Samstag, 28. September 2024

Was soll ich schreiben?


 

Ich gerade noch unschlüssig, ob ich hier erstmal eine Pause mache oder ob ich alles dokumentiere, für mich später, zum Nachlesen. Und wenn ich schreibe, wie genau will ich ins Detail. 

Wie ihr am Bild erkennen könnt, f.... mich mein Leben gerade echt. Was vielleicht noch im letzten Jahr für viele als "Jammern auf hohem Niveau" war, hat ja schon durch die Hundedemenz durchaus eine Begründung bekommen. Wie sagte das Töchterchen vorgestern zu mir in einem langen Gespräch "Wenn ich gewusst hätte, wie schlimm das mit Sophie ist, ich hätte mich nie so aus der Verantwortung ziehen dürfen - ich habe mich einfach verpisst. Ich hätte sie dir ab und an mal abnehmen müssen." Es geht mir gar nicht darum, was sie hätte tun müssen - ich mache ihr da gar keinen Vorwurf. Sie ist jung und lebt einfach ihr Leben. Ich bin die Mutter und habe damals die Entscheidung getroffen, diesen Hund zu behalten, trotz Trennung. Ja, in allererster Linie für das Kind, aber trotzdem ist es meine Entscheidung gewesen. Ich war erwachsen, hatte genügend Lebenserfahrung und muss halt nun mit den Konsequenzen leben. Trotzdem darf man es belastend finden, zumal das vorherige Jahr und auch die Jahre als Alleinerziehende, nicht spurlos an mir vorbeigegangen sind. Ich bin psychisch schon lange über Limit, kann die Situation aber irgendwie nicht besser machen. 

Aber hier und heute, frage ich mich, ob es falsch war, wie ich das die letzten Jahre gemacht habe. Hätte ich mehr mein Leben leben sollen, egoistischer sein, habe ich zu viel aufgeschoben. Doch ich komme auf keine Lösung, wie ich es hätte anders machen können. Ich wusste nicht, dass Sophie Demenz bekommt, ein alter Hund muss keine solche Belastung sein, bei vielen Hunden geht es dann ja auch oft schnell, auch wenn sie Demenz haben, macht der Körper ja oft vorher schlapp. Auch auf eine Pandemie, Inflation habe ich keinen Einfluss. Die Schulterschmerzen konnte ich nicht verhindern, da hätte ich vielleicht einfach früher zum Arzt gehen sollen - aber ob es das verkürzt hätte, weiß man ja dann auch nicht. 

Was mich am Meisten schockiert ist, dass die Einschläge bei mir hier immer schlimmer werden und schon seit Jahren genau dann kommen, wenn ich gerade wieder Hoffnung schöpfe, anfange mich aus dem Loch zu befreien, es angehen will. Das zieht sich wirklich wie ein roter Faden durch. Und ich frage mich, was mir mein Leben damit sagen will! Man konnte fast die Uhr danach stellen. Ganz beeindruckend war das in 2020. Oder auch letztes Jahr im Mai. Diesmal erwischt es mich allerdings noch mitten drin im Deasaster. Reicht überhaupt noch die Kraft dafür. 

Stark sein - auch so ein Begriff, den ich mittlerweile hasse. Er macht mich echt leicht aggressiv, dieses "du schaffst das, du hast so viel geschafft, du bist stark"! Ich glaube nicht, dass das was mit "stark sein" im Sinne von "du bist deswegen ein besonders cooler Mensch" zu tun hat. Es gibt einfach nur keinen Notstop, den man drückt und man dann einfach aussteigt, weil man lieber was anderes machen will. Nee, so lange kein Bahnhof kommt, wo man umsteigen kann, muss man halt sitzen bleiben. Als stark würde ich jemanden bezeichnen, der daraus noch Positives ziehen kann, seine gute Laune nicht verliert auch wenn er mal down ist und der sich nicht dauerhaft in Selbstmitleid verstrickt. So jemand bin ich aber nicht, also lasst mich mit dem "du bist stark" in Ruhe. Ich wäre die Erste, die sich verpissen würde, wenn ich es könnte. 

Was ich aber wirklich jetzt gruselig finde, ist der Zeitpunkt. Ich habe mir 12 Jahre immer wieder gesagt, bitte halte durch bis du das Kind groß hast und es auf eigenen Füßen stehen kann - körperlich gemeint. So lange du gesund bist und keine körperlichen Probleme hast - ausser halt die kleinen Wehwehchen - bekommsst du das auch alles irgendwie hin. Und das war auch die letzten beiden Jahre immer in meinem Kopf als ich hier wegen Schulter und dann Hund so festgetackert war, mir läuft das Leben davon und niemand kann mir versprechen, dass ich eben nicht irgendwann wie viele Menschen in meinem Alter, plötzlich gesundheitlich richtig doofe Sachen kommen. Tja, da sind wir dann wohl jetzt angekommen. Das macht es gerade noch bitterer in meinem Kopf. Denn vor zwei Wochen hatte ich mich gerade wieder bezüglich Sophie im Griff und dachte, okay, das schaffste noch irgendwie und dann startest du endlich durch. Ich soll doch positiver denken, sagen immer alle. Ergebnis: Es kommt alles noch schlimmer!

