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Samstag, 13. Dezember 2025

13.12.

 



Ach Süße, heute wärst du 16 Jahre alt geworden. Im Moment ist die Lücke, die du hinterlassen hast, wieder sehr präsent. Gerade als ich gestern alleine den Weihnachtsbaum geholt habe, dachte ich an die vielen Male, die wir dort mit dir zusammen waren. Toll fandest du es da, vor allem das eine Jahr, wo ein Reh über den Platz geflitzt ist. Doof fandest du, dass du auf dem Rückweg im Auto vorne zwischen den Beinen vom Töchterchen sitzen musstest, weil der Baum hinten im Auto lag. 

Auch denke ich gerade oft an unsere Weihnachtsshootings. Was hatten wir einen Spaß mit dir und du hast so toll mitgemacht, natürlich bestochen mit dem Hasenohr. *lach* 

Oder die vielen Spaziergänge, die wir trotz Sauwetter mit dir gegangen sind. Heute gehe ich 1x am Tag, meist alleine, aber irgendwie ist es immer noch so, als wärst du an meiner Seite.  

Überhaupt habe ich zur Zeit wieder das Gefühl, dass deine permanente Präsenz besonders stark ist. Überall in der Wohnung, im Garten oder auf den Spaziergängen spüre ich dich irgendwie....es ist schwer zu beschreiben. 

Herzlichen Glückwunsch Miss Sophie! Lass es krachen, wo auch immer du jetzt bist! Renn wie der Teufel über die Felder und jage jedem Hasen hinterher. Steck deine Nase in jeden Grashalm und in jeden Busch! Und friss so viele Hundekekse wie möglich! 

I miss you!

Dienstag, 21. Oktober 2025

Ein Jahr....


 Ein Jahr fehlst du nun schon! Und es gibt keinen Tag, an den ich nicht an dich denke. Ich weiß immer noch, wie sich dein Fell anfühlte, wenn man durchwuschelte, ich sehe dich vor mir, wie du mich genau mit diesem für dich typischen Blick angesehen hast und ich habe sogar noch deinen so gar nicht hundetypischen Geruch in der Nase, wenn ich deine Fotos anschaue. Du wirst immer unvergessen bleiben, tief in meinem Herzen. Allerliebste Sophie, mein Seelenhund!

Nach einem Jahr ist nun auch ein Teil von dir an deinen drei Lieblingsplätzen im Garten. Ich habe eine Weile gebraucht, aber erst heute fühlte es sich für mich endlich richtig an. Und nun bist du an all deinen Lieblingsorten zurück. 



Freitag, 13. Dezember 2024

15

 


15 Jahre wärst du heute geworden und nun feierst du deinen ersten Himmelsgeburtstag.

Ach Süße, du fehlst sooo sehr!

I miss you!

Samstag, 2. November 2024

Doomsday

Nun liegt auch der Doomsday hinter mir und wie ihr seht, ich habe ihn überlebt. Letzten Montag bin ich morgens um 7 Uhr im Krankenhaus eingerückt, geben 9.30 Uhr ging es in den OP. Ich will gar nicht in die Details gehen, die OP ist soweit gut verlaufen, ich bekam keinen Bauchschnitt und der Heilungsprozess ist bis Stand heute bis auf einen Minizwischenfall, der schnell mit zwei Stichen gelöst werden konnte, gut verlaufen. Ich sags wie es ist, das waren harte Tage, der Kaiserschnitt war pillepalle dagegen, aber vielleicht verdrängt man die Tage nach so einem Eingriff auch einfach nur schnell, wenn einige Zeit vergangen ist. Eigentlich ging es erst ab Mittwoch, nachdem die Drainage gezogen wurde und alle Kanülen aus dem Körper raus waren, so richtig aufwärts. Donnerstag wurde die Abschlussuntersuchung gemacht, auch da war alles in Ordnung - meine Blutwerte gut, die Vitalwerte okay, Verdauung musste allerdings etwas angeschubst werden, mittlerweile klappt alles wieder prima und deswegen durfte ich gestern endlich nach Hause. Ich war so aufgeregt, wie ein kleines Kind vor Weihnachten. Was für ein Gefühl! Mir kam es vor als wäre ich wochenlang weggewesen. 

