Sonntag, 27. Oktober 2024

Eingesponnen....

....von der Trauer, der Orientierungslosigkeit, von zu viel Zeit, die gefüllt werden muss.

Es ist ja nicht nur Sophies gute Seele, die hier überall fehlt, nach diesen intensiven Wochen bzw. Monaten mit ihr, habe ich jetzt plötzlich viel zu viel Zeit, was sich ja nochmal verschärft, wenn der Doomsday gekommen ist. Noch vor wenigen Tagen, war ich 5-6x mit Sophie draußen, ich bin zig Mal zu ihr gegangen, um sie auf ihre Decke zurückzuführen, sie zu beruhigen. Ich musste sie mehrfach zum Napf führen, ihr Futter zubereiten und konnte sie kaum noch alleine lassen. Dazwischen irgendwo eingequetscht mein Alltag mit allem, was halt da so dazu gehört. Aber auch als sie noch nicht dement war, war sie mein Motor, mein Strukturgeber. 12 Jahre lang, habe ich mein Leben auf Kind und Hund ausgerichtet und nun ist das Kind flügge und Sophie auch nicht mehr bei mir. 

Geht man wirklich als ehemaliger Hundebesitzer nach ein paar Wochen noch bei Wind und Wetter raus? Wenigstens einmal am Tag? Schafft man sich zu motivieren, wenn es regnet, usselig ist oder man nicht so fit ist? Gute Frage! Die letzten Tage habe ich es auf alle Fälle geschafft. Ich habe versucht, dem Tag etwas neue Struktur zu geben, war jeden Tag mindestens einmal eine Stunde oder mehr spazieren. Oder war joggen! Trotzdem bleibt unfassbar viel freie Zeit übrig - jetzt! Was natürlich auch daran liegt, dass ich eben nicht gleich so durchstarten kann, wie eigentlich gedacht. Eigentlich wollte ich mir "danach" auch eine Auszeit...einen kleinen Urlaub gönnen, der aber nun erstmal warten muss. 

Und ich würde mir ein wenig mehr Zeit zum Trauern wünschen, doch mittleweile drängelt sich trotz großer Verdrängungsbemühungen der Doomsday immer mehr in den Vordergrund. Das nervt mich ungemein und macht mich wütend. 

Gestern kam das Töchterchen und wir haben viel geredet, sind spazieren gegangen und haben die Zeit miteinander wirklich genutzt. Das war sehr schön! Sie ist ja eigentlich erst 3 Wochen in Hamburg, aber uns kommt es vor wie Monate. Es ist toll zu hören, dass sie sich eingelebt hat und sie einfach nur riesengroße Freude an dem Studium hat. Es erfüllt sie, es macht sie glücklich und es lastet sie aus. 

Aber schon gestern dann eine neue Hiobsbotschaft - ihr Abend war so geplant, dass sie sich zuerst mit mehreren Freundinnen zum Kürbisschnitzen treffen und danach mit einer ihrer besten Freundinnen noch auf eine Halloweenparty wollte, schrieb sie mir plötzlich schockiert, dass der Freund der Freundin in den schlimmen Verkehrsunfall, der in der hiesigen Zeitung gemeldet wurde, verwickelt war. Ich hatte die Meldung schon gesehen und war natürlich auch sehr besorgt, weil es ein Frontalzusammenstoß war. Später kam zum Glück die Meldung noch von der Freundin, dass es ihrem Freund den Umständen entsprechend gut geht - er hatte riesiges Glück - aber auf Halloweenparty hatte natürlich keiner mehr Lust. Auch bei den anderen 2 Schwerverletzten stand später die Meldung in der Zeitung, dass bei keinem Lebensgefahr besteht. Wer schuld war, weiß man noch nicht. Der Unfall passierte auf einer unfallträchtigen Straße, aber einer von beiden Autos muss ja auf die Gegenfahrbahn geraten sein.

Heute bin ich natürlich aufgrund der Zeitumstellung schon um 5 Uhr wach gewesen und habe nun viel freie Zeit an diesem Sonntag! Heute Nachmittag wollen wir auf alle Fälle mal in den botanischen Garten, passend zum dortigen Herbstfest. Da waren wir ewig nicht mehr. 

Am Abend fährt sie wieder zurück nach Hamburg, kommt aber schon nächstes Wochenende wegen Halloween nochmal her. Aber das war es dann auch für länger, denn das Studium verlangt ihr zeitlich dann einiges ab!

Und in mir reift eine Idee....bzw. es ist schon beschlossene Sache, wenn nicht noch irgendwas Blödes dazwischen kommt. Man weiß ja dieses Jahr leider nicht, was das Leben noch so mit uns vor hat. 

Die viele freie Zeit hat allerdings auch eine gute Seite, ich nehme wieder öfters die große Kamera mit. Ich habe so wenig fotografiert in den letzten 1 1/2 Jahren. Letztes Jahr ging es monatelang wegen der Schulter nicht, dieses Jahr wurde es mit Sophie immer schwieriger. Nun schleppe ich sie fast täglich mit! Aber ich bin echt aus der Übung! Ein paar lasse ich euch da - zum Thema "Eingesponnen"!










Freitag, 25. Oktober 2024

Der Abschied!

