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Samstag, 13. Dezember 2025

13.12.

 



Ach Süße, heute wärst du 16 Jahre alt geworden. Im Moment ist die Lücke, die du hinterlassen hast, wieder sehr präsent. Gerade als ich gestern alleine den Weihnachtsbaum geholt habe, dachte ich an die vielen Male, die wir dort mit dir zusammen waren. Toll fandest du es da, vor allem das eine Jahr, wo ein Reh über den Platz geflitzt ist. Doof fandest du, dass du auf dem Rückweg im Auto vorne zwischen den Beinen vom Töchterchen sitzen musstest, weil der Baum hinten im Auto lag. 

Auch denke ich gerade oft an unsere Weihnachtsshootings. Was hatten wir einen Spaß mit dir und du hast so toll mitgemacht, natürlich bestochen mit dem Hasenohr. *lach* 

Oder die vielen Spaziergänge, die wir trotz Sauwetter mit dir gegangen sind. Heute gehe ich 1x am Tag, meist alleine, aber irgendwie ist es immer noch so, als wärst du an meiner Seite.  

Überhaupt habe ich zur Zeit wieder das Gefühl, dass deine permanente Präsenz besonders stark ist. Überall in der Wohnung, im Garten oder auf den Spaziergängen spüre ich dich irgendwie....es ist schwer zu beschreiben. 

Herzlichen Glückwunsch Miss Sophie! Lass es krachen, wo auch immer du jetzt bist! Renn wie der Teufel über die Felder und jage jedem Hasen hinterher. Steck deine Nase in jeden Grashalm und in jeden Busch! Und friss so viele Hundekekse wie möglich! 

I miss you!

Dienstag, 21. Oktober 2025

Ein Jahr....


 Ein Jahr fehlst du nun schon! Und es gibt keinen Tag, an den ich nicht an dich denke. Ich weiß immer noch, wie sich dein Fell anfühlte, wenn man durchwuschelte, ich sehe dich vor mir, wie du mich genau mit diesem für dich typischen Blick angesehen hast und ich habe sogar noch deinen so gar nicht hundetypischen Geruch in der Nase, wenn ich deine Fotos anschaue. Du wirst immer unvergessen bleiben, tief in meinem Herzen. Allerliebste Sophie, mein Seelenhund!

Nach einem Jahr ist nun auch ein Teil von dir an deinen drei Lieblingsplätzen im Garten. Ich habe eine Weile gebraucht, aber erst heute fühlte es sich für mich endlich richtig an. Und nun bist du an all deinen Lieblingsorten zurück. 



Freitag, 13. Dezember 2024

15

 


15 Jahre wärst du heute geworden und nun feierst du deinen ersten Himmelsgeburtstag.

Ach Süße, du fehlst sooo sehr!

I miss you!

Samstag, 2. November 2024

Doomsday

Nun liegt auch der Doomsday hinter mir und wie ihr seht, ich habe ihn überlebt. Letzten Montag bin ich morgens um 7 Uhr im Krankenhaus eingerückt, geben 9.30 Uhr ging es in den OP. Ich will gar nicht in die Details gehen, die OP ist soweit gut verlaufen, ich bekam keinen Bauchschnitt und der Heilungsprozess ist bis Stand heute bis auf einen Minizwischenfall, der schnell mit zwei Stichen gelöst werden konnte, gut verlaufen. Ich sags wie es ist, das waren harte Tage, der Kaiserschnitt war pillepalle dagegen, aber vielleicht verdrängt man die Tage nach so einem Eingriff auch einfach nur schnell, wenn einige Zeit vergangen ist. Eigentlich ging es erst ab Mittwoch, nachdem die Drainage gezogen wurde und alle Kanülen aus dem Körper raus waren, so richtig aufwärts. Donnerstag wurde die Abschlussuntersuchung gemacht, auch da war alles in Ordnung - meine Blutwerte gut, die Vitalwerte okay, Verdauung musste allerdings etwas angeschubst werden, mittlerweile klappt alles wieder prima und deswegen durfte ich gestern endlich nach Hause. Ich war so aufgeregt, wie ein kleines Kind vor Weihnachten. Was für ein Gefühl! Mir kam es vor als wäre ich wochenlang weggewesen. 

Mittlerweile nehme ich Schmerzmittel nur noch nach Bedarf, meist so 1 bis 2 Ibu in 24 h. Da ich sie besser vertrage als gedacht in der Stärke, mache ich auch keine Experimente bei der Einnahme, wenn das typische Ziehen im unteren Bauch losgeht, wird eine eingeworfen. Da es ja auch entzündungshemmend ist, kann es nicht schaden. Ansonsten bin ich überraschend schmerzfrei beim Gehen, sehr tückisch, weil man dann auch schnell mal die Schonung vergessen kann. 

Ich habe 2 kg im Krankenhaus gelassen, was sicherlich darin geschuldet ist, dass ich kaum was runter bekommen habe. Es war bis zum letzten Tag immer eine Gradwanderung für mich, nur soviel zu essen, wie ich auch runterbekommen habe, aber genug, um eine Grundlage für die Medikamente zu haben. Aber ich war kaum zu Hause kam ein Teil des Appetits wieder. Die ersten Nudeln mit Pesto und ein Stück Quiches meiner Vermieterin habe ich wirklich mit Genuß gegessen. Ich denke also, dass ich die 2 kg in den kommenden Wochen ohne Sport und mit weniger Bewegung schneller drauf habe als gewünscht. ;-) 

Das Krankenhaus, das Personal incl. der Ärzte waren super. Ich hoffe ja, dass ich so schnell kein Krankenhaus mehr von innen sehe - ausser zum Arbeiten, aber ich würde jederzeit wieder diese Station wählen. Die anderen kann ich ja nicht beurteilen. Die fachliche Qualität ist für den Laien natürlich auch nicht einzuschätzen, da muss ich einfach vertrauen, dass die das gut hinbekommen haben. Auf alle Fälle, habe ich mich dort immer verstanden und gut aufgehoben gefühlt. Und ich sags euch, ich war ziemlich memmig. *lach* Die Memme von 413. Glück hatte ich auch mit meiner Zimmergenossin. Wir hatten bis auf einen kleinen Unterschied die gleiche OP am gleichen Tag und wir verstanden uns super. Hatten die gleichen Schlafphasen, das gleiche Temperaturempfinden, ein ähnliches Ruhe- bzw. Quatschbedürfnis und es war beruhigend zu sehen, wenn die Bettnachbarin die gleichen Probleme im Bauch oder im Hals (vom Beatmungsschlauch) hatte. Sie war etwas schneller fit als ich, was in dem kleinen, aber wirkungsvollen Unterschied bei der OP geschuldet war und so durfte sie einen Tag früher nach Hause. Es macht auch einen großen Unterschied, wenn man einen Eingriff wegen einer langen schmerzhaften Vorgeschichte hinter sich bringt, oder ohne Beschwerden fit ins Krankenhaus einrückt. Psychisch liegen da Welten dazwischen. Man spürte förmlich, wie froh sie war, das Teil samt Beschwerden loszuwerden. Das darf man also nicht unterschätzen! Ihren Vorsprung beim Aufstehen und Laufen, habe ich ziemlich schnell aufgeholt, was sicherlich darin geschuldet war, dass ich einfach sportlicher war und sie schon lange auch eine chronische Krankheit hat. Ich war sehr traurig, als sie weg war, aber ich bekam innerhalb von einer halben Stunde jemand Neues ins Zimmer. Zum Glück auch eine nette, junge Frau. Puuh! Allerdings war sie am Donnerstag halt im OP und danach einfach müde, so dass sich besonders der Donnerstag unfassbar zog. 

Die erste Freude zu Hause zu sein, ist zwar noch präsent, aber ich bin ziemlich lost. Durch die wenige Bewegung und die Zeitumstellung schon um 5 Uhr war und frage mich gerade, was ich den ganzen Tag machen soll? Ich hab schon viereckige Augen und die ersten Spaziergänge werden sicherlich nicht so lange, dass sie tagesfüllend sind. Die Wohnung ist sooo leer, so leise und nachts arg dunkel! 

Krankgeschrieben bin ich erstmal bis Freitag, danach muss der Hausarzt verlängern. Ich habe mir auch wenn es weiterhin so gut verlaufen sollte, vorgenommen mir den November Zeit zu lassen. Das wären genau die 4 Wochen. Aber so genau kann man das jetzt noch gar nicht abschätzen. Es ist ja viel mehr als diese 3 Minischnitte am Bauch. 

Fadenzug muss ich nach 7-10 Tage machen lassen, eine erneute Nachuntersuchung beim Gyn soll nach 10-14 Tagen erfolgen. Da bin ich mal gespannt, ob ich so schnell einen Termin bekomme. Spaziergänge, leichtes Dehnen sind erlaubt, aber ich soll langsam machen. Nichts über 5 kg heben, nicht baden, nicht ins Schwimmbad und Sport auch erst nach Ablauf der 3-4 Wochen (ab jetzt). Physio kann ich auch nach 3-4 Wochen beginnen, empfehlen sie, mal schauen, ob meine Gyn da großzügig ist. 

Was richtig blöd ist und ich erst am Donnerstag erfahren habe, ich muss mir weiter Thrombosespritzen geben. *kreisch* Ich, die Memme von 413, die nicht mal hinschaut, wenn Blut abgenommen oder Spritzen gegeben werden. Super Idee! Schon Donnerstag hinzuschauen, wie die Krankenschwester das gemacht hat - große Überwindung. Naja, ich machs kurz, ich hab gestern ne Weile gebraucht bis ich mich überwunden haben, aber hey, ich hätte Ärztin werden sollen, selten so eine schmerzfreie Thrombosespritze bekommen. *lach* Aber ich weiß, das steht und fällt mit der Stelle, die man erwischt. Kann auch einfach Glück gewesen sein. 6x muss ich noch und die große Herausforderung wird sein, Stellen zu finden. Im Bein habe ich schon einige blauen Flecken davon, von denen man ja Abstand halten soll und mir fehlt da auch ziemlich das Fettgewebe. Im Bauch sind ja die drei Schnitte und ziemlich große Blutergüsse von der OP, da passt nach 2 Spritzen halt nicht mehr viel hin. Am Arm wird es alleine schwierig - naja, hilft nix - muss halt irgendwie. Ich will da kein Risiko eingehen, auch wenn ich mich schon ganz gut bewege und auch Beinübungen für die Venenpumpe mache.

So, jetzt ist es gerade mal 6.35 Uhr, es ist immer noch stockdunkel und der Kaffee ist getrunken. Ich bin sehr froh darüber, dass das Töchterchen heute eintrudelt. 

