben. Ich hatte auch extra die rote Unterwäsche an, damit meine Wünsche in Erfüllung gehen. *lach* Also, zeig was du drauf hast.

Mein Hauptwunsch ist aber Gesundheit für mich und meine Lieben. Wie sehr es einen einschränkt und die Lebensqualität leidet, wenn man nicht fit ist oder Schmerzen hat, habe ich ja sehr deutlich vor Augen geführt bekommen. 

Ansonsten könnte es in Sachen Weltfrieden, dem Umgang miteinander und dem Klimawandel mal wieder in die richtige Richtung gehen. Wobei ich da tatsächlich nicht viel Hoffnung habe. Im Gegenteil, ich gehe davon aus, dass es dieses Jahr noch schlimmer wird. Es läuft einfach zu viel falsch!

Mein Motto für das Neue Jahr? 

"Schauen was passiert und das Beste draus machen"

In diesem Sinne "Auf ein Neues"!


Euch allen ein frohes neues Jahr!

Montag, 2. Januar 2023

Auf ein Wort!

 Eigentlich dachte ich, die Abrechnung wird diesmal sehr viel einfacher, aber als ich die Collagen zusammengestellt habe und die Monatsrückblicke schrieb, stellte ich fest, dass das anscheinend alles gar nicht so elend war, wie ich es für mich empfand. Also, entweder habe ich weniger hier gejammert oder einfach viel mit mir selbst ausgemacht. 

2022

Große Erwartungen hatten wir nicht als wir in das Jahr hinein rutschten. Uns war ja klar, dass sich bezüglich der Pandemie erst einmal nicht viel ändern wird. Allerdings hätte wohl kaum einer damit gerechnet, was gerade politisch und im Weltgeschehen noch alles auf uns zu kommen sollte.

Rückblickend gesehen, war es für mich psychisch ein sehr schwieriges Jahr und gerade in den letzten Tagen, wurde sehr deutlich, wie durch ich bin von den vielen herausfordernden Jahren, die hinter mir liegen. 

Das Jahr startete genauso, wie es aufgehört hat - mit extremer Wärme. Und damit sind wir ja schon mitten drin im 1. Thema, das Sorgen macht. Es hat sich das ganze Jahr über gezeigt, was mit dem Klimawandel auf uns zu kommt, wir hatten schon wieder eine große Dürre und fast jeder Monat war deutlich zu warm. Gerade im Sommer konnte ich an manchen Tagen so gut wie gar nichts tagsüber machen, weil ich diese Hitze einfach nicht vertrage. Auch unser Landkreis war diesmal von Bränden betroffen und der Wald leidet weiter. Und das ist ja nur der Anfang! 

Pandemietechnisch hat sich in diesem Jahr einiges geändert. Wir wissen mittlerweile, dass Impfungen so gut wie gar nicht vor Infektionen schützen, jedenfalls nicht mehr seit der Omikron-Welle. Omikron zeigt sich glücklicherweise etwas milder im Krankheitsverlauf, aber ist so ansteckend, dass es natürlich weiterhin gefährlich bleibt und auch mit Omikron kann, wenn es blöd läuft schwer krank werden und man Long Covid bekommen. Von den Impfungen in einigen Fällen leider auch. Am Ende des Jahres wird fast jeder in unserem Umkreis irgendwann Corona gehabt haben. Es gibt nur noch wenige Ausnahmen, wir gehören komischerweise dazu. Schutzmaßnahmen gibt es am Ende des Jahres so gut wie gar nicht mehr. Und sogar Herr Drosten sagt, dass wir in die Endemische Phase kommen. Wir müssen damit klarkommen, Corona wird bleiben.

Und am 24. Februar passiert etwas, das Klimawandel und Pandemie komplett in den Hintergrund drängen werden: Putin marschiert in die Ukraine ein. Der wohl größte Schock in diesem Jahr! Immer wieder wird auch mit dem Einsatz von Atombomben gedroht und das Töchterchen hat das erste Mal wirklich Angst. Es ist DAS Thema, das wohl dieses Jahr am Meisten prägt. Der Krieg mitten in Europa mit all seinen Auswirkungen auf die gesamte Welt. Die Lebensmittelpreise explodieren, genauso wie der Sprit und wir rutschen mitten in eine Energiekrise. Das Leben hat sich innerhalb eines Jahres massiv verteuert, mit Auswirkungen, die wir alle noch gar nicht richtig absehen können. Ich habe das erste Mal seit der Trennung finanzielle Ängste. Doch das ist natürlich nichts dagegen, was die Menschen in der Ukraine durchmachen müssen. 

Es passiert im Weltgeschehen natürlich noch viel mehr Unheil, aber das alles aufzuzählen, sprengt den Rahmen hier und mein Halbwissen bringt niemanden weiter. In dieser Hinsicht war es ein Jahr, das einen nicht wirklich rosig in die Zukunft schauen lässt.

Gesundheitlich lief es bei mir bis auf die blutige Zwischensequenz und die blöde Erkältung am Ende des Jahres prima. Da kann ich mich wirklich nicht beschweren. Ich war im Großen und Ganzen, bis auf ein wenig Zwicken hier und da, körperlich gut drauf. Nur wie gesagt, die Hitze macht mir zu schaffen. 

Psychisch sieht das anders aus, die letzten Jahre haben so viel Kraft gekostet, dass einfach keine mehr für dieses Jahr übrig war und das habe ich gemerkt. Die innere Zufriedenheit ist mir abhanden gekommen, ich bin wütend, frustriert, ängstlich, voller Sorgen, resigniert durch dieses Jahr gegangen und ich werde auch am Ende des Jahres keine Ahnung haben, wie ich das ändern kann, weil ich einfach auf die wenigsten Dinge Einfluss habe.