Ihr ahnt es schon sicherlich, der Termin in der Kinik ist doof gelaufen. Im Prinzip haben sie es noch dringlicher gemacht, am Besten innerhalb von 4 Wochen und es geschafft mir so eine riesen Angst zu machen, es könnte auch was richtig Fieses sein, dass ich nicht mal mehr an eine Zweitmeinung denke. Gute Arbeit geleistet! Ich traue Ärzten und dem Gesundheitssystem mit Fallpauschalen, zu wenig Zeit Patienten als Individuen zu sehen, mit den ganzen Leitlinien, die nix ganzheitlich sehen, einfach nicht und ich habe zu viel medizinisches Wissen. Das macht es so schwierig. Ich habe ja die Reaktion gesehen, als ich meine Fragen gestellt habe. Wenn du als Patient mit Studienlage angekommst...findet das nicht jeder Arzt gut. Klar, ich könnte jetzt bis zum Termin, der am Montag überlegt wird, noch eine Zweitmeinung einholen. Aber bringt mich das weiter? Fakt ist, das Ding wächst und keiner weiß, wie lange und wie schnell das noch passiert. Irgendwann wird es auch im harmlosen Fall Beschwerden machen. Vielleicht würde ich noch Aufschub oder eine etwas schonendere Entfernungsmethode angeboten bekommen, aber das Ergebnis bleibt im Prinzip das Gleiche. Nur das blöde Dinge zu entfernen, ist aufgrund der Lage nicht möglich. Das sehe ich auch ein! Und ja, mir ist es auch lieber, dass man das Ding nicht in mir schreddert und dann minimal-invasis rausholt. Dann lieber in einem Stück. Und dafür braucht man halt in meinem Fall einen Bauchschnitt - Yeah! Wenn ich länger warte, wird der noch fetter - also auch keine Option. Es geht mir jetzt darum, wie ich mit der Angst umgehen soll, die er schon in meinen Kopf reinimplantiert hat auf eine ziemlich unsensible Art und Weise. Ganz toll fand ich dann seinen eindringlichen Kommentar "1. Sie sind NICHT krank" (2 und 3 habe ich vergessen). Was für ein Schwachsinn, also, wenn mich jemand aufschneiden will, um mir Organge zu entfernen, dann find ich schon, dass das einen deutlichen Krankheitswert hat. Wir reden ja nicht nur vom Entfernen selbst, sondern auch von den Folgen für den Körper nach dem Eingriff. Spätestens dann bin ich krank und werde mich auch so fühlen über einen längere Zeit. Wie gesagt, ich hatte schon einen großen Bauchschnitt, ich weiß, was mich erwartet! Damals war nur der erste Tag übel, danach ging es super schnell aufwärts. Aber man kann das eben nicht vergleichen, weil ja anschliessend kein Organ fehlt und die psychische Ausgangslage hier eine andere ist. 

Lange Rede - kurzer Sinn - ich habe keine Ahnung, wie ich die nächsten Wochen vor allem psychisch überleben soll. Vor allem diese Sch... Angst, dass es auch eine kleine Chance gibt, dass es was richtig Übles ist. Unwahrscheinlich zwar - aber wie gesagt, der Arzt hat gute Arbeit geleistet in Sachen Angst.

Dazu kommt ja noch - was ist mit Sophie? Wie soll das gehen? Ja, es haben alle Hilfe angeboten, aber ich weiß, dass die nicht mal den Ansatz einer Ahnung haben, wie 24 h mit Sophie aussehen. Und Sophie wird ohne meine Anwesenheit noch verwirrter sein als sie jetzt ist. Zur Zeit hat sie einen echt üblen Schub. Meine Tochter hat mir auch gesagt, dass sie das denen, die in Frage dafür komme, auch nochmal ganz deutlich macht. Sie hat ja jetzt den Einblick! 

Montag habe ich den nächsten Termin in der Klinik - toller Urlaub, oder? - Tochter wird mich begleiten, weil sie noch hier ist und danach eben nicht mehr wirklich helfen kann von Hamburg aus. Ich brauche jemanden, der das rational sehen kann, was da gesagt wird. Denn ich bin wahrscheinlich wieder so durch den Wind, dass ich die Hälfte vergesse. Viele Fragen habe ich eh nicht mehr. Das Meiste weiß ich ja schon. 3-4 Tage im Krankenhaus, ca. 4 Wochen krankgeschrieben danach. WENN alles gut verläuft. Alles andere ist ja eh individuell und kommt auf den Heilungsverlauf drauf an. Wann ich dies oder das wieder machen kann. 

Mich ärgert es auch, dass das jetzt kommt, wo ich auf der Arbeit endlich wieder was zu tun habe und das eigentlich auch gerne weiter begleiten möchte. Blöd und dumm, dass Chef meinen Antrag für Homeoffice Möglichkeit nicht genehmigt hat, weil er der Meinung war, wir brauchen das nicht. Das wäre aber jetzt super, denn die Budget- und Vertragsverhandlungen, sowie Worksheets machen oder die eine oder andere Mail beantworten - sogar die Datenbankpflege wäre von zu Hause prima möglich. Vielleicht nur Stundenweise nach 2-3 Wochen, trotzdem wäre es für mich auch eine Ablenkung zu Hause. Letztendlich weiß ich ja nicht, wie ich mich fühle, vielleicht geht es körperlich gar nicht, vielleicht aber doch. Ich werde nochmal mit dem Chef reden. Ob dann der Homeoffice Antragedann schnell genug durchgeht, ist auch noch fraglich. Trotzdem steht das auf meiner Vor-Op-To-Do-Liste!

Sehr viel auf der Arbeit anwesend sein, werde ich dann dieses Jahr wohl nicht mehr, mind. 5-6 Wochen krankgeschrieben, 8 Tage Resturlaub habe ich noch und nächste Woche habe ich ja auch Urlaub. 

Immerhin läuft es beim Töchterchen wie geschmiert. Das Zimmer in Mainz ist erledigt, die Sachen schon hier. Jetzt überlegen wir, wie sie das Zeugs nach Hamburg bekommt und wann. Es wurmt mich total, dass ich sie nicht begleiten kann, aber das wäre ja ohne OP auch nicht möglich, wegen dem Hund. Es macht mich auch traurig. Wir hatten so wenig Zeit füreinander, konnten keine schönen Dinge unternehmen und jetzt geht sie weg nach Hamburg. Zumal ich weiß, dass sie wirklich Angst vor Hamburg hat. Sie will da nicht hin und das belastet sie auch. Ich bin mir zwar sicher, dass sie das rocken wird, aber ich kann sie natürlich auch verstehen. Ich wünsche mir wirklich, dass ich sie nach dem ganzen Scheiß hier, ganz bald in Hamburg besuchen kann. Auch wenn Sophie noch da ist, bis dahin sind die Hundesitter ja durch meinen Krankenhausaufenthalt und die Tage danach, geübt mit ihr. Da müssen sie dann halt nochmal ran für 2-3 Tage. 

Heute will ich noch joggen gehen - meine 200 km werde ich dann dieses Jahr auch nicht schaffen. Sind noch 67,4 km. Vorher kann ich das nicht schaffen und hinterher wird das sicherlich auch lange dauern bis ich wieder laufen kann und vor allem so fit bin, dass ich 5 km am Stück schaffe. Das zweite Jahr hintereinander, in dem  ich mein Ziel nicht erreiche. Ja, gibt Schlimmeres, ich weiß, aber es ärgert mich trotzdem.

So damit ende ich hier auch für heute, ob ich und wie ich weiterschreibe, werde ich nach Bauchgefühl entscheiden!