Was mir echt zu schaffen macht ist, dass ich durch die OP so beschäftigt war und durch die Abwesenheit von zu Hause, die Trauer um Sophie komplett in den Hintergrund getreten ist. Natürlich denke ich immer noch sehr viel an sie, aber ich wurde ja regelrecht exakt 7 Tage danach komplett rausgerissen. Ich habe so Angst, dass ich sie viel zu schnell vergesse, ihre Präsenz hier nicht mehr spüre und sie sich aus meinen Gedanken schleicht. DAS hat sie nicht verdient. Hört sich vielleicht komisch an, aber ich fühle mich um die Trauer gebracht. :-(

Gestern kam sie übrigens fast zeitgleich mit mir nach Hause. Mein Papa und das Töchterchen haben das so miteinander organisiert. Sie steht im Tochterzimmer und ich schaue immer wieder ehrfurchtsvoll auf die Holzkiste, die gar nicht so klein ist, wie ich erwartet habe. 12,2 kg wog meine geliebte Sophie vor ihrem Tod, so steht das auf dem Zettel, der dabei liegt. Wie wir das dann am WE machen, muss ich noch mit dem Töchterchen besprechen. Ich gehe davon aus, dass wir Sophie heute oder morgen in den Garten an ihre Lieblingsplätze bringen, weil das Töchterchen dann erstmal für eine Weile nicht kommen kann. 

Ich hatte ja in meinem letzten Post noch über den Unfall berichtet und auch das hat uns sehr beschäftigt am letzten Wochenende und auch noch über die ganze Woche. Denn was erst noch so glücklich aussah, entpuppte sich als lebensbedrohlich. Mittlerweile hat der junge Mann große Hirn-OPs hinter sich und zwischendrin war es wirklich kritisch wegen einer zuerst nicht entdeckten, großen Hinblutung, aufgrund dessen er einen Schlaganfall hatte. Es ist einfach so schrecklich! Und immer wenn ich im Krankenhaus da lag und mir die Kraft ausging, dachte ich daran, was er durchmachen muss! Oder die Familie! Oder die Freundin meiner Tochter. In Sekunden ist das Leben junger Menschen für immer dramatisch verändert. Am schlimmsten sicherlich die Ungewissheit, was für Folgeschäden er haben wird, ob er sich jemals wieder vollständig erholt. Es verändert alles und ja auch meine Tochter ist indirekt betroffen, dadurch, dass ihre Freundin das jetzt durchmachen muss. Ich kann immer nur hoffen, dass er es schafft und irgendwann vollständig hergestellt wird. Aber machen wir uns nix vor, es wird ein sehr, sehr, langer und steiniger Weg. Wie geht man mit 20 Jahren damit um? Ach, ich darf gar nicht weiter dran denken. :-(

Hat es überhaupt jemand geschafft bis hier unten zu lesen? Der darf sich noch ein paar Fotos anschauen. Ich überlege in der Zwischenzeit, ob ich noch einen Kaffee trinke. ;-)






Sonntag, 27. Oktober 2024

Eingesponnen....

....von der Trauer, der Orientierungslosigkeit, von zu viel Zeit, die gefüllt werden muss.

Es ist ja nicht nur Sophies gute Seele, die hier überall fehlt, nach diesen intensiven Wochen bzw. Monaten mit ihr, habe ich jetzt plötzlich viel zu viel Zeit, was sich ja nochmal verschärft, wenn der Doomsday gekommen ist. Noch vor wenigen Tagen, war ich 5-6x mit Sophie draußen, ich bin zig Mal zu ihr gegangen, um sie auf ihre Decke zurückzuführen, sie zu beruhigen. Ich musste sie mehrfach zum Napf führen, ihr Futter zubereiten und konnte sie kaum noch alleine lassen. Dazwischen irgendwo eingequetscht mein Alltag mit allem, was halt da so dazu gehört. Aber auch als sie noch nicht dement war, war sie mein Motor, mein Strukturgeber. 12 Jahre lang, habe ich mein Leben auf Kind und Hund ausgerichtet und nun ist das Kind flügge und Sophie auch nicht mehr bei mir. 

Geht man wirklich als ehemaliger Hundebesitzer nach ein paar Wochen noch bei Wind und Wetter raus? Wenigstens einmal am Tag? Schafft man sich zu motivieren, wenn es regnet, usselig ist oder man nicht so fit ist? Gute Frage! Die letzten Tage habe ich es auf alle Fälle geschafft. Ich habe versucht, dem Tag etwas neue Struktur zu geben, war jeden Tag mindestens einmal eine Stunde oder mehr spazieren. Oder war joggen! Trotzdem bleibt unfassbar viel freie Zeit übrig - jetzt! Was natürlich auch daran liegt, dass ich eben nicht gleich so durchstarten kann, wie eigentlich gedacht. Eigentlich wollte ich mir "danach" auch eine Auszeit...einen kleinen Urlaub gönnen, der aber nun erstmal warten muss. 

Und ich würde mir ein wenig mehr Zeit zum Trauern wünschen, doch mittleweile drängelt sich trotz großer Verdrängungsbemühungen der Doomsday immer mehr in den Vordergrund. Das nervt mich ungemein und macht mich wütend. 

Gestern kam das Töchterchen und wir haben viel geredet, sind spazieren gegangen und haben die Zeit miteinander wirklich genutzt. Das war sehr schön! Sie ist ja eigentlich erst 3 Wochen in Hamburg, aber uns kommt es vor wie Monate. Es ist toll zu hören, dass sie sich eingelebt hat und sie einfach nur riesengroße Freude an dem Studium hat. Es erfüllt sie, es macht sie glücklich und es lastet sie aus. 

Aber schon gestern dann eine neue Hiobsbotschaft - ihr Abend war so geplant, dass sie sich zuerst mit mehreren Freundinnen zum Kürbisschnitzen treffen und danach mit einer ihrer besten Freundinnen noch auf eine Halloweenparty wollte, schrieb sie mir plötzlich schockiert, dass der Freund der Freundin in den schlimmen Verkehrsunfall, der in der hiesigen Zeitung gemeldet wurde, verwickelt war. Ich hatte die Meldung schon gesehen und war natürlich auch sehr besorgt, weil es ein Frontalzusammenstoß war. Später kam zum Glück die Meldung noch von der Freundin, dass es ihrem Freund den Umständen entsprechend gut geht - er hatte riesiges Glück - aber auf Halloweenparty hatte natürlich keiner mehr Lust. Auch bei den anderen 2 Schwerverletzten stand später die Meldung in der Zeitung, dass bei keinem Lebensgefahr besteht. Wer schuld war, weiß man noch nicht. Der Unfall passierte auf einer unfallträchtigen Straße, aber einer von beiden Autos muss ja auf die Gegenfahrbahn geraten sein.

Heute bin ich natürlich aufgrund der Zeitumstellung schon um 5 Uhr wach gewesen und habe nun viel freie Zeit an diesem Sonntag! Heute Nachmittag wollen wir auf alle Fälle mal in den botanischen Garten, passend zum dortigen Herbstfest. Da waren wir ewig nicht mehr. 

Am Abend fährt sie wieder zurück nach Hamburg, kommt aber schon nächstes Wochenende wegen Halloween nochmal her. Aber das war es dann auch für länger, denn das Studium verlangt ihr zeitlich dann einiges ab!

Und in mir reift eine Idee....bzw. es ist schon beschlossene Sache, wenn nicht noch irgendwas Blödes dazwischen kommt. Man weiß ja dieses Jahr leider nicht, was das Leben noch so mit uns vor hat. 

Die viele freie Zeit hat allerdings auch eine gute Seite, ich nehme wieder öfters die große Kamera mit. Ich habe so wenig fotografiert in den letzten 1 1/2 Jahren. Letztes Jahr ging es monatelang wegen der Schulter nicht, dieses Jahr wurde es mit Sophie immer schwieriger. Nun schleppe ich sie fast täglich mit! Aber ich bin echt aus der Übung! Ein paar lasse ich euch da - zum Thema "Eingesponnen"!










Freitag, 25. Oktober 2024

Der Abschied!

Am Samstag spitzte sich Sophies Unruhe immer weiter zu und ich überlegte, ob ich doch noch in der Praxis anrufen sollte, aber dann legte sie sich doch mal ab und schlief. Sie fraß sehr gut und die Gassirunden waren auch okay, aber ich traf für mich eine Entscheidung, dass ich diesen Zustand nicht mehr lange verantworten kann. Und als sie sich ab Nachmittags gar nicht mehr ablegte, war ich sogar kurz davor den Notdienst anzurufen. Ich wusste einfach nicht mehr, was ich noch machen soll! Allerdings hatte ein Tierarzt Notdienst, der doch ziemlich entfernt war und ich traute mir eine solche Fahrt um diese Uhrzeit mit einem im Auto jaulenden Hund nicht alleine zu. In meiner Verzweiflung gab ich Sophie als letzten Versuch eine Gabapentin und zum Glück wirkte sie nach 45 min. so gut, dass wir endlich mal ein paar Stunden am Stück schlafen konnten. Diesmal waren die Nebenwirkungen auch nicht so schlimm, sie war etwas torkelig, aber laufen konnte sie. Und Fressen, sie hatte ordentlichen Kohldampf! Am Vormittag hielt die beruhigende Wirkung auch noch eine Weile an, aber ab Mittags ging es wieder los mit der Unruhe. Man kann sich das kaum vorstellen, wenn man es nicht mit erlebt und so traf ich eine finale Entscheidung - es ist Zeit sie gehen zu lassen! Ich teilte allen meine Entscheidung mit und so kam Nachmittags meine Freundin mit ihrer Hündin Ella zum Verabschieden. Ein schöner, tröstlicher Moment, weil Sophie tatsächlich nochmal alle Kraft zusammennahm und immer wieder Kontakt zu Ella aufnahm. Sie lief ihr hinterher, schnupperte an ihr und suchte ständig ihre Nähe! Ella konnte mit ihrer dementen Freundin nicht mehr so viel anfangen, aber sie hielt es freundlich aus. 

Beim Abendspaziergang kamen mir kurz mal Zweifel, weil sie plötzlich wieder so gut lief und wir eine echt große Runde machen konnten in einem ordentlichen Tempo. Und sie schnupperte wieder. Doch das hielt nicht lange an, die Unruhe steigerte sich zu Hause schnell und so bekam sie gegen 21 Uhr eine weitere Gabapentin und damit war die Nacht halbwegs ruhig.

Am Montag übernahm vormittags mein Papa die Schicht und so musste sie nur eine Stunde alleine sein, doch das war schon zu lange. Er fand sie hechelnd, jammernd und drehend in ihrem Gefängnis. :-(

Ich rief gleich um 9 Uhr beim Tierarzt an, er hörte kurz zu und gab dann sofort seine Einwilligung, sie zu erlösen. Leider hatte er an dem Tag keine Möglichkeit zu mir nach Hause zu kommen, aber ich wollte keinen Tag länger warten, deswegen willigte ich ein um 15.45 Uhr in die Praxis zu kommen. 

Diese Stunden bis dahin waren natürlich fürchterlich, aber auch irgendwie wichtig! Mein Papa nutzte die Zeit mit ihr alleine, um sich zu verabschieden und als ich dann mit ihr alleine war, stellte ich mich komplett auf ihre Bedürfnisse ein. Wir gingen 2x spazieren, aber sie hatte ja kaum noch Kraft, so kamen wir nicht weit. Sie bekam Fressen, wenn sie wollte und wenn sie Nähe zuließ, knuddelte ich sie und sog ihren typischen Geruch ein. Gegen 14.30 Uhr schlief sie ein!