Beruflich lief es recht gut, wir sind angekommen in dem Job und wir sind gut, in dem, was wir da tun. Das hilft ungemein, diese Art von Arbeit zu ertragen. Es gab Zeiten, da war es sehr stressig und dann wieder hatten wir sehr ruhige Phasen. Durch den vielen Urlaub war das arbeitstechnisch also ein sehr erholsames Jahr. 

Sportlich war es bis auf das Ende ein super Jahr. Ich konnte bis auf die heiße Phase im Sommer gut durchziehen und habe es sogar geschafft 10 km am Stück zu laufen. Mein innerer Schweinehund ist lauter und hartnäckiger geworden, aber wie ich immer sage, kein Sport ist auch keine Lösung. Mit Sport geht es mir einfach besser.

Hier noch meine Bilanz von diesem Jahr, allerdings hatte ich die Sportuhr ja erst ab Ende März.







Männertechnisch....tja...also bis weit in den Herbst hinein lief da gar nix. Ich hatte dafür weder Kopf, noch Gelegenheit. Und dann im Herbst ist mir so die Decke auf den Kopf gefallen, dass ich mich doch wieder mal in einem Online Dating Portal angemeldet habe. Bis zu einem Date bin ich nicht gekommen, aber ich habe für mich gemerkt, dass es Zeit ist, sich wieder für das andere Geschlecht zu öffnen. Mich wieder als Frau zu fühlen mit allem, was dazu gehört. So ganz weiß ich aber noch nicht, wohin die Reise gehen soll und ich suche auch nicht zwingend jetzt die neue große Liebe. Aber sollte sich etwas ergeben, dann darf das auch so sein. :-)

Mit dem Töchterchen und mir lief es durchwachsen. Wir hatten tolle Phasen mit sehr guten Gesprächen, viel Spaß und gemeinsamen Unternehmungen und wir sind nach wie vor ein prima Team. Aber es gab auch Reibungspunkte, besonders zum Ende hin. Wir merken es beide, wir sind im Abnabelungsprozess, in einer Art Umbruchphase und müssen uns einfach neu sortieren. Ein wenig habe ich auch das Gefühl, sie holt ein wenig Pubertät nach, die durch die Pandemie Pause hatte. Alles in Allem ist sie der tollste Mensch in meinem Leben und wir können uns blind auf den anderen verlassen. 

Unsere Sophie ist dieses Jahr sehr alt geworden. Damit müssen wir erstmal klar kommen, sie hat sich sehr verändert in ihrem Verhalten, was es uns nicht einfach macht. Sie mag mittlerweile überhaupt kein Auto fahren mehr, ist extrem stur geworden, schläft sehr viel mehr, hat aber auch sehr unruhige Phasen, möchte den ganzen Tag eigentlich nur fressen, und auch die Ausdauer hat nachgelassen. Große Wanderungen sind einfach nicht mehr drin und sobald die Temperaturen Richtung 20 Grad gehen, bekommt sie Probleme. Trockene Kälte wiederum liebt sie, da blüht sie regelrecht auf und benimmt sich wie ein junger Hund. Gesundheitlich geht es ihr gut, ihre Augen machen etwas Probleme und im Sommer hatte sie eine Phase, in der sie ziemlich rumstolperte, was aber nach dem Urlaub besser wurde und ab Herbst so gut wie gar nicht mehr passiert ist. Sie ist jetzt 13 und das ist ein ordentliches Alter! Ich hoffe, sie bleibt noch ganz lange fit und munter.

Das vorherrschende Gefühl in diesem Jahr? Wie schon letztes Jahr mache ich mir zu viele Sorgen, habe zu viele Ängste, aber das Hauptgefühl, das sich schon relativ früh im Jahr eingestellt und sich bis zum Ende des Jahres erheblich gesteigert hat, ist Frust und Unzufriedenheit. Ich weiß selbst, dass ich eigentlich keinen Grund habe, doch ich kann ja nun mal meine Gefühle nicht wegzaubern. Ich bin unzufrieden mit mir selbst, mit dem Fremdbestimmt sein, dass ich wenig Einfluss habe auf die Dinge, die mich frustrieren und vor allem, dass ich noch eine ganze Weile in der Luft hängen werde. Ich bin im Umbruch, doch der Startschuss ist noch in weiter Ferne. Ich stehe an der Startlinie und warte, ohne zu wissen, wo überhaupt das Ziel ist und vor allem, wie lange der Lauf dauern wird.

Die schönste Zeit des Jahres kann ich diesmal nicht in Monaten oder Wochen festlegen. Meine Highlights waren einzelne Dinge, wie das erste Mal Kino am Anfang des Jahres, meine Begegnungen mit Freundinnen, endlich wieder mal Salsa tanzen zu gehen, der Urlaub, das Radrennen, die Ü30 Party und die Weihnachtsparty, wo ich getanzt habe, als gäbe es kein Morgen und sicherlich Swinging Christmas im Dezember. Aber oft hatte ich das Gefühl, gerade zum Ende hin, ich komme eigentlich nur noch vor die Türe, um unangenehme Dinge erledigen zu müssen. 