Sonntag, 22. September 2024

Schlechter Verdrängungsmechanismus

Ich beneide Menschen, die gut verdrängen können. Oder die sich einfach weniger Gedanken machen. Ich wäre gerne auch so, das würde mir mein Leben viel leichter machen. Es gab mal eine Zeit nach der Scheidung, da ist mir das eigentlich ganz gut gelungen - aber in den letzten Jahren nimmt das "Gedanken machen", "sich Sorgen" und "ewige Gedankenspirale" bedenkliche Züge an. Naja, aber irgendwie sind meine Sorgen ja auch nicht wirklich unbegründet. Vieles davon ist ja nun auch eingetroffen, manches sogar schlimmer als erwartet. Ob das nun meine finanziellen Probleme, die Sache mit Sophie ist oder jetzt das mit meinem gesundheitlichen Problem - das hatte ich übrigens so gar nicht auf dem Schirm - also nix mit selbsterfüllenden Prophezeiung. Ich bin sogar am Freitag guter Dinge zu dem Termin. 

Wie gerne würde ich das jetzt erstmal bis Donnerstag wegschieben, abwarten, was die in der Klinik überhaupt dazu sagen, aber ich bekomme es halt nicht mal 5  min. aus meinem Kopf raus. Wo ja nun auch schon 4 Millionen Gedanken bezüglich Sophie, der Zimmersuche in Hamburg und die finanzielle Jongliererei kreisen. Viel Platz ist da also nicht! Immerhin wird sich ja wenigstens das mit Hamburg irgendwann in den nächsten Wochen klären - wie gesagt, zwei Übergangsangebote hat sie schon bekommen, eins davon aber viel zu teuer, wie sich dann herausstellte. 

Somit kreisen meine Gedanken 24 h um eins dieser Dinge herum, Schwerpunkt natürlich zur Zeit auf den Unterleib! Ich komme da auch nur schwer raus, gibt ja wenig Ablenkung. Ausser Sophie, aber die ist ja auch Bestandteil meines Gedankenkarussells und auch ein wichtiger Grund, warum so eine OP - wenn sie nötig ist - nochmal schwieriger zu organisieren ist. Da kommen mir so Gedanken in den Kopf "Was ist, wenn ich im Krankenhaus liege und ihr geht es so schlecht, dass sie eingeschläfert werden muss, wie soll ich das aus der Ferne beurteilen und vor allem würde ich mir nie verzeihen, wenn ich dann nicht bei ihr sein kann!" Nur ein kleines Beispiel! 

Das Blöde daran ist aber, dass ich das Leben um mich herum kaum noch wahrnehme. Ich konnte nicht mal das Wetter genießen. Ich saß wie gelähmt auf meiner Terrasse und nahm wenig wahr. Für heute habe ich mir allerdings vorgenommen joggen zu gehen, danach die Bude sauberzumachen, das habe ich zwei Tage nicht erledigen können - ich war einfach nicht in der Lage zwischen Sophie und Gedanken machen. Und natürlich habe ich auch viel recherchiert. Mittlerweile aber ohne neuen Erkenntnisse. 

Immerhin habe ich mir gestern fest vorgenommen, mein Sportpensum wieder zu erhöhen, soweit das neben Sophie eben möglich ist. Ich will sozusagen vorarbeiten, denn sollte der Eingriff stattfinden, ist danach erstmal lange Zeit wenig bis gar nix möglich. Soweit habe ich das aus ehrlichen Berichten herausgelesen - besonders der einer jüngeren Sportlerin. Falls es dann doch nicht nötig ist - woran ich mittlerweile nach meinen Recherchen nicht so wirklich mehr glaube - schadet es ja auch nicht, wieder straffer und fitter zu sein. Ich habe es eh schleifen lassen - zumindest das Krafttraining.

Da nächste Woche zumindest zeitweise Töchterchen da ist und ich danach die Woche Urlaub habe, sollte ich auch mehr Zeit dafür haben.

Positiver Nebeneffekt - Sport reduziert Stresshormone, macht den Kopf freier und lenkt ab. Bisher hat mir das immer gut geholfen.

So, der wirre Hund hat gefressen und will nun unbedingt raus, wo sie nach 300 m feststellt, dass sie eigentlich keine Bock hat morgens. Schon mal gar nicht, wenn wir nicht ihre Lieblingsrunde laufen. 

Samstag, 21. September 2024

Schlimmer geht immer!

Wenn mir in den nächsten Wochen noch einmal jemand sagt, ich solle positiv denken oder irgendwann kommen bessere Zeiten, dann ist dieser jenige echt lebensmüde. Ich glaube, dann muss ich nämlich echt ausrasten. Auch wenn ich, weiß, dass es nur lieb gemeint ist. 