Am Samstag spitzte sich Sophies Unruhe immer weiter zu und ich überlegte, ob ich doch noch in der Praxis anrufen sollte, aber dann legte sie sich doch mal ab und schlief. Sie fraß sehr gut und die Gassirunden waren auch okay, aber ich traf für mich eine Entscheidung, dass ich diesen Zustand nicht mehr lange verantworten kann. Und als sie sich ab Nachmittags gar nicht mehr ablegte, war ich sogar kurz davor den Notdienst anzurufen. Ich wusste einfach nicht mehr, was ich noch machen soll! Allerdings hatte ein Tierarzt Notdienst, der doch ziemlich entfernt war und ich traute mir eine solche Fahrt um diese Uhrzeit mit einem im Auto jaulenden Hund nicht alleine zu. In meiner Verzweiflung gab ich Sophie als letzten Versuch eine Gabapentin und zum Glück wirkte sie nach 45 min. so gut, dass wir endlich mal ein paar Stunden am Stück schlafen konnten. Diesmal waren die Nebenwirkungen auch nicht so schlimm, sie war etwas torkelig, aber laufen konnte sie. Und Fressen, sie hatte ordentlichen Kohldampf! Am Vormittag hielt die beruhigende Wirkung auch noch eine Weile an, aber ab Mittags ging es wieder los mit der Unruhe. Man kann sich das kaum vorstellen, wenn man es nicht mit erlebt und so traf ich eine finale Entscheidung - es ist Zeit sie gehen zu lassen! Ich teilte allen meine Entscheidung mit und so kam Nachmittags meine Freundin mit ihrer Hündin Ella zum Verabschieden. Ein schöner, tröstlicher Moment, weil Sophie tatsächlich nochmal alle Kraft zusammennahm und immer wieder Kontakt zu Ella aufnahm. Sie lief ihr hinterher, schnupperte an ihr und suchte ständig ihre Nähe! Ella konnte mit ihrer dementen Freundin nicht mehr so viel anfangen, aber sie hielt es freundlich aus. 

Beim Abendspaziergang kamen mir kurz mal Zweifel, weil sie plötzlich wieder so gut lief und wir eine echt große Runde machen konnten in einem ordentlichen Tempo. Und sie schnupperte wieder. Doch das hielt nicht lange an, die Unruhe steigerte sich zu Hause schnell und so bekam sie gegen 21 Uhr eine weitere Gabapentin und damit war die Nacht halbwegs ruhig.

Am Montag übernahm vormittags mein Papa die Schicht und so musste sie nur eine Stunde alleine sein, doch das war schon zu lange. Er fand sie hechelnd, jammernd und drehend in ihrem Gefängnis. :-(

Ich rief gleich um 9 Uhr beim Tierarzt an, er hörte kurz zu und gab dann sofort seine Einwilligung, sie zu erlösen. Leider hatte er an dem Tag keine Möglichkeit zu mir nach Hause zu kommen, aber ich wollte keinen Tag länger warten, deswegen willigte ich ein um 15.45 Uhr in die Praxis zu kommen. 

Diese Stunden bis dahin waren natürlich fürchterlich, aber auch irgendwie wichtig! Mein Papa nutzte die Zeit mit ihr alleine, um sich zu verabschieden und als ich dann mit ihr alleine war, stellte ich mich komplett auf ihre Bedürfnisse ein. Wir gingen 2x spazieren, aber sie hatte ja kaum noch Kraft, so kamen wir nicht weit. Sie bekam Fressen, wenn sie wollte und wenn sie Nähe zuließ, knuddelte ich sie und sog ihren typischen Geruch ein. Gegen 14.30 Uhr schlief sie ein!

Meine Mutter kam dann irgendwann, sie sollte mir bei der Autofahrt helfen und sie wollte auch gerne dabei sein. Als Sophie gegen 15.15 Uhr aufwachte, ging ich noch ein letztes Mal mit ihr auf ihre geliebte Wiese.


 

Und dann mussten wir los! Die Autofahrt - die ja nur 5 min. dauert - war grauenhaft. Obwohl meine Mutter mit ihr auf dem Rücksitz saß, ließ sie sich kaum festhalten und jaulte die ganze Zeit herzzerreißend. :-(

Vor der Praxis angekommen bin ich erstmal mit ihr um den Block, damit sie Stress abbauen kann. Zum Glück hatten wir auch noch eine freundliche Hundebegegnung, die sie ablenkte. Und dann machte meine Mutter ein letztes Foto!


Mein Papa war auch da, er würde dann den Teil "danach" übernehmen.

Gegen ca. 15.55 Uhr schlief sie friedlich in meinem Arm ein! Sie zeigte in der Praxis keinerlei Stress und Unruhe mehr, ließ sich ohne Gegenwehr die Beruhigungsspritze geben, während ich mit ihr auf dem Boden saß. Natürlich flossen viele Tränen, aber in dem Moment war alles genau richtig. Es war der richtige Zeitpunkt! Und der Himmel empfing sie mit strahlendem Sonnenschein! Trotz der Traurigkeit hatte das Ganze auch etwas Tröstliches! Sie hatte es geschafft! 

Und sie fehlt soooo sehr hier! Ihre Aura ist noch überall in der Wohnung, die Lücke, die sie vor allem bei mir hinterlässt, ist unfassbar groß.

Ich hatte ja so unglaubliche Angst, dass diese schlimme Demenzzeit alles kaputt macht und ich mich nicht mehr an die schönen Zeiten erinnern kann. Dass ich eher erleichtert bin, die Belastung los zu sein. Aber das war unbegründet! Zum Glück! Das ist alles in der Tierarztpraxis geblieben. Die einzige Erleichterung, die ich empfinde, ist die, dass ich doch die Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt treffen konnte. So lange hat mich das belastet, nicht den richtigen Moment zu erwischen - aber es ist tatsächlich so, wie es viele Hundebesitzer sagen: "Sie zeigen dir, wenn es so weit ist!" 

Ich bin dankbar für die tolle Zeit mit Sophie! Mehr als 13 Jahre war sie an unserer Seite! 