Eine unglaubliche Entwicklung hat dieses Jahr das Töchterchen durchgemacht. Sie fährt nun Auto, hat einen Job, der ihr riesigen Spaß macht und mit dem sie sich ihre Reisen finanziert. Durch den Job hat sie unglaublich viel gelernt, ist in ihrer Persönlichkeit weitergereift und mittlerweile gar nicht mehr so introvertiert, wie sie mal war. Durch das Praktikum bei den Johannitern weiß sie nun, dass sie unbedingt Medizin studieren will. Sie hat tolle neue Freunde gefunden, Freundschaften gefestigt, andere erneuert und sie hat Nachholbedarf in Sachen Party, Ausgehen, sich Ausprobieren, Leben. Kein Wunder nach den letzten Jahren. Der Druck bezüglich der Schule hat sich nochmal gesteigert, man merkt, dass es auf das Ende zu geht. Gesundheitlich war sie topfit bis auf ihre Magen-Darm-Geschichte, die zum Glück nicht ganz so häufig auftrat, wie letztes Jahr, aber eben immer zu oft. Mittlerweile wissen wir, dass sie definitiv eine Lactose-Unverträglichkeit hat, aber nicht jedes Mal können wir dadurch erklären. Zum Ende des Jahres wird sie sich die eine oder andere Erkältung einfangen, die sie aber gut wegsteckt. Ihre schönsten Erlebnisse waren die Reise mit der Klasse nach Malta und die Tage über Silvester in Paris. Aber auch Berlin, Heidelberg, Mainz, Wiesbaden, Garmisch oder Dahme waren natürlich toll. Sie fand das Jahr definitiv besser als ich. 

Ich persönlich bin froh, dass das Jahr fertig hat!

2023

Das Schlimme ist, ich glaube, das neue Jahr wird für mich genauso eine Herausforderung und wahrscheinlich auch nicht leichter als 2022. Es ist eines der Jahre, für die ich null Pläne habe, ich auch gar nichts planen kann, weil ich nicht mal ansatzweise weiß, wie das alles weitergeht. Zuerst einmal ist der große Meilenstein natürlich das Abitur und besonders vor diesen Monaten bis dahin, habe ich enormen Respekt. Schon die letzte Klausurenphase lässt mich ahnen, wie groß der Druck wird und das wird die Stimmung hier sicherlich nicht verbessern. Was danach kommt, steht noch komplett in den Sternen. Das Töchterchen hat einen groben Plan, aber Genaueres weiß sie auch erst, wenn alles hinter ihr liegt. Sehr wahrscheinlich will sie erstmal ein wenig leben nach dem Abi, dazu gehören sicherlich auch Reisen, dann evtl. eine Ausbildung zum Rettungssani machen und nebenher versuchen per Medizinertest einen Studienplatz zu ergattern. Aber, wie, wann und wo, das müssen wir alles abwarten und wird sich finden.

Finanziell wird das Jahr für mich ein enormer Kraftakt, aber auch da ist nichts zu planen oder vorzubereiten, weil vieles einfach noch zu unsicher ist. Also, versuche ich von Monat zu Monat durchzukommen, so gut es geht.

Und dann ist da Sophie, auch bei ihr weiß keiner, wie es ihr im Laufe des Jahres gehen wird. Aber jetzt ist schon klar, dass man sehr viel mehr Rücksicht auf sie nehmen muss und vieles eben nicht mehr möglich ist, was vor allem mich noch weiter einschränken wird. Natürlich gehe ich diesen Weg mit ihr, aber es wird eine Gradwanderung sein, wenn es darum geht, auch Dinge für mich zu tun. Ich hoffe, dass sie weiterhin körperlich altersgemäß fit bleibt. Das würde ich mir für dieses Jahr wünschen.

Einen Urlaub wird es für mich dieses Jahr nicht geben, es ist wohl weder finanziell noch mit Sophie zu vereinbaren. Vielleicht ergibt sich mal ein verlängertes Wochenende, aber dann sicherlich nur spontan. Das ist auch das, was mich am Meisten betrübt, es gibt kein "Wir fahren im Sommer wenigstens ein paar Tage ans Meer" Ziel für mich. Etwas worauf ich hinarbeiten kann, auf das ich mich freuen kann. Aber gut, das ist jetzt so und zum Glück wohne ich hier sehr schön, so dass man auch mal Urlaub zu Hause machen kann.

Sportlich habe ich mir vorgenommen wieder die 200 km zu laufen, zur Strafe hänge ich gleich die verpassten 6 km noch mit dran. Und ich möchte auch meine Workouts regelmäßig machen und natürlich viel spazieren gehen. Was das Laufen betrifft, so wird das dieses Jahr bestimmt noch schwieriger werden, schon rein aus zeitlichen Gründen. Das Töchterchen wird einfach weniger da sein, weniger Zeit haben den Hund zu übernehmen und ich schaffe es eben auch nicht, nach 3 Hunderunden neben der Arbeit, Haushalt und Garten noch joggen zu gehen oder ein Workout zu machen. Aber wenn es gut läuft, ich keine gesundheitlichen Einschränkungen habe, dann ist das alles machbar. Als Tagesschrittziel sind weiterhin 8000 eingestellt, die sind auf alle Fälle zu schaffen! 

Was ich für mich festgestellt habe, dass ich mehr ausgehen muss, vor allem Tanzen ist einfach mein Lebenselixier. Es macht mich glücklich, tut mir unglaublich gut und lenkt mich von allem ab. Es ist wirklich das, was mir am Allermeisten gefehlt hat in den letzten Jahren. Und da ich einfach zu wenige Freundinnen habe, die Lust auf sowas haben, muss ich wohl versuchen entweder mich zu überwinden, alleine auszugehen oder eben neue Leute finden. D.h. ich muss irgendwie mein soziales Umfeld erweitern und das dürfen auch gerne männliche Personen sein. ;-) Denn Flirten möchte ich wieder mehr, mal wieder die Frau in mir herausholen und nicht nur Mutti sein.

Wünsche habe ich natürlich auch, aber mein Hauptwunsch ist einfach gesund zu bleiben. Wenn man sich fit fühlt und körperlich keine Einschränkungen hat, dann bekommt man alles andere schon irgendwie hin. Das gilt auch für meine Familie und Freunde und Bekannte!

