Da ist er nun der September - der Monat, in dem ich knallhart lernen musste - Schlimmer geht immer!
Noch habe ich Urlaub, der aber irgendwie sehr an mir vorbeifliegt. Mein Highlight in diesem Monat, ich darf mit meiner Freundin ausgehen, weil das Töchterchen den Hund übernimmt. Wir haben einen grandiosen Abend auf der Salsaparty in der Strandbar. Zu Hause wartet dann ein völlig verzweifeltes und augenrollendes Kind, das mit dem Hund komplett überfordert war. Aber immerhin schläft Sophie als ich heimkomme. Dafür wird die Nacht dann mega unruhig.
Da Sophie zunehmend vom Sofa plumpst, beschliesse ich das Wohnzimmer etwas umzuräumen und ihr einen neuen Schlafplatz einzurichten. Im Zuge dessen, miste ich auch gleich das Wohnzimmer aus.
Wir haben mit Hamburg das gleiche Problem wie in Mainz, sie findet kein Zimmer, im Wohnheim sind die Wartelisten lang. Na toll!
Wir werden zunehmend panischer bezüglich der Wohnungssuche, ich starte mehrere Aufrufe bei Bekannten, rufe Jugendherbergen an und helfe bei der WG-Zimmersuche. Nichts! Meine Nächte werden noch schlafloser. Dazu noch Sophie, die immer unruhiger in der Nacht wird. Ich kann so nicht weitermachen, ich muss mir was einfallen lassen. Ich recherchiere nach einem "Gefängnis" und werde fündig. Nun kann ich sie nachts sicher verwahren und wenn sie zu unruhig ist, mache ich die Gefängnistür zu, dann kann ich beruhigt sein, dass sie sich nirgends festläuft. Fiept sie zu schlimm, mache ich meine Schlafzimmertür für ein paar Stunden zu. Somit werden die Nächte etwas besser.
Aber ich habe Angst, wenn ich wieder arbeiten muss, denn sie findet nun auch ihren Schlafplatz nur noch selten. Wie soll das werden, wenn ich nicht da bin? Ausserdem hat sie wieder ein Kilo abgenommen! Sie wiegt nun unter 13 kg. :-(
Der Urlaub ist rum, wir haben Straßenfest und ich muss mich kurz sehr über das Töchterchen ärgern. Dann erleben wir alle wieder eine echt grausame Nacht. Ich gehe auf dem Zahnfleisch!
Das Töchterchen startet nach Hamburg, sie hat ja zwei Notunterkünfte im Angebot, aber es gibt auch eine Zimmerverlosung zu der sie hin möchte.
Arbeitstechnisch läuft es zur Zeit auch nicht rund. Manchmal möchte ich einfach kündigen, dann geht es wieder. Mit Sophie habe ich 3 gute Tage, dann bekommt sie Schwindel. Sie kann fast gar nicht mehr laufen und so lande ich wieder beim Tierarzt. Leider nicht bei meinem und so ärgere ich mich dort sehr! Immerhin soll ich es nun mit Karvisan versuchen und sie hat mich fast genötigt die Gabapentin Tabletten zu geben.
Das Karvisan scheint eine minimale Verbesserung zu zeigen, das Gabapentin allerdings zeigt so starke Nebenwirkungen, dass Sophie nicht mal mehr aufrecht stehen kann. Immerhin hat sie damit aber dann mal 6 h am Stück geschlafen. Aber ich werde ihr die Tabletten trotzdem nicht mehr geben, wenn sie fast gelähmt damit ist.
Das Töchterchen hat ein Wohnheimzimmer, zwar erstmal nur für 6 Monate, aber immerhin. Eine Sorge weniger!
Und dann kommt der Schock, ich gehe zur Vorsorge beim Gyn und gehe mit der Aussicht raus, mir die Gebärmutter entfernen zu lassen. Ich breche zusammen! Wie soll das gehen, mit dem Hund, und überhaupt, nimmt man einfach so die Gebärmutter raus? Es ist alles einfach nur ein Fiebertraum - wie das Töchterchen sagen würde.
Ich hole mir eine Zweitmeinung ein in der empfohlenen Klinik und jetzt ist alles noch dramatischer, noch dringender und mir wird schon ein Bauchschnitt angekündigt. Also nix mit Minimalinvasiv. Ich kann keinen klaren Gedanken mehr fassen.
Immerhin beim Töchterchen läuft es gut. Das Zimmer in Mainz ist leer und die meisten Formalitäten sind erledigt.
Sie begleitet mich noch zur OP Besprechung in die Klinik, während mein Papa auf Sophie aufpasst und gleich schon mal üben kann. Er wird ja dann die Betreuung übernehmen, wenn ich in der Klinik bin.
Was für ein Monat! Wie schnell sich alles nochmal verschlimmern kann.
