Auch die Blase beruhigt sich einfach nicht so, wie sie sollte und meine Tage laufen alle gleich ab. Das Ausgehen habe ich mir schon komplett abgeschminkt, Abends kann ich Sophie einfach nicht mehr alleine lassen.
Mittlerweile hat sie auch immer mal wieder Probleme beim Laufen, besonders wenn es heiß ist. Ab und zu trage ich sie sogar die Treppen im Zwischengang hoch. Das Wetter wechselt von zu heiß auf zu nass. Nicht schön dieses Jahr!
Mitte Juli geht es mir endlich etwas besser körperlich! Das Töchterchen schreibt die ersten Klausuren, die aber alle sehr gut laufen werden.
Da Sopie sich mittlerweile die Krallen an den Hinterpfoten ordentlich abschleift, bestelle ich Schuhe für sie. Ich befürchte große Schwierigkeiten beim Anziehen, aber letztendlich gab es überhaupt keine Probleme damit.
Ein Versuch mich mehr nach ihrem Rhytmus zu richten, scheitert kläglich, es ist wirklich besser, wenn ich den Takt angelehnt an ihren Pipi- und Fresszeiten vorgebe. Aber das Fiepen wird immer unerträglicher für mich. Ich ertrag das einfach nicht! Das, diese Unruhe und das Nicht-Pipi-Mach-Problem zermürben mich immer mehr. Meine Nerven werden immer dünner.
Die Nächte werden auch immer schlimmer, ich bekomme kaum noch ein paar Stunden am Stück Schlaf, auch tagsüber steigert sich die Unruhe und die Unfähigkeit sich zum Schlafen abzulegen. Ich habe alles versucht, Schimpfen, Festhalten, Streicheln, mich zu ihr legen, nichts hilft nachhaltig.
Meine einzigen Ablenkungen in dieser Zeit ist das Radeln und das Joggen.
Das Töchterchen ist ab und an mal hier, aber nie länger am Stück. Immerhin ist mein Blasenproblem jetzt fast weg.
Weil es mit Sophie immer schlimmer wird, ziehe ich den Tierarztbesuch vor, ich mache ein Video von ihrem Jammern und Drehen auf der Decke. Aber auch er ist ratlos, was wir da tun können. Letztendlich entscheiden wir uns für Librella, die Spritze bekommt sie direkt vor Ort.
Es wird danach minimal besser, deutlich besser, werden die Spaziergänge damit, manchmal musste ich sie sogar bremsen, weil sie zu wild unterwegs war. Die Unruhe selbst ist natürlich geblieben!
Langsam mehren sich vom Umfeld die Fragen, ob ich sie nicht bald erlösen will. Das nervt mich unfassbar! Manche bauen regelrecht Druck auf - und ich muss mich regelrecht rechtfertigen, warum ich es noch nicht in Erwägung ziehe. Es ist mein Hund, meine Entscheidung, ich kenne sie am Besten und ich bin in enger Absprache mit dem Tierarzt. Der das jetzt sowieso noch ablehnen würde. Demenz ist kein alleiniger Einschläferungsgrund!
Meine Nächte sind einfach nur grottig, ich wundere mich selbst, dass ich noch aufrecht stehe!
Und dann erlebe ich den bisher schlimmsten Tag mit Sophie, der mich absolut hilflos zurücklässt. Ich bin am Ende - der Juli auch!
