Freitag, 27. Juni 2025

Etwas ruhiger!

Diese Woche, so ohne Feiertag und Wetter, dass einen etwas runterfährt, habe ich etwas ruhiger verbracht. Ich konnte Schlaf nachholen und mein Körper hat das auch wirklich eingefordert. 

Was war noch los am WE? Ich glaube, ich bring nicht mehr alles zusammen. *lach* Aber um es kurz zu fassen.

Ich bin tatsächlich laufen gegangen und das war echt toll so früh, aber so richtig meine Zeit ist das nicht. Das kann ich mal machen im Sommer, wenn es zu heiß wird und ich wenigstens ab und an mal laufen will. Der Sport kommt gerade eh ein bissi zu kurz, ich bin zwar gut aktiv, aber das strukturierte Durchziehen geht halt momentan nicht. Das muss wieder besser werden. 

Nach dem Joggen habe ich ein wenig aufgeräumt, gechillt, gechattet und ein Nickerchen gemacht. Um 17 Uhr bei über 30 Grad war ich in Gießen im Park beim Schwanenteich und habe dieses unangenehme, aber unvermeidliche Gespräch geführt.  Und um es nicht mehr ganz so kryptisch zu lassen, ich hatte mich ein paar Mal mit einem Mann getroffen. Das erste Mal seit langem habe ich mich nicht komplett versperrt, habe genauer hingesehen, in mich hinein gespürt und irgendwie hat er es geschafft, die Mauern komplett freizusprengen. Aber beim 3. Treffen fiel für mich die Entscheidung, dass wir zu unterschiedlich sind, um diesen Weg weiterzugehen. Das Gespräch selbst verlief okay - wie halt so ein Gespräch im besten Falle laufen kann...doof ist das ja immer. Aber am nächsten Tag wurde es dann halt doch ein wenig doof. Es wurden ein paar Dinge geschrieben, die mich echt geärgert haben und ich war kurz davor, zum Obi zu fahren und neuen Mörtel für die Mauer zu holen. Letztendlich habe ich mich dagegen entschieden, es fühlte sich nämlich auch sehr gut an, jemanden näher an sich heranzulassen. Ich habe so viel über mich gelernt, neue Seiten entdeckt, alte wiedergefunden. Im Prinzip bin ich ohne diese Mauer noch freier! D.h. nicht, dass ich jetzt auf die Suche gehe, um Mr. Right zu finden, aber ich sperre Männer nicht mehr komplett aus meinem Leben. Wie das dann genau aussieht....keine Ahnung...ich lasse mich überraschen. Ich mache einfach das, was mir gut tut, so lange es mir gut tut!

Als er nach dem Gespräch nach Hause fuhr, bin ich noch zum Salsa bei der Strandbar und dort war es so gut wie lange nicht. Unfassbar! Einfach nur Lebensgefühl und Glück pur! Ich habe neue Leute kennengelernt, getanzt und bei über 30 Grad auch ekelhaft geschwitzt. *lach* Ich bin viel zu spät nach Hause gefahren. Aber das war es echt wert.

Wie gesagt, die letzten Tage waren ruhiger und jetzt liegt ein weiteres Wochenende vor, an dem das Wetter traumhaft werden soll. Noch habe ich keine konkreten Pläne, es gibt ein paar Ideen, aber ich entscheide spontan, was ich mache. 

Gesetzt ist auf alle Fälle Sonntag Strandbar, diesmal begleitet mich dann meine Mama! Ich freu mich!

Jetzt darf ich aber nicht lange rumtrödeln, wenn ich vor dem Einkaufen noch laufen will. 

Ein tolles WE für alle! 

Dienstag, 24. Juni 2025

Es sieht so aus....

....als gäbe es....


 ....dieses Jahr doch noch ein Dahme-Comeback!

Ich bin mal ganz untypisch für mich auf Risiko gegangen. Das mit dem Vertrag wird sich noch eine Weile, Wochen, hinziehen, dann ist es zu spät zum Buchen. Aber warum warten, irgendwas wird sich in den nächsten Monaten ergeben, ein paar Ersparnisse habe ich noch und ich fühle mich jetzt gerade einfach nur gut, fit, lebenslustig, mutig! Und das Wichtigste, Töchterchen und ich haben eine gemeinsame Woche dafür gefunden!

Also, habe ich nachgesehen, was es noch gibt für eine Woche Dahme im August und bin sofort fündig geworden. Gleicher Anbieter, gleicher Wohnkomplex, nur anderes Haus, gleicher Stock und auch diesmal wieder mit Strandkorb am Hauptstrand, den wir dieses Jahr ohne Sophie auch nutzen können. 

Ich sags, wie es ist, es ist alles sch.... teuer geworden, aber das ist mir jetzt wurscht. Nächstes Jahr wird es sicherlich noch teurer, deswegen zu schieben, macht keinen Sinn. Ich kann bis Mitte Juli kostenlos stornieren, aber wieso sollte ich? Klar, wenn ich krank werde, aber sowas kann ja immer passieren.

Ich kann es noch irgendwie nicht greifen, dass ich dieses Jahr nochmal das Meer sehen werde und nach Dahme komme. Nach sehr langen und schwierigen 3 Jahren. Noch unterdrücke ich das tiefe Grummeln in meinem Bauch - denn je näher die Reise rücken wird, umso mehr wird sich natürlich auch die Trauer um Sophie wieder hochschieben. Machen wir uns nix vor - das wird hart, sehr hart! Und es wird die eine oder andere Träne rollen, aber wir werden auch in wunderschönen Erinnerungen schwelgen "Weißt du noch, wie Sophie damals....."