Mittlerweile nehme ich Schmerzmittel nur noch nach Bedarf, meist so 1 bis 2 Ibu in 24 h. Da ich sie besser vertrage als gedacht in der Stärke, mache ich auch keine Experimente bei der Einnahme, wenn das typische Ziehen im unteren Bauch losgeht, wird eine eingeworfen. Da es ja auch entzündungshemmend ist, kann es nicht schaden. Ansonsten bin ich überraschend schmerzfrei beim Gehen, sehr tückisch, weil man dann auch schnell mal die Schonung vergessen kann. 

Ich habe 2 kg im Krankenhaus gelassen, was sicherlich darin geschuldet ist, dass ich kaum was runter bekommen habe. Es war bis zum letzten Tag immer eine Gradwanderung für mich, nur soviel zu essen, wie ich auch runterbekommen habe, aber genug, um eine Grundlage für die Medikamente zu haben. Aber ich war kaum zu Hause kam ein Teil des Appetits wieder. Die ersten Nudeln mit Pesto und ein Stück Quiches meiner Vermieterin habe ich wirklich mit Genuß gegessen. Ich denke also, dass ich die 2 kg in den kommenden Wochen ohne Sport und mit weniger Bewegung schneller drauf habe als gewünscht. ;-) 

Das Krankenhaus, das Personal incl. der Ärzte waren super. Ich hoffe ja, dass ich so schnell kein Krankenhaus mehr von innen sehe - ausser zum Arbeiten, aber ich würde jederzeit wieder diese Station wählen. Die anderen kann ich ja nicht beurteilen. Die fachliche Qualität ist für den Laien natürlich auch nicht einzuschätzen, da muss ich einfach vertrauen, dass die das gut hinbekommen haben. Auf alle Fälle, habe ich mich dort immer verstanden und gut aufgehoben gefühlt. Und ich sags euch, ich war ziemlich memmig. *lach* Die Memme von 413. Glück hatte ich auch mit meiner Zimmergenossin. Wir hatten bis auf einen kleinen Unterschied die gleiche OP am gleichen Tag und wir verstanden uns super. Hatten die gleichen Schlafphasen, das gleiche Temperaturempfinden, ein ähnliches Ruhe- bzw. Quatschbedürfnis und es war beruhigend zu sehen, wenn die Bettnachbarin die gleichen Probleme im Bauch oder im Hals (vom Beatmungsschlauch) hatte. Sie war etwas schneller fit als ich, was in dem kleinen, aber wirkungsvollen Unterschied bei der OP geschuldet war und so durfte sie einen Tag früher nach Hause. Es macht auch einen großen Unterschied, wenn man einen Eingriff wegen einer langen schmerzhaften Vorgeschichte hinter sich bringt, oder ohne Beschwerden fit ins Krankenhaus einrückt. Psychisch liegen da Welten dazwischen. Man spürte förmlich, wie froh sie war, das Teil samt Beschwerden loszuwerden. Das darf man also nicht unterschätzen! Ihren Vorsprung beim Aufstehen und Laufen, habe ich ziemlich schnell aufgeholt, was sicherlich darin geschuldet war, dass ich einfach sportlicher war und sie schon lange auch eine chronische Krankheit hat. Ich war sehr traurig, als sie weg war, aber ich bekam innerhalb von einer halben Stunde jemand Neues ins Zimmer. Zum Glück auch eine nette, junge Frau. Puuh! Allerdings war sie am Donnerstag halt im OP und danach einfach müde, so dass sich besonders der Donnerstag unfassbar zog. 

Die erste Freude zu Hause zu sein, ist zwar noch präsent, aber ich bin ziemlich lost. Durch die wenige Bewegung und die Zeitumstellung schon um 5 Uhr war und frage mich gerade, was ich den ganzen Tag machen soll? Ich hab schon viereckige Augen und die ersten Spaziergänge werden sicherlich nicht so lange, dass sie tagesfüllend sind. Die Wohnung ist sooo leer, so leise und nachts arg dunkel! 

Krankgeschrieben bin ich erstmal bis Freitag, danach muss der Hausarzt verlängern. Ich habe mir auch wenn es weiterhin so gut verlaufen sollte, vorgenommen mir den November Zeit zu lassen. Das wären genau die 4 Wochen. Aber so genau kann man das jetzt noch gar nicht abschätzen. Es ist ja viel mehr als diese 3 Minischnitte am Bauch. 