Meine Mutter kam dann irgendwann, sie sollte mir bei der Autofahrt helfen und sie wollte auch gerne dabei sein. Als Sophie gegen 15.15 Uhr aufwachte, ging ich noch ein letztes Mal mit ihr auf ihre geliebte Wiese.


 

Und dann mussten wir los! Die Autofahrt - die ja nur 5 min. dauert - war grauenhaft. Obwohl meine Mutter mit ihr auf dem Rücksitz saß, ließ sie sich kaum festhalten und jaulte die ganze Zeit herzzerreißend. :-(

Vor der Praxis angekommen bin ich erstmal mit ihr um den Block, damit sie Stress abbauen kann. Zum Glück hatten wir auch noch eine freundliche Hundebegegnung, die sie ablenkte. Und dann machte meine Mutter ein letztes Foto!


Mein Papa war auch da, er würde dann den Teil "danach" übernehmen.

Gegen ca. 15.55 Uhr schlief sie friedlich in meinem Arm ein! Sie zeigte in der Praxis keinerlei Stress und Unruhe mehr, ließ sich ohne Gegenwehr die Beruhigungsspritze geben, während ich mit ihr auf dem Boden saß. Natürlich flossen viele Tränen, aber in dem Moment war alles genau richtig. Es war der richtige Zeitpunkt! Und der Himmel empfing sie mit strahlendem Sonnenschein! Trotz der Traurigkeit hatte das Ganze auch etwas Tröstliches! Sie hatte es geschafft! 

Und sie fehlt soooo sehr hier! Ihre Aura ist noch überall in der Wohnung, die Lücke, die sie vor allem bei mir hinterlässt, ist unfassbar groß.

Ich hatte ja so unglaubliche Angst, dass diese schlimme Demenzzeit alles kaputt macht und ich mich nicht mehr an die schönen Zeiten erinnern kann. Dass ich eher erleichtert bin, die Belastung los zu sein. Aber das war unbegründet! Zum Glück! Das ist alles in der Tierarztpraxis geblieben. Die einzige Erleichterung, die ich empfinde, ist die, dass ich doch die Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt treffen konnte. So lange hat mich das belastet, nicht den richtigen Moment zu erwischen - aber es ist tatsächlich so, wie es viele Hundebesitzer sagen: "Sie zeigen dir, wenn es so weit ist!" 

Ich bin dankbar für die tolle Zeit mit Sophie! Mehr als 13 Jahre war sie an unserer Seite! 

In den letzten Tagen habe ich wirklich jede einzelne Sekunde an Sophie gedacht, viele Tränen geweint, die Trauer hat aber auch irgendwie was Tröstliches, ich kann es gar nicht beschreiben. Ihre Sachen habe ich schon weggeräumt. Ich bin ein Mensch, der das sofort machen muss - sie ist auch so noch überall präsent. Und ich schaue mir immer wieder Fotos an - so viele gibt es von ihr, von uns zusammen, von ihr mit Töchterchen und von uns zu dritt.

Es war eine tolle Zeit und sie war immer an unserer Seite. Sie war eigentlich nur ein oder zweimal für ein paar Tage oder mal eine Nacht von uns getrennt und das ist auch schon ewig her. Sophie war der beste Hund, den man haben kann! Danke!

"Every step I take
Every move I make
Every single day, every time I pray
I′ll be missin' you
Thinkin' of the day
When you went away
What a life to take, what a bond to break
I′ll be missin′ you"

(aus "I'll be missing you" von Puff Daddy)  

Montag, 21. Oktober 2024

*

 


Freitag, 18. Oktober 2024

Wieder eine Woche rum!

Die Woche fing gar nicht gut an, denn Sophie hat am Montag Morgen vor der Arbeit weder alleine gefressen - ich musste sie füttern - noch hat sie ihr großes Geschäft erledigt. Obwohl sie es am WE immer um diese Uhrzeit gemacht hat, hat es natürlich pünktlich zum Arbeiten nicht geklappt. Somit konnte ich sie nicht, wie ursprünglich geplant in ihr Gefängnis stecken und damit sich die Sauerei in Grenzen hält, habe ich ihr Bett im Flur aufgebaut. Als ich nach Hause kam, hat sie es immerhin geschafft, den Kack so hinzulegen, dass sie nicht noch zig Mal durchgelaufen ist, aber sie muss sich irgendwann so festgelaufen haben (obwohl es eigentlich gar keine Ecke im Flur gibt, dass sie so geschrien hat, dass meine Vermieterin es unterm Dach gehört hat und sie kurz davor war in die Wohnung zu gehen. Da es aber kurz vor 12 Uhr war und ich ja um 12.30 Uhr immer komme, hat sie es erstmal verworfen. Sie wusste ja auch gar nicht, was sie machen soll. Das macht mir alles so große Sorgen, auf Dauer geht es einfach so nicht mehr, irgendwann muss man eine Entscheidung treffen. :-(

Dienstag lief es dann morgens besser, sie hat alles erledigt - zwar mit Kampf, aber immerhin - so konnte ich sie ins Gefängnis stecken und es gab kein Geschrei. Glaubt mir, wohl fühle ich mich auch nicht dabei, sie 5 h da drin zu lassen, aber es ist zu ihrem eigenen Schutz. Abends hatte ich dann den Tierarzttermin und wir haben Tacheles geredet. Es war ein gutes Gespräch, aber wirklich weiter bringt mich das halt auch nicht. Es ist so, wie ich es immer befürchtet habe, was ich sehr erschreckend finde, wie realistisch ich das Ganze schon vor Monaten eingeschätzt habe. Fakt ist, wir sind in einer Grauzone angekommen! Es ist alles nicht ganz eindeutig und nicht mal der Tierarzt wüsste, was er tun würde, wenn es seine Hündin wäre. Aber er sagt auch ganz klar, wenn ich die Entscheidung treffe, sie zu erlösen, dann wird er es jetzt auch machen. Wir sind an einem Punkt angekommen, an dem er es auch als Tierarzt vertreten kann. Das jetzt so direkt zu hören, verändert alles. Es ist erleichternd und schockierend zugleich! Und so belastend die Situation für mich ist, so schlimm finde ich den Gedanken dann doch, sie nicht mehr bei mir zu haben. Aber es gibt nun mal Fakten. Sie hat schon wieder abgenommen, körperlich eigentlich null Reserven mehr, Muskeln kaum noch vorhanden, es ist eigentlich ein Wunder, warum sie noch körperlich so durchhält. Schmerzen scheint sie weiterhin keine zu haben, aber die Kraft lässt halt immer mehr nach. Die Lebensqualität ist stark eingeschränkt, allerdings auch hier nicht eindeutig zu sagen, dass sie gar keine mehr hat. Es gibt Hunde, da sagt der Tierarzt, jetzt ist aber mal gut! Da sind wir noch nicht und es ist fraglich, ob es noch so eindeutig wird. Zu spät Erlösen ist auch keine Lösung. 

Ich habe es sacken lassen, mit meinem Vater, der mit ihr am Mittwoch nochmal geübt hat, für meinen Krankenhausaufenthalt, gesprochen - auch er teilt unsere Einschätzung. Und ganz klar ist, dass ich keine Entscheidung aufgrund meiner Situation machen werde, nur damit wir das Betreuungsproblem umgehen oder ich weniger Hilfe in der Zeit danach brauche. DAS muss ich rausfiltern. #

Die Blutwerte waren soweit okay, also alle Werte abgesehen von den Nieren. Bei den Nierenwerten zeigt sich gerade eine ansteigende Tendenz. Wir sind jetzt fast auf dem Ausgangsniveau Anfang des Jahres, bevor sie dann durch die Futterumstellung wieder runter gegangen sind. Tierarzt meint, dass das noch lange nicht kritisch ist, aber eben kippen kann. Wann, kann er nicht sagen. Ich weiß aber, dass sie bei diesen ähnlichen Werten schon Sympthome gezeigt hat - Übelkeit, ab und zu Erbrechen, und Antriebslosigkeit. Deswegen werde ich da ganz genau hinschauen. 

Ich hangel mich also weiter von Tag zu Tag! Allerdings waren die letzten beiden Tage jetzt wirklich schlimm und da muss ich ganz klar sagen, sollte das sooo bleiben, dann kann ich das nicht mehr lange verantworten. Ich weiß aber, dass es nach der Librela Spritze immer zwei Tage doof war, also muss ich weiter abwarten. Es ist einfach nur grauenhaft hier! Anders kann man es wirklich nicht sagen.

Ansonsten verlief die Woche ohne besonderen Vorkomnisse. Es plätschert so dahin, alles ausgerichtet auf den Doomsday. Verdrängung klappt erstaunlich gut, obwohl ich da sonst ja nicht sehr gut drin bin. 

Gestern habe ich das letzte Mal Rasen gemäht, was jetzt durch die Wärme noch wächst, darf dann bis zum Frühjahr bleiben. 

Geschlafen habe ich kaum, der Vollmond und Sophies Unruhe, halten mich auch Nachts auf Trab, mich wundert es, dass ich trotzdem erstaunlich fit bin. Ich habe auch tagsüber keinen Durchhänger. 

Beim Töchterchen läuft es soweit gut, allerdings will jemand wie erwartet nicht das geforderte Formular für en Bafög Antrag ausfüllen. Ist jetzt keine große Überraschung, aber trotzdem einfach nur maximal nervig. Auch auf den Hinweis, dass er verpflichtet ist und sich bei seiner Weigerung das Bafög Amt kümmern wird, ist ihm egal. Er ist der Meinung, sie würde nix bekommen, weil er zu viel verdient und mit meinem Gehalt dazu, wir locker drüber sind. Ahja, als es um die Neuberechnung des Unterhaltes ging, war er noch sehr, sehr arm. Komisch! Egal, Aufregen hilft da nix. Ich habe mein Formular ausgefüllt, ging ganz easy und jetzt muss das Töchterchen halt damit zum Amt. Schauen wir mal, wie es da weitergeht. 

Mittlerweile sind auch endlich alle Kisten in Hamburg angekommen, Hermes hatte da einige Schwierigkeiten. ;-) Und nun sind auch fast die Ersti-Wochen rum. Ab Montag geht es richtig los. Sie hatte schon zwei Vorstellungsgespräche für einen Job, allerdings musste ich sie mal wieder daran erinnern, dass sie wegen Kindergeld, Krankenkasse und Bafög eben nur einen Minijob annehmen kann. Egal, ob es ein Werksstudentenjob oder sonst was ist. Aber Mutti hat ja keine Ahnung! ;-)

Mir ist übrigens das Wetter zu warm, die Sonne ist toll, keine Frage, aber es ist einfach zu warm für diese Jahreszeit.