Ich freu mich so sehr! Und ich glaube, das Töchterchen freut sich auch mega. Sie behält sich zwar immer noch vor, nur ein paar Tage mitzukommen, aber das ist ja auch kein Problem. Dann pack ich das Fahrrad mit ein und beschäftige mich damit. Sie kann das ganz kurzfristig entscheiden. 

Hach....wie schön! :-)

Sonntag, 22. Juni 2025

Wetterchen

Können wir bitte mal über dieses traumhafte Wetter reden? Ja, eigentlich ist es mir ein wenig zu warm, aber da es null schwül ist, habe ich echt wenig Probleme damit. Und für die vielen Outdoorveranstaltungen ist das halt auch echt mega. 

Einzig meine Schlafprobleme nerven. Ich wache ungelogen jeden Morgen gegen 4.30 Uhr auf, wenn Herr Amselmann mir vor dem Fenster ein Lied trällert und bin hellwach. Keine Chance mehr, weiterzuschlafen. Wäre ja nicht so schlimm, wenn ich nicht auch noch wie Freitag auf Samstag Nacht erst gegen 1 Uhr eingeschlafen wäre. Witzigerweise war ich zwar matschig, aber nach einem kleinen Schläfchen gestern nachmittag wieder topfit. 

Mein Freitag Abend war sehr, sehr, sehr schön, allerdings auch mit einer Erkenntnis, die nicht ganz überraschend kommt, aber eine Entscheidung vorantreibt, die unumgänglich ist, aber trotzdem halt irgendwie auch doof ist. Naja, jetzt muss ich mich heute nur noch einem sehr unangenehmen Gespräch stellen. 

Da ich so wenig Schlaf hatte und die letzten Tage nun wirklich auf der Überholspur gelebt habe, war ich morgens nur mit meiner Freundin spazieren, danach habe ich mit einer anderen telefoniert und anschliessend gegrillt und gegessen. Der Rest des Tages war chillig - ich brauchte Ruhe. Am späten Abend bin ich nochmal auf den Hasenkopf gestapft und ehrlich, ich hatte bei so einem Wetter mit mehr Andrang gerechnet. Dort setzte ich mich auf so eine Liegebank, hörte Musik und war einfach nur mit mir und meinem jetzigen Leben im Reinen. Es fühlt sich einfach alles sehr, sehr gut an. Da aber leider niemand mit einem Kaltgetränk und Knabbereien vorbeikam, habe ich es nicht mehr bis zum Sonnenuntergang dort oben geschafft. Zu Hause dann noch schnell gegessen, Tomaten gegossen, einen Film fertig gesehen und geschlafen.

Um 4.30 Uhr halt wieder wach.

Hier sitze ich nun, trinke meinen ersten Kaffee, schreib meine Gedanken hier auf und werde wohl noch heute morgen joggen gehen. Wenigstens eine kleine Runde.

Achja, ich bin das Risiko mit dem Urlaub eingegangen, einfach auch, weil ich exakt für die angedachte Woche sofort in Dahme eine Unterkunft gefunden habe, die halbwegs bezahlbar ist. Es ist auch wieder ein Strandkorb inklusive, sie befindet sich im gleichen Wohnkomplex, nur anderes Haus, im gleichen Stockwerk wie unsere alte Wohnung. Auf dem Balkon steht sogar auch ein Strandkorb! Da ich dann auch noch gehört habe, dass die Preise nächstes Jahr dort nochmal deutlicher anziehen, bin ich mir jetzt ganz sicher, dass ich das richtig mache. Denn ob ich dann noch so viel für einen Urlaub dort bezahlen will, das muss ich mir stark überlegen. Ich finde es jetzt schon krass 1000 Euro für eine Woche Ferienwohnung zu bezahlen. Und die Preise fürs Essen gehen im Restaurant sind auch gestiegen. Ich kann es ehrlich gesagt noch gar nicht greifen, dass Tochter und ich dann nach fast 3 Jahren dort wieder über die Strandpromenade laufen werden, nur ohne unsere geliebte Sophie. Das wird sicherlich schon sehr, sehr traurig sein und sicherlich auch ungewohnt. Aber irgendwie schließt sich dann auch ein Kreis. Hey, ich sehe dieses Jahr noch das Meer! :-)

Jetzt werde ich aber mal meinen zweiten Kaffee trinken und ein Prä-Joggingfrühstück essen. Und dann schauen wir mal, was mir der Tag so bringt. 