In den letzten Tagen habe ich wirklich jede einzelne Sekunde an Sophie gedacht, viele Tränen geweint, die Trauer hat aber auch irgendwie was Tröstliches, ich kann es gar nicht beschreiben. Ihre Sachen habe ich schon weggeräumt. Ich bin ein Mensch, der das sofort machen muss - sie ist auch so noch überall präsent. Und ich schaue mir immer wieder Fotos an - so viele gibt es von ihr, von uns zusammen, von ihr mit Töchterchen und von uns zu dritt.

Es war eine tolle Zeit und sie war immer an unserer Seite. Sie war eigentlich nur ein oder zweimal für ein paar Tage oder mal eine Nacht von uns getrennt und das ist auch schon ewig her. Sophie war der beste Hund, den man haben kann! Danke!

"Every step I take
Every move I make
Every single day, every time I pray
I′ll be missin' you
Thinkin' of the day
When you went away
What a life to take, what a bond to break
I′ll be missin′ you"

(aus "I'll be missing you" von Puff Daddy)  

Montag, 21. Oktober 2024

*

 


Freitag, 18. Oktober 2024

Wieder eine Woche rum!

Die Woche fing gar nicht gut an, denn Sophie hat am Montag Morgen vor der Arbeit weder alleine gefressen - ich musste sie füttern - noch hat sie ihr großes Geschäft erledigt. Obwohl sie es am WE immer um diese Uhrzeit gemacht hat, hat es natürlich pünktlich zum Arbeiten nicht geklappt. Somit konnte ich sie nicht, wie ursprünglich geplant in ihr Gefängnis stecken und damit sich die Sauerei in Grenzen hält, habe ich ihr Bett im Flur aufgebaut. Als ich nach Hause kam, hat sie es immerhin geschafft, den Kack so hinzulegen, dass sie nicht noch zig Mal durchgelaufen ist, aber sie muss sich irgendwann so festgelaufen haben (obwohl es eigentlich gar keine Ecke im Flur gibt, dass sie so geschrien hat, dass meine Vermieterin es unterm Dach gehört hat und sie kurz davor war in die Wohnung zu gehen. Da es aber kurz vor 12 Uhr war und ich ja um 12.30 Uhr immer komme, hat sie es erstmal verworfen. Sie wusste ja auch gar nicht, was sie machen soll. Das macht mir alles so große Sorgen, auf Dauer geht es einfach so nicht mehr, irgendwann muss man eine Entscheidung treffen. :-(

Dienstag lief es dann morgens besser, sie hat alles erledigt - zwar mit Kampf, aber immerhin - so konnte ich sie ins Gefängnis stecken und es gab kein Geschrei. Glaubt mir, wohl fühle ich mich auch nicht dabei, sie 5 h da drin zu lassen, aber es ist zu ihrem eigenen Schutz. Abends hatte ich dann den Tierarzttermin und wir haben Tacheles geredet. Es war ein gutes Gespräch, aber wirklich weiter bringt mich das halt auch nicht. Es ist so, wie ich es immer befürchtet habe, was ich sehr erschreckend finde, wie realistisch ich das Ganze schon vor Monaten eingeschätzt habe. Fakt ist, wir sind in einer Grauzone angekommen! Es ist alles nicht ganz eindeutig und nicht mal der Tierarzt wüsste, was er tun würde, wenn es seine Hündin wäre. Aber er sagt auch ganz klar, wenn ich die Entscheidung treffe, sie zu erlösen, dann wird er es jetzt auch machen. Wir sind an einem Punkt angekommen, an dem er es auch als Tierarzt vertreten kann. Das jetzt so direkt zu hören, verändert alles. Es ist erleichternd und schockierend zugleich! Und so belastend die Situation für mich ist, so schlimm finde ich den Gedanken dann doch, sie nicht mehr bei mir zu haben. Aber es gibt nun mal Fakten. Sie hat schon wieder abgenommen, körperlich eigentlich null Reserven mehr, Muskeln kaum noch vorhanden, es ist eigentlich ein Wunder, warum sie noch körperlich so durchhält. Schmerzen scheint sie weiterhin keine zu haben, aber die Kraft lässt halt immer mehr nach. Die Lebensqualität ist stark eingeschränkt, allerdings auch hier nicht eindeutig zu sagen, dass sie gar keine mehr hat. Es gibt Hunde, da sagt der Tierarzt, jetzt ist aber mal gut! Da sind wir noch nicht und es ist fraglich, ob es noch so eindeutig wird. Zu spät Erlösen ist auch keine Lösung. 

Ich habe es sacken lassen, mit meinem Vater, der mit ihr am Mittwoch nochmal geübt hat, für meinen Krankenhausaufenthalt, gesprochen - auch er teilt unsere Einschätzung. Und ganz klar ist, dass ich keine Entscheidung aufgrund meiner Situation machen werde, nur damit wir das Betreuungsproblem umgehen oder ich weniger Hilfe in der Zeit danach brauche. DAS muss ich rausfiltern. #

Die Blutwerte waren soweit okay, also alle Werte abgesehen von den Nieren. Bei den Nierenwerten zeigt sich gerade eine ansteigende Tendenz. Wir sind jetzt fast auf dem Ausgangsniveau Anfang des Jahres, bevor sie dann durch die Futterumstellung wieder runter gegangen sind. Tierarzt meint, dass das noch lange nicht kritisch ist, aber eben kippen kann. Wann, kann er nicht sagen. Ich weiß aber, dass sie bei diesen ähnlichen Werten schon Sympthome gezeigt hat - Übelkeit, ab und zu Erbrechen, und Antriebslosigkeit. Deswegen werde ich da ganz genau hinschauen. 