Wo fange ich an? Am Besten gleich beim letzten Sonntag. Oder besser noch beim Samstag, denn das ist die Vorgeschichte zu Sonntag. Sophie hatte Samstag nämlich einen ganz schlimmen unruhigen Tag. Ich bin fast zu gar nichts gekommen und bis gegen 15 Uhr habe ich mich auch noch im Griff gehabt und bin ruhig geblieben. Aber ab da ging fast gar nix mehr. Kein Beruhigen, kein Streicheln, kein Schimpfen, kein Nix. Sie jammert, drehte, fiepte eigentlich stundenlang durch. Wie die Nacht dann war, habe ich verdrängt, ich kann es euch heute echt nicht mehr sagen. Deswegen beschloss ich Sonntag Morgen, ihr die erste Gabapentin zu geben. Vor der Gabe war sie noch sehr torkelig vom Schwindel, aber ansonsten guter Dinge. Nach dem Spaziergang, der Tablettengabe und dem Ablegen auf ihrem Platz, pennte sie sofort ein und rührte sich 6 Stunden gar nicht mehr. Sie hat nicht mal die Schlafposition verändert, das war wirklich gruselig. Gegen Mittag musste ich sie wecken, weil ich Angst hatte, dass sie nicht merkt, wenn sie Pipi muss. Sie war vollkommen lethargisch, aber das war gar nicht mal das Schlimmste, im Prinzip war sie halb gelähmt. Sie konnte nicht mal mehr länger alleine Sitzen, auch die Vorderpfoten, die noch nie Probleme gemacht haben, brachen oder rutschten ihr sogar auf dem Teppich weg. Ohne Hilfe konnte sie gar nix mehr. In Bewegung ging es dann halbweg mit viel Stütze und Laufen wie besoffen, aber immerhin hat sie Pipi machen können. Fressen ging nur, wenn ich sie mit einer Hand im Sitzen stützte und mit der anderen Hand den Napf  vor sie hielt. Es war einfach nur furchtbar, und wenn ich nicht gewusst hätte, dass Gabapentin in Einzelfällen so reinhauen kann und es eine kurze Wirkzeit hat, wäre ich wohl mit ihr zum Notarzt gefahren. So habe ich abgewartet. Blöderweise ließ zuerst die Beruhigungswirkung nach, erst eine Stunde später wurde es mit der Lähmung besser. Erlärt mal einem dementen Hund, dass Aufstehen und Drangwandern oder Drehen keine so gute Idee ist, wenn man sich nicht mal im Sitzen aufrecht halten kann. Bis Abend lief es dann langsam wieder besser und letztendlich blieb halt der Schwindel zurück. Aber für mich war ganz klar, diese Tabletten wird sie niemals nimmer nicht nochmal bekommen. Ab Montag hatten wir dann wirklich ruhige Tage. Sie jammerte weniger, schlief sehr viel, legte sich meist gleich ab und auch die Nächte wurden besser. Da sie ja bei der letzten Librela auch an Tag 3-5 so müde war, schob ich das erstmal darauf. Montag kam dann auch endlich das "Schlafgefängnis" und ich bin mega begeistert. Es passt genau in die Nische rein, ihre normale Schlafunterlage füllt es perfekt aus und es macht einen stabilen Eindruck. Sie hat es auch sofort angenommen und die Nächte wurden tatsächlich immer ruhiger. Keine Ahnung, ob Zufall oder durch das Vitofyllin, was sie ja seit Freitag bekommen hat. Auf alle Fälle war die Veränderung so deutlich, auch nach Tag 5 nach Librela, dass ich mir am Donnerstag noch 2 Blister vom Tierarzt holte. Sie dreht eindeutig weniger, hat weniger Drankwandern, was sich allerdings nun auch auf die Spaziergänge auswirkt. Die Strecken sind wieder deutlich kleiner geworden. Aber insgesamt, konnten wir einfach mal die Woche durchschnaufen. 

Leider musste ich mal wieder ihre Lieblingsstrecke streichen, nach den Zecken und zugewachsenen Wegen bis in den Sommer rein, fliegen nun im Wald und drumherum die Hirschlausfliegen. In Scharen. 6 Stück habe ich von mir abgesammelt und getötet, auf 2 Spaziergängen. Um Sophie fliegen sie halt auch rum und die Viecher sind nicht lustig, wenn sie dich als Wirt toll finden. Das Risiko möchte ich einfach nicht eingehen, weder für mich noch für Sophie. Also meide ich den Weg und Sophie findet das blöd. Die anderen Wege läuft sie einfach schlechter, aber was soll ich tun. Durchhalten werden wir das wohl bis Ende Oktober müssen. Ganz toll!

Zusätzlich entdeckte ich eine offene Stelle zwischen den Zehen an der Hinterpfote. Da sie ein paar Mal in den Dornen hängen blieb, weil sie ins Gebüsch torkelte bevor ich reagieren konnte, gehe ich mal davon aus, dass die Wunde daher kommt. Ich habe sie desinfiziert und dann war ich mit anderen Dingen - dazu gleich - so beschäftigt, dass ich sie erstmal vergessen habe. Als die heutige Nacht ab 21 Uhr sowas von unruhig war, habe ich gesehen, dass die Stelle wieder nässt und etwas größer geworden ist. Also habe ich sie mitten in der Nacht nochmal gesäubert. Aber unruhig blieb es natürlich. Im Stundentakt, was ich jedes 2. Mal bei ihr, um sie zu beruhigen. Heute morgen sieht es schon besser aus und ich habe jetzt erstmal einen kleinen Verband drumgemacht und ihr den Schuh angezogen. 

Aber das ist fast alles noch harmlos gegen, das, was ich dann gestern erfuhr. Ich stehe eigentlich immer noch unter Schock und habe überhaupt keine Ahnung, wie ich das jetzt noch bewältigen soll, wo ich schon seit Monaten, teilweise schon seit letzten Jahr am Limit bin. Ich war gestern ja bei meiner Gyn. Vorsorge, die ich letztes Jahr habe ausfallen lassen und im Jahr davor wurde ich super gründlich untersucht wegen der Dauerblutung. Da war alles prima. Prima sah es eigentlich auch gestern erstmal aus. Aber sie fand es komisch, dass ich immer noch mit 54 meine Periode bekomme wie ein Uhrwerk. Zur Sicherheit wollte sie einen Ultraschall machen. Am Ende des US hieß es dann mal direkt "Gebärmutterentfernung"! Wtf! Ich dachte, mich trifft der Schlag. Da gehste ohne Beschwerden zur Ärztin und gehst mit der Aussicht auf eine große OP raus. Grund: ein schnellwachsendes Myom! Sie entdeckte es vor 2 Jahren, da war es halt noch 2,7 cm und an einer nicht störenden Stelle. Aber nun ist es 6 cm und laut ihr, wächst das zu schnell und weil ich immer noch einen Zyklus habe, würde es weiter mit Hormonen befeuert werden. Ein Neues kleines hat sie auch noch entdeckt und mir halt totale Panik gemacht, dass das am Besten alles sofort raus muss. Ein Alptraum! Mal abgesehen davon, dass sie mit ihrer Art und Weise mir natürlich Angst macht, dass doch was Böses dahinter steckt, weiß ich überhaupt nicht, wie ich das mit der OP und dem dementen Hund stemmen soll. Das ist ja kein Spaziergang. Schon wenn alles super verläuft, bin ich je nach OP Variante, mal locker 5 Tage im Krankenhaus, danach muss ich mich weiter schonen und bin nicht wirklich alltagstauglich, schon gar nicht für einen dementen Hund und kann auch wahrscheinlich erst wieder nach insgesamt 6 Wochen arbeiten. Wenn alles gut geht, wohlgemerkt. Da ich ja anscheinend momentan einen echten miesen Lauf habe, bin ich mir nicht so sicher, ob ich darauf hoffen kann. 