Freitag, 20. Juni 2025

51 km

Ich bin 51 km an einem Tag geradelt - ich kann es noch gar nicht fassen, ich hatte für gestern mit 35, max. 40 gerechnet, aber es ist halt wirklich ein Unterschied, ob man alleine vor sich hinfährt, oder einen radfahrenden Begleiter hat. Da wir auch einen mega Spaß hatten und fast die ganze Zeit auch noch quatschten, merkte ich erst zum Ende hin die Km, die mir in den Knochen steckten. Irgendwie hat halt alles gepasst. Das Wetter, die Stimmung, die sportliche Leistung. Nicht gepasst hat die Navigation, Männer halt, er wollte nicht auf mich hören und so haben wir einen Abstecher in die falsche Richtung gemacht. Wäre ich fitter, hätte das auch so klappen können, aber ich wäre niemals über den einen Berg gekommen, schon mal gar nicht so spät am Ende der Tour. Also drehten wir um, fuhren ein Stück zurück, um doch dort lang zu fahren, wo ich gleich gesagt hatte, dass wir da lang müssen. *lach* Am See musste er mir dafür dann das Kaltgetränk bezahlen - zur Strafe. Dort saßen wir eine Weile bzw. standen in der Schlange für die Getränke an und dann trennten sich unsere Wege. Meinen Heimweg alleine fand dann schön im Gegenwind statt und bei den 3 Anstiegen zum Schluss kämpfte ich um mein Leben. Akku leer, aber sowas von - Absteigen ist aber was für Schwächlinge. Den Rest des Nachmittags musste ich essen, trinken, kurz ein Nickerchen machen und war zu nix mehr fähig. Und ich glaube, ich steige nie, nie, nie wieder auf ein Rad. *lach* 

Als ich morgens kurz in meine Arbeitsmail bin, weil ich den Kindergeldnachweis an die Personalabteilung schicken wollte, sah ich eine Mail wegen meinem Jobangebot. Leider hat das mit einem Arbeitgeber nicht geklappt, aber ehrlich, ich habe mir das nach den Schlagzeilen und Hiobsbotschaften bezüglich der klaren Sparansage der Aktionäre, schon gedacht. Schade, aber gut, das ist jetzt nicht mehr zu ändern. Nun geht die Leiterin der Abteilung halt den umständlichen Weg und das wird etwas länger dauern. Einfach mal so eine Stelle schaffen und denjenigen draufsetzen, der dafür vorgesehen ist, geht nämlich nicht bei der Uni. Und wegen Urlaubszeit wird es halt nochmal länger dauern. Aber gut, so ist es nun. Wenn es denn am Ende klappt und die Stelle so konzipiert ist, dass sie alle glücklich macht. Ich habe nun einen kleinen Konflikt mit mir auszutragen und muss nochmal ein paar andere Meinung aus meinem Umfeld dazu hören, bevor ich eine Entscheidung treffe. Ich hatte ja immer gesagt, sobald das mit der Aufstockung irgendwie klappt und ich etwas schriftlich in der Hand habe, werde ich mir und dem Töchterchen noch einen kleinen Urlaub an der Ostsee genehmigen. Das wäre dann die eine Woche im August. Allerdings müsste ich das bald buchen, sonst bekommen wir da nix mehr. Wenn sich das mit dem Vertrag nun bis weit in den Juli reinzieht, ist es definitiv zu spät. Nun stellt sich mir die Frage, ob ich auf Risiko gehe und die Ersparnisse dafür anzapfe. Ich muss ehrlich gestehen, ich glaube, ich brauche diesen Urlaub jetzt für mich und auch nochmal mit dem Töchterchen. Wer weiß, wann es die Gelegenheit nochmal gibt. Wie schnell alles wieder kippen kann, das habe ich die letzten Jahre gesehen. Ich möchte nichts mehr schieben auf irgendwann mal. 

Für heute steht jetzt Einkaufen, Haushalt und ein bissi ruhen an, heute Abend geht es dann zum Lahnuferfest. Wollte ich schon immer mal, hat aber nie gepasst, aber heute dann. Ich mag Menschenmassen ja nicht so, aber ab und zu mal über so ein Fest schlendern und Musik hören, das ist trotzdem fein. Diesmal passt halt auch das Wetter.

Im Übrigen habe ich mich ja letztens gefragt, wo die Männer sind. Sie sind weder bei Meet5 Treffen, im Knubbel noch trifft man sie beim Spazieren gehen oder kostenlosen Konzerten. Da sieht man auch fast nur die Paare oder halt Frauen. Naja, jetzt weiß ich es, sie kommen an einem Feiertag mit gutem Wetter auf die Radwege. *lach* Ich sollte mich an so einen stark frequentierten Radweg stellen und eine Panne vortäuschen. :-) Leider war ich ja gestern in Begleitung und konnte mich nicht vor irgendeinen hübschen Radfahrer werfen. Es war gestern echt die Hölle los! Alle waren unterwegs!

So, jetzt zapf ich mir noch einen zweiten Kaffee, dann muss ich mich echt mal an den Einkaufszettel machen.  

Donnerstag, 19. Juni 2025

Leben ist schön!

Auch die letzten Tage waren spannend, lustig, kommunikativ, überraschend und extrem nervig. Ach, und schmerzhaft. *lach* Und auch ich, die immer denkt, sie könnte Menschen, Situationen und Stimmungen in Millisekunden erfassen, einschätzen und analysieren - wurde mal so richtig eines Besseren belehrt. Da war ich wohl mittlerweile doch ein wenig zu sehr von mir überzeugt. Aber ehrlich gesagt, amüsiert es mich diesmal eher und hat mir gezeigt, dass heutzutage anscheinend nichts mehr so ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Wieder etwas gelernt und ich werde es mir für die Zukunft beherzigen. 