Ich hangel mich also weiter von Tag zu Tag! Allerdings waren die letzten beiden Tage jetzt wirklich schlimm und da muss ich ganz klar sagen, sollte das sooo bleiben, dann kann ich das nicht mehr lange verantworten. Ich weiß aber, dass es nach der Librela Spritze immer zwei Tage doof war, also muss ich weiter abwarten. Es ist einfach nur grauenhaft hier! Anders kann man es wirklich nicht sagen.

Ansonsten verlief die Woche ohne besonderen Vorkomnisse. Es plätschert so dahin, alles ausgerichtet auf den Doomsday. Verdrängung klappt erstaunlich gut, obwohl ich da sonst ja nicht sehr gut drin bin. 

Gestern habe ich das letzte Mal Rasen gemäht, was jetzt durch die Wärme noch wächst, darf dann bis zum Frühjahr bleiben. 

Geschlafen habe ich kaum, der Vollmond und Sophies Unruhe, halten mich auch Nachts auf Trab, mich wundert es, dass ich trotzdem erstaunlich fit bin. Ich habe auch tagsüber keinen Durchhänger. 

Beim Töchterchen läuft es soweit gut, allerdings will jemand wie erwartet nicht das geforderte Formular für en Bafög Antrag ausfüllen. Ist jetzt keine große Überraschung, aber trotzdem einfach nur maximal nervig. Auch auf den Hinweis, dass er verpflichtet ist und sich bei seiner Weigerung das Bafög Amt kümmern wird, ist ihm egal. Er ist der Meinung, sie würde nix bekommen, weil er zu viel verdient und mit meinem Gehalt dazu, wir locker drüber sind. Ahja, als es um die Neuberechnung des Unterhaltes ging, war er noch sehr, sehr arm. Komisch! Egal, Aufregen hilft da nix. Ich habe mein Formular ausgefüllt, ging ganz easy und jetzt muss das Töchterchen halt damit zum Amt. Schauen wir mal, wie es da weitergeht. 

Mittlerweile sind auch endlich alle Kisten in Hamburg angekommen, Hermes hatte da einige Schwierigkeiten. ;-) Und nun sind auch fast die Ersti-Wochen rum. Ab Montag geht es richtig los. Sie hatte schon zwei Vorstellungsgespräche für einen Job, allerdings musste ich sie mal wieder daran erinnern, dass sie wegen Kindergeld, Krankenkasse und Bafög eben nur einen Minijob annehmen kann. Egal, ob es ein Werksstudentenjob oder sonst was ist. Aber Mutti hat ja keine Ahnung! ;-)

Mir ist übrigens das Wetter zu warm, die Sonne ist toll, keine Frage, aber es ist einfach zu warm für diese Jahreszeit.

So, ich muss mal aufhören, Sophie bekommt trotz unruhiger Nacht mit wenig Schlaf immer noch keine Ruhe. Es geht also anscheinend so weiter, wie die letzten beiden Tage. Ich hab sie schon 3x auf ihre Decke gelegt. Aber sie steht immer wieder auf und dreht. 

Ausserdem stehen Hausputz und Einkaufen auf dem Programm heute. 


Freitag, 11. Oktober 2024

Arbeitswoche geschafft!

Die erste Arbeitswoche ist geschafft, aber für Sophie ist das echt übel. Am Montag war sie ja noch nicht lange alleine, aber ab Dienstag ging es ja nicht anders. Was mich Dienstag nach der Arbeit erwartete war echt grausam. Ein vollkommen erschöpfter Hund, der es gerade noch zum Pipi machen geschafft hat, danach ging gar nix mehr. Ich musste sie dann sogar die Einfahrt hochtragen, weil sie keinen Schritt mehr ging. Zu Hause noch ein wenig fressen, aber dazu war sie auch zu k.o.! Anschliessend schlief sie immerhin 3 h durch. Auch die Nachmittagsrunde war noch schlapp, zum Abend berappelte sie sich und lief wieder ordentlich mit. 

Am Mittwoch versuchte ich es anders, ich fütterte sie erstmal, denn ich hatte die Hoffnung, dass sie mit vollem Magen einfach länger liegen bleibt, nachdem ich gegangen bin. Aber sie zum großen Geschäft zu überreden und dann noch zu füttern - ich schaff das zeitlich einfach nicht. Früher aufstehen nutzt nix, sie ist einfach zu müde. Ich muss sie eh schon wecken, weil sie ja alles total verschoben macht. Aber immerhin war es Mittwoch nicht ganz so schlimm und ich hatte etwas Hoffnung, dass sie sich gewöhnt. 

Ich sollte das mit der Hoffnung einfach lassen, denn gestern war es wieder schlimm, sie hing vor der Kellertür und kam da nicht mehr weg. Da liegt ja mittlerweile ein Kissen zum Schlafen, aber sie schafft es halt nicht, sie dort einfach absinken zu lassen. Sie war zwar nicht ganz so erschöpft wie Dienstag, aber die Einfahrt hoch ging trotzdem nicht mehr. 

Nächste Woche versuche ich es mit dem Gefängnis und hoffe, dass sie es nicht kaputt macht, wenn sie 5 h da drin liegen muss. Da sie ihren Futternapf aber eh nicht mehr findet, auch wenn sie im Flur stundenlang Kreise dreht, kann ich sie auch versuchen zu begrenzen. Geht aber nur, wenn sie ihr großes Geschäft gemacht hat. 

Aber jetzt ist erstmal Wochenende. Ich versuche den Tagesablauf zeitlich nicht wirklich zu verändern, bin aber leider heute auch eine Stunde später wach geworden. Allerdings füttere ich sie nicht, sie hat ja den ganzen Vormittag Zeit ihr Fressen einzunehmen. Es scheint sich aber nun gefestigt zu haben, dass sie morgens nix frisst, ausser ich schiebe es ihr mit der Gabel rein. Da ist dann allerdings für mich eine Grenze erreicht. Während der Woche okay, aber einen Hund, der von sich aus nix mehr frisst, werde ich nicht permanent mit Druck überreden. Mal schauen, wie sich das die 3 Tage entwickelt. Ich führe sie natürlich regelmäßig zum Napf. 