Ich habe überhaupt keine Ahnung, wie das im Worst Case mit Sophie laufen soll. Ich kann sie nirgends mehr hingeben, dafür ist es zu spät, sie packt das nicht mehr. Also müsste sich hier jemand mindestens für die Zeit, in der ich im Krankenhaus bin, einquartieren. Wer soll das denn machen? Meine Tochter geht ab Oktober nach Hamburg, die fällt komplett weg, ob ich bis zu den Semesterferien Zeit habe, weiß ich nicht - sollte ich am Donnerstag, da habe ich den Termin im Krankenhaus zur Beurteilung erfahren, dass kein Weg dran vorbeigeht, werde ich ganz sicherlich auch nicht noch 6 Monate warten. Dann bringe ich es so schnell wie möglich hinter mich. 

Aber auch nach dem Krankenhaus bin ich ja nicht voll einsatzfähig, schonen mit einem dementen Hund ist schwierig. Heute nacht musste ich x Mal zu ihr hin. Tagsüber hinlegen und schlafen, auch schwierig, weil sie oft ja nur kurz pennt. 4 Runden muss ich bewältigen und was ist, wenn sie zum Tierarzt muss. Ich darf sie ja nicht heben. Sie ist schwerer als 5 kg. Wie gehe ich einkaufen, wie versorge ich den Haushalt. Fragen über Fragen und ein so richtig großer Kackhaufen, wenn man alleine lebt. 

Ja, natürlich habe ich Menschen im Umfeld, die helfen wollen, aber durch Sophie ist das eine ganz andere Dimension! Ich möchte einfach nur aus diesem Alptraum aufwachen. 

Dazu kommt, dass ich bis auf meine Mandel-Op als Kind und dem sekundären KS nie im Krankenhaus war. Ich bekomme jetzt schon Panikattacken, wenn ich nur daran denke. Ich kenne Frauen mit einer langen Leidensgeschichte, die einfach nur froh waren, als die Gebärmutter draußen war. Sie fanden die OP nicht so schlimm, ja man ist länger nicht fit, aber letztendlich sind die halt mit einer ganzen anderen Ausgangssituation reingegangen. Ich habe aber keine Beschwerden, nix! Ich gehe da ohne jegliche Probleme hin. Ich will das einfach nicht! 

Am Donnerstag habe ich den Termin in der empfohlenen Klinik, dort wird wahrscheinlich dann nochmal genau untersucht. Ich habe natürlich auch recherchiert und eigentlich macht mal eine Gebärmutterentfernung heutzutage gar nicht mehr so schnell, aber ich finde auch nur wenig darüber, wie schnell ein Myom wachsen darf. Dazu gibt es anscheinend wenig Studien. In den meisten Fällen, in denen operiert wird, haben die Frauen halt massive Probleme. Und über die Folgeprobleme einer Entfernung brauchen wir ja gar nicht zu reden. Ja, die meisten, die ich kenne, haben keine Probleme, auch 20 Jahre danach nicht. Aber das ist sicherlich auch nicht immer die Regel. 

Tja, was soll ich sagen....schauen wir mal, welche Katastrophen noch dazu kommen. Schlimmer geht ja immer!

Samstag, 14. September 2024

Update Sophie

Der Tierarztbesuch war so....naja...wie soll ich sagen, man sollte den Tierarzt bei alten Hunden einfach nicht mehr wechseln. Aber ging diesmal halt nicht anders. Wie schon vermutet kommt der Schwindel von einer Durchblutungsstörung im Ohr  und ist bei ihr wirklich nicht so dramatisch. Das mal vorab.
Aber dann fing die Tierärztin an und wollte mir einreden, dass Sophie ganz schlimme Schmerzen hat und ich unbedingt sofort mit Gabapentin beginnen soll, dazu noch einen Vitamin B Komplex (auf pflanzlicher Basis), ich solle eine Urinprobe abgeben - dazu gleich mehr - und Karvisan geben. Häh? Wie jetzt? Achja, die Arthrosespritze, die ich ja schieben wollte, weil ich null Verschlechterung beim Laufen gesehen habe, hat sie auch gleich aufgezogen. Und ein paar unangenehme Untersuchungen bei Sophie vorgenommen. Da kamen Fragen, die mein anderer Tierarzt nie stellen musste, weil Sophie das schon immer so gezeigt hat. Pressdrang, wenn man das Thermometer einführt - sie mag das halt einfach nicht. Ich darf nicht mal den Hintern abputzen, sie ist halt pinzig. *lach* Die angeblichen Schmerzen machte sie daran fest, dass sie ihr nicht mal über den Rücken streichen darf. Ja, mein Hund ist dement und hasst es festgehalten zu werden. Wenn sich dann noch jemand von hinten nähert und sie dort für sie ja überraschend anfasst, dann zuckt sie. Josef tastet sie jedes Mal an ihren Schwachstellen ganz genau ab und sie zeigt nie Ausweichbewegungen. Ich habe ihr noch versucht zu erklären, dass die Librellaspritze auf Verdacht gegeben wurde und ich nur eine leichte Verbesserung beim Laufen feststellte, die mir aber entgegenkommt, weil ich dann größere Runden gehen kann, was wiederum gut für die Demenz ist. Dann versuchte ich ihr zu erklären, dass Sophie das Gabepentin nicht wegen Schmerzen bekommen soll, sondern aufgrund seiner beruhigenden Wirkung zu besserem Nachtschlaf verhelfen könnte. Letztendlich hilft das ja eh, wenn überhaupt auch nur gegen Nervenschmerzen. Ausserdem erzählte sie dauernd was von der HWS. Öhm, mein Hund hat ihre Rückenschwachstelle hinten oberhalb des Schwanzansatzes, deswegen auch die Probleme mit dem Hinterlauf. Vorne ist sie noch absolut stabil und steigt freiwillig Treppen, springt über Äste und ist zur Zeit auch echt schnell unterwegs. 
Witzigerweise hat ihr Sophie dann noch gezeigt, was sie tut, wenn es zwickt. Bei der Spritze hat sie den Tierschutz herbeigeschrien und sich ordentlich gewehrt. *lach* 
Die Urinprobe, auch so eine Sache. Es ging um die Gewichtsabnahme bei einem sehr, sehr alten und kranken Hund. Sie meinte, dann können wir sehen, ob sie darüber aufgrund ihrer Nieren Eiweiß verliert. Ahja! Und dann? Hat das irgendeine Relevanz? Können wir die Nieren heilen? Oder möchte sie dann noch ewig Infusionen geben? Sorry, mal abgesehen davon, dass ich ganz sicher nicht meinem dementen Hund noch mit einer Suppenkelle hinter herrenne, weil sie ja nicht mal pinkelt, wenn ich rede, zu laut atme oder uns irgendwer entgegen kommt. Versteht mich nicht falsch, würde sie Anzeichen eines Harnwegsinfekt zeigen, dann mach ich das auch, aber sie pinkelt prima und auch mengenmäßig genügend. Und nur damit ich weiß, ob die Gewichtsabnahme ihren Nieren geschuldet ist oder eben nicht, mache ich das nicht. Ich spreche es aber in 4 Wochen nochmal mit Josef durch. 
Bezüglich des Karvisan war ich dann verwundert. Gleiche Praxis, zwei Ärzte und der hält so gar nix von, die andere will es mir mitgeben. Was denn nun? Als ich ihr sagte, dass mich das nun wundert, weil ich ja mehrfach danach gefragt habe, war sie etwas pikiert. Musste aber zugeben, dass es tatsächlich bei manchen Hunden Wunder bewirkt, bei anderen so rein gar nix verändert. Ich habe es mir dann mitgeben lassen, ich will schließlich meinem Hund kein Wundermittel vorenthalten und vom Preis war es für 7 Tage überschaubar. Auf meine Frage hin, wie ich dann weiß, welches Mittel tatsächlich wirkt, wenn ich alle auf einmal draufballer, hat sie mir keine wirklich zufriedenstellende Lösung präsentiert. Somit hat Sophie nun die ersten 3 Tabletten Karvisan drin, das Gabapentin war eh nicht sofort lieferbar, das schiebe ich einfach noch ein paar Tage. ;-) 
Denn schon alleine mein improvisorisch gebauter Kennel zeigt nachts Wirkung. Und ich habe vor zwei Tagen festgestellt, dass sie anscheinend gerade nachmittags lieber doch bei mir liegt. Häh? Ich hab das so oft versucht, aber immer ist sie aufgestanden oder hat so getan als quäle ich sie. Jetzt liegt sie auf ihrem neuen Schlafplatz, fiept noch unruhig herum, schläft dann aber tatsächlich irgendwann ein. Okay! Muss man erstmal rausfinden. 
Auf den Vitamin B Komplex verzichte ich ganz bewusst. Ich sehe darin ehrlich gesagt keinen Nutzen. Wir werden Sophie nicht mehr heilen, dass was wir jetzt tun ist eine palliative Begleitung. Punkt! Ihr die letzten Tage, Wochen, Monate so angenehm wie möglich zu gestalten und mir es etwas leichter zu machen. 
So, das ist der Stand der Dinge.