Am Sonntag musste ich ja irgendwie alles umdisponieren wegen Wetter und viel zu wenig Schlaf. Keine Tempointervalle also, stattdessen habe ich dann ein Krafttraining gemacht und obwohl ich nur eine neue Übung eingebaut hatte und ein wenig bei den anderen die Gewichte gesteigert habe, hat mich wohl diese eine Übung total zerstört. Zwei Tage lang konnte ich so gut wie gar nix mehr. Sogar Schuhe anziehen, ging nur mäßig und ich bin gelaufen, wie eine alte Oma. Aufstehen, hinsetzen - autsch! Ganz übel, wirklich. Aber hey, man sieht jetzt endlich einen Bizeps. Er wölbt sich etwas und darauf bin ich richtig stolz. Das Krafttraining und die Erhöhung der Proteinzufuhr auf das, was man auch ohne Sport in meinem Alter benötigt, scheint sich langsam auszuzahlen. Jetzt heißt es dranbleiben.

Abends habe ich mich noch mit meiner Freundin getroffen und wir hatten wieder unfassbar tolle Gespräche. Ich würde sagen, sie ist mittlerweile zu einem der wichtigsten Menschen in meinem Umfeld geworden. Ihre Meinung, Einschätzung ist mir extrem wichtig und ich glaube, wir tun uns auch gut. Unsere Baustellen, die wir so haben, sind sooo unterschiedlich, dass wir uns da quasi ergänzen. Und vor allem, respektieren wir den anderen so, wie er ist, mit all seinen Macken. Es gibt keine Vorwürfe, kein Beleidigtsein, keine Enttäuschung, nur Akzeptanz, aber auch ein Spiegel vorhalten. 

Auf der Arbeit ist es gerade max. frustrierend. Ich versuche die Motivation trotzdem hochzuhalten, das Ganze mit Humor zu sehen, aber gestern war ich es echt leid. Eigentlich wollte ich noch was fertig machen, damit meine Prüfärztin vor ihrem Urlaub noch ein paar Dinge eintragen kann, für die ich ihre Hilfe brauche, aber ich habe mich nach erneutem Frust auf einem der Studienportale dagegen entschieden. Ich wusste, ich rette die Welt eh nicht mehr bis zu meinem Feierabend und die Ärztin hatte auch nur ein begrenztes Zeitfenster, deswegen habe ich sie angerufen und ihr gesagt, wir lassen das, weil ich sonst den PC an die Wand werfe. Da sie auch schon kurz davor war an dem Tag, war sie absolut damit einverstanden. Wir haben uns wirklich Mühe gegeben, aber wenn das System krankt, dann können wir das auch nicht ändern. Ich habe alles runtergefahren und bin ein paar Minuten früher in mein Wochenende gegangen. Die Welt wird dadurch nicht untergehen und die wirklich wichtigen Dinge konnten wir eh nicht vorantreiben, weil die Externen nicht in die Pötte kommen. Mein Kollege war auch wieder krank ab Dienstag, was diesmal aber nicht so ins Gewicht fiel, ausser, dass ich seinen Telefontermin erledigen musste.

Montag habe ich endlich mal den Garten auf Vordermann gebracht, trotz Muskelkater, Dienstag war der Dienstagsspaziergang mit der anderen Freundin und auch hier, tolle, lebhafte Gespräche und viel Spaß. :-) Ich bin echt sehr dankbar für die Menschen, die ich gerade in meinem Umfeld habe. Jeder bereichert mich auf seine Art und Weise. 

Mittwoch kam mein Papa, Abends hatte ich dann wohl die überraschenste, spannenste, faszinierenste Begegnung seit Langem! 

Leider habe ich die letzten Tage viel zu wenig geschlafen und das rächt sich langsam. Allerdings habe ich keine Zeit auszuruhen. Heute muss ich erstmal mit einem Kumpel radeln. Ich hoffe, ich falle nicht vom Rad. 

Und ich glaube, danach lasse ich es heute ruhig angehen. Schlaf nachholen, chillen, vielleicht noch einen kleinen Spaziergang.

Für den Rest des Wochenendes gibt es Optionen, aber noch keine festen Pläne. Kommt auch ein wenig darauf an, ob meine Freundin mein Angebot für Samstag annimmt. Sonntag könnte ich zum Salsa gehen. Das Wetter bleibt ja wirklich schön!

Aber jetzt muss ich mal langsam irgendwie wacher werden. So wirklich geholfen haben die beiden Kaffees nicht. 

Auf gehts in ein langes sonniges Wochenende!

Sonntag, 15. Juni 2025

Und sonst so?

 


Ehrlich, ich bekomme die Erlebnisse und Eindrücke der letzten Wochen wahrscheinlich nicht mehr ganz zusammen. Mal abgesehen davon, dass mich das Wetter immer an meinen freien Tagen geärgert hat und ich oft nicht das machen konnte, was ich mir vorgenommen habe, geht es mir gerade wirklich gut. Das Leben es schön, ich bewege mich ständig heraus aus meiner Komfortzone und das lohnt sich. Es bringt mich weiter, ich lerne ständig Neues über mich, entdecke Seiten, die lange verschüttet waren. Es gibt kaum Leerlauf, keinen Stillstand! Es ist eine wundervolle Phase in meinem Leben!