Ich habe irgendwie versucht, die Bude am Laufen zu halten, allerdings bleibt wirklich wenig Zeit dafür. Da ich die wenigen Stunden, die Sophie nach dem Mittagessen pennt, für mich nutze, schaffe ich nicht so viel. Ich kann es nicht ändern! Immerhin habe ich jeden Tag etwas Sport geschafft, Fotos im Archiv gemistet, die Sachen für das Töchterchen fertig gemacht, die heute abgeholt werden und gestern war meine Vermieterin zum Weinchen trinken da. Sie hatte Mittwoch Geburtstag, den ich vergessen habe und da ich nicht hoch kann, ist sie gestern dann runtergekommen. War ein sehr netter Abend. :-)

Ganz merkwürdig ist, zu wissen, dass ich nun das allerletzte Mal in meinem Leben meine Periode habe. Das Rundherum bleibt ja, aber ansonsten war es das jetzt. Ich bin ehrlich, so sehr mich das wirklich auch langsam genervt hat, ich hätte sie lieber weiter bekommen als das, was nun passiert.

Heute steht die normale Freitagsroutine an, morgen will bzw. muss ich in die Stadt, ein paar Dinge besorgen und vielleicht schaffe ich es am Sonntag zu joggen. Es ist eigentlich Elisabethmarkt, aber geht halt leider nicht. :-( Wie so vieles dieses Jahr, zieht auch das an mir vorbei. 

Tierarztbesuch habe ich erstmal auf nächste Woche verschoben. Bisher merke ich keine Verschlechterung bezüglich der Librela Spritze, im Gegenteil, momentan ist das Gejammer und Gefiepe tatsächlich besser. Woran es liegt, weiß ich nicht. Wahrscheinlich halt vorrübergehend, wie so vieles. 

Jetzt werde ich noch in Ruhe meine Kaffee trinken, bevor ich loswirbel, wobei die erste Maschine Wäsche dreht schon im Keller ihre Runden.








Montag, 7. Oktober 2024

Was für ein Fehlstart....

...in die neue Woche, in die letzten Wochen körperliche Unversehrtheit, in den Alltag - der ja irgendwie zur Zeit auch kein wirklicher Alltag ist, sondern einfach nur vom Chaos beherrscht wird.

Immerhin war das Wetter gestern und vorgestern wirklich sehr schön, ich muss eigentlich nur noch einmal Rasen mähen, dann ist der Garten winterfein, aber dazu muss es halt nochmal trocken sein und ich muss Zeit haben. Vielleicht klappt es ja noch! Vor dem Termin! Wann genau ist ja eigentlich hier nicht wichtig. 

Aber gestern hatte Sophie einen ausgesprochenen schlechten Tag, es war einfach nur grauenhaft. Sie hat ihre Jammerzeit nochmal verlängert. Diesmal ging es von 15.30 Uhr eigentlich bis Nachts - nur beim Spazieren gehen und während des Fressen war mal Ruhe. Das sind Stunden der Verzweiflung bei mir, in denen sich alle abgründigen Gefühle aus meinem tiefen Innersten nach oben katapultieren. Wie lange kann das hier so noch gut gehen - ich weiß es nicht! Diese Woche ist Tierarzttermin, da müssen wir mal wieder Tacheles reden. 

Dadurch, dass gestern Abend alles durcheinander kam, einschliesslich Pipi machen, hatten wir heute morgen dann den Supergau. Die letzte Woche waren wir ja 1-2 h später und es ist mittlerweile stockdunkel morgens und somit hat sie nichts gemacht, trotz wirklich langer Runde. Kein Pipi, kein großes Geschäft. Ich war echt am Ende, zu wenig Schlaf, zu viel Sorgen, zu wenig Kapazitäten und ich hatte einen Termin, zu dem ich pünktlich musste. Da mein Vater heute eh nochmal mit ihr üben wollte, habe ich ihn gebeten früher zu kommen, sonst wären alle beide Geschäfte definitiv reingegangen. So, ist zwar alles gut gegangen, aber für meine Nerven ist das wirklich alles zu viel. Blöderweise hat sie nun den ganzen Vormittag und bis jetzt gepennt - für ihre Verhältnisse extrem tief, wahrscheinlich bekomme ich dafür dann ab jetzt die Quittung. Beim Aufwachen war sie torkeliger als sonst, konnte kaum Laufen aber der gestrige Tag und die Nacht müssen ja Spuren hinterlassen haben. Fressen klappt aber weiterhin gut. Ich habe immer befürchtet, dass es unter diesen Bedingungen einen quälenden und sich dahinziehender Prozess wird - und aufgrund der Demenz kann man die Lebensqualität auch einfach nicht einschätzen. Es ist schlichtweg nicht möglich. Das ist wohl dann auch das Problem der Tierärzte. Ich hätte mir und vor allem Sophie einen anderen letzten Weg gewünscht. Aber dass das Leben kein Wunschkonzert ist, wusste ich schon immer, doch jetzt zeigt es mir so richtig, was Sache ist.  

Mein Termin dauerte viel länger als geplant, aber immerhin gab es keine neuen Hiobsbotschaften. Und so bin ich eigentlich nur noch für 1 Stunde auf die Arbeit gefahren.

Ich fühle mich vollkommen erschöpft, ausgelaugt, ausgelutscht. Ich hoffe, morgen wird es wieder besser. Auf der Arbeit habe ich dann realisiert, dass ich dieses Jahr dann kaum noch arbeiten kann. Mit Resturlaub und die 4-6 Wochen Krankschreibung (wenn alles gut läuft)....da muss man gar nicht mehr groß rumrechnen. Wir haben immerhin schon Oktober. 