Fadenzug muss ich nach 7-10 Tage machen lassen, eine erneute Nachuntersuchung beim Gyn soll nach 10-14 Tagen erfolgen. Da bin ich mal gespannt, ob ich so schnell einen Termin bekomme. Spaziergänge, leichtes Dehnen sind erlaubt, aber ich soll langsam machen. Nichts über 5 kg heben, nicht baden, nicht ins Schwimmbad und Sport auch erst nach Ablauf der 3-4 Wochen (ab jetzt). Physio kann ich auch nach 3-4 Wochen beginnen, empfehlen sie, mal schauen, ob meine Gyn da großzügig ist. 

Was richtig blöd ist und ich erst am Donnerstag erfahren habe, ich muss mir weiter Thrombosespritzen geben. *kreisch* Ich, die Memme von 413, die nicht mal hinschaut, wenn Blut abgenommen oder Spritzen gegeben werden. Super Idee! Schon Donnerstag hinzuschauen, wie die Krankenschwester das gemacht hat - große Überwindung. Naja, ich machs kurz, ich hab gestern ne Weile gebraucht bis ich mich überwunden haben, aber hey, ich hätte Ärztin werden sollen, selten so eine schmerzfreie Thrombosespritze bekommen. *lach* Aber ich weiß, das steht und fällt mit der Stelle, die man erwischt. Kann auch einfach Glück gewesen sein. 6x muss ich noch und die große Herausforderung wird sein, Stellen zu finden. Im Bein habe ich schon einige blauen Flecken davon, von denen man ja Abstand halten soll und mir fehlt da auch ziemlich das Fettgewebe. Im Bauch sind ja die drei Schnitte und ziemlich große Blutergüsse von der OP, da passt nach 2 Spritzen halt nicht mehr viel hin. Am Arm wird es alleine schwierig - naja, hilft nix - muss halt irgendwie. Ich will da kein Risiko eingehen, auch wenn ich mich schon ganz gut bewege und auch Beinübungen für die Venenpumpe mache.

So, jetzt ist es gerade mal 6.35 Uhr, es ist immer noch stockdunkel und der Kaffee ist getrunken. Ich bin sehr froh darüber, dass das Töchterchen heute eintrudelt. 

Was mir echt zu schaffen macht ist, dass ich durch die OP so beschäftigt war und durch die Abwesenheit von zu Hause, die Trauer um Sophie komplett in den Hintergrund getreten ist. Natürlich denke ich immer noch sehr viel an sie, aber ich wurde ja regelrecht exakt 7 Tage danach komplett rausgerissen. Ich habe so Angst, dass ich sie viel zu schnell vergesse, ihre Präsenz hier nicht mehr spüre und sie sich aus meinen Gedanken schleicht. DAS hat sie nicht verdient. Hört sich vielleicht komisch an, aber ich fühle mich um die Trauer gebracht. :-(

Gestern kam sie übrigens fast zeitgleich mit mir nach Hause. Mein Papa und das Töchterchen haben das so miteinander organisiert. Sie steht im Tochterzimmer und ich schaue immer wieder ehrfurchtsvoll auf die Holzkiste, die gar nicht so klein ist, wie ich erwartet habe. 12,2 kg wog meine geliebte Sophie vor ihrem Tod, so steht das auf dem Zettel, der dabei liegt. Wie wir das dann am WE machen, muss ich noch mit dem Töchterchen besprechen. Ich gehe davon aus, dass wir Sophie heute oder morgen in den Garten an ihre Lieblingsplätze bringen, weil das Töchterchen dann erstmal für eine Weile nicht kommen kann. 

Ich hatte ja in meinem letzten Post noch über den Unfall berichtet und auch das hat uns sehr beschäftigt am letzten Wochenende und auch noch über die ganze Woche. Denn was erst noch so glücklich aussah, entpuppte sich als lebensbedrohlich. Mittlerweile hat der junge Mann große Hirn-OPs hinter sich und zwischendrin war es wirklich kritisch wegen einer zuerst nicht entdeckten, großen Hinblutung, aufgrund dessen er einen Schlaganfall hatte. Es ist einfach so schrecklich! Und immer wenn ich im Krankenhaus da lag und mir die Kraft ausging, dachte ich daran, was er durchmachen muss! Oder die Familie! Oder die Freundin meiner Tochter. In Sekunden ist das Leben junger Menschen für immer dramatisch verändert. Am schlimmsten sicherlich die Ungewissheit, was für Folgeschäden er haben wird, ob er sich jemals wieder vollständig erholt. Es verändert alles und ja auch meine Tochter ist indirekt betroffen, dadurch, dass ihre Freundin das jetzt durchmachen muss. Ich kann immer nur hoffen, dass er es schafft und irgendwann vollständig hergestellt wird. Aber machen wir uns nix vor, es wird ein sehr, sehr, langer und steiniger Weg. Wie geht man mit 20 Jahren damit um? Ach, ich darf gar nicht weiter dran denken. :-(