Ich bin so fit wie lange nicht, vielleicht sogar so fit, wie man nur sein kann mit 55. Sicherlich geht mit mehr Training noch mehr, aber mir reicht das so tatsächlich. Ich brauche keinen Marathon oder die Tour de France, um mich wohlzufühlen. Ich bin vorletzte Woche urplötzlich die 10 km gelaufen, habe mich letzte Woche mit zwei wildfremden, deutlich jüngeren Menschen zum Laufen getroffen und auf 7,24 km mit einem Puls von 150 durchgehend gequatscht. Von wegen meine Zone 2 ist bei 130er Puls. ;-)

Kurz gesagt, ich lebe und ich habe einiges nachzuholen. Und ich wünsche mir, dass diese Phase noch eine Weile anhält.

An der Jobfront sieht es weiterhin gut aus, aber etwas Schriftliches habe ich halt immer noch nicht in der Hand. Aber die Info, dass sie nochmal einen Bonus für mich obendrauf packen. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Allerdings haben sie selbst nur bedingt Einfluss drauf, sie versuchen es und damit wäre das Problem mit zwei Arbeitgebern gelöst. Schauen wir mal!

Erinnert ihr euch an Maianfang? Die Sache mit den Männern? Naja, was soll ich sagen, es endete mal wieder im Desaster. Und nein, auch mit viel Menschenkenntnis erkennt man nicht bei einem Treffen, was da so schlummert. Letztendlich wurde ich erst 3 Wochen geghostet, dann wollte man doch das zweite Treffen und als ich mitteilte, dass es wie schon von Beginn an kommuniziert nur auf einer freundschaftlichen Ebene stattfinden kann, wurde ich in einem 4 minütigen aufs Übelste beleidigt. Da schüttete einer seinen ganzen Frust über mich aus. Vielen Dank auch! Erwidern konnte ich nichts, denn ich wurde direkt danach blockiert. Danach hatte ich echt die Schnauze voll! Lasst mich doch einfach alle in Ruhe! Das war mein Gedanke! Ich brauch das nicht und das muss ich mir nicht antun. Mir geht es gut, ich bin mit meinem Leben zufrieden!

Kaum ein paar Tage später, nahm ein anderer Mann den Kontakt auf. Wieder über die Meet5 Plattform. Ernsthaft jetzt? Irgendwie konnte er mich überreden, doch einen Blick zu riskieren bei einem Treffen. Und hey, diesmal bin ich noch nicht beleidigt worden. Das ist ja schon mal was. *lach* Wie es da weitergeht, weiß ich noch nicht. Ich sortiere noch!

Beim Sortieren meiner Gedanken habe ich ein wundervolles Zitat gefunden, das genau das beschreibt, was ich zur Zeit fühle, denke, wie ich bin!

“My alone feels so good, I'll only have you if you're sweeter than my solitude.”
Warsan Shire

Ich denke schon, dass ich meine Mauern fallen lassen kann, aber eben nur für einen Mann, der geduldig, aber auch zielstrebig genug ist und der sich die Mühe macht, genauer hinzuschauen, tiefer zu gehen. Ob es den für mich nochmal in diesem Leben gibt? Bei meinen Ansprüchen? Bei der kaputten Gesellschaft? Schwierig, aber vielleicht doch nicht ganz unmöglich. 

Themawechsel, was mich am Meisten freut ist, dass ich mittlerweile auch Mädels zum Feiern gehen gefunden habe. Das macht es so viel leichter, sich aufzuraffen. Wie gestern als wir zu dritt zum Tanzen gegangen sind. Dabei hat sich rausgestellt, dass die eine auch sehr gerne mal mit zum Salsa möchte und das werden wir dann auch machen. Ich muss also nicht mehr immer alleine los! Das ist wunderbar! Und ich kann wieder spontan sein, etwas, dass ich jahrelang nicht konnte. Von ungeduscht in Gammelklamotten, in 5 min. umswitchen auf einen gemeinsamen Spaziergang mit der Freundin, weil sie spontan nachgefragt hat. :-)

Klar, sobald ich ganztags arbeite, werde ich dann auch wieder weniger Zeit haben, aber das ist auch der Grund, warum ich jetzt alles mitnehme, was geht. 

So, und jetzt muss ich doch mal frühstücken!


Freitag, 13. Juni 2025

Hamburg - Tag 4 - Rückreise, Fazit

Ich musste erst gegen 11 Uhr auschecken und mein Zug sollte erst gegen 12.30 Uhr fahren, so hatte ich genügend Zeit alles in Ruhe zu machen. Der Tag begrüßte mich sonnig, was ich auf der einen Seite toll fand, auf der anderen Seite hätte ich mir die halt am Vortag gewünscht. Naja, das Leben ist kein Wunschkonzert, das Wetter schon mal gar nicht. :-)

Wie verabredet kam das Töchterchen zum Frühstück ins Hotel. Ich hatte am Vortag abgeklärt, ob sie einen oder zwei Kaffee mittrinken darf und was das kosten würde. Frühstücken wollte sie eh nicht. Sie durfte dann netterweise kostenlos den Kaffee mit mir trinken und da sie auch von Hafer- bis Lactosefreie Milch da hatten, war das auch kein Problem. Wir genossen unsere letzte gemeinsame Stunde und dann musste sie aber zur Uni.

Ich hatte immer noch so viel Zeit, das Wetter lockte nach draußen, aber für einen Ausflug war es dann zu wenig und das ganze Gepäck wollte ich diesmal nicht mitschleppen. Also entschied ich mich, nochmal bis zum Rewe zu laufen und mir noch Wasser zu holen und das Leergut abzugeben. Die Luft war so klar und die Sonne kitzelte in der Nase. Hach, was war das schön!

Das Auschecken später lief reibungslos. Karte abgeben und fertig. :-)

Die anschliessende Busfahrt, der Umstieg in die S-Bahn auch. Aber vor dem Bahnhof selbst hatte ich ordentlichen Respekt und natürlich auch im Anbetracht der Tatsache, was da an meinem Ankunftstag nur wenige Stunden später passiert war. 

Es war aber deutlich weniger los als an dem Ankunftstag und da ich ganz hinten vom Gleis losfuhr, also quasi ausserhalb des Bahnhofes, war es dann doch nicht so gruselig.




 

Diesmal waren auch die Wagen nummeriert und ich fand meinen Sitzplatz auf Anhieb. Und wir sind sehr pünktlich abgefahren. 

Machs gut Hamburg!


Dann gab es aber einen medizinischen Notfall im Zug und es wurde nach einem Arzt oder sonstigem medizinischen Personal gefragt. Wir mussten in Lüneburg länger halten, damit der Notarzt zusteigen konnte und die Patientin wurde nach kurzer Zeit in den Rettungswagen umgelagert. Immerhin war sie ansprechbar, was ich aus meinem Fenster halt sehen konnte. Es hat insgesamt ca. 15 min. gedauert, dann ging es weiter. 5 min. holten wir auf der restlichen Fahrt wieder rein und so bin ich echt dankbar, das meine erste große Reise mit der Bahn so gut verlaufen ist. Wenn es funktioniert, ist das eine sehr entspannte und wunderbare Art zu reisen. Aber ich kenne genügend Horrorgeschichten vom Töchterchen und anderen Menschen. 

Mein Fazit von Hamburg:

Wenn man es als Landei, wie ich, das in einer sehr behüteten, heilen Welt lebt, schafft das Elend und den Abgrund der Menschheit auszublenden, der einem halt schon dort vor allem an den Bahnhöfen begegnet, dann ist Hamburg wirklich toll. Die vielen Menschen, der Verkehr, das Fahren mit den Öffis hat mich tatsächlich viel weniger überfordert als gedacht und ja, tatsächlich kann ich mich auch in einer so großen Stadt wohlfühlen. Hamburg hat unfassbar viele Fassetten und es gibt noch viel zu entdecken. Es gibt auch kulturell halt einfach zigfach viel mehr zu erleben. Aber es ist halt auch alles extrem teuer! Vom Essen bis zu den Eintrittsgeldern. Oft kann ich mir das halt nicht leisten.

Mein Fazit zu meiner ersten Reise ausserhalb meiner Komfortzone:

Es hat Lust auf mehr gemacht. Ich war so glücklich danach, musste mich auch weniger erholen als gedacht und ich hätte gleich wieder auf Reisen gehen können. :-) Ich werde sowas auf alle Fälle wieder machen. Entweder mit dem Töchterchen, einer Freundin oder eben alleine. Alleine reisen hat auch Vorteile, aber auch Nachteile. Ohne das Töchterchen vor Ort, hätte ich halt die Eindrücke alleine gesammelt, man hat dann niemanden mit dem man darüber sprechen kann. Glück zu teilen, verdoppelt es halt einfach. Mich alleine in ein Café zu setzen oder im Hotel an die Bar, das Frühstück alleine einzunehmen, hat mir null ausgemacht. Ich sitze auch einfach gerne da und beobachte die Leute. Und manchmal ergibt sich dann ja auch ein Gespräch.

Mein Fazit zum Hotel:

Jederzeit wieder! Ich habe mich wohlgefühlt von Anfang bis Ende. Mein kleines Einzelzimmer habe ich geliebt und sogar genauso gut geschlafen wie zu Hause. Trotz 6spuriger Straße! Es war sauber, das Frühstück für mich lecker und total ausreichend! Alle waren nett und die Stimmung recht locker. Nicht eine einzige negative Bemerkung, die ich vorher gelesen habe, traf für mich zu. Es liegt auch strategisch gut. Man muss zwar meist umsteigen, aber man kommt überall gut hin und es sind dort definitiv auch weniger Menschen unterwegs. Aber machen wir uns nix vor, die Hotelpreise sind heftig, ob sie gerechtfertigt sind? Oder der Preis fürs Frühstück? Wahrscheinlich nicht! Doch das Problem hat man ja überall, wenn man nicht 10 km ausserhalb nächtigen möchte. Und wenn ich das Frühstück irgendwo anders einnehme, zahle ich ja nicht wirklich weniger als im Hotel. Von daher - doof, dass alles so teuer geworden ist, aber das sagt halt nix über dieses eine Hotel aus. 

Ich freue mich schon, wenn ich wieder verreisen kann. :-)


Montag, 9. Juni 2025

Hamburg - Tag 3 - Reeperbahn, Schanzenviertel, Abschiedsessen

Zu wenig Zeit für einen weiteren größeren Ausflug, zu viel Zeit, um direkt zum Essen zu gehen, also, was machen wir nun?

Wir entschieden uns, weil es einfach um die Ecke war, über die Reeperbahn zu laufen und ehrlich gesagt, mir hat es auch am hellichten Nachmittag ausgereicht. Ich ahne, in was sich das Ganze in der Dunkelheit verwandelt. Aber hey, ich war mal da das zählt doch auch bei Sonnenschein, oder?

Über die Reeperbahn muss ich, glaube ich, nicht viel schreiben, oder?

Vielleicht ein bissi Geschichte?

Den Namen hat die Reeperbahn von den sogenannten Reepschlägern. Das sind Taumacher und Seiler, die für die Herstellung von Schiffstauen zuständig waren. Für dicken und langen Taue brauchte man eine 400 m lange Bahn, die sogenannte Reeperbahn. Da die Schiffe immer größer wurden, wurden auch die Taue dafür länger und breiter, also mussten sie zur Herstellung vor die Stadt ziehen, wo es noch genügend Platz gab, um Seile von bis zu Metern drillen zu können. Etwa im 17. Jahrhunderts siedelten sich die ersten Spielbuden und ein Jahrmarkt dort an. Der Beginn des Amüsierviertels. 





Als wir diese Ecke von Hamburg dann auch abgelaufen hatten, schauten wir mal, wie wir in welcher Zeit zum Restaurant gelangen sollten. Wir entschieden uns zu laufen und mussten direkt ins Schanzenviertel. Die ungeliebte Ecke meiner Tochter und ehrlich, ich kann es verstehen. An einem Sonntag, bei düsterem Wetter, war das nicht die angenehmste Gegend. Ich habe mich nicht wirklich wohl gefühlt, also sind wir zügig da langmarschiert. Ein paar Fotos habe ich gemacht und bestimmt gibt es da auch tolle Ecken zu sehen, aber an dem Tag, lud uns die Gegend nicht wirklich dazu ein.




Wir kamen dann ca. 15 min. früher am Restaurant an, durften aber direkt zum Tisch. Eine Premiere stand an für mich, das erste Mal richtig Sushi. Ich durfte ja schon mal vor ein paar Wochen aus dem hiesigen Supermarkt testen, aber da musste ich halt auch nicht auswählen. *lach*

Da saß ich nun, hatte null Ahnung und starrte ewig auf die Karte. Letztendlich hat mir das Töchterchen ein wenig geholfen. Verstanden habe ich das alles immer noch nicht. Egal! Das Essen kam, es war mega lecker und vom Preis/Leistungsverhältnis okay, denke ich. Ich hab da allerdings keinen Vergleich. Das Töchterchen geht dort ab und zu mal hin, aber das mit den Stäbchen habe eindeutig ich, besser hinbekommen. *lach*




Es war ein schöner Abschluss für den Hamburgtrip! Danach haben wir uns auf den Rückweg gemacht, der Bus warf mich direkt vorm Hotel raus und das Töchterchen fuhr noch ein paar Haltestellen weiter bis zu ihrem Wohnheim.

Der letzte Abend in Hamburg war zu Ende!

Sonntag, 8. Juni 2025

Hamburg - Tag 3 - Historische Peterstraße

Während das Töchterchen noch damit haderte, dass es zwar nach dem Gewitterschauer sonnig, aber in ihren Augen eiskalt geworden ist, übernahm ich die weitere Führung und entschied, dass wir einfach einem dieser Touri-Schilder nachgehen: Kompositionsquartier! Und so landeten, wie ich aber erst seit heute weiß, in der Peterstraße!

Ein wundervolles Eckchen in Hamburg, endlich weiß ich, was ich da in der Vorweihnachtszeit für Häuser ans Küchenfenster male. *lach* Nein, wirklich, wir haben uns dort wirklich wohlgefühlt und bestaunten die historisch, nachgebauten Häuser. Denn diese Kaufmannshäuser, sind tatsächlich "Fake". Hier gab es die gar nicht, irgendein Unternehmer ließ die Fachwerkhäuser in den 60er Jahren neu errichten unter Erhalt der alten Bausubstanz. Eigentlich wohnten hier in diesem Teil alte Juden und keine Kaufmänner. Aber tatsächlich fühlt man sich in eine ältere Zeit hineinversetzt. 

Nur ein Haus, nämlich die Nummer 39 ist echt aus dem 18. Jahrhundert. 

Hier in dem Viertel gibt es ausserdem das "Komponisten Quartier", eine Ausstellung über die Musiker Telemann, Carl Phillip Emanuel Bach und Johann Adolf Hasse. Der Brahms, ein Ehrenbürger Hamburgs, zog in die Nummer 39 ein. Es soll wohl noch zwei Ausstellungen für Gustav Mahler und die Geschwister Fanny und Felix Mendelsohn geben. 

An diesem Tag waren die Ausstellungen geschlossen, wir waren aber auch diesbezüglich unwissend, weil nicht vorbereitet, aber tatsächlich könnte man sich sowas auch irgenwann mal anschauen. 

















Als wir da so standen und staunten, hörten wir schon die ganze Zeit von irgendwoher Live Musik. Und genau in diese Richtung gingen wir dann auch. Wir landeten direkt im Park Planten Un Blomen, wo ein türkisch-deutsches Konzert stattfand. Ich sags mal so, die Leute dort, hatten echt Spaß und die Band war großartig. Wir blieben kurz dort stehen, hörten der Musik zu und schauten auf das lustige Treiben.



Weiter ging es Richtung roter Strich auf der Straße. Der ist uns schon in der Peterstraße aufgefallen und ich kannte sowas ja schon aus Hannover, deswegen führte ich uns weiter in diese Richtung. Dabei sahen wir immer eine riesige Statue und wir fragten uns die ganze Zeit, wo genau die steht und was das ist. Sie tauchte nämlich immer mal wieder auf und verschwand, so konnten wir ganz schlecht den genauen Standort ausmachen. 