Wer es bis hierhin geschafft hat, der erfährt auch, dass sich an der Wohnungsfront Hamburg Licht zeigt. Evtl. hat sie auch ein Zimmer für den Übergang. ABER bevor das nicht persönlich vor Ort geklärt ist und es einen Mietvertrag gibt, den man auch unterschreiben kann, möchte ich mich noch bedeckt halten und nur vorsichtig optimistisch sein. Ich hab zu viel erlebt! Auch ich hatte damals recht schnell eine Wohnung im Nachbarort, wenn es so gekommen wäre, hätte sich mein Ex auch schön alleine um den Hausverkauf kümmern können, aber dann hieß es plötzlich, sie wollen das Haus im Ganzen vermieten und nicht zwei Mieter reinsetzen. So ist es auch gekommen und die Mieter haben dann auch irgendwann das Haus letztendlich gekauft. 

Ich musste dann auch leider heute die Heizung anstellen weil die Kellerwohnung rapide abgekühlt war. Heute morgen unter 18°C und ich muss ja auch noch ab und zu lüften, was es noch kälter gemacht hätte. Die Nachttemperaturen sind einfach echt frisch hier zur Zeit. Und die Sonne schafft es kaum noch ganz rumzuwandern, um die Zimmer zu erwärmen. Die Zeit ist einfach rum. 

Da ich gestern meinen Wohnungsputz nicht geschafft habe, muss ich den heute erledigen und deswegen werde ich für heute hier zum Abschluss kommen, sonst wird das wieder nix. :-)

Freitag, 13. September 2024

Die erste Arbeitswoche...

...ist rum. Arbeitstechnisch lief es sehr durchwachsen, von "ich will die Kündigung" bis "endlich haben wir wieder genug zu tun" war alles dabei. 

Zu Hause lief es unerwartet gut. Sophie war die ersten 3 Tage recht ruhig, die Nächte zwar weiterhin unterbrochen, aber erträglich. Erst Mittwoch Nachmittag ging das Gefiepe und Gejammer wieder los. Sie lief besonders die letzte Runde super gut und auch unfassbar schnell für ihren körperlichen Zustand, aber besonders die Abende so bis ca. 23 Uhr sind arg anstrengend. Geplant war ja, dass ich die Arthrose Spritze noch schiebe. Ich sehe keine deutliche Verschlechterung momentan beim Laufen und die Verbesserung war ja eh immer minimal. Damit hätte ich mir natürlich heute auch den Tierarzt gespart. Hätte! Wenn Sophie nicht unbedingt alles im Alter mitnehmen würde, was halt so möglich ist. Gestern nach der Mittagsrunde hat sie tief und fest geschlafen und ist erst gegen 16.45 Uhr wach geworden. Und zwar extrem torkelig. Sie konnte kaum geradeaus laufen, kippte permanent um. Ohne Hilfe ging nix. Spaziergen gehen wollte sie trotzdem, Fressen auch, aber sie hatte echt ordentlich Schlagseite und hielt auch den Kopf schief. Für mich ganz klar das Vestibulärsyndrom, zum Glück milde Ausprägung. Trotzdem rief ich beim Tierarzt zur Einschätzung an und die rieten mir, das vom Tierarzt anschauen zu lassen. Nächster Termin heute morgen, allerdings bei der anderen Ärztin. Okay, dann halt doch zum Tierarzt. Bei der Abendrunde war es etwas besser und je länger wir laufen, um so besser wird es auch. Wenn sie dann mal schläft, liegt sie auch sehr entspannt da und die Nacht war okay. Ich musste nach 23 Uhr nur 2x kurz hin. Es scheint sie also wirklich nicht so stark zu beeinträchtigen. Übelkeit kann ich auch nicht feststellen. Pipi funktionierte heute morgen ohne Hilfe im Garten. Beim großen Geschäft unterstütze ich sie ja schon seit einer Woche etwas durch Zug auf die Leine. Das reicht vollkommen aus, damit sie sich ausbalancieren kann. So auch heute morgen. Aber die Schlagseite ist deutlich und den Kopf hält sie auch leicht schief. Schauen wir mal, was die Tierärztin in ca. einer Stunde sagt. Oh man, Sophie ist trotz der Demenz körperlich eine echte Kämpfernatur, dabei wirkt sie so unfassbar knochig. Die Rippen sind nun immer zu sehen, obwohl sie seit dem Wetterumschwung alle ihre Portionen aufisst und sie von mir oft genug noch einen kleinen Nachschlag bekommt. Das muss ich heute auch ansprechen, wenn ich schon da bin. 

Somit startete mein Wochenende eher mäßig und durch den Tierarzttermin wird das heute auch nicht besser. Und über die Kosten darf ich gar nicht nachdenken, es tut jetzt immer mehr weh, ich bekomme immer mehr Angst um meine Ersparnisse. Was, wenn mir das Auto verreckt? Am Besten nach dem ich noch alle Reparaturen habe durchführen lassen. Wobei mein Autoschrauber sagt, dass das Auto noch gut in Schuss ist, es wären halt jetzt nach und nach alle Verscheißteile dran, was aber bei dem Alter normal ist. 

So, jetzt muss ich aber los, der Einkaufszettel ist noch nicht fertig und direkt nach dem Tierarzt muss ich ja schon wieder los zum Wocheneinkauf.

Montag, 9. September 2024

Das wars!

Nun ist mein Urlaub fast rum. Noch heute, dann geht es morgen zurück in den Alltag. Zum Glück nur 3 Wochen, dann habe ich wieder eine Woche. :-)

Die letzten beiden Tage war ich in der Wohnung recht produktiv, sportlich gesehen habe ich aber irgendwie nix gebacken bekommen. Und ich befürchte, auch heute wird das nix. Ich bin nämlich jetzt schon den 3. Tag in Folge um 5 Uhr wach gewesen und konnte nicht mehr einschlafen. Und zu allem Übel habe mich gestern ganz leicht gleich morgens den Rücken verhoben als ich Sophie zurück auf ihre Decke geschoben habe. Und auch heute zieht es noch leicht im unteren Rücken. Nix Wildes, aber ich habe einfach zu wenig Schlaf gehabt, um heute morgen sportlich Bäume auszureißen. Aber mit 4x Laufen und einer Radtour, jeden Tag fast 20000 Schritte war ich ja jetzt im Urlaub nicht wirklich faul. 

Freitag Vormittag vor dem Einkaufen habe ich noch die abgebaute Dolby Surround Anlage, ganz viele alte CDs und ein paar Bücher zum Re-Electro bzw. zum Gebrauchtwarenkaufhaus gebracht. Ein ganzer Kofferraum voller Ballast ist nun weg. Es wird langsam.

Beim Einkaufen und auch den restlichen Tag über, war ich eigentlich nur am Quasseln mit irgendwelchen Bekannten. Das nächste Mal nehme ich mir Freitags zum Einkaufen Kaffee und Kuchen mit. *lach* Aber war irgendwie ein guter Tag, der damit endete, dass meine Vermieterin auch noch spät auf einen Wein runter kam und wir lange quatschend auf Terrasse saßen. Meine Güte war das immer noch warm.

Gestern war dann Waschtag und Putztag - das hatte ich vor lauter Quatscherei Freitags nicht mehr geschafft - und Abends war Straßenfest. Ich habe Sophie einfach mal ihrem Schicksal überlassen und sie hat es auch tatsächlich überlebt. Ich bin halt nach dem 17 Uhr Spaziergang, Füttern und einmal auf die Decke bringen runter gegangen, gegen 19 Uhr wieder zurück, um die nächste Runde zu gehen - da stand sie allerdings schon im Flur und die Decke auf dem Schlafplatz war arg verwühlt, heißt, sie war schon wandern - und später um 20.30 Uhr bin ich wieder zu ihr für die letzte Runde, da hat sie aber wirklich geschlafen als ich kam. Irgendwann kam ja auch Töchterchen, über die ich mich allerdings etwas geärgert habe, so dass Sophie nicht mehr alleine war und ich entspannt ein wenig länger auf dem Straßenfest weilen konnte.  

Irgendwie bin ich dann gestern unterbrochen worden und habe es den ganzen Tag nicht mehr geschafft zu schreiben. 

Wir haben gestern noch Brainstorming gemacht bezüglich des weiteren Vorgehens bei der Wohnungsuche in Hamburg. Sie war wirklich fleissig und auch ich hatte ja die Fühler in alle Richtungen ausgestreckt, aber bisher waren wir auf die Schnelle leider nicht erfolgreich. 

Töchterchens Urlaub mit den Mädels in den Bergen war toll und ich habe wundervolle Fotos von einer lustigen Truppe gesehen. 

Da es viel regnete gestern, haben wir auch viel auf dem Sofa gelegen und gechillt, so ein Temperatursturz macht halt müde.

Bis 23 Uhr war der Tag auch wirklich nicht schlecht! Doch dann kam die Nacht!

Ich schlafe ja zur Zeit eh kaum und selten am Stück, oft genug hält mich Sophie auch mal eine Stunde am Stück wach und jetzt kommt das Gedankenkarussell bezüglich Hamburg noch dazu. Aber die Nacht hat echt viele schlimme Nächte in der letzten Zeit getoppt. Und ausgerechnet, wo ich ja heute wieder arbeiten musste. Bis 23 Uhr konnte ich ca. 1 Stunde schlafen - ab dann war ich erstmal fast 1 h mit Sophie beschäftigt. Sie wollte sich irgendwie gar nicht beruhigen und hechelte auch stark. Ich gab ihr irgendwann die Relax Tropfen und somit war immerhin sie ruhig. Bis ich einschlafen konnte, dauerte es eine Weile und ich glaube, ich habe kaum 1 Stunde geschlafen, hörte ich das Töchterchen ins Bad eilen. Wieder einmal Bauchweh-Attacke! Ab da war es dann für mich vorbei mit Schlaf. Zu viel in meinem Kopf, zu viele Sorgen, zu viel Frust. Nach einer Weile wechselte sich das Töchterchen mit Sophie ab, sprich die eine schlief, die andere jammerte. Ab 4 Uhr tauschten sie erneut die Rollen und um 5.30 Uhr war die Nacht endgültig vorbei. Ich war so am Limit, dass ich erstmal alle zusammen faltete und meinen Frust rausließ, verbal! Denn...und das kam halt dazu...ich wusste ja, dass Tochter eigentlich um 6.30 Uhr Richtung Bahnhof musste, damit sie Abends in München den Nachtzug für den Italienurlaub erreicht. Mit Bauchweh und Durchfall - eine Herausforderung. 

Ich kürze es mal ab, es ist alles gut gegangen, sie hat sich für etwas später einen ICE gebucht, den sie sich eigentlich sparen wollte, aber ging jetzt nicht anders. Wir haben uns beide wieder vertragen und sie war sogar noch produktiv bei der Hamburg Sache. Plötzlich hört sich das alles nicht mehr soooo dramatisch mit der Warteliste an. Es sieht so als, als würde sie noch dieses Jahr ein Wohnheimzimmerangebot bekommen. Ausserdem werden noch Zimmer verlost, passend einen Tag nachdem sie aus dem Urlaub zurückkommt. Sie wird also sofort weiter nach Hamburg reisen und sich zu diesem Tag auch noch WG Zimmer anschauen, falls es welche gibt zur Zwischenmiete. 

Mein Arbeitstag war trotzdem gruselig, weil ich eben einfach tot müde bin. Aber Sophie ließ mich heute mal gnädigerweise einen kleinen Nachmittagsnap machen. Immerhin weile ich nun wieder halbwegs unter den Lebenden. 

Das bestellte Hundelaufställchen ist zwar toll, aber für das Wohnzimmer echt zu überdimensional. Deswegen habe ich noch was anderes bestellt, was kleiner ist und besser in die Nische passt. Wenn das da ist, entscheide ich, was ich mit dem anderen mache. Bis dahin muss meine improvisierte "Box" ausreichen. Die nimmt sie aber gut an, auch wenn die letzte Nacht echt anstrengend war. Allerdings hat sie vom Tochter-Drama überhaupt nichts mitbekommen, so tief hat sie geschlafen und auch ihre 2 Uhr Unruhe hat sie verpennt. 

Aber ich sags euch, ich gehe am Stock und wenn unser Leben nicht bald mal im ruhigeren Fahrwasser fährt, weiß ich echt nicht, wie lange ich noch durchhalte. Ehrlich nicht!

Eigentlich wollte ich heute Sport machen, aber so hatte das natürlich überhaupt keinen Sinn!

Und bitte, ich hätte gerne eine ruhige Nacht!

Immerhin gibt es Handy-Fotos vom letzten Sommerabend und dem tollen Sonnenuntergang gestern für euch zum Start in die Woche!





Freitag, 6. September 2024

Gestern....

....war so ein "ich sammel mich und strukturiere meine Probleme" Tag. Doof nur, wenn es für das eine Problem wirklich kaum eine Lösung gibt. Wo es schlicht nix gibt, auch nach meinen ewigen Recherchen und auch bei hochgesetztem Budget bis an die absolute Schmerzgrenze, kann ich halt auch nichts hinzaubern. Wir geben wirklich alles für das Hamburg Problem, letztendlich wird nur hoffen und beten (wenn wir denn religiös wären, wobei es schadet ja nix) übrig bleiben. 

Bei dem anderen Problem bin ich immerhin nach stundemlangen Recherchieren im Internet fündig geworden, ob es uns dann etwas hilft, wird man sehen. Denn ich habe nach den letzten beiden Nächten beschlossen, dass ich so mit Sophie nicht weitermachen kann. Ich bin nach solchen Tagen, wie die letzten beiden, mit ihr schon so entnervt, dass ich es schlicht nicht mehr ertragen kann, wenn das Nachts so weitergeht. In einer Nacht, war ich zwischen 1 und 2 bis zu 10x bei ihr, um sie zurück auf ihre Decke zu heben. Sie steht direkt davor und findet trotz Nachtlicht den Weg nicht. Sie muss nur einen Schritt drauf machen. Das Schlimme aber, sie verweigert es total, dass ich ihr helfe. Ich muss wirklich ordentlich zupacken, sie hoch zwingen und hier mit viel Druck das Hinlegen "schmackhaft" machen. Es zu ignorieren ist nicht möglich, sie jammert dabei immer lauter und sie fängt dann auch irgendwann an zu hecheln. Ist sie auf der Decke, dauert es max. 30 min., dann geht das Spiel von vorne los. Und irgendwann bin ich einfach so fertig und frustriert, dass ich echt ruppig und laut werde. Das hat sie nicht verdient, aber ich komme wirklich an meine Grenze - zumal mich nun auch nachts noch das Hamburg Problem umtreibt. Ich habe mich also entschieden, sie nachts quasi "einzusperren". Ich wollte aber nicht zu viel ausgeben, denn es kann sehr gut sein, dass es letztendlich auch gar nix bringt oder die Situation noch schlimmer macht. Ich habe jetzt so ein Hunde-Welpenauslauf aus Stoff gekauft - eine Art Pop-Up Ding. Oben offen, vorne mit Tür. Da kann ich halt im Notfall einfach die Türe zu machen. Sie wird sich natürlich weiterdrehen, keine Frage, aber sie kann nicht von ihrer Decke runter und spätestens, wenn sie nicht mehr kann, weil es die Beine nicht mehr mitmachen, muss sie sich nur an Ort und Stelle ablegen. Von mir lässt sie sich ja, so wie es sich die letzten Tage zeigt, auch nicht wirklich davon abhalten. Nicht mal mitten in der Nacht im Garten Kreise laufen, ohne was zu machen, hat anschliessend Ruhe gebracht. Es geht mir aber darum, dass ich die Möglichkeit habe, mich dem zu entziehen. Sie ist sicher, kann sich nicht festlaufen und liegt im schlimmsten Fall, des Zusammenbrechens weich. Ich kann beide Zimmertüren zu machen, wenn ich schlaftechnisch ans Limit komme. Ob die Strategie aufgeht, weiß ich nicht. Aber irgendwas muss passieren, so kann ich nicht weitermachen, ohne mir und dem Hund zu schaden. Zusätzlich wird sie ab nächste Woche die Tabletten vom Tierarzt bekommen zur Beruhigung. Erstmal zur Nacht. Das pflanzliche Zeug hat nämlich rein gar nix gebracht. Null komma null!

Wovor ich aber wirklich Angst habe, ist nächste Woche, wenn ich wieder arbeite. In den zwei Wochen Urlaub ist die Demenz so weit fortgeschritten, dass eigentlich ausser Fressen, Laufen und Geschