Fang ich mal beim Schlimmsten an. Sophie hat uns Sonntag Spätnachmittag einen riesengroßen Schreck eingejagt. Sie hatte ein gutes WE und forderte wieder größere Spaziergänge ein, hielt diese wirklich gut durch und hüpfte zumindest am Anfang der Runden ziemlich schnell über die Wiese. Sonntag Nachmittag drängelte sie wieder auf die Hunderunde, aber es war noch zu früh, also musste sie noch warten. Sie legte sich hin und schlief nochmal. Dadurch war sie noch ziemlich verschlafen als wir loszogen. Auf der Wiese ließ ich sie von der Leine los und sie war gemütlich unterwegs. Sie blieb zum Schnuffeln zurück und als ich mich umdrehte, startete sie gerade einen ihrer Anfangssprint. Diesmal allerdings erhöhte sie nochmal das Tempo und stürmte an mir vorbei bevor sie ca. 50 m weiter stehenblieb und auf mich wartete. Alles noch wie immer. Aber dann machte sie einen Huster und fing an zu taumeln. Sie fiel um, berappelte sich und ich wusste, da stimmt was nicht. Ich sofort losgerannt, aber als ich bei ihr ankam, lag sie schon auf der Seite. Sie hat mich registriert, aber blieb kurz liegen. Sie pumpte ordentlich nach Luft und versuchte sich dann aufzurichten. Ich hielt sie erstmal fest, damit sie sich sammeln konnte. Es fiel ihr deutlich schwer genug Sauerstoff in die Muskeln zu pumpen, aber sie lief dann langsam nach Hause. Dort übernahm das Töchterchen ganz im Rettungssanistil, sie überprüfte Puls und Schleimhäute und das sah alles nicht so dolle aus. Ich kümmerte mich darum, wer Notdienst hat. Auf der Autofahrt dorthin, war ich mir eigentlich fast sicher, dass wir Sophie nicht mehr mit nach Hause nehmen. Sie machte einen sehr schlechten Eindruck, war auch regelrecht panisch, jammerte, aber das Schlimmste war das Hecheln. In der Praxis angekommen, hatte ich Schwierigkeiten sie aus dem Auto zu holen, weil sie sich total verweigerte getragen zu werden. Und zappelige 16 kg sind für mich dann echt schwer zu handeln. Aber sie musste irgendwie die Treppen hoch. Sie wurde untersucht, geröngt und dann gab es vorsichtige Entwarnung. Das Herz schlägt normal, ist normal groß, die Lunge frei, auch sonst war nix zu finden, was man so auf die Schnelle untersuchen kann. Die Tierärztin schickte uns nach Hause, weil sich Sophie mittlerweile erholt hatte und wir sollten weitere Untersuchungen beim Tierarzt machen, da ich ja im Notdienst den 3fachen Satz zahlen muss. Ich sags Euch, danach war ich durch. Sophie frass zu Hause etwas, trank und später konnte sie auch noch ihr großes Geschäft machen. Sie war zwar wackelig und müde, aber ansonsten alles wie immer. Die Nacht war auch sehr ruhig, alle ausser mir haben gut geschlafen.
Die nächsten zwei Tage war sie normal, ein bissi wackeliger, aber solche Phasen hat sie auch sonst. Bei unserem Tierarzt wurde sie nochmal gründlich untersucht mit EKG, Abtasten, Abhören und Blut. Ohne Befund! Sie macht augenscheinlich einen guten Eindruck. Aber natürlich kann man nicht in sie reinschauen. Ich habe lange mit dem Tierarzt über weitere Maßnahmen gesprochen und mich dagegen entschieden. Für die meisten Untersuchungen muss sie in Narkose gelegt werden - für einen Nierenkranken Hund nicht wirklich dolle - und je nachdem, was man findet, kann man bei ihr einfach nicht mehr viel machen. Obwohl ich ja jemand bin, der Ungewissheit schwer erträgt, werde ich es Sophie nicht mehr zumuten, solche Untersuchungen über sich ergehen zu lassen. Über die Blutwerte konnten wir noch nicht ausgiebig sprechen, ich weiß bisher nur, dass die gut aussehen. Die Nierenwerte sind wohl besser geworden. D.h. das Futter hilft bei der Entlastung. Ausserdem hat sie zugenommen, fast ein halbes Kilo. Für Nierenkranke Hunde ein sehr positives Zeichen. Aber ich sags wie es ist, sie ist seit einer Woche wieder sehr mäkelig. Nur Abends wird die Schüssel schnell leer gefressen.
Während man die ersten Tage nach dem Vorfall ihr wenig angemerkt hat, habe ich jetzt das Gefühl, es ging wieder einen ordentlichen Schritt bergab. Mein Problem ist weiterhin ihre Charakterveränderung, ich kann sie null lesen, ich verstehe sie nicht mehr und ich glaube, ihr geht es mit mir genauso. DAS ist das Schlimmste an der ganzen Situation. Wenn ich dann denke, ich habe mich auf sie eingestellt, wir bekommen wieder eine Routine rein, hat nichts mehr von dem Bestand, was gestern noch galt. Oft genug, muss ich sie zu Dingen motivieren, teilweise sogar sanft zwingen. Das tut mir leid, ist aber nicht anders möglich. Sie schläft nun noch mehr als vorher, zeigt aber durchaus noch Lebensfreude, wenn sie raus möchte oder wenn ich nach Hause komme. Auch aufs Fressen freut sie sich! Wenn ich sie gegen ihren Willen ins Auto packe, damit wir mal andere Wege spazieren gehen können, läuft sie auch viel besser und ist interessierter. Das tut ihr gut, aber im Prinzip zwinge ich sie halt ins Auto, wo sie sich nicht mehr ablegt und seit gestern auch nicht mehr hinsetzt. Im Stehen kann sie aber kaum das Gleichgewicht halten und leider bekomme ich das alles im Rückspiegel mit. Futtersuche will sie nicht mehr, sie verweigert das Suchen und bettelt weiter nach dem eigentlichen Fressen. Gestern habe ich das Betteln ignoriert, bin rein und siehe da, sie ist immer wieder raus zum Suchen. Sie wusste genau, was ich von ihr will, sie hat einfach nur keinen Bock. DAS macht es so schwierig. Was quält sie wirklich und zu was muss man sie einfach nur überreden, damit sie was für Hirn und Auslastung tut.
Was war sonst noch so los? Immerhin war das WE bis zu dem Vorfall sehr schön. Ich war joggen, habe viel im Garten gewurschtelt, die Sonne und die Wärme genossen. Ich war Sonntag im Botanischen Garten, aber viele brauchbare Fotos sind nicht entstanden. Einmal wegen mangelnder Sonne und Motive, aber auch, weil ich einfach keinen Kopf für sowas habe.
Am Montag ist das Töchterchen dann zu ihrer Spanienreise gestartet und die Immatrikuationsbestätigung kam noch rein. Damit ist es amtlich, sie wird mind. ein Semester in Mainz studieren. Ich kann nur hoffen, dass sie sich, wie sie angekündigt hat, während des Spanientripps um ein Zimmer im Wohnheim kümmert. Sie ist ja eh spät dran, weil wir so kurzfristig umdisponieren mussten. Aber ich versuche mich weiterhin rauszuhalten.
Montag Abend war ich dann wie schon geschrieben beim Tierarzt, am Dienstag beim Zahnarzt. Dort kam auch nix rum. Der Zahn wurde geröngt, aber es ist nichts zu sehen. Kein Anzeichen auf irgendwas. Bringt mich jetzt auch nicht wirklich weiter. Die Zahnärztin sagt, ich solle in einem halben Jahr kommen, dann machen wir eine Vergleichsaufnahme. Natürlich könnte ich ein 3D Röntgen machen, aber das zahle ich selbst, das übernimmt die Kasse nicht. Ich weiß noch nicht, was ich machen soll. Ich schiebs erstmal weiter und konzentriere mich auf die jetzt anstehenden Dinge. Immerhin weiß ich jetzt, dass ich nicht bald mit so einer zerfressenen Zombiewange aufwache. Das ist ja schon mal was.
Auf der Arbeit zieht endlich mal das Tempo an, mal sehen, wie lange es anhält, bevor es wieder verpufft. Nächste Woche haben wir auf alle Fälle genug zu tun. Nach Ostern werde ich ein paar Tage Urlaub machen, vielleicht kann dann dem Töchterchen beim Umziehen helfen, falls sie ein Zimmer gefunden hat. Ansonsten weiß ich halt auch nicht.
Eigentlich könnte ich am WE einiges machen, das Wetter soll ja schön werden, aber ich werde mich wohl für eine Sache pro Tag entscheiden müssen, weil ich Sophie ja alleine betreue. Ich muss es also in ihre Schlaffenster legen und an die Fütterzeiten anpassen. Damit bin ich stark eingeschränkt. Mal schauen. Eigentlich müsste ich mir endlich mal ein paar Sachen fürs Radeln kaufen, aber ich würde auch gerne joggen gehen und vielleicht das erste Mal Radeln. Es ist echt frustig, dass ich kaum noch was für mich machen kann ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, dass ich den Hund zweimal am Tag alleine lasse. Alles blöd!
Aber nun muss ich mich sputen, Sophie hat noch nicht ihr großes Geschäft gemacht - weil sie ja nicht mehr in den Garten kackt, der Einkaufszettel muss geschrieben werden und der Haushalt ruft. Letzteres ist überschaubar, weil das Kind nicht da ist und ich vorgestern schon was gemacht habe.
Dann mal los! Fotos gibt es keine, ich habe es einfach noch nicht geschafft, die Fotos zu bearbeiten.