So, ich muss mal aufhören, Sophie bekommt trotz unruhiger Nacht mit wenig Schlaf immer noch keine Ruhe. Es geht also anscheinend so weiter, wie die letzten beiden Tage. Ich hab sie schon 3x auf ihre Decke gelegt. Aber sie steht immer wieder auf und dreht. 

Ausserdem stehen Hausputz und Einkaufen auf dem Programm heute. 


Sonntag, 28. Juli 2024

Was für ein Tag...

....ich würde mal sagen, der Samstag war der bisher schlimmste Tag mit Sophie. Nach einer ruhigen Nacht hörte ich sie schon um 5.40 Uhr rumtappeln, da sie aber am Vorabend ihr Pipi recht spät gemacht hat, versuchte ich sie nochmal aufs Sofa zu bringen. Das hat dann auch geklappt, aber ich war natürlich wach. Ich frag mich echt, warum sie immer an meinen freien Tagen so früh wach ist. Ist schon sehr auffällig! 

Naja, schon der Vormittag war gruselig. Total verwirrt, es hat ewig gedauert, bis sie wusste, wo der Napf steht und dass sie ja fressen will. Anschliessend hat sie sich kurz abgelegt, fand aber keine Ruhe. Also ging ich mit ihr raus, wo sie aber weder was machte - Pipi geht ja immer noch im Garten morgens - noch wirklich weit gehen wollte. Sie war gestern eh bis Abends schlecht auf den Beinen.  Zu Hause zurück dauerte es wieder lange bis sie lag. Und sie schlief auch nur sehr kurz. Ich hab es so gut es ging, ignoriert und bin dann irgendwann joggen gegangen. Als ich zurück kam, war sie schon am jammern und drehen, aber sie legte sich auch nicht mit meiner Hilfe ab. Erst als ich die Musik zum Saubermachen laut durch die Wohnung schallen ließ, kam sie zum Schlafen. Endlich auch mal ein bissi länger am Stück, aber gegen Mittag musste sie dann natürlich raus. Nach dem Mittagsgang und Fressen, schaffte sie es ausnahmsweise mal schnell sich abzulegen und schlief auch eine Weile. Ich nutzte diese Zeit auch für ein Nickerchen. Ab 14 Uhr ging es dann wieder los mit dem Gejammer. Ich habe alles versucht - keine Chance! Erst als ich eine Decke über sie warf, pennte sie sofort ein und schlief 2 h am Stück - wow! Aber wenn man glaubt, das wäre die Lösung - es war wohl eher Zufall!

Zu ihrer normalen Zeit sind wir zur Spätnachmittagsrunde raus und endlich wollte sie auch mal weiter laufen. So wurden wir in ca. 35 min. klatschnass, aber sie fand es anscheinend nicht schlimm. Nur ein Pipi hatte sie leider nicht gemacht und mir war schon klar, dass das wieder alles durcheinander bringen wird. Das es dann noch so doof wird, damit hab ich nach dem schlaflosen Tag nicht gedacht. 

Zu Hause gab es Fressen und ab da quasi keine Ruhe mehr. Ich hab alles versucht - sie sogar zu mir aufs Sofa geholt, was sie zitternd irgendwie ertrug und nach einer Weile gab ich auch das auf. Ich brachte sie auf ihre Decke im Schlafzimmer und musste echt die Tür zu machen, sonst wäre ich durchgedreht. Mir schlug das Wetter nämlich auch aufs Gemüt und nach Dauerfiepen über Stunden den Tag über, lagen auch meine Nerven blank. Das macht es leider halt nicht besser. Um 18.30 Uhr gab ich auf, weil nun sicherlich auch das nicht gemachte Pipi bei ihr drückte und so war es auch. Aber wenn man denkt, danach war sie ruhig - Fehlanzeige. Erst nach einem Anschiss - manchmal hilft es halt - pennte sie ein. Gegen 21.30 Uhr weckte ich sie, weil ich hoffte, ich könnte sie noch zu einem Pipi überreden. Laufen im Regen fand sie gut, aber Pipi machte sie keins. Trotzdem war die Nacht tatsächlich ruhig und sie schlief bis nach 6 Uhr. Allerdings geht der Morgen schon genauso los wie gestern. Totale Verwirrtheit und Unruhe. 

Wie soll das denn alles noch werden? Aber immerhin weiß ich jetzt, dass die Spritze null Veränderung bringt. Die kann ich mir dann auch sparen. Es sei denn, sie zeigt irgendwann deutlich Schmerzen. Aber an ihrem eigentlichen Problem ändert es nun mal null. 

Und dürfen wir bitte mal über dieses Sch... Wetter reden? Schon am Freitag hat es hier ja quasi dauergerregnet und so durfte ich zwar gestern morgen ohne Regen joggen, aber schön war das nicht. Ich bin gefühlt mitten in der Sauna gelaufen - ätzend! Gegen Mittag fing es wieder an zu regnen und das tat es dann quasi durchgehend. Erst heute morgen kommt die Sonne raus. Eigentlich wollte ich heute radeln, aber ich glaube, das macht wenig Sinn. Ersten zwickt seit Langem mal wieder die Schulterblattmuskulatur und zweitens ist hier immer noch Waschküche. Ich schau mal, wie es mir nach dem zweiten Kaffee geht. 

Das Töchterchen war jetzt eine Nacht in Mainz, weil sie auf einen Geburtstag eingeladen war, heute kommt sie zwar wieder, fährt aber gleich weiter zum campen mit Freundinnen für 2 Nächte. Immerhin hat sie dafür gutes Wetter.

So, ich zapfe mir mal den zweiten Kaffee und häng euch noch ein Sophie Foto an und hoffentlich wird dieser Tag besser als der gestrige!



Freitag, 26. Juli 2024

Wie war die Woche?

Schlaflos war sie definitiv, was aber nicht alleine Sophie verschuldet hat. Ich schlaf einfach grottig schlecht und das Töchterchen wohnt ja zur Zeit auch hier und sie hat definitv einen anderen Tagesrhytmus als wir. Dadurch kommen wir natürlich ziemlich durcheinander und es ist einfach mehr Unruhe bis spät in die Nacht. Ich habe also wirklich keine Ahnung, wie ich mit so wenig Schlaf dann doch so gut durch die Woche gekommen bin. Das große Problem ist, dass Sophie genau in der Zeit, in der ich meinen Powernap nachmittags machen will, gerade unruhig ist. Das hilft beim Erholen nicht wirklich.

Wie geht es Sophie? Schwierig einzuschätzen! Es ist nicht mehr so schlimm wie am Donnerstag und Freitag, aber geblieben sind ein sehr leichter und auch reduzierter Schlaf. Während sie noch vor 2 Wochen tagsüber zwischen ihren Wachphasen tief und ruhig auf ihrer Decke lag und das Fiepen sich auf kurz vorm Einschlafen und eine Weile vor den Spaziergängen beschränkte, schläft sie nun max. 1 h, dann geht alles von vorne los. Besser geworden ist dieses "Nicht ablegen können". Es kommt noch vor, aber ich muss nicht mehr so oft eingreifen meist schafft sie es auch alleine. Das Dauerfiepen im Wachzustand hat sich dafür ausgeweitet. Schlimmer geworden ist ihre Verwirrtheit morgens. Sie findet oft nicht mehr ins Haus, es kann auch länger dauern bis sie weiß, wo die Schüssel ist, obwohl sie direkt davor steht. Dafür hält sich die Verwirrtheit tagsüber ansonsten in Grenzen. Die Nächte waren unterschiedlich. Die letzten beiden war sie recht ruhig, oder ich schlafe wieder besser und höre es nicht, bedeutet dann aber trotzdem, dass sie es schafft sich selbst zu regulieren. Heute morgen war sie - natürlich wieder, wenn ich nicht arbeiten muss - schon um 5.40 Uhr wach und ist vom Sofa runter. Da ich mir aber sicher war, sie muss noch nicht dringend, habe ich sie einfach gepackt und zurück aufs Sofa gebracht, wo sie tatsächlich nochmal eingepennt ist. Dafür war sie heute morgen dann nochmal verpeilter und wusste überhaupt nicht mehr, was sie tun soll. *lach* Sie hat sogar vergessen Kreise im Garten zu drehen, dafür hing sie am Stuhl fest im Regen. Ich wollte sie gerade befreien, da hatte sie es aber selbst hinbekommen. 

Das Spazierengehen war prima, lag aber sicherlich auch an den kühleren Temperaturen. Allerdings muss ich aufpassen, dass sie es jetzt nicht mit ihrem Gehopse übertreibt. Anfang der Woche ist sie auf der Wiese so losgesprintet, dass ich dachte, sie bricht sich gleich alle Beine. Sie wich einem Schmetterling aus und landete in einem Loch, da hat sie sich dann vertreten und stand erstmal krumm und belämmert in der Wiese. *grmpf* Sie lief dann den ganzen Tag etwas unrund, konnte aber alle Pfoten belasten und am nächsten Tag war auch alles gut. Einmal purzelte sie mir in einen trockenen, weichen Graben. Sie suchte eine Pinkelstelle und kam halt immer näher an den Rand, zack saß sie drin und guckte ganz überrascht "Was mache ich hier und wie komme ich hier hin". Ich hab sie dann rausgeholt. Wenn wir zum Spazierengehen losgehen, habe ich die Einfahrt runter einen hoppelnden Hasen an der Leine - unfassbar! So eine Hopse! Von daher bin ich mir tatsächlich nicht so sicher, ob die Spritze doch leicht wirkt. Nicht bei ihrem eigentlichen Demenzproblem, aber vielleicht hat es doch irgendwie leicht gezwickt. Ich schau mal, wie es wird, wenn es wieder heiß wird. Bei kühlerem Wetter hatte sie ja immer Phasen, wo sie viel besser lief. 

Gestern allerdings hat sie was gezeigt, was sie nicht mehr so oft macht. Sie hat zwar immer noch Interesse an anderen Hunden, nimmt auch vorsichtig Kontakt auf, aber gestern war das sehr viel deutlicher. Sie lief nicht mal ihre Kreise, während ich mich mit den anderen Hundebesitzern unterhielt. Sondern sie nahm mehrfach Kontakt zum Hund auf, die Hündin hatte aber nicht so wirklich Lust auf sie. *lach* 

Was mir an mir selbst auffällt ist, dass es immer nach der gleichen Dynamik abläuft. Zuerst kommt der Schock, die Verunsicherung, der Frust, das Selbstmitleid, wenn es einen neuen Schub gibt. Wenn er so schlimm ist, wie der letzte, muss ich natürlich zum Tierarzt und ein paar Dinge abklären zu lassen. Dann kommt die Beobachtungsphase, man ist komplett überfordert, hadert mit allem und möchte am Liebsten alles hinter sich lassen. Und irgendwann schleicht sich so eine neue Routine ein, man lernt auszuhalten, justiert nach und man schafft es sogar Dinge hinzunehmen. Wenn sie extrem fiept auf ihrer Decke liegend und ich einfach an der Routine festhalten muss, weil sonst alles noch viel schlimmer wird, dann versuch ich sie noch einmal oder zweimal zu beruhigen, aber dann ist auch gut. Dann muss sie halt fiepen. Wenn ich es schwer ertragen kann oder selbst einfach mal Ruhe brauche, sitze ich auf Terrasse oder mach die Tür zwischen uns zu. Hört sich fies an, ist aber Selbsterhaltungstrieb. Ich kann ihr eh nicht helfen. Ich hab alles versucht, streicheln, spazieren gehen, Alternativbeschäftigung - liegt sie wieder auf ihrer Decke, geht das Fiepen weiter. Erst wenn sie schläft, hört es auf und auf den Schlaf habe ich nun mal keinen Einfluss. Ich sag mir dann immer, soll sie am Tage fiepen, dann ist sie Nachts müde. Und bleiben wir mal bei den Fakten, ich muss an 4 Tagen arbeiten und bin 5 1/2 h weg. Daran geht auch kein Weg vorbei! Wenn ich mir da den Kopf mache, wie es ihr ergeht, dreh ich selbst durch, also schiebe ich den Gedanken weg und bisher gab es noch keine Beschwerden seitens meiner Vermieter. Sollte der Tag kommen, an dem sie durchjammert oder ich sie immer wieder in aussichtslosen Situationen bzw. in großem Stress wiederfinde, wenn ich nach Hause komme, dann muss man neu überlegen. Im Übrigen kann es auch vorkommen, dass sie 4 h fast durchfiept, wenn das Töchterchen da ist. 

Was mich mittlerweile echt nervt, sind Bemerkungen anderer Hundebesitzer. "Also ich würde sie einschläfern lassen" oder "Ist es nicht jetzt mal langsam Zeit sie gehen zu lassen" sind so beliebte Kommentare. Ja, sie hören von mir natürlich oft die Dinge, die schwierig sind und ja man kann die Frage stellen, ob sie noch Lebensqualität hat. Aber von außen vorwurfsvoll zu urteilen, ist natürlich leicht! Wer noch keinen dementen Hund hatte, hat keine Ahnung, was das bedeutet! Und ich bin die letzte, die sich an einen sterbenden Hund klammern würde, der leidet. Im Gegenteil, für mich wäre auch vieles leichter, wenn ich diese Entscheidung zeitnah treffen könnte. Ein Leben ohne Sophie wird schwer, aber das jetzige Leben mit Sophie ist auch sehr hart! Aber es gibt halt auch noch einen Tierarzt, der mitentscheidet und wenn der sagt, er sieht noch keinen leidenden Hund, dann habe ich auch wenig Einfluss auf seine Entscheidung. Interessanterweise zählt dieses Argument nicht. "Ich würde beim Tierarzt drauf bestehen" habe ich einmal gehört. Ähm, ich glaube, mein Tierarzt hat ansonsten eher das Problem, dass die Besitzer zu lange festhalten und ich vertraue ihm voll. Davon mal abgesehen, sehe ich bis auf das Fiepen und die jetzt reduzierte Schlafzeit, tatsächlich keinen Hund, er sich aufgegeben hat. Ich würde mir ewig vorwerfen, dass ich die Entscheidung nur getroffen habe, weil ich endlich wieder ein Leben haben möchte. Ich zieh das jetzt durch mit ihr und ich hoffe, dass es wirklich so ist, wie fast alle Hundebesitzer sagen "du wirst es wissen, wenn es so weit ist, sie zeigen es dir". Und dann wird das eine Entscheidung sein, die ich gemeinsam mit dem Tierarzt treffen werde. Und sonst niemand wird daran beteiligt sein! 

So, und nun packe ich mir meine verwirrte Wurst mal und geh mir ihr die Morgenroutinerunde, auf der sie nix machen wird und auf die sie nach 300 m auch keine Lust mehr hat. *lach*  

Sonntag, 14. Juli 2024

Schuhproblem...

....gelöst! Sophie hat nun Schuhe und das Ganze gestaltete sich sehr einfach. Die Schuhe kamen gestern vormittag, ich probierte sie ihr an in der Wohnung und zuerst fand sie sie natürlich komisch. Beide Paare passen, das eine aber sehr viel besser. Davon zog ich ihr dann bei der nächsten Gassirunde einen an und hier hatte die Demenz echt einen Nutzen. Sie ist da so in einem "ich muss laufen" Tunnel, dass sie sofort los ist, als hätte sie da nix an der Pfote. Immerhin ein Problem weniger. 

Dafür muss ich aber nun sagen, mein Experiment, mich einfach mal mit den Runden nach dem Hund zu richten, macht alles nur noch viel schlimmer!

Nur kurz zur Erklärung, die Arbeitstage geben ja unseren Rahmen vor, 6 Uhr aufstehen, Sophie steht auch irgendwann auf, will in den Garten, macht Pipi und bekommt Fressen,  gegen 6.45 Uhr eine kleine Runde, falls sie nochmal groß muss. Gegen 12.30 Uhr die Mittagsrunde, dann fressen. Um 16.30 Uhr ca., die Abendrunde, danach fressen und irgendwann zwischen 19 und 20 Uhr die letzte Runde. Weil sie aber nun wieder nur 3x am Tag pinkelt, ist gerade Abends alles ein wenig schwieriger und oft genug müssen wir um 21.30 Uhr nochmal los. 

Im Großen und Ganzen halten wir diesen Rhythmus auch am WE ein, nur die Mittagsrunde gehen wir meist etwas früher. Nun ist es aber so, wenn ich z.B. joggen, einkaufen oder Rad fahren bin am Vormittag und davon zurückkomme - egal um wieviel Uhr. Dann denkt sie, es wäre Mittagsrundenzeit. Gestern war das dann um 10.30 Uhr und überraschend pinkelte sie da dann auch nochmal - macht sie sonst nie. Sie fraß zu Hause noch ihre Reste und damit war alles weitere durcheinander. Wäre ja egal, wenn man einen Hund ohne Demenz hat. Mit Demenz gelten andere Regeln. Und zur Zeit hat sie einen starken Demenzschub. 

Naja, sie wurde den ganzen Tag immer so nach 1-2 h wieder wach, fiepte ewig rum und hörte erst auf, wenn ich mit ihr raus bin. Aber nur kurz, auch danach ging oft die Fieperei weiter bis sie endlich schlief. Das letzte und dritte Pipi kam so erst um 18.15 Uhr, gefressen hat sie die letzte große Futterportion schon um 17 Uhr, den kläglichen Rest um 18.30 Uhr. Gegen 20 Uhr sind wir nochmal los, wo überraschend ein zweites großes Geschäft kam. Aber sie frisst halt auch tatsächlich wieder mehr und davor waren die Abstände eh wieder riesig. Um 21.30 Uhr war sie so unruhig, also sind wir nochmal raus - nix. Danach brachte ich sie ins Bett - und sie fiepte, und fiepte und fiepte. Ich habe zig Mal versucht, sie mit Streicheln zu beruhigen - nix. Nach einem Anschnauzen war dann Ruhe, ging aber kurz darauf weiter. Ein letzter Versuch mit Streicheln hat dann geklappt und die Nacht war ruhig. Zumindest hab ich nix mehr gehört. Aber nach dem unruhigen Tag, muss sie auch irgendwann mal müde sein.

Dafür war die Nacht um 5.40 Uhr rum, sie muste Pipi und schob Kohldampf ohne Ende, sicherlich darin geschuldet, dass wir gestern so durcheinander waren. Sie war auch schon heute morgen irre verwirrt, fand den Weg nicht mehr vom Garten nach drinnen und ich bin zur Zeit wirklich am Überlegen, ob ich den Rest noch abzäune. Ich muss ja ständig ein Auge darauf haben, ob sie nicht über die Einfahrt abhaut. 

Jetzt hat sie Pipi gemacht, gefressen und fing ihr Fiepkonzert schon wieder an. Ich dreh echt durch. Ich bin hundemüde und wollte eigentlich heute morgen Radfahren, aber ehrlich - dazu fehlt mir gerade echt die Lust. Ich habe sie jetzt echt geschimpft und nun scheint Ruhe. Es tut mir echt so leid, sie zu schimpfen, aber manchmal ist das wirklich das Einzige, sie aus ihrem wirren Zustand rauszubekommen, damit sie entspannen kann. Denn nach 1 Stunde fiepen - ich hab das auch schon ausgesessen, ist sie halt auch selbst hochgestresst. Selten schafft sie es dann noch sich selbst zu regulieren. 

Heute werde ich definitiv wieder auf unsere festen Zeiten bestehen. Vielleicht sollte ich mir Oropax besorgen oder mit Kopfhörern durch den Tag gehen. *grmpf* Heißt aber für mich, wenn ich heute morgen das Haus verlassen werde zum Radeln oder was auch immer, dann darf ich erst gegen 11.30 Uhr frühestens zurückkommen. Toll, oder? 

An solchen Tagen wünsche ich mir die Hitze zurück, da schläft sie mehr und will seltener laufen. Und an Hitzetagen sieht sie so fertig aus, dass ich mir die kühlen Tage zurückwünsche. Dazwischen gibt es momentan nix.

So, der Anschiss hat zwar das Fiepen gestoppt, aber sie legt sich nicht ab. Ich werde wohl gleich die früher Runde gehen, wenn ich den Kaffee getrunken habe. Oh, man! Das Schlimme an der Runde ist, dass sie gar nicht gehen will. Wenn wir nämlich draußen sind, wird sie schon nach ein paar Meter langsamer und ich muss sie antreiben, damit wir wenigstens ein Stück gehen. Das macht richtig Spaß! Nicht!

Mein einziges Highlight dieses WE war bisher, dass ich gestern gejoggt bin, während alle anderen das WE auf dem Stadtfest waren. *heul* Wie lange hält man das durch? Dabei war ich gestern bis Mittags wirklich guter Dinge. Aber diese Unruhe und das Dauerfiepen plus Nicht-Pippi machen, macht mich fertig. 

Achja, sie ist gestern und vorgestern richtig gut gelaufen, zumindest das lag wohl dann am Wetter. 

So, dann schnapp ich mir den Hund mal, damit sie sich danach hoffentlich endlich wieder hinlegt und schläft. *soifz*

 

Samstag, 22. Juni 2024

Das Leben....

...mit einem Hund, der Demenz im fortgeschrittenen Stadium hat. Da es seit ein paar Tagen wieder gerade Abends sehr schwierig ist und mich das wirklich ans Limit bringt und ich mich leider nicht immer im Griff habe geduldig zu sein, hier mal ein kleiner Auszug, was das bedeutet an solchen Tagen:

6 Uhr: Ich bin wach, Sophie pennt noch tief.  Ich mache ihr das Fressen fertig und warte brav in der Küche bei einem Kaffee bis sie aufsteht. 6.30 Uhr ist es soweit, sie geht direkt in den Garten, wo sie sich minutenlang im Kreis dreht bis sie einen geeigneten Pipi-Platz gefunden hat. Danach frisst sie direkt, heute mal ausnahmsweise eine größere Portion, der Rest bleibt drin. Anschliessend legt sie sich in mein Schlafzimmer auf ihre Decke und fiept. Liegt unentspannt da. 

7.30 Uhr: Ich gehe mit ihr spazieren, aber so richtig hat sie keine Lust. Immerhin schaffen wir es einmal um den Block und sie macht ein Minihäufchen. Danach frisst sie zwei Körner aus dem Napf, legt sich auf ihre Decke und fiept. Zwischendrin steht sie auf, läuft rum, legt sich wieder, schläft ein. Aber es bleibt ein unruhiger Vormittag - manchmal ist das jetzt so. Ich fahre einkaufen!

11.30 Uhr: Ich komme nach Hause, sie schläft und hört mich nicht mal, obwohl ich beim Einräumen nicht leise bin. Nach 12 Uhr wird sie wach und will raus. Wir gehen spazieren, aber ihr ist es schon zu heiß, also wird es eine kleinere Runde nur zu ihrem Pinkelplatz, allerdings macht sie diesmal ausnahmsweise mal vorher. Danach bekommt sie Fressen, von dem sie heute fast gar nix fressen wird. Sie legt sich hin, fiept kurz und pennt ein. Kein Wunder, sie hat Schlaf nachzuholen.

17.15 Uhr. Sie schläft immer noch, ich werde nervös, weil je später wir jetzt gehen, um so schwieriger wird das mit dem letzten Pipigang. Aber sie schläft wirklich tief, da will ich sie nicht wecken. 

17.30 Uhr: Jetzt ist sie wach und will sofort raus. Wir gehen und sie hat mit der Schwüle schwer zu kämpfen. Gegen 17.45 Uhr macht sie ein Pipi und ich weiß, was das für mich bedeutet! Zu Hause bekommt sie Fressen, von dem sie 2/3 frisst. Den Rest wird sie später fressen bis auf ein paar Trockenfutterbrocken. Danach legt sie sich hin und schläft weiter. Eine halbe Stunde später ist sie wieder wach, weil das Töchterchen gekommen ist. Aber sie legt sich schnell wieder hin und schläft weiter. 

19.15 Uhr: Sie ist wach und unruhig. Steht minutenlang vor der Haustür, dreht Kreise. Ich versuche es zu ignorieren, weil es definitiv noch zu früh ist. Sie wird nix machen. Sie fiept! Gegen 19.45 Uhr halte ich es nicht mehr aus. Sie zerrt mich die Einfahrt runter, ich passe mich an und wir gehen eine größere Runde. Nach der Hälfte hat sie keine Lust oder Kraft mehr, keine Ahnung. Sie bleibt stehen und ich muss sie antreiben bis wir zu Hause sind. Pipi hat sie natürlich keins gemacht.

20.45 Uhr: Sie ist erneut wach, also versuche ich es nochmal mit dem Pipi machen lassen. Wir laufen fast eine Stunde rum. Ich führe sie mehrfach zu der näheren Pipistelle, danach zerre ich sie zu der weiter entfernten. Zum Glück weiß ich, dass sie das noch konditionell schafft. Aber sie wird auch diesmal nix machen und so langsam bin ich genervt. Zu Hause frisst sie die Reste vom Futter und ich bringe sie auf ihren Schlafplatz auf dem Sofa. Alleine schafft sie das nicht mehr Abends. Sie legt sich nicht ab und fiept. Ich habe keine Ahnung, ob sie vielleicht doch muss! Irgendwann liegt sie entspannt da und pennt.

23 Uhr: Sie fiept und steht auf dem Sofa. Ich bringe sie in den Garten, aber sie glotzt mich nur an. Wie ich schon befürchtet habe, dass dieser Rat einer Freundin nix bringen wird. Es ist dunkel und ich musste sie mit der Leine sichern, damit sie nicht abhaut, das versteht sie alles nicht mehr. Ich führe sie mehrfach im Kreis, aber sie weiß nicht, was sie da soll. Also gehen wir rein, ich ziehe mich komplett an und wir laufen erneut zur Pipisstelle. Durch die Dunkelheit ist sie unsicher, sie schnuppert zwar, aber sie macht nix. Ich könnte schreien. Zu Hause angekommen bringe ich sie aufs Sofa und gebe es endgültig auf. Als ich eine halbe Stunde später nach ihr schaue, liegt sie endlich entspannt. Ich gehe ins Bett, schlafe total schlecht, wache mehrfach auf, weil ich sie im Traum rumlaufen höre. Einmal gehe ich schauen, aber sie liegt und schläft. 

4.20 Uhr: Ich schaue auf die Uhr und denke, zum Glück ist es jetzt schon hell, wenn sie jetzt muss.

5.50 Uhr: Ich bin erneut wach und verwundert, dass sie es schon wieder so ewig ohne pinkeln geschafft hat. Leider kann ich nun nicht mehr einschlafen.

6.30 Uhr: Ich stehe auf, mache Futter, Sophie pennt noch, wird aber relativ schnell wach. Ich lasse sie in den Garten, wo sie immer noch Zeit hat mehrere Runden zu laufen und sich im Kreis zu drehen, bevor sie pullert. *uffz*

Es ist nicht jeden Tag so extrem, aber diese Pipisache ist zur Zeit wieder schlimm. Es stresst mich halt so. Man könnte jetzt sagen, ich stelle mich an, dann macht sie halt mal nachts ins Haus, aber Sophie ist halt noch nicht inkontinent, sie wird nicht ins Haus machen. Das kann natürlich noch irgendwann kommen, aber momentan ist es nicht so weit, sie hat das sehr gut unter Kontrolle. Und nein, es wäre auch nicht schlimm, sie mal eine Nacht rauszulassen in den Garten. Geht aber nicht ohne Leine, ich hab das versucht, um das zu entstressen, aber sobald es dunkel ist, weiß sie nicht mehr, was sie im Garten machen soll. Also läuft sie direkt Richtung Einfahrt und das ist nun mal saugefährlich, weil sie extrem schnell ist, aber keine Orientierung hat. Ich muss sie also sichern und das wiederum bedeutet für den dementen Hund, wir gehen spazieren. Also zur Zeit keine Lösung. 

Ich überlege gerade, wie ich es neu justieren kann. Das Problem ist, dass sie halt Abends so unruhig ist, sicherlich geschuldet darin, dass es ihr tagsüber zu warm ist, um längere Strecken zu laufen. Heute werde ich mal nicht bis zu Pipistelle laufen bei der 17 Uhr Runde, dann kann ich mir sicher sein, sie macht später. Eine Zeitlang war das mal die Lösung für ein paar Tage. Ich glaube auch, sie trinkt zu wenig. Und durch die höhere Menge an Nassfutter, habe ich das Futter nicht mehr so verwässert, aber das werde ich jetzt wohl wieder machen müssen, auch auf die Gefahr hin, dass sie dann noch weniger eigentliches Futter aufnimmt, weil das Wasser den Bauch schneller satt macht. Sie ist eh schon sehr dünn, aber was soll ich tun? Am Schlimmsten ist aber, dass ich gerade Abends manchmal einfach keine Geduld mehr habe und leider auch mal ruppig bin beim Hinterherziehen oder Antreiben. Aber 3 von 4 Abenden hat sie eben dann doch irgendwann ein riesengroßes Pipi gemacht. Es bleibt also schwer einzuschätzen. Die Situation ist belastend! Aber für Entscheidungen ist es immer noch zu früh! Sie mag zwar den größten Teil des Tages teilnahmslos sein, einen leidenden Eindruck macht sie aber nicht. Sie lebt in ihrer eigenen kleinen Welt und das Drumherum verunsichert sie manchmal. Ich müsste geduldiger sein, bin ich im Prinzip auch schon geworden, nur diese Pipi-Sache stresst mich extrem! Aber ich weiß mittlerweile von anderen Hundebesitzern, deren Hund verwirrt war wegen eines Tumors im Kopf, dass sie ihn nachts irgendwann im Keller hatten, weil nichts anderes mehr ging. Hört sich vielleicht grausam an, aber niemand, der noch keinen dementen Hund hatte, sollte darüber urteilen! Man muss für sich und den Hund Lösungen finden, die für alle Parteien am wenigsten Stress bedeuten. Sonst steht man das wirklich nicht durch und das kann Monate bzw. Jahre dauern.

Jetzt werde ich mir meine demente Dame aber gleich mal schnappen und schauen, ob sie ein großes Geschäft muss, es sei denn, sie schläft jetzt, dann lass ich sie auch schlafen. Sie wird müde sein von dem Gelaufe gestern Abend bis in die Nacht rein. Die arme Wurst!

Ich wollte heute eigentlich joggen, aber ich bin zu k.o. von der Nacht. Das wird wohl erstmal nix. 

Aber heute ist ein neuer Tag im Leben eines dementen Hundes und das bedeutet immer wieder andere Überraschungen! Schauen wir mal, wie es heute wird.



Sonntag, 19. Mai 2024

Tja....

...ich würde sagen, Sophie hat einen starken Demenzschub. Das hat mit normaler Alterung nichts, aber auch rein gar nichts mehr zu tun. Sie war ja die letzten 3 Tagen schon verwirrt, aber das was sie gestern gezeigt hat, schockiert schon ziemlich. Denn sie hat erstens das Töchterchen rein gar nicht mehr erkannt und war ihr gegenüber völlig gleichgültig. Und noch schlimmer, es hat sie total gestresst. Sie fiepte ab dem Ankommen durchweg, bekam keine Ruhe, war völlig aus ihrem Rhytmus draußen, obwohl sich ja nichts verändert hat, ausser, dass eine weitere Person mit in der Wohnung war und wir uns halt unterhielten. Das alleine war schon zu viel! Irgendwann bin ich mit ihr raus, eine Stunde vor ihrer Zeit. Wo sie natürlich nichts gemacht hat, weil sie schon im Garten Pipi erledigte und nach ein paar Meter wollte sie auch eigentlich gar nicht mehr weiter gehen. Es regnete nämlich. Zu Hause angekommen konnte ich sie aber nicht wie sonst nach dieser Runde füttern, weil es zu früh war. Stattdessen gab ich ihr ein paar Körnchen Trockenfutter. Die frass sie sofort, fiepte danach aber weiter. Als das Töchterchen mal kurz in die Stadt fuhr, war dann Fütterungszeit, aber das verstand der verwirrte Hund auch nicht mehr. Es hat ewig gedauert, sie überhaupt zum Futternapf zu locken, um wenigstens die Medikamente reinzubekommen. Viel gefressen hat sie dann auch nicht. Anschliessend schlief sie aber endlich mal ein. Zur letzten Hunderunde wurde sie zum Glück von alleine wach und lief auch ordentlich - Laufen ist gerade kein Probleme wegen der Temperaturen. Danach fraß sie auch komplett ihr Futter von vorher leer und legte sich zum Schlafen ab. Doch um 23.30 Uhr - das macht sie ja seit ein paar Tagen schon - wurde sie verwirrt wach und fiepte, totmüde, bekam aber keine Ruhe. 3x musste ich hin - irgendwann schlief sie ein. Der Rest der Nacht war ruhig. Nur ich konnte nicht schlafen, zu aufgewühlt von der krassen Veränderung. Bisher kam das alles schleichend, mal schlimmer mal besser, aber das hier ist eine andere Hausnummer. Sie hatte gestern eigentlich kaum einen klaren Blick. Ja, demenzkranke Hunde haben keine Schmerzen, aber sie zeigt halt komplette Verunsicherung und Ängste, auch mir gegenüber. Und niemand kann von mir verlangen, dass ich wegen ihr nicht mal mehr Besuch empfangen kann, wo ich schon so gut wie nicht mehr vor die Tür komme. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, wie ich das schaffen sollen, einen dementen Hund alleine zu begleiten. Irgendwann bekommen sie ja auch Probleme mit dem Alleinebleiben. Aber sorry, ich muss arbeiten und zwar vor Ort! Ich schaue also gerade nicht sehr zuversichtlich auf die nächsten Tage, Wochen und Monate. Ich hoffe nur, sie gewöhnt sich an den Besuch des Töchterchens, sonst ist das echt frustrierend. Weil das echt die Freude darüber trübt, dass sie mal hier ist. :-( 

In solchen Momenten frage ich mich, was mir mein Leben sagen will! Warum jetzt auch noch die Hundedemenzkarte oben drauf? Wieder muss ich mich vollkommen zurückstellen, denn wie ich auch schon aus anderen Erfahrungsberichten über demente Hunde gelesen habe - diese Hunde kann man ab einem gewissen Grad niemanden mehr zumuten! Hundesitter und sei es nur für einen Tag ist also keine Option. Es sei denn, es liegt ein Notfall vor.

Es frustriert mich echt! Klar werde ich den Weg mit ihr gehen, aber es sei mir verziehen, wenn ich hoffe, dass dieser Weg nicht mehr allzu lange dauert. Wer sie gestern gesehen hätte, würde mir zupflichten. Trotzdem und das ist halt die Krux an der ganzen Sache - wir sind noch nicht so weit, die Entscheidung für sie zu treffen. So lange sie frisst, gerne raus geht, keine Schmerzen hat, muss man das so nehmen wie es ist. Inkontinent ist sie auch noch nicht. Behandlung gibt es keine, wenn die Nächte extrem werden, geben manche Tierärzt Beruhigungsmittel. Keine Ahnung, wie meiner dazu steht. Ich hoffe, dass es nach dem Schub wie bisher auch, wenigstens wieder ein bissi besser wird. Wenn wenigstens die Nächte ruhig bleiben, wäre mir schon geholfen. 

So, nun werde ich  mir den dementen Hund schnappen und raus gehen und sie wird eh nix machen, wie immer morgens! Pipi ist in den Garten gegangen und das große Geschäft macht sie momentan nur einmal am Tag mittags.

Ach, mit dem Töchterchen ist es wundervoll! Da hat sich echt was verändert. Während sie es beim ersten Mal noch lästig fand nach Hause zu kommen, findet sie es jetzt toll und genießt es. Sie hat mir auch angeboten, in der Lernphase im August hier zu lernen und auch mal auf Sophie aufzupassen. Aber schauen wir mal, wie es bis dahin ist. Im August sollen wir auch wieder zur Blutkontrolle, falls sich ihr Zustand nicht noch mehr verschlechtert. 

Samstag, 18. Mai 2024

Gestern...

...war ja Tierarzttermin. Dort angekommen bin ich erstmal in Tränen ausgebrochen, daran merkt man, wie durch ich bin. Aber gut, dass ich genau diesen Tierarzt hab, denn der hat mich schnell da wieder rausgeholt. Die Fakten: Auch er sieht deutlich, dass Sophie abgebaut hat und es auch schneller tut, als es in ihrem Zustand eigentlich üblich ist. Aber er sieht halt eben auch einfach einen alten Hund, dem es im Großen und Ganzen noch gut geht. Er schließt weiterhin Schmerzen aus - ist ja auch meine Beobachtung. Das Wegknicken kommt halt von ihrem Rücken, da kann man einfach nichts mehr verbessern. So lange sie keine Schmerzen hat, gibt es da keinen Handlungsbedarf, nur weil sie ab und an mal an schlechten Tagen hinten wegbricht. Er hat mir auch bestätigt, dass sie dement wirkt. Sie war ja nach der Autofahrt ziemlich wirr, so konnte er das dann auch miterleben, dieses Drangwandern. Aber er konnte sie noch rausholen aus dem Zustand und das Leckerli hat sie tatsächlich auch genommen. Sie hat nicht abgenommen, das war sehr wichtig für ihn. Sie frisst, sie hat keine Schmerzen, sie kann sich lösen und ist noch nicht inkontinent. Das Blutbild hat ergeben, dass der Harnsäurewert sogar wieder im Normbereich ist, der Kreatininwert ist ein bissi höher gewesen, aber noch nicht beim Ausgangswert. Von den Nieren her gibt er momentan Entwarnung. Das restliche Blutbild ist top. Er gab mir den Rat, manches einfach mit Humor zu nehmen und sie einfach so zu nehmen, wie sie gerade ist. Das ist natürlich leicht gesagt, ich sehe ja nun mal nix anderes als den Hund, weil ich genau wegen der ganzen Problematik meinen Tag nach ihr richte. Da wird man betriebsblind und ist einfach oft überlastet. "Ich lache zu wenig" dieser Satz aus einem Buch hängt mir immer im Kopf. So ist es, ich lache zu wenig, weil ich kaum was zu lachen habe und da irgendwie nicht raus komme.

Aber zurück zu Sophie. Zeckenmittel gibt es weiterhin keins, die Wahrscheinlichkeit, dass sie an einer Zecke stirbt ist sehr viel geringer als dass das Zeug ihre Nieren endgültig zerschießt. Okay, muss ich dann wohl durch diese Ekelzeit durch. 

Es gibt momentan auch nichts, was er tun kann. Man kann sie nur beobachten und es ihr so leicht wie möglich machen. 

Mir persönlich macht das mit der Demenz echt Angst. Diese Woche ist schlimmer als alle anderen bisher. Und natürlich habe ich auch recherchiert, wie das weitergehen kann. Das will man nicht, ehrlich, das kann echt unschön vor allem für den Hundehalter werden. Eine sehr große Belastung wird es, wenn es in die Nächte geht oder die Inkontinenz dazukommt. Wenn man da auch noch alleine durch muss und sich nicht mal abwechseln kann, wird das hart, da mache ich mir nix vor. Aber auch da gibt es keine Prognosen, wie schnell das geht und bis in welches Stadium wir überhaupt kommen. 

Immerhin ist sie gestern noch wirklich gut gelaufen, was sicherlich auch an den kühleren Temperaturen lag. Und sie war auch ganz gut drauf, nachdem sie den Tierarztbesuch und die Autofahrt verdaut hatte. Gefressen hat sie gut und das Fiepen hielt sich in Grenzen. 

Ich war gestern mittag so durch, dass ich in einen komatösen Mittags-Nap gestürzt bin und mich danach kaum hochbekommen habe. Deswegen entschied ich mich nach der Abendfütterung noch einen Spaziergang alleine mit Musik auf den Ohren zu machen. Kopf freilaufen! Das hat auch funktioniert.

Und heute Abend kommt ja das Töchterchen! :-)

Gleich fahre ich mal ein wenig Bummeln um rauszukommen, Wetter ist hier so lala. Trüb halt, aber wir hatten und haben kaum Regen, nicht ein Tropfen ist ins Wasserfass gelaufen. 

Aber vorher noch frühstücken und einen zweiten Kaffee und Sophie muss noch gelüftet werden.




 

Sonntag, 4. Februar 2024

Echte Probleme!

Der alte Hund hat echt lebenswichtige Probleme. Kurz zur Erklärung, sie möchte ja nicht mehr im gleichen Zimmer wie ich ruhen. D.h. sobald ich im Wohnzimmer bin, haut sie ab. Im Schlafzimmer, wo sie einen ihrer Schlafplätze hat, hat sie schon ewig nicht mehr gepennt und liegt auch nur im absoluten Notfall dort. Am Liebsten ist sie im Tochterzimmer, dort bleibt sie interessanterweise auch, wenn Tochter auch da ist - muss also an meiner Aura liegen. Aber ins Tochterzimmer kann sie halt nur rein, wenn die nicht pennt oder wie heute Morgen Besuch hat oder wie gestern Abend noch Besuch da war. Tja, und das hat zur Folge, dass ich hier einen Hund rumlaufen habe, der keine Ruhe findet, weil er ja nun nicht auf seinen bevorzugten Ruheplatz kann. Das ist sehr, sehr anstrengend! Sie dappelt gefühlt alle 2 min. ins Wohnzimmer, sieht mich, läuft wieder raus, steht vorm Tochterzimmer, legt sich kurz ins Schlafzimmer und nach 2 min. geht das von vorne los. War gestern Abend schon so und ist heute morgen genauso. Und nein, es ist keine Option für mich ins Schlafzimmer umzuziehen. Ich richte mich jetzt schon 24/7 nach dem Hund und das muss sie einfach aushalten. Oer besser, ich muss es aushalten - dieses Getrappel. Sie ist da leider extrem ausdauernd. Mal sehen, ob sie das bis 11 Uhr so macht, denn ich befürchte, vorher bleibt das Tochterzimmer verschlossen. *grmpf*

Mal abgesehen davon, dass die 3 Mädels erst um 4 Uhr nach Hause gekommen sind und doch recht laut waren, vor allem ewig im Bad, das ja direkt an meiner Schlafzimmerwand grenzt. Ich war also ab 4 Uhr wach, bin kurz vor 6 Uhr endlich wieder eingeschlafen und musste dann bald aufstehen, weil der Hund ja sein Fressen und vor allem die Medikamente braucht, ausserdem lass ich sie dann kurz in den Garten zum lösen. 

Gut, dass ich gestern joggen war, heute morgen wäre ich wohl zu müde. :-)

Samstag, 27. Januar 2024

Und dann kam....

....der Anruf vom Tierarzt. Bringen wir es gleich auf den Punkt, Sophies Nieren wollen nicht mehr so. Die Blutwerte zeigen das sehr deutlich. Das ist natürlich nicht schön, vor allem, weil ich nun erneut das Futter umstellen muss. Sie braucht eine Nierendiät. Und vor der Futterumstellung habe ich echt Respekt, ich habe immer noch ein kleines Trauma vom letzten Jahr als ich ewig gebraucht habe, sie unter einem Trockenfutter darmtechnisch stabil zu halten. Eigentlich hatte ich gehofft, dass ich nicht mehr umstellen brauche. Aber gut, wie man das langsam macht, weiß ich ja nun und vielleicht ist die Umstellung von Trockenfutter zu Trockenfutter auch nicht ganz so kritisch. Leider ist in dem Nierenfutter von unserem jetzigen Hersteller Rind als Fleischquelle. Ich habe keine Ahnung, ob sie das verträgt. Ich glaube, das hatten wir noch nicht. Pferd, Lachs, Huhn und Ente stand bisher auf der Trockenfutter Zutatenliste. Naja, hilft alles nix, ich hole das heute vom Tierarzt ab und fang auch gleich damit an. Er meinte zwar, ich könne meinen jetzigen Sack noch fertig füttern, aber wenn es wieder so lange dauert, wie das letzte Mal, wird der alleine beim Reinmischen schon verbraucht. 

Dazu bekommt sie einen ACE-Hemmer, um die Niere zu entlasten. Natürlich habe ich recherchiert und ja, das ist die gängige Vorgehensweise. Er meinte, der wird von allen Hunden ganz gut vertragen. Bisher hatte sie ja mit Tabletten weniger Verträglichkeitsprobleme. Auch die Schmerzmittel damals für den Rücken, die ja wirklich Hämmer waren, haben ihr nix ausgemacht. Schauen wir mal. 

Ansonsten soll ich weitermachen wie bisher, das Enzympulver und auch die Futterergänzung für die Gelenke, die sie ja schon lange bekommt, gibt es weiterhin. 

Die gute Nachricht ist, dass die Schilddrüsenwerte sich nicht verschlechtert haben und alles andere auch in Ordnung ist. Die schlechte Nachricht ist, die Zähne werden jetzt nicht mehr gemacht. Im jetzigen Zustand der Nieren könnte eine Narkose sie ganz zerschießen.

 In 3 Monaten wird alles kontrolliert. Und da ich ja schon vor Wochen recherchiert hatte, was Appetitlosigkeit beim Hund für Ursachen hat, weiß ich, dass das ganz typisch ist für chronische Niereninsuffiziens. Das kann sich allerdings mit der Nierendiät wieder verbessern. Bei manchen gehen sogar die Werte wieder zurück. Ob das in Sophies Fall noch möglich ist, müssen wir sehen. 

Erschreckend finde ich, dass sich das so schnell verschlechtert hat. Bei der letzten Blutabnahme war ja noch nix im Blut zusehen. Aber auch das ist wohl typisch, die Krankheit bleibt lange unerkannt, weil sie lange keine klinischen Anzeichen zeigt. 

Eine Prognose konnte er mir nicht sagen, er kann nicht mal genau sagen, ob sie letztendlich daran stirbt oder doch an was ganz anderem. Mein Wunsch wäre es, dass sie das Futter verträgt, ihre Appetitlosigkeit verschwindet und sie einfach noch eine schöne Zeit hat ohne Schmerzen und anderen Beschwerden.

Ansonsten habe ich grottig geschlafen, aus verschiedenen Gründen und deswegen glaube ich nicht, dass ich mich heute Abend aufraffen kann für die Ü30. Joggen fällt nun auch aus, weil ich heute morgen zum Tierarzt muss für den Großeinkauf und es hier arschkalt ist. Ob ich ab mittags ein Auto habe, weiß ich nämlich nicht. Und ich bin am Überlegen, ob ich nicht auch gleich Getränke hole, wenn ich eh nach Niederweimar muss. Meine Fastenzeit beginnt ja Mittwoch und da brauche ich richtiges Mineralwasser und mein Mineralwasser mit einem Spritzer Zitrone. Ein bissi Abwechslung zum schnöden Leitungswasser.

Das Töchterchen hatte sehr schlechte Laune gestern auf ihrem Geburtstag, somit haben wir irgendwie gar nix gemacht, ich habe sie lieber in Ruhe gelassen. Aber immerhin ist sie dann doch noch ausgegangen und nicht nach Hause gekommen. Ich gehe mal davon aus, dass sie bei ihrer Freundin übernachtet, wie sie zurück kommt ohne Zug - keine Ahnung. Aber sie ist ja schon groß.

So, nun werde ich noch einen ekligen zweiten Kaffee trinken. Das Töchterchen hatte Bohnen zu Weihnachten bekommen, mit Vanille, und wollte die natürlich probieren - wir kämpfen uns durch die erste Füllung des Vollautomatens und freuen uns schon auf unsere normalen Bohnen. *lach* 

Donnerstag, 14. Dezember 2023

Nachtrag!

Leider musste ich mich mit der Familienkasse rumärgern, deswegen kam ich gestern nicht dazu. Deswegen erst heute:


Happy Birthday, liebe Sophie!

Jetzt bist du schon 14. Jahre alt, ein stolzes Alter für einen Hund. Das letzte Lebensjahr war nicht ganz einfach für dich und auch nicht für mich. Es war und ist eine große Umstellung. Immer wieder müssen wir uns neu eingrooven, Dinge anpassen, verändern, nachjustieren. Eine Gradwanderung zwischen Über- und Unterforderung, dir gerecht zu werden, aber mich nicht dabei zu vergessen. Aber ich glaube, mittlerweile läuft es hier sehr gut. Körperlich bist du wirklich noch gut drauf, du hast keine größeren gesundheitlichen Probleme, schaffst noch Spaziergänge bis zu 50 min. an guten Tagen, an normalen reichen dir 30 min. und an sehr guten Tagen sprintest du altersgerecht sogar nochmal über die Wiese. Das Sehen scheint noch ganz gut zu funktionieren, Hören geht auch noch, aber ich muss schon laut und deutlich sprechen bzw. rufen. Die Koordination lässt manchmal etwas zu wünschen übrig und ab und an, muss ich dich mal aus einer misslichen Lage abholen, weil du die Orientierung verloren hast - vor allem im Dunkeln. *lach* Aber du hast noch Interesse an anderen Hunden, am Schnuffeln und manchmal zuckt auch noch der Jagdtrieb - wenn du das Wild mal siehst. ;-) Wir können also absolut zufrieden sein mit deinem Gesundheitszustand und dafür sind wir sehr, sehr dankbar.

Die für uns schwerste Veränderung ist dein Rückzug von uns. Du warst nie der Kuschelhund, aber jetzt darf ich dich manchmal nicht mal anfassen, selten mal durchknuddeln und sehr oft liegst du in dem Zimmer, wo niemand ist. Gerade wenn du dich so gar nicht zu mir traust und es wirkt als hättest du Angst vor mir, muss ich schon manchmal schlucken. Aber ich respektiere das und nehme es nicht persönlich. So lange du dich noch freust, wenn ich nach Hause komme, ist das ja Liebesbeweis genug. :-)

Ich weiß nicht, wie lange Zeit uns noch bleibt und ich werde alles dafür tun, dass es dir gut geht, du deine Lebensfreude behälst, so lange eben wie möglich!

Sophie, unsere Seelenhündin, unsere treue Begleiterin durch so viele wunderschöne und schwierige Lebensphasen. Immer genügsam, geduldig und ausgeglichen! Der beste Hund, den man haben kann!

Leider kannst du Fotografieren gar nicht mehr leiden, deswegen gibt es nur schnell gemachte Handyfotos von dir in diesem Jahr. 







Samstag, 18. März 2023

Lagebericht

Am Montag war ich ja mit Sophie beim Tierarzt samt Kotprobe, der Durchfall hatte zu dem Zeitpunkt dank kurzer Fastenzeit und erneuter Schonkost auch wieder aufgehört. Es wurde ein Kotprofil in Auftrag gegeben und nochmal alles genau besprochen. Da Sophie auch nicht abgenommen hatte, trotz der Durchfallepisoden und im Großen und Ganzen gut drauf ist, gab er mir das uns schon bekannte Diätfutter mit und ansonsten wollten wir erstmal abwarten, ob und was im Labor rauskommt. Den Rest der Woche gab es keine Rückfälle, aber kritische Punkt war ja immer, wenn sie fast vollständig wieder auf Trockenfutter umgestellt war. Falls das auch mit dem Diätfutter passiert, können wir ja eine Futterunverträglichkeit eher ausschließen. Gestern kam dann der Anruf - Clostridien! Die sind ja immer im Hundedarm, aber bei Sophie zur Zeit einfach zu viele. Die Beschwerdenliste passt, denn mir ist auch aufgefallen, dass sie schlapper ist als sonst. Nur ist das halt in ihrem Alter schwer zu deuten, was kommt vom Durchfall und was ist normal mit 13. Josef schlug vor, da sie zur Zeit normalen Schiss hat, es erstmal mit einer Darmsanierung zu versuchen. Laut meinen Recherchen ist das eh auch das Mittel der Wahl, denn Antibiotika können das nur vorrübergehend lösen, setzt man sie ab, kommt der Durchfall meist wieder. Natürlich gibt es Hunde, denen es so schlecht geht - mit Clostridien ist nämlich auch nicht zu spaßen - wo es nicht anders geht. Aber langfristig hilft halt nur, wenn man es schafft die Biester in den Hintergrund zu drängen. Gestern gab es die erste Dosis Probiotica. Was das Tierarztfutter betrifft, über das ja im Internet immer gerne geschimpft wird, weil zu wenig Fleischanteil, es ist in dem Fall auch das Mittel der Wahl, weil der Darm jetzt Ballaststoffe braucht - sprich Gemüse! Clostridien ernähren sich am Liebsten von Fleisch. ;-) Wobei man dazu sagen muss, dass ihr eigenes Futter, das wir sooo lange füttern Lachs und Kartoffeln beinhaltet. Die letzten Mal hat sie das Tierarztfutter gut vertragen und sie frisst es gerne. Das ist alles, was zählt für mich! 

Natürlich rechne ich nochmal mit einem Rückfall, denn bis die Probiotica greifen, kann das bis zu 2 Wochen dauern. Da hilft nur Geduld. Das kann langwierig werden. Aber bei den Giardien hatten wir ja auch mit der ersten Behandlung Glück! 

Meine Zahnarztbehandlungen sind nun fast abgeschlossen. Die Krone ist drauf! Alle maroden Stellen im Mund wurden ausgebessert und die Abdrücke für die Aufbisschiene sind gemacht. Übernächste Woche muss ich nochmal hin zum Einsetzen und dann habe ich hoffentlich wieder ein Jahr Ruhe. ;-)

Gestern ist hier dann endlich mal sowas wie Frühling eingezogen und alle Menschen strömen nach draußen und sehen viel glücklicher aus. Sonne hat hier natürlich wieder gefehlt, aber es war warm. Ich habe ein wenig im Garten gearbeitet - nicht lange, weil ich neben Haushalt, Einkaufen, Hunderunden und Tierarzt nicht ganz so viel Zeit hatte, aber Abends hatte ich seit langem Mal das Gefühl, ich lebe wieder. 

Mit dem Töchterchen ist es weiter schwierig bezüglich der Absprachen, auch ein Grund, warum ich mein Frankfurt WE gecancelt habe. Vielleicht bekomme ich heute Vormittag ja zur Entschädigung Sonne und kann mal in den Botanischen Garten fahren - das wäre schön.

Sport ist zu kurz gekommen und das ärgert mich echt. Aber ich übernehme ja alle Hunderunden und das Schonkostkochen alleine, da bleibt einfach keine Zeit mehr zum Joggen oder Walken. Auch heute muss ich mich schlichtweg entscheiden - Botanischer Garten oder Joggen. *soifz*

So, mal schauen, was uns das erste Frühlingswochenende so bringt! :-) Darauf trinke ich noch einen Kaffee!