Immerhin dem Töchterchen geht es mittlerweile gar nicht mehr sooo schlecht in Hamburg, auch wenn es nun erfahren hat, dass ein Wechsel nach 2 Jahren nur an bestimmte Unis geht, weil Hamburg das Medizinstudium anders aufgebaut hat. Somit kommen auch nur die Unis in Frage, die das genauso machen. Und keine davon wäre logistisch besser als Hamburg. Näher vielleicht, aber die Zugverbindungen halt sehr viel schwieriger. Nach Hamburg kommt man von hier tatsächlich schneller als z.B. nach Augsburg. Okay, dann ist das jetzt so! Heute beginnen die Ersti-Wochen. Bei Medizin sind es zwei, bevor es dann richtig los geht. Ich bin gespannt, was sie zu berichten hat. 

Gestern ist hier über dem Haus quasi eine Kranich-Autobahn durchgestartet, ein Zug nach dem anderen flog drüber. Sehr früh in diesem Jahr. Also, einzelne Züge gibt es um diese Zeit immer mal, aber wahrscheinlich herrschte gestern einfach ideales Flugwetter. Dass ein früher Zug kein Garant auf einen harten bzw. frühen Winter ist, wissen wir ja mittlerweile.

Die Scheinwerfer am Auto sind gemacht, neue Motten oder Larven gab es seit Samstag nicht. Aber das heißt ja nichts. Blöderweise wird es doch schwieriger als gedacht, bezahlbare Alu-Felgen für die Winterreifen zu bekommen. Wäre halt supi, wenn auch das vor dem Doomsday erledigt wäre. Finde ich übrigens passend diesen Ausdruck, denn irgendwie fühlt sich das irgendwie so für mich an. Ich weiß, ich bin dramatisch, aber für mehr reicht meine Psyche nicht mehr. 

Ich lasse euch noch ein paar Fotos von gestern da, denn ich muss gleich mit dem Kreise drehenden Hund raus. Es fängt anscheinend genauso an, wie gestern. Gleiche Uhrzeit, gleiches Spiel. Mal schauen, ob ich sie noch bis 16 Uhr ziehen kann. Wir brauchen wieder einen besseren Rhythmus, es läuft dann einfach besser mit ihr. Wobei, besser wird es doch eh nicht mehr. :-(

Achja, Nachtrag. Ich habe die 150 km Laufen geschafft! Ich bin sogar etwas drüber. Rein theoretisch könnte ich noch ein bissi was drauflegen. Kommt halt darauf an, ob das Wetter und Sophie mitspielen und nicht noch neue Katastrophen dazukommen.





Samstag, 5. Oktober 2024

Ratlos!

Ehrlich gesagt bin ich mittlerweile wirklich ratlos und sprachlos, was meine Serie hier betrifft. Diesmal kommen nur Kleinigkeiten im Vergleich zu dem anderen Mist dazu, aber reicht es nicht langsam mal? Zu den eh schon zig Sachen, die am Auto gemacht werden müssen und ja auch Geld kosten, ist nun eine Scheinwerferbirne ausgefallen. Wieder was, das auf die To-Do und Kostenliste muss. Vielen Dank auch! Und anscheinend habe ich wieder ein Mottenproblem. *schrei* Ihr erinnert euch vielleicht an das Problem vor Jahren, das ich aber gut in den Griff bekommen hatte, Lebensmittel waren ja nie befallen. Vereinzelt habe ich in den Jahren danach immer mal eine Motte gefunden, getötet und dann war gut. Deswegen bin ich davon ausgegangen, dass sie von oben kommen, weil meine Vermieter auch ein Mottenproblem hatten. Über den Keller verirren sich die auch mal zu mir. Und von draußen habe ich auch schon welche einfliegen sehen, könnte das Hühnerfutter von den Nachbarn sein. Naja, aber nun habe ich sie wohl wieder selbst drin. Vor ein paar Wochen fand ich eine Larve an der Decke, da habe ich mir noch nicht so viel dabei gedacht und nur weiter beobachtet. Letzte Woche krabbelte an der gleichen Stelle wieder eine, also kein Zufall mehr. Ich habe an der Küchenseite schon alles abgesucht, sogar den einen Schrank abgehängt, aber alles sauber. Auch der Tee war unauffällig - nichts! Nach ein paar Tagen Ruhe, fand ich heute morgen eine Motte genau an der gleichen Stelle. Damit ist es klar, ich habe irgendwo wieder ein Problem. Darum darf ich mich also auch noch kümmern. Gut, ich wollte eh ausmisten in der Küche und so viele Lebensmittel bewahre ich ja eh nicht auf, trotzdem ist das alles einfach nur Mist. Es vergeht kein Tag hier, wo nicht irgendwas neues Blödes passiert. Ich bin es einfach nur leid! Da fragt man sich wirklich, womit habe ich so eine Pechsträhne verdient? 

Schönes gibt es nix zu berichten, wie auch. Der Tag war gestern mit Sophie zusätzlich anstrengend, vor allem von 20 - 23 Uhr war ich einfach nur noch verzweifelt. Sie hat quasi 3 h durchgejammert und gefiept. Nichts, aber auch rein gar nichts hat geholfen. In dem Moment habe ich mir tatsächlich einfach nur gewünscht, sie könnte endlich loslassen und auf ihre Reise gehen. Sie war ja selbst so gestresst damit, eigentlich tot müde, aber gefangen in ihrem Demenzwahn. Wahn ist übrigens in solchen Situtionen das richtige Wort. Erst nachdem ich sie nochmal in den Garten gebracht habe und sie dort bestimmt 10 min. einfach nur im Kreis lief - ohne was zu machen, wurde sie drin etwas ruhiger. Aber um 0, 2, 3, 4, und 5 Uhr wieder Gejammer. 2x musste ich hin, bei den anderen Malen hat sie es alleine geschafft. 