Weltfrieden wäre toll, auch, dass der Klimawandel irgendwie gebremst werden könnte und dass sich die Menschen auf das zurück besinnen auf was es wirklich ankommt im Leben. Aber ich glaube fast, diese Wünsche sind zu naiv in der heutigen Welt. Und damit wären wir auch schon bei weiteren Gründen, warum ich nicht glaube, dass das Jahr 2023 besser wird. Es läuft zu viel sehr falsch auf diesem Planeten und je mehr man sich damit beschäftigt, um so mehr macht das Angst, vor allem, weil man kaum selbst etwas tun kann! Man kann nur versuchen in seiner eigenen kleinen Blase das Beste daraus zu machen, es im Rahmen seiner Möglichkeiten nachhaltiger zu gestalten und sich auf das zu konzentrieren, was wichtig ist. Und sich mit Menschen zu umgeben, die ähnlich ticken und die einem gut tun!

Mein Motto für dieses Jahr? Durchhalten, aushalten und versuchen für mich herauszufinden, wie ich meinen weiteren Lebensweg gestalten möchte!

In diesem Sinne "Auf ein Neues"!


Sonntag, 2. Januar 2022

Auf ein Wort!

Noch nie ist mir die Jahresabrechnung so schwer gefallen wie diesmal Ich hatte gestern zig Anläufe und trotzdem wollten die Worte nicht so richtig fließen Ich starte heute noch einen letzten Versuch.

2021

Das zweite Jahr unter Pandemie-Bedingungen war definitiv nicht meins. Rückblickend kann ich sagen, es war eines meiner bisherigen schlechtesten Jahre überhaupt. Nicht mal die Jahre nach der Trennung empfand ich so. Das liegt sicherlich vor allem an der Pandemie und den dazugehörigen Maßnahmen, die Unberechenbarkeit und dieses "In-der-Luft-hängen". Keiner kann sagen, wie es weitergeht, ob es besser oder schlimmer wird und wie lange es noch dauert. Jedes Mal, wenn wir alle Hoffnung schöpften auf ein wenig mehr Normalität, sei es durch Maßnahmen oder durch die Impfungen, wurden wir eines Besseren belehrt. So starteten wir das Jahr im Lockdown, blieben im Dauerlockdown über Ostern und endeten es auch wieder im Lockdown. Nur eine kurze Phase im Sommer brachte uns etwas Entspannung bevor die Zahlen wieder hochschnellten. Zuerst war es Alpha, dann Beta, aber die waren noch harmlos gegen Delta und am Ende liegt der riesige Omikron-Berg vor uns. Das Licht am Ende des Tunnels zog sich immer weiter zurück, wie in den Träumen, in denen man rennt und rennt, aber man kommt doch nicht vom Fleck.

Die Politiker versagten dieses Jahr auf der ganzen Linie, die Gesellschaft spaltet sich immer weiter, der Ton wird noch rauer als er die letzten Jahre eh schon war. Die Aggressivität steigt. Dazu bekommen wir dieses Jahr auch einen guten Einblick in das, was der Klimawandel kann. Während wir hier über den Dauerregen jammerten, verloren viele Menschen in den Fluten in Deutschland ihr Leben. Auch sonst läuft es nicht rund auf dem Globus und das macht Sorgen.

Überhaupt war es für mich das Jahr der Sorgen und Ängste. Das kann ich ja eh schon gut Sorgen machen und Grübeln, aber dieses Jahr kam ich phasenweise überhaupt nicht mehr auf Normallevel. Und ich hatte halt wenig Ablenkung, kaum Highlights, so dass der Fokus sich wie ein Brennglas auf die negativen Dinge legte und wie eine Lupe sehr viel größer macht, als sie waren. 

Nüchtern betrachtet sind wir trotzdem irgendwie gut durch das Jahr gekommen. Nur meine Oma mussten wir gehen lassen in diesem Jahr. Wir vermissen sie sehr, aber es hilft zu wissen, dass sie ihre letzte Reise in Würde gehen durfte nach einem erfüllten Leben. 

Die beste Zeit diesen Jahres war sicherlich der Sommer mit dem Dahme-Urlaub. In diesen 10 Tagen gab es kurzeitig mal wenigstens ein bissi das Gefühl der Normalität.

Die schlimmste Zeit war für mich die Zeit ab September und für das Töchterchen die Monate Homeshooling am Anfang des Jahres.

Gesundheitlich lief es bei mir gut. Ich war nicht krank, wenn man von den Impfreaktionen mal absieht. Ich hatte allerdings lange Zeit mit einer Plantarfaszitiis zu kämpfen, die mich doch sehr einschränkte und echt schmerzhaft war. Doch ansonsten hatte ich wenig Probleme. Auch die Wechseljahrsbeschwerden hielten sich in Grenzen oder waren gar nicht vorhanden. Dafür bin ich auch sehr dankbar, denn ich sehe es in meinem gleichaltrigen Umfeld, dass das eben nicht selbstverständlich ist.

Beruflich ging es stetig bergauf. Anfangs wirkte ja noch der Versetzungshorror nach, aber je länger ich im Studienzentrum war, um so sicherer wurde ich und ich mache meine Sache gut! Am Ende des Jahres erkennen das auch die Personen an, die Anfang des Jahres ziemlich an mir herumzerrten. Durch den neuen Kollegen bekam ich gute Entlastung und zwischenzeitlich hatten wir ein echt gutes Team. Leider ist das am Ende nicht mehr so, was darin geschuldet ist, dass sich der Personalmangel auch auf die Stimmung auswirkt. Gerade was die Ärzte betrifft. Mich nervt immer noch die Fremdbestimmtheit in diesem Job, aber mittlerweile komme ich besser damit klar. Gehaltstechnisch gab es einen kleinen Mini-Aufstieg, der sich aber so gut wie gar nicht auf dem Konto bemerkbar macht.