Hat es überhaupt jemand geschafft bis hier unten zu lesen? Der darf sich noch ein paar Fotos anschauen. Ich überlege in der Zwischenzeit, ob ich noch einen Kaffee trinke. ;-)






Sonntag, 27. Oktober 2024

Eingesponnen....

....von der Trauer, der Orientierungslosigkeit, von zu viel Zeit, die gefüllt werden muss.

Es ist ja nicht nur Sophies gute Seele, die hier überall fehlt, nach diesen intensiven Wochen bzw. Monaten mit ihr, habe ich jetzt plötzlich viel zu viel Zeit, was sich ja nochmal verschärft, wenn der Doomsday gekommen ist. Noch vor wenigen Tagen, war ich 5-6x mit Sophie draußen, ich bin zig Mal zu ihr gegangen, um sie auf ihre Decke zurückzuführen, sie zu beruhigen. Ich musste sie mehrfach zum Napf führen, ihr Futter zubereiten und konnte sie kaum noch alleine lassen. Dazwischen irgendwo eingequetscht mein Alltag mit allem, was halt da so dazu gehört. Aber auch als sie noch nicht dement war, war sie mein Motor, mein Strukturgeber. 12 Jahre lang, habe ich mein Leben auf Kind und Hund ausgerichtet und nun ist das Kind flügge und Sophie auch nicht mehr bei mir. 

Geht man wirklich als ehemaliger Hundebesitzer nach ein paar Wochen noch bei Wind und Wetter raus? Wenigstens einmal am Tag? Schafft man sich zu motivieren, wenn es regnet, usselig ist oder man nicht so fit ist? Gute Frage! Die letzten Tage habe ich es auf alle Fälle geschafft. Ich habe versucht, dem Tag etwas neue Struktur zu geben, war jeden Tag mindestens einmal eine Stunde oder mehr spazieren. Oder war joggen! Trotzdem bleibt unfassbar viel freie Zeit übrig - jetzt! Was natürlich auch daran liegt, dass ich eben nicht gleich so durchstarten kann, wie eigentlich gedacht. Eigentlich wollte ich mir "danach" auch eine Auszeit...einen kleinen Urlaub gönnen, der aber nun erstmal warten muss. 

Und ich würde mir ein wenig mehr Zeit zum Trauern wünschen, doch mittleweile drängelt sich trotz großer Verdrängungsbemühungen der Doomsday immer mehr in den Vordergrund. Das nervt mich ungemein und macht mich wütend. 

Gestern kam das Töchterchen und wir haben viel geredet, sind spazieren gegangen und haben die Zeit miteinander wirklich genutzt. Das war sehr schön! Sie ist ja eigentlich erst 3 Wochen in Hamburg, aber uns kommt es vor wie Monate. Es ist toll zu hören, dass sie sich eingelebt hat und sie einfach nur riesengroße Freude an dem Studium hat. Es erfüllt sie, es macht sie glücklich und es lastet sie aus. 

Aber schon gestern dann eine neue Hiobsbotschaft - ihr Abend war so geplant, dass sie sich zuerst mit mehreren Freundinnen zum Kürbisschnitzen treffen und danach mit einer ihrer besten Freundinnen noch auf eine Halloweenparty wollte, schrieb sie mir plötzlich schockiert, dass der Freund der Freundin in den schlimmen Verkehrsunfall, der in der hiesigen Zeitung gemeldet wurde, verwickelt war. Ich hatte die Meldung schon gesehen und war natürlich auch sehr besorgt, weil es ein Frontalzusammenstoß war. Später kam zum Glück die Meldung noch von der Freundin, dass es ihrem Freund den Umständen entsprechend gut geht - er hatte riesiges Glück - aber auf Halloweenparty hatte natürlich keiner mehr Lust. Auch bei den anderen 2 Schwerverletzten stand später die Meldung in der Zeitung, dass bei keinem Lebensgefahr besteht. Wer schuld war, weiß man noch nicht. Der Unfall passierte auf einer unfallträchtigen Straße, aber einer von beiden Autos muss ja auf die Gegenfahrbahn geraten sein.

Heute bin ich natürlich aufgrund der Zeitumstellung schon um 5 Uhr wach gewesen und habe nun viel freie Zeit an diesem Sonntag! Heute Nachmittag wollen wir auf alle Fälle mal in den botanischen Garten, passend zum dortigen Herbstfest. Da waren wir ewig nicht mehr. 

Am Abend fährt sie wieder zurück nach Hamburg, kommt aber schon nächstes Wochenende wegen Halloween nochmal her. Aber das war es dann auch für länger, denn das Studium verlangt ihr zeitlich dann einiges ab!

Und in mir reift eine Idee....bzw. es ist schon beschlossene Sache, wenn nicht noch irgendwas Blödes dazwischen kommt. Man weiß ja dieses Jahr leider nicht, was das Leben noch so mit uns vor hat. 

Die viele freie Zeit hat allerdings auch eine gute Seite, ich nehme wieder öfters die große Kamera mit. Ich habe so wenig fotografiert in den letzten 1 1/2 Jahren. Letztes Jahr ging es monatelang wegen der Schulter nicht, dieses Jahr wurde es mit Sophie immer schwieriger. Nun schleppe ich sie fast täglich mit! Aber ich bin echt aus der Übung! Ein paar lasse ich euch da - zum Thema "Eingesponnen"!










Freitag, 25. Oktober 2024

Der Abschied!

Am Samstag spitzte sich Sophies Unruhe immer weiter zu und ich überlegte, ob ich doch noch in der Praxis anrufen sollte, aber dann legte sie sich doch mal ab und schlief. Sie fraß sehr gut und die Gassirunden waren auch okay, aber ich traf für mich eine Entscheidung, dass ich diesen Zustand nicht mehr lange verantworten kann. Und als sie sich ab Nachmittags gar nicht mehr ablegte, war ich sogar kurz davor den Notdienst anzurufen. Ich wusste einfach nicht mehr, was ich noch machen soll! Allerdings hatte ein Tierarzt Notdienst, der doch ziemlich entfernt war und ich traute mir eine solche Fahrt um diese Uhrzeit mit einem im Auto jaulenden Hund nicht alleine zu. In meiner Verzweiflung gab ich Sophie als letzten Versuch eine Gabapentin und zum Glück wirkte sie nach 45 min. so gut, dass wir endlich mal ein paar Stunden am Stück schlafen konnten. Diesmal waren die Nebenwirkungen auch nicht so schlimm, sie war etwas torkelig, aber laufen konnte sie. Und Fressen, sie hatte ordentlichen Kohldampf! Am Vormittag hielt die beruhigende Wirkung auch noch eine Weile an, aber ab Mittags ging es wieder los mit der Unruhe. Man kann sich das kaum vorstellen, wenn man es nicht mit erlebt und so traf ich eine finale Entscheidung - es ist Zeit sie gehen zu lassen! Ich teilte allen meine Entscheidung mit und so kam Nachmittags meine Freundin mit ihrer Hündin Ella zum Verabschieden. Ein schöner, tröstlicher Moment, weil Sophie tatsächlich nochmal alle Kraft zusammennahm und immer wieder Kontakt zu Ella aufnahm. Sie lief ihr hinterher, schnupperte an ihr und suchte ständig ihre Nähe! Ella konnte mit ihrer dementen Freundin nicht mehr so viel anfangen, aber sie hielt es freundlich aus. 

Beim Abendspaziergang kamen mir kurz mal Zweifel, weil sie plötzlich wieder so gut lief und wir eine echt große Runde machen konnten in einem ordentlichen Tempo. Und sie schnupperte wieder. Doch das hielt nicht lange an, die Unruhe steigerte sich zu Hause schnell und so bekam sie gegen 21 Uhr eine weitere Gabapentin und damit war die Nacht halbwegs ruhig.

Am Montag übernahm vormittags mein Papa die Schicht und so musste sie nur eine Stunde alleine sein, doch das war schon zu lange. Er fand sie hechelnd, jammernd und drehend in ihrem Gefängnis. :-(

Ich rief gleich um 9 Uhr beim Tierarzt an, er hörte kurz zu und gab dann sofort seine Einwilligung, sie zu erlösen. Leider hatte er an dem Tag keine Möglichkeit zu mir nach Hause zu kommen, aber ich wollte keinen Tag länger warten, deswegen willigte ich ein um 15.45 Uhr in die Praxis zu kommen. 

Diese Stunden bis dahin waren natürlich fürchterlich, aber auch irgendwie wichtig! Mein Papa nutzte die Zeit mit ihr alleine, um sich zu verabschieden und als ich dann mit ihr alleine war, stellte ich mich komplett auf ihre Bedürfnisse ein. Wir gingen 2x spazieren, aber sie hatte ja kaum noch Kraft, so kamen wir nicht weit. Sie bekam Fressen, wenn sie wollte und wenn sie Nähe zuließ, knuddelte ich sie und sog ihren typischen Geruch ein. Gegen 14.30 Uhr schlief sie ein!

Meine Mutter kam dann irgendwann, sie sollte mir bei der Autofahrt helfen und sie wollte auch gerne dabei sein. Als Sophie gegen 15.15 Uhr aufwachte, ging ich noch ein letztes Mal mit ihr auf ihre geliebte Wiese.


 

Und dann mussten wir los! Die Autofahrt - die ja nur 5 min. dauert - war grauenhaft. Obwohl meine Mutter mit ihr auf dem Rücksitz saß, ließ sie sich kaum festhalten und jaulte die ganze Zeit herzzerreißend. :-(

Vor der Praxis angekommen bin ich erstmal mit ihr um den Block, damit sie Stress abbauen kann. Zum Glück hatten wir auch noch eine freundliche Hundebegegnung, die sie ablenkte. Und dann machte meine Mutter ein letztes Foto!


Mein Papa war auch da, er würde dann den Teil "danach" übernehmen.

Gegen ca. 15.55 Uhr schlief sie friedlich in meinem Arm ein! Sie zeigte in der Praxis keinerlei Stress und Unruhe mehr, ließ sich ohne Gegenwehr die Beruhigungsspritze geben, während ich mit ihr auf dem Boden saß. Natürlich flossen viele Tränen, aber in dem Moment war alles genau richtig. Es war der richtige Zeitpunkt! Und der Himmel empfing sie mit strahlendem Sonnenschein! Trotz der Traurigkeit hatte das Ganze auch etwas Tröstliches! Sie hatte es geschafft! 

Und sie fehlt soooo sehr hier! Ihre Aura ist noch überall in der Wohnung, die Lücke, die sie vor allem bei mir hinterlässt, ist unfassbar groß.

Ich hatte ja so unglaubliche Angst, dass diese schlimme Demenzzeit alles kaputt macht und ich mich nicht mehr an die schönen Zeiten erinnern kann. Dass ich eher erleichtert bin, die Belastung los zu sein. Aber das war unbegründet! Zum Glück! Das ist alles in der Tierarztpraxis geblieben. Die einzige Erleichterung, die ich empfinde, ist die, dass ich doch die Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt treffen konnte. So lange hat mich das belastet, nicht den richtigen Moment zu erwischen - aber es ist tatsächlich so, wie es viele Hundebesitzer sagen: "Sie zeigen dir, wenn es so weit ist!" 

Ich bin dankbar für die tolle Zeit mit Sophie! Mehr als 13 Jahre war sie an unserer Seite! 

In den letzten Tagen habe ich wirklich jede einzelne Sekunde an Sophie gedacht, viele Tränen geweint, die Trauer hat aber auch irgendwie was Tröstliches, ich kann es gar nicht beschreiben. Ihre Sachen habe ich schon weggeräumt. Ich bin ein Mensch, der das sofort machen muss - sie ist auch so noch überall präsent. Und ich schaue mir immer wieder Fotos an - so viele gibt es von ihr, von uns zusammen, von ihr mit Töchterchen und von uns zu dritt.

Es war eine tolle Zeit und sie war immer an unserer Seite. Sie war eigentlich nur ein oder zweimal für ein paar Tage oder mal eine Nacht von uns getrennt und das ist auch schon ewig her. Sophie war der beste Hund, den man haben kann! Danke!

"Every step I take
Every move I make
Every single day, every time I pray
I′ll be missin' you
Thinkin' of the day
When you went away
What a life to take, what a bond to break
I′ll be missin′ you"

(aus "I'll be missing you" von Puff Daddy)  

Montag, 21. Oktober 2024

*

 


Dienstag, 11. Mai 2021

Abschied

Machs gut, liebe Oma Luise! Wir werden Dich sehr vermissen!
 















Freitag, 27. April 2018

Was ich noch erzählen wollte...


...und wofür ich bisher noch keine Zeit gefunden habe.

Ich war ja bisher in meinem Leben glücklicherweise nur auf wenigen Beerdigungen. Die meisten von Menschen, die ein gesegnetes Alter erreicht haben, eine, wo eine Mutter ihr junges, erwachsenes Kind verloren hat und alle waren ausnahmslos kirchlich auf einem klassischen Friedhof. Nun waren wir das erste Mal auf einer Beerdigung in einem Ruheforst mit einer freien Trauerrednerin und ich möchte schreiben, es war wundervoll. Darf man das überhaupt im Zusammenhang mit einer Beerdigung? Mit einer Doppelbeerdigung? Der Frühlingswald, die Ruhe, die Vögel, das Wetter, der leichte Wind, die persönliche wunderbare, aber auch ehrliche und durchaus auch kritische Rede der Trauerrednerin, es war ein würdevoller Abschied für zwei besondere Menschen. Es gab Raum für Traurigkeit, für ein Schmunzeln und auch für Stille, in der jeder nach seiner Konfession den Beiden gedenken konnte. Für mich auch absolut neu war, dass Hunde zugelassen waren. Aber auch das durfte bei dieser Beerdigung nicht anders sein. Beide Menschen liebten Hunde, beide hatten immer Hunde und haben sich lange im Tierschutz engagiert, so war es eigentlich absolut richtig, dass zumindest Manni mit Abschied nehmen durfte. Bei einer normalen kirchlichen Beerdigung undenkbar.
Als das Töchterchen und ich im Auto saßen, waren wir uns absolut einig, genauso sollte es sein. So ein Abschied von geliebten Menschen! Im Anschluss wurde es dann traditionell mit Kuchen und Kaffee, aber auch dort war Raum für lustige Anekdoten und ernsten, kritischen Worten. Ich denke, es war alles ganz im Sinne von diesen beiden Menschen. Und ich hoffe für meinen besten Freund, dass er diesen Abschied als würdevollen Abschluß für ein wirklich tragisches Ereignis annehmen kann. Nun kann für ihn die Trauerphase beginnen, für die im Vorfeld sicherlich überhaupt keine Zeit blieb.

Freitag, 13. April 2018

Frühling, Freude und Trauer



Die letzten 1 1/2 Wochen waren sehr voll. Wir haben den Frühling begrüßt, die Fußballrunde mit 4:0 wieder eröffnet, die Gartensaison begonnen und dem Auto Sommerschuhe verpassen lassen. Sophie hatte eine kurze Durchfallepisode und ich merke nun, wie groß der Unterschied ist eine Stunde länger zu arbeiten. Die Umstellung fand ja im Herbst statt, zu einer Zeit, wo der Garten  nicht gepflegt und kaum noch Fußballtraining draußen statt fand. Jetzt bekomme ich das volle Programm zu spüren und bin Abends einfach nur noch erschlagen. Aber es ist auch schön, wieder Fußballmutti sein zu dürfen. :-)
Das Töchterchen hat sich das erste Mal für ein Praktikum beworben, mit selbständigem Anrufen und Bewerbung schreiben. Mal schauen, wann und ob wir eine Antwort bekommen. Ich werde dann berichten.
Leider bekamen wir auch gestern eine Schocknachricht. Mein bester Freund verlor an einem Tag seine Mutter und seinen Vater. Seine Mutter war sehr krank und somit kam diese Nachricht erwartet, doch der Tod seines Vaters kam überraschend. Ich kann nicht ermessen, wie es meinem Freund jetzt geht. Ich kann ihm nur Hilfe anbieten und Unterstützung. Einfach für ihn da sein, wenn er es braucht. Meine Gedanken sind in diesen Tagen bei ihm.
Und es zeigt uns allen, wie schnell alles plötzlich vorbei sein kann...