Gestern ist hier die erste Gruppe Kraniche übers Haus geflogen - früh finde ich. Und das macht mich zusätzlich traurig. Es zeigt, dass sich das Jahr in großen Schritten zu Ende neigt. Wobei ich ja wahrscheinlich froh sein werde, wenn dieses besch.... Jahr endlich rum ist. Aber nur weil es dann rum ist, wird es ja nicht automatisch besser. Das hat uns ja schon das letzte Jahr gezeigt. Normalerweise kommt trotzdem beim Anblick der Kraniche auch eine Vorfreude auf die Vorweihnachtszeit und Weihnachten selbst auf, aber das will sich verständlicherweise aufgrund der Umstände überhaupt nicht einstellen. Schon mit Sophie würde es kaum möglich sein, zu Veranstaltungen zu gehen oder ausgiebige Einkaufsbummel zu gehen oder Dinge für Adventskalender und Co. zu besorgen. Ich werde ja definitiv auch mindestens 4-6 Wochen lahm gelegt sein. Danach bleibt nicht mehr viel Zeit für Weihnachtsstimmung. :-( Wer meinen Blog liest, weiß, wie sehr ich die Zeit Ende November bis Ende des Jahres liebe. 

Heute werde ich nochmal joggen gehen - die 150 km voll machen. Viel mehr, werden es dann wohl nicht mehr. Die 200 schaffe ich definitiv nicht, dieses Jahr. Auch wenn alles optimal verläuft und alles gut ausgeht, reicht die Zeit sicherlich nicht, um für längere Strecken fit genug zu sein. Zumal dann ja eh die Jahreszeit kommt, wo ich je nach Wetter weniger laufe. 

Gestern habe ich angefangen, den Garten winterfest zu machen. Gartenmöbel verräumt, mit dem Efeu gekämpft, aufgeräumt. Jetzt müsste ich nochmal Rasen mähen, auf Terrasse ein wenig Unkraut zupfen, mal kehren und die Lampions abhängen. Mehr mache ich dieses Jahr nicht. Die Töpfe lasse ich alle so stehen, das muss bis zum Frühjahr warten.

Und ich hoffe, dass es heute mit Sophie wieder einfacher ist. Immerhin hat sie heute morgen schnell ihr großes Geschäft gemacht. Wenigstens was!

Das Töchterchen ist gut in Hamburg angekommen und hat ein schönes Zimmer bezogen - dreckig zwar, aber besser als das in Mainz, sogar mit Waschbecken. Die Gemeinschaftbäder sind wohl gut, die Gemeinschaft-Küche sehr, sehr ranzig. Sie teilt sich den Kühlschrank mit noch jemanden und da war wohl gar kein Platz mehr drin. Fängt also schon wieder gut an. Ansonsten fühlte sie sich ziemlich verloren, wusste nicht viel mit sich anzufangen. Sie hat sich die Gegend ein wenig angesehen und das gefällt ihr da eigentlich ganz gut. Gestern abend wollten sich ja noch einige von den Mediziner-Erstis treffen, aber ob das statt fand und wie es war, weiß ich noch nicht. Bin gespannt!

Zum Schluß noch ein paar Fotos von den Lichtern.







Freitag, 4. Oktober 2024

Jetzt ist sie weg!

Heute Nacht um 3.45 Uhr habe ich meine Tochter verabschiedet und es fühlt sich einfach nur blöd an. Es macht mich soooo wütend, dass ich sie nun wieder nicht begleiten kann. Als ich sie mit dem ganzen Gepäck gesehen habe, tat mir das so leid. Ihr ist es auch sichtlich schwer gefallen, deswegen haben wir den Abschied kurz gehalten. Kurz und nicht schmerzlos. :-( 

Nun startet sie wohl ihr größtes Abenteuer für das sie so hart gekämpft hat und diesmal ist es eben keine Übergangslösung. Jetzt gilt es! Und ich hoffe für sie, dass es wirklich das ist, was sie glücklich macht. Ich wünsche ihr, dass sie Hamburg ganz schnell lieb gewinnt und tolle Menschen kennenlernt, auch wenn sie das momentan so gar nicht glaubt. 

So weit ich weiß, will sie schon am ersten Novemberwochenende zurückkommen, schauen wir mal, ob das so funktioniert mit ihren Plänen.

Ich hocke nun wieder hier alleine mit einem hochgradig dementen Hund, mit dem es nochmal schlimmer geworden ist als noch vor zwei Wochen. Es ist einfach nur anstrengend, entnervend, zermürbend, belastend! Niemand kann sich vorstellen, was hier gerade abgeht. Im Prinzip habe ich kaum Luft für mich oder andere Dinge. Ich bin bis auf wenige kurze Schlafphasen - die ich dann aber oft genug erzwingen musste - nonstop mit ihr beschäftigt. Es ist unfassbar, was Demenz anrichtet! Im Moment wünsche ich mir echt - auch für sie, dass endlich ihr Körper aufgibt! Dass sie gehen kann! Unser Verhältnis besteht nur noch aus Kampf, es gibt null schöne Moment zwischen uns, Körperkontakt ausschliesslich dazu, um sie vom Drehen abzuhalten und sie zur Ruhe zu zwingen. Streicheln mag sie zu 99% gar nicht mehr. Aber ihr Körper baut nicht mal ansatzweise ab. Sie frisst gut, hat sogar ein halbes Kilo zugenommen und sie läuft immer noch größere Runden. Es ist also noch lange nicht abzusehen, wann sie endlich ihren Frieden findet. Und ich schreibe es nochmal - wegen Demenz schläfert niemand einen Hund ein! Ich mache das jetzt schon ein halbes Jahr im fortgeschrittenen Stadium mit - und ich kann absolut nachvollziehen, wenn Menschen beim Pflegen von demenz erkrankten Angehörigen aggressiv und wütend werden. Mir geht es hier nicht anders. Und da hilft es auch nichts, wenn man sich sagt, dass sie nichts dafür können. Und ich hasse mich dafür, dass ich so geworden bin. In ca. zwei Wochen geht es wieder zum Tierarzt, Bestandsaufnahme, auch bezüglich Nierenwerte. Und mir graut es echt, wenn ich Montag wieder arbeiten muss. Nach dem jetzigen Stand der Dinge, wird sie wohl stundenlang Kreise drehen bis zur Erschöpfung und sehr wahrscheinlich das eine oder andere Mal ihr großes Geschäft reinmachen. Wäre ja auch nur halb so schlimm, wenn sie nicht noch durchrennen würde. Das ist draußen schon schwierig, während ich es einsammeln will, muss ich verhindern, dass sie in ihrem verwirrten Kopf nicht durchrennt. Meist stelle ich einen Fuß auf die Leine, damit ich die Hände fürs Einsammeln frei habe, aber auch dann ist es oft genug knapp. Aber was soll ich tun, ich muss arbeiten, es gibt keine Alternative. Ins Gefängnis kann ich sie auch nicht stecken, macht sie da ihr Geschäft rein, dann kann ich das Teil wegschmeißen, an diese Sauerei will ich gar nicht denken. Ob Windeln mittelfristig zum Einsatz kommen, weiß ich noch nicht. Denn dann müsste ich sie ja regelmäßig abduschen und ich befürchte, dass ist alleine nicht möglich ohne zwei weitere Hände. Ich habe ja keine Badewanne und in der Dusche kann ich sie nicht fixieren. Keine Ahnung, wie ich dann dieses Problem löse. Ich hoffe, dass sie ihren Kackrhythmus wieder verschiebt, sie macht ja meist zu einmal am Tag. Wenn das Nachmittags oder morgens klappt, hätten wir zumindest dieses Problem nicht. 

Dazu noch meine andere besch.... Situation - dabei hatte ich doch schon eh schon keine Kraft mehr übrig. 

Jetzt ist Sophie endlich ruhig, heißt aber für mich, ich muss jetzt noch schnell den Einkaufszettel machen, für den ich bisher keine Ruhe hatte, auch diesen Post musste ich zig Mal unterbrechen, die Bude muss auch aufgeräumt und sauber gemacht werden und der Einkauf wartet auch. Wenn ich dann davon wieder komme, geht es mit Sophie weiter. 

Und mittlerweile sollte das Töchterchen auch bald in Hamburg angekommen sein. :-)

Donnerstag, 3. Oktober 2024

Lichter

Heute mal was Anderes hier. Nach der ganzen Aufregung und dem ganzen Mist hier, habe ich mir dank Töchterchen spontan einen Abend frei genommen und bin zum Botanischen Garten gefahren, wo es das erste Mal diese Veranstaltung gab. "Botanische Lichter" heißt das Ganze und wird eine Woche lang jeden Abend im BoGa angeboten. Nicht ganz günstig der Eintritt, aber das war mir wurscht - ich musste mal was anderes erleben und der BoGa kann es auch ganz gut gebrauchen, kämpft der doch schon seit Jahren ums Überleben. Da ich ja an die Abendkasse musste, war ich noch im Hellen da und musste ein wenig warten bis es endlich dunkel genug war. Es war voll und ich sehnte mir die gute alte Zeit zurück, in denen das Fotografieren nur den Menschen mit einer echten Kamera vorbehalten war. So war das eine echte Geduldsprobe, vor allem, weil es so viele große Gruppen gab, die sich dann gegenseitig vor den Motiven fotografieren wollten und die Hälfte konnte halt das Handy nicht bedienen. Es war trotzdem sehr, sehr schön! Eine tolle Veranstaltung, das hat sich wirklich gelohnt. 

Die ersten Fotos habe ich schon bearbeitet, die gibt es dann nach dem Post. Ansonsten waren wir mit dem dementen Hund beschäftigt, mit Packen für Hamburg, Pakete verschicken, Dinge organisieren und gestern war ich auch joggen. Sophie hat leider während der einen Stunde, in der sie gestern alleine war, ihr großes Geschäft auf ihrem Schlafplatz verrichtet - ich hoffe nicht, dass das jetzt der Anfang der Inkontinenz ist. Wobei - im Moment läuft doch eh nichts rund - würde also passen. Also durfte ich nach dem Joggen, statt Flüssigkeit aufzutanken und zu dehnen - Kacke wegmachen und putzen. Danach dann sofort die Hunderunde, damit nicht das Pipi auch noch reingeht. 

Heute ist das Töchterchen den letzten Tag hier, morgen sehr, sehr früh, bricht sie auf nach Hamburg. Das wird diesmal ein ganz anderer Abschied als vor einem halben Jahr. :-( Für uns beide. 

Das Wetter drückt natürlich auch auf die Stimmung, hier regnet es eigentlich immer wieder, überall stehen die Pfützen und mehrmals am Tag werden wir nass. Und dann meldete das Töchterchen auch noch, dass wohl ein Scheinwerferlicht am Auto den Geist aufgibt. Oh man, noch was auf die To-Do-Liste, was denn noch alles? 

Aber jetzt gibt es erstmal die Fotos und mal schauen, was der heutige Tag noch so bringt.