Sportlich war es ein mühsames Jahr. Ich hatte immer wieder Phasen, in denen ich mich gut motivieren konnte und mein Sportprogramm durchzog, aber ich ließ mich leicht ausbremsen. Genauso viele Phasen gab es, in denen ich gar nichts auf die Reihe bekam. Ganz schlimm war es in der Zeit ab Herbst. Aber immerhin schaffte ich doch meine 200 km und im Durchschnitt bin ich jeden Tag 10700 Schritte gegangen. 

Männertechnisch lief gar nix. Wie auch? Am Anfang des Jahres machte ich mal wieder einen kurzen Ausflug ins Online Dating, was aber eher ein Reinfall war. Deswegen meldete ich mich nach einer Woche wieder ab. Und somit gab es auch keine Gelegenheit mehr in diesem Jahr irgendjemanden kennenzulernen. Im Großen und Ganzen ist das auch okay für mich, aber mal wieder flirten oder auch mal knutschen wäre halt schon schön. Aber gut, man kann sich ja keinen Mann herbeizaubern.

Mit dem Töchterchen und mir lief es gut. Wir sind durch die Corona Maßnahmen noch enger zusammen gerückt und fanden mit dem Wandern ein weiteres gemeinsames Hobby. Wir verbrachten sehr viel Zeit zusammen, hatten viel Spaß und gute Gespräche. Zum Ende des Jahres wurde es dann etwas schwieriger. Zu den üblichen Streitereien in der Weihnachtszeit, merkte ich schon deutlich, dass der 18. Geburtstag in Reichweite kommt. Es beginnt ein Abnabeln, das ein anderes Kaliber hat als bisher. 

Wer uns auch dieses Jahr wieder ein treuer Begleiter, Therapeut und Animateur war, Sophie. Bis auf ihre Durchfallepisoden war sie topfit. Klar, man merkt ihr das Alter schon an in allen Bereichen, aber es geht ihr gut und sie hat Spaß am Leben. Und während ihre Endgeschwindigkeit doch stark abgenommen hat, schafft sie immer noch locker eine Wanderung von 20 km. Einzig und alleine ihre mittlerweile starke Abneigung gegen das Autofahren ist für uns nicht so dolle. Deswegen lassen wir sie oft zu Hause, wo wir sie früher mitgenommen hätten.

Das vorherrschende Gefühl in diesem Jahr? Ich habe mir zu viele Sorgen gemacht, zu viel gegrübelt. Angst mischte auch zu oft mit und dann dieses Gefühl der Resignation. Gerade im November bin ich aus dieser Spirale kaum noch rausgekommen. Ich fühle mich aussichtslos, mir fehlen Perspektiven und das war eben auch das Problem von diesem Jahr. Es war in großen Teilen eben nur ein Aushalten, Durchhalten, Abarbeiten, ein dahinplätschern. Ein Abwarten! Es ist nun mal so, dass ich wenig Einfluss habe. Fremdbestimmt! Wobei nicht fremdbestimmt von anderen Personen, sondern von der Situation.

Das Töchterchen habe ich natürlich auch gefragt, wie sie das Jahr für sich abrechnet und sie kommt auf eine positive Bilanz. Nur die ersten Monate waren für sie furchtbar. Durch das dauerhafte Homeshooling über Monate und die fehlenden Kontakte zu Gleichaltrigen, hatte sie eine sehr depressive Phase, die aber zum Glück mit dem Präsenzunterricht verschwand. Für sie war der Sommer und die Vorweihnachtszeit das Beste am Jahr. Am meisten genervt war sie von ihren Freunden. Als sie dachte, sie hätte endlich eine tolle Clique gefunden, mit denen sie viele Dinge coronakonform unternehmen kann, stellte sich schnell heraus, dass das nur eine kurze Phase war. Mit dem Einstieg in die 12. Klasse und dem Klausurendruck, entwickelten sich fast alle zu Stubenhockern, die sich kaum noch vor die Tür wagten. Belastend empfand sie auch die Führerscheinsache und sie machte sich viel zu viel Druck wegen der Schule. Gerade mit Beginn der 12, wurde das extrem. Ihr persönliches Highlight war sicherlich der Dahme-Urlaub und der Kurztrip mit der Freundin nach Hannover. Gesundheitlich fühlt sie sich gut. Sie war genauso wie ich nicht krank und hat auch die Impfungen super weggesteckt, aber da ist eben auch ihre Magen-Darmproblematik, die sie ab Herbst fast jedes Wochenende geplagt hat. Dazwischen ist sie aber topfit! Mit Geige fiel dieses Jahr ihr letztes Hobby weg, was sicherlich für sie die richtige Entscheidung war, weil sie neben der Schule einfach nicht mehr zum Üben kommt. Sie ist sehr selbstständig geworden und übernimmt zunehmend die Verantwortung für ihr Leben. Was das letztere betrifft, wird sie zum Ende des Jahres sehr deutlich mit gegenüber. ;-)

Unterm Strich möchte ich dieses Jahr einfach hinter mir lassen und nach vorne schauen. Ich glaube auch nicht, dass viel von diesem Jahr in meiner Erinnerung bleibt. Es wird das zweite Jahr der Pandemie bleiben und das Jahr, in dem wir meine Oma gehen lassen mussten. Aber sicherlich kein Jahr, das bei "Weißt-du-noch-damals" einen großen Stellenwert einnehmen wird. 

2022

Da mache ich mir nix vor. 2022 wird genauso anfangen, wie 2021 aufhört. In den ersten Monaten werden wir uns mit Omikron beschäftigen und ich wage keine Prognose, ob diese Mutation wirklich das Potential hat das Ende der Pandemie einzuläuten. Somit wird unser Leben erstmal so weitergehen wie bisher. Es stehen ein paar Dinge an, die immerhin das Potential auf Abwechselung haben. Das Töchterchen wird irgendwann ihre Führerscheinprüfung haben und dann ist da der 18. Geburtstag. Wahrscheinlich kann sie ihn nicht so feiern, wie gewünscht, aber trotzdem ändert dieser Tag ja vieles in ihrem Leben. Wir werden ein paar Dinge regeln müssen, was so eine Volljährigkeit eben mit sich bringt.

Und dann hoffen wir natürlich, dass wir im Sommer wenigstens nach Dahme fahren können. 

Ich werde 2 Wochen mehr Urlaub haben, die ich hoffentlich gut nutzen kann.

Große Ziele und Wünsche habe ich nicht. Ich möchte wieder meine 200 km laufen und es wäre toll, wenn ich es mal schaffen würde 10 km zu laufen. Aber das ist kein Muss und kommt natürlich darauf an, wie das Joggen dieses Jahr überhaupt läuft. Ich möchte wenigstens einmal tanzen gehen und knutschen wäre klasse *lach*, aber das habe ich ja nicht selbst in der Hand. Ansonsten wünsche ich mir nur, dass wir alle gesund und von größeren Katastrophen verschont bleiben. 

Das Töchterchen möchte reisen, sich einen Job suchen, noch bessere Noten schreiben, neue Freunde finden und endlich den Führerschein hinter sich bringen. Knutschen wäre auch fein. ;-) Evtl. möchte sie sich ein neues Hobby suchen, aber das hängt natürlich auch stark vom Pandemieverlauf ab.

Wir hoffen, dass wir ein weiteres, schönes Jahr mit Sophie haben und dass sie weiterhin so fit bleibt. Und wir werden jede Minute mit ihr genießen!

Pandemie-Ende wäre toll, aber ich glaube, das wird nix. Und ich fände es toll, wenn ich jetzt nicht alle 3-6 Monate geimpft werden muss.

Mein Motto für das Jahr? Schwierig! Ich kann nur versuchen das Beste aus allem zu machen, aber ist das nicht eh schon mein Motto seit Jahren? 

Schauen wir einfach mal, was das Jahr 2022 für uns alle bereit hält!

In diesem Sinne: Auf ein Neues!





Samstag, 2. Januar 2021

Auf ein Wort!

 Puh, ich glaube, das wird die schwierigste Abrechnung mit einem Jahr ever. 

Was schreibt man über ein Jahr im Bann der Pandemie?

2020

"Eigentlich haben wir doch alle überhaupt keinen Grund zu jammern. Wir haben ein Dach über dem Kopf und sind gesund. Wir haben genügend Geld, um auch mal in den Urlaub zu fahren und uns einige Wünsche zu erfüllen. Wir haben genug zu essen und müssen weder hungern noch dursten. Wir leben in einem Land ohne Krieg! Wir haben eine Familie, gute Freunde, Sophie und wir haben uns! Wir sollten aufhören ständig zu jammern!"


Ihr erinnert Euch? Diese Worte vom Töchterchen standen am Ende des "Auf ein Wort"-Posts vor einem Jahr. Diese Worte wollte ich beherzigen und ahnte nicht mal im Ansatz, wie unser Leben von einer Pandemie durcheinander gewirbelt wurde. Oder soll ich besser sagen "ausgebremst"? Wie soll man auch mit sowas rechnen?
Und jetzt? Haben wir nach diesem Jahr einen Grund zu jammern? Geld hatten wir weiterhin genug, in den Urlaub konnten wir überraschenderweise auch fahren, Wünsche haben wir uns erfüllt, wenn auch vielleicht andere als eigentlich auf dem Wunschzettel standen. Wir mussten nicht hungern, nicht dursten und einen Krieg gab es auch nicht. Die Familie, die Freunde, Sophie - alle da und auch gesund. 

In den ersten zwei Monaten war alles noch normal, wir kämpften uns durch den normalen Alltag mit guten Momenten und den üblichen Ärgernissen, die das Leben halt so für einen bereit hält. Ja, man las und hörte das aus China, aber hey, das ist doch so weit weg. Aber dann waren plötzlich die ersten Deutschen infiziert und aus Italien erreichten uns rasch Horrorbilder. Spätestens ab da beherrschte ein einziges Wort unser aller Leben "Corona-Virus". Später kamen Wörter wie Todesrate, R-Wert, Lockdown, exponentielles Wachstum, Ausgangssperre, Kontaktsperre, Quarantäne usw. hinzu. Wir starrten täglich auf eine Menge Zahlen. Ich stand das erste Mal vor leeren Regalen im Supermarkt und Klopapier war plötzlich das neue Gold. Und dann hockten wir im Lockdown, die Schulen wurden geschlossen. Wenn ich daran denke, wie bösartig die Kids angegangen wurden als sie anfingen gegen den Klimawandel zu demonstrieren, weil sie doch dafür die Schule schwänzten und Stoff verlieren! Hier schrie dann irgendwie keiner auf, dass Homeshooling so gar nicht funktionierte und in diesem Jahr der Unterrichtsstoff wenig bis gar nicht vermittelt wurde. Naja, Klimawandel bedroht uns halt noch nicht so akut wie Corona, das ist ja noch weit weg. Eltern mussten die Lehrerfunktion übernehmen und Home Office ging auf einmal auch in Betrieben, die sich vorher dagegen verwehrt haben. 
Im Sommer kehrte - mal abgesehen von unserem mittlerweile wichtigsten Kleidungsstück, die Maske . so etwas wie eine Normalität ein. Die aber trügerisch war, denn das Virus verbreitet sich nun mal auch asympthomatisch und so flogen uns ab den Herbstferien die Zahlen wieder komplett um die Ohren. Und plötzlich waren auch unsere Intensivstationen teilweise am Limit, mussten Patienten verlegt werden, aber irgendwie wurden meiner Meinung nach die Maßnahmen nicht mehr so konsequent durchgezogen, wie im März/April. Die Schulen blieben viel zu lange offen und viele Menschen waren entweder corona-müde oder leugneten die Gefährlichkeit bzw. glaubten gar nicht dran, dass es diesen Virus überhaupt gibt. Bis zum Ende des Jahres bleiben die Zahlen hoch, aber immerhin gibt es mit der Impfung ein kleines Licht am Tunnel! Hoffen wir das Beste!

Die beste Zeit des Jahres waren eindeutig die ersten beiden Monate und der Sommer. Die schlimmste Zeit für mich begann ab Mitte August. Doch dafür kann Corona nur wenig.

Gesundheitlich lief es prima! Ich war nicht einmal krank, mal abgesehen von der Impfreaktion, die Wechseljahrsbeschwerden halten sich in Grenzen und bis auf die paar üblichen Durchhänger oder Zipperlein, kann ich über dieses Jahr echt nicht klagen.

Beruflich kann ich das Jahr dreiteilen. Anfang des Jahres kämpfte ich noch darum endlich aus dem Studienbereich rauszukommen. Der liegt mir nicht und ist auch gar nicht mit meinen anderen Aufgabenbereichen zu vereinbaren. Es dauerte eine Weile, aber dann hatte ich es geschafft und eine ruhigere und gute Zeit begann auf der Arbeit. Die bis nach meinem Sommerurlaub anhielt. Ich wurde ohne Rücksprache von jetzt auf gleich vom Chef komplett im Labor abgezogen und nun komplett in den Studien eingesetzt. Meine persönlicher Alptraum. Kurze Rede, langer Sinn, es macht mir null Spaß, aber es gibt gerade keinen Plan B. Diese Situation belastet mich teilweise so sehr, dass ich kaum noch abschalten kann. Ein Zustand, der so nicht bleiben kann.

Sportlich kann ich das Jahr auch zweiteilen. Bis zum Sommer bin ich super gut dabei. Ich mache fast jeden Tag Sport und fühle mich richtig gut. Ich bekomme meine Achilles-Sehnen-Probleme mit Faszientraining in den Griff. Aber dann verlässt mich die Motivation, der Antrieb und der innere Schweinehund wird stärker. Sicherlich geschuldet auch darin, dass ich das Gefühl habe in einer enormen Doppelbelastung festzustecken. Dazu dann an anderer Stelle. Leider wird das Sporttief bis zum Ende des Jahres anhalten. Zwar schaffe ich meine vorgenommenen Ziele (1000 km Gehen und 200 km joggen), aber darüber hinaus mache ich kaum noch was. Und mein Körper findet das nicht gut. Mit dem Sportmangel und dem Essen a la "man hat ja sonst nix mehr im Leben" lege ich auch ordentlich an Gewicht zu. Ich bekomme es zwar immer wieder in den Griff, aber eben nicht nachhaltig.

Männertechnisch war das Jahr noch weniger los als im Jahr davor. Ist auch ein wenig schwierig, wenn man plötzlich weder ausgehen kann, noch Kontakte haben darf. Zwischendrin  habe ich sogar mal ein echtes Bedürfnis diesen Zustand langfristig zu ändern, ich nehme mir vor nach der Pandemie wieder offener für solche Begegnungen zu sein. Ob das nur ein schwacher Moment war oder das Bedürfnis weiteranhält, werden wir dann ja sehen. Ansonsten war es bis zum Lockdown eine gute Zeit. Ich war oft aus, habe mich mit Freunden getroffen, ging zum Ballett und ich hatte richtig Bock etwas zu unternehmen. Doch dann wurde ich in dieser Hinsicht von 200 auf 0 abgebremst. Das hat mich schon gefrustet, sehr sogar.

Mit dem Töchterchen lief es prima und ich muss gestehen, ihre Entwicklung hat mich in diesem Jahr am Meisten beeindruckt. Trotzdem war es nicht leicht für uns, war ich phasenweise doch ihr einziger Kontakt und seien wir mal ehrlich, mit 16 möchte man nicht wirklich die meiste Lebenszeit mit seiner Mutter verbringen. Aber genau so war es nun mal! Wir haben das Beste daraus gemacht und die meiste Zeit ist uns das auch gelungen. Wir waren ein eingespieltes Team, hatten eine Menge Spaß und auch gute Gespräche. 

Wer uns durch diese Zeit wieder sehr gut geholfen hat, war Sophie! Wir sind so viele und große Hunderunden wie noch nie gelaufen mit ihr. Manchmal hatte ich das Gefühl, sie rollt schon die Augen, wenn wir schon wieder los wollten. Aber der alten Hundedame tat das auch sehr gut. Der Rücken hielt ein weiteres Jahr durch ohne Probleme und sie war insgesamt topfit bis auf den immer wiederkehrenden Durchfall. Und sie nahm dieses Jahr trotz mehr Futter einfach nicht zu. Ob es an unseren neuen Untermietern liegt, die der Tierarzt zum Ende des Jahres im Kot nachweisen konnte? Wir werden es sehen, wenn wir die Viecher hoffentlich irgendwann los sind. Sophie ist und bleibt unser Seelenhund, der uns Trost in schwierigen Zeiten gibt und uns täglich zum Lachen bringt.

Das vorherrschende Gefühl in diesem Jahr? Resignation! Aber mehr in dem Sinne, dass man das alles momentan nicht ändern kann, sondern es aushalten muss, abwarten bis alles vorbei ist. Irgendwie ein Augen zu und durch. Und dann war noch ein enormer Druck, der seit Beginn der Pandemie auf mir lastete. Ich fühlte mich doppelt belastet, weil ich ja im Gegensatz zu einigen anderen weiterhin jeden Tag auf die Arbeit musste, mit all den Ängsten sich anstecken zu können oder in Quarantäne zu landen und als ich nach Hause kam, wartete ein Teenie, der ausgehungert war nach Gesprächen und Kontakten. Auch andere Menschen in meinem direkten Umfeld stellten ähnliche Ansprüche an mich. Manchmal empfand ich einfach nur eine große Sehnsucht allein zu sein! Dazu der Druck auf der Arbeit, der im neuen Aufgabenfeld im Vergleich zum Labor enorm ist. Ich wollte einfach nicht noch mehr Verantwortung im Leben haben! Aber mich hat halt keiner gefragt. Und so endete das Jahr mit dem Gefühl, dass irgendwie ich es immer richten soll! Dass an mich permanent Erwartungen gestellt werden, die mich in Überlastungssituationen noch mehr unter Druck setzen.

Das Töchterchen hat auch mit diesem Jahr abgerechnet und für mich überraschend eine positive Bilanz gezogen. Sie empfand es trotz allem als ein sehr viel besseres Jahr als 2019. Hätte ich nicht erwartet, denn wenn ich denke, man hätte mir mit 16 persönliche Kontakte untersagt oder mir gar mein Basketball weggenommen? Ich hätte es wohl als persönliches Horrorjahr bezeichnet. Aber nein, sie sieht das anders. Ich denke, es liegt daran, dass sie endlich ein Stückweit aus ihrem eigenen Schatten getreten ist. Sie hat sich von sich selbst befreit, sie ist sich selbst aus dem Weg getreten. Und dadurch ist sie aufgeblüht. Sie versteckt sich nicht mehr so sehr wie früher! Auch das Homeshooling lag ihr sehr. Viel mehr als der Präsenzunterricht. Sie weiß jetzt noch mehr, dass sie Schule nicht mag und dass das Beste an der Schule ist, ihre Freunde regelmäßig zu treffen. Schauen wir mal, wie sich das weiter verhält, wenn irgendwann wieder normale Bedingungen herrschen. Sie hat in diesem Pandemie-Jahr unglaublich viel gelernt. Sie kann nun kochen, haushalten, Regale aufbauen, sich komplett selbst strukturieren. Sie hat das Spazierengehen für sich entdeckt und sich mit Stretching und Dehnen bis zum Spagat gebracht. Dafür hat sie das Fußball, und auch das Laufen aufgegeben. Auch Geige litt sehr unter der Pandemie und dem vielen Lernen für die Klausuren. Sie hatte einen ersten Job im Kinderturnen, der dann aber schnell der Pandemie zum Opfer gefallen ist. 
Ihr persönlicher Höhepunkt war der Sommer mit den beiden Urlauben und sie hat sich ein Ziel gesetzt, sie möchte einmal bis auf die Zugspitze hochwandern. Überhaupt hat sie die Berge lieb gewonnen, möchte aber weiterhin lieber unseren einzigen Jahresurlaub am Meer mit Sophie und mir verbringen.
Den Führerschein hat sie noch nicht begonnen, durch den zweiten Lockdown und fehlender Motivation wird die Anmeldung immer mal wieder verschoben. Ihr persönlicher Tiefpunkt war dann wohl, mit ihrer Mutter Silvester zu verbringen. Naja, ich nehme das mal nicht persönlich. *lach*

Wenn ich es mal ganz nüchtern betrachte - so schlecht war das Jahr nicht! Es war anders und in mancher Hinsicht sicherlich blöd, beängstigend, belastend, aber ich glaube, wir haben wirklich keinen Grund zu jammern. Unsere Bedingungen durch die Pandemie zu kommen, sind sehr privilegiert. Das war uns aber auch immer bewusst. 
Also mein Fazit: Pandemie ist scheiße - aber das Jahr 2020 war es nicht!

2021

Ehrlich? Ich habe keine Erwartungen an das neue Jahr! Weder auf der Arbeit noch an der Pandemie wird sich in den nächsten Wochen etwas zum Besseren wenden. Da hilft nur weiter Augen zu und durchhalten. Und das ist nicht mal pessimistisches Denken, sondern einfach nur eine nüchterne Beurteilung. Es kommt letztendlich nur auf uns selbst an, was wir daraus machen.

Natürlich wünsche ich uns und allen, die wir kennen, dass wir weiterhin verschont bleiben von Krankenheiten, keine finanzielle Sorgen erleiden müssen und wir viele Lichtblicke in 2021 erleben dürfen. Wie auch immer die dann aussehen mögen. 

Das einzige Ziel, das ich mir gesetzt habe, sind wieder meine 200 km joggen! Das wars! Alles andere wird sich auf unserem Weg durch ein weiteres Pandemie-Jahr zeigen. Und vielleicht können wir ja im Sommer wirklich wieder nach Dahme fahren. Großartig wäre es auch, wenn wir meine Oma nochmal drücken könnten. Und nicht nur die! 

Ein Date wäre toll und zwar für alle weiblichen Mitbewohner ohne Fell hier. *lach* Salsa tanzen - da bin ich eher realistisch und wage zu bezweifeln, ob das so schnell wieder möglich ist. Aber vielleicht kann man ja in ein paar Monaten wieder mehr unternehmen.
Mehr Sport wäre klasse, wobei ich mir da ja selbst in den Hintern treten muss oder besser dem blöden Schweinehund.
Besonders für das Töchterchen wünsche ich mehr Normalität. Mit 17 sollte man nicht dauerhaft gezwungen sein, so viel Zeit mit seiner Mutter zu verbringen. Ich wünsche ihr, dass sie es endlich mal krachen lassen kann mit allem, was man so mit 17 tun möchte.
 
Ich hoffe, dass wir diese blöden Giardien schnell loswerden und Sophie ein weiteres unbeschwertes Hundejahr bei uns verbringen darf. Ich möchte sie weiterhin springen, toben sehen und freue mich über jeden Tag, den sie uns mit ihrer neuen Bockigkeit nerven wird. 

Und überhaupt ist es das, was sich bei mir einstellt, wenn ich an 2021 denke: Hoffnung!

In diesem Sinne: Auf ein Neues!