Der März startet mit zwei Stürmen, die aber nicht so schlimm werden, trotzdem macht Spazieren gehen keinen Spaß mehr.
Ich übertreibe es mit dem Sport und habe Muskelkater direkt aus der Hölle. Ausserdem pflege ich meine immer noch zwickende Achillessehne mit Übungen, die tatsächlich die Beschwerden fast verschwinden lassen.
Der Frühling schickt uns einen ersten Vorgeschmack - so schön!
Ich gehe zur Laufanalyse und kaufe mir neue Joggingschuhe. Und dann legt Corona Stück für Stück unseren Alltag lahm. Die Pandemie ist nun offiziell bei uns angekommen.
Fußball wird erstmal abgesagt, bei der Schule ahnt man schon, dass es nicht mehr lange dauert, bis sie dicht macht. Wir schauen zu viele Berichte über Corona und träumen schon nachts davon. Vor allem der Blick nach Italien macht uns fassungslos. Ich muss trotz Corona natürlich weiterarbeiten.
Wir machen nochmal einen Großeinkauf beim Blumendealer - wir wussten ja nicht, dass der weiter offen bleibt und kaufen dem Kind neue Laufschuhe. Wir brauchen ja alternative Beschäftigungen, wenn der Lockdown kommen sollte.
Mitte März überschlagen sich die Ereignisse. Einkaufen wird zur Qual, die Regale sind leer, es gibt kein Klopapier mehr. Es gibt nur noch ein Thema und die Desinfektionsmittel bekommen Hochkonjunktur.
In der Schule wurden sie schon gebrieft, wie ein evtl. Distanzunterricht laufen soll. Und zack sind die Schulen dicht.
Wir haben übelste Diskussionen, weil ich erwarte, dass wir uns an die Kontaktbeschränkungen halten, während die Freundinnen vom Teeniekind noch munter Freunde treffen und unterwegs sind. Irgendwann ergab sich das Töchterchen dann aber ihrem Schicksal.
Kurz darauf trudelte dann auch die Absage vom Fußball ein. Und bald darauf meldete sich die Musikschule mit Infos.
Corona bestimmt ab jetzt das Leben. Aber wenigstens scheint die Sonne und in den botanischen Garten können wir auch noch.
Die Emotionen kochen immer mal wieder hoch, wir verlieren langsam das Zeitgefühl, weil ja alle Termine wegbrechen. Mit der Schule läuft es mittel, manche Lehrer übertreiben es mit dem Stoff, anderen werden sich wochenlang nicht melden. Chaos!
Chaos auch auf der Arbeit, wir bekamen keine Ansprache vom Chef, keine genauen Anweisungen, nur einen täglichen Newsletter mit Informationen. Mindestabstand einzuhalten ist sehr schwierig.
Manche Menschen tun so als wären Ferien oder Urlaubszeit, während ich mich fast zerreisse zwischen Arbeit und Kontaktersatz fürs Töchterchen.
Das Töchterchen hat sich schnell gut strukturiert. Geht regelmäßig Joggen und der Trainer bietet den Mädels eine Sportchallenge an, bei der sie alle motiviert mit machen.
In mir rumoren auch die Sorgen, was wäre wenn hier einer Corona bekommt und es keinen guten Verlauf hat. Aber die Gedanken schiebe ich weg.
Wir brechen das Fasten und setzen es dann endgültig aus.
Einkaufen wird zu meinem persönlichen Horror!
Drei Worte beschreiben meinen Zustand: Erschöpfung, Müdigkeit, Lagerkoller.
Das Wetter versöhnt uns ein wenig, wir grillen an und der Botanische Garten ist auch immer noch offen.
Ich werde 50! Im Lockdown!