Und dann sahen wir sie wieder die Statue:


Es ist das große Bismarck-Denkmal! Errichtet 1901-1906, 34,3 m hoch, steht unter Denkmalschutz und wiegt 625 Tonnen. Die Hohlräume des Denkmal wurden in den Kriegsjahren zu einem Bunker umgebaut, der ca. 950 Personen aufnehmen konnte. Die Statue ist aber umstritten, es gibt immer wieder Diskussionen, wenn es um die Sanierung geht. 

Und bei uns stellte sich langsam die Frage....was machen wir nun? Bis zum Abendessen hatten wir immer noch Zeit. 

Samstag, 7. Juni 2025

Hamburg - Tag 3 - Michel

Nach der Stärkung am Altoner Bahnhof, sind wir erstmal zum Hotel zurück. Es sollte erstmal weiter regnen und somit waren alle Pläne für den Nachmittag nicht machbar. Mir persönlich hätte eine kleine Mittagspause überhaupt nichts ausgemacht, aber das Töchterchen hatte Hummeln im Hintern. 

Ich sicherte erstmal die Fotos vom Handy und legte eine neue SD-Karte in die Kamera ein, aber das zappelnde Kind machte mich nervös. Irgendwann zickten wir beide ein wenig rum und waren kurz davor uns erstmal für eine Stunde zu trennen. Aber irgendwie haben wir die Kurve bekommen und uns ein Ziel ausgesucht. Mittlerweile war das Wetter von Dauerregen auf Schauer übergegangen mit kurzen sonnigen Abschnitten. Wir machten uns fertig und stapften zur Bushaltestelle vor dem Hotel.

Ziel war der Hamburger Michel! Da das Töchterchen auch noch nicht da war, passte das ganz gut für uns beide. 

Die Hauptkirche St. Michaelis ist das Wahrzeichen Hamburg. Knapp 400 Jahre alt, musste die Kirche zweimal neu aufgebaut werden. Die Barockkirche mit ihren 2500 Sitzplätzen ist auch die größte Kirche von Hamburg. Sie hat 6 Orgeln und einen 132 m hohen Turm, den man auch begehen kann. Lohnt sich bestimmt, war uns aber für diesen Tag zu teuer. Ich habe jetzt nachgelesen, dass man auch Abends rauf kann, vielleicht dann beim nächsten Mal. ;-) Am Turm hängt die größte Kirchenuhr Deutschlands, mit 8 m Durchmesser. Es gibt auch einen Gewölbekeller und eine Krypta, wo man eine Ausstellung und einen Film über die Historie der Kirche sehen kann. Auch das kostet natürlich Eintritt. 

Die Kirche wurde 1647 bis 1669 erbaut, am 10. März 1750 wurde sie vom Blitz getroffen, der Turm stürzte ein und setzte das ganze Gebäude in Brand. 1762 wurde der neue Michel eingeweiht, der Turm folgte aber erst 1786. 1906 wurde das Gebäude bei Lötarbeiten erneut in Brand gesetzt und bis auf die Grundmauer ab. Im gleichen Jahr entschied man, das Gebäude wieder nach den alten Plänen aufzubauen, man ersetzte allerdings das Holz durch Stahl und Beton. 1912 konnte eröffnet werden. Immerhin blieb der Michel im Krieg dann nahezu unbeschädigt. 

Benannt wurde die Kirche nach dem Erzengel Michael, dessen Statue man auch vor dem Hauptportal sehen kann.

Ich mache es mal kurz, wir haben gar nicht viel erwartet und dann standen wir vor diesem beeindruckenden Bau fast sprachlos. Das kam irgendwie unerwartet. Mit der großen Kamera habe ich es gar nicht geschafft alles draufzubekommen, deswegen mit dem Handy, aber halt nur mit extremen Weitwinkel und deswegen wirkt das erste Foto arg verzerrt.











Und dann zog der nächste Regenschutt auf, also flüchteten wir ins Innere der Kirche. Deswegen war ich gar nicht so wirklich auf den Anblick innen vorbereitet und stand erstmal sprachlos da. Es ist lange her, dass ich so eine Kirche von innen gesehen habe. Oder habe ich überhaupt schon mal sowas gesehen? Ja, ich glaube, in Florenz, aber das ist halt auch über 30 Jahre her. 














Draußen ging die Welt unter und so hatten wir genügend Zeit uns hier umzuschauen. Das Beste aber war, dass gerade ein Chor für ein Konzert mit der Orgel probten. Und die waren richtig gut, die Akkustik in der Kirche bescherten uns Gänsehaut hoch- und runter. Irgendwann setzten wir uns irgendwohin und hörten einfach nur noch zu. Es war wunderbar, wir waren glücklich, dass wir spontan so etwas miterleben durften. Alles richtig gemacht! :-)

Irgendwann wurde es draußen wieder heller und wir schauten nach, was eine Besteigung des Turms kosten sollte - 8 Euro - an dem Tag nicht mehr, wir wollten Abends ja noch Essen gehen und das hätte mein Budget überreizt. Aber man muss sich ja noch ein wenig für den nächsten Hamburg Besuch aufheben. :-)






Fortsetzung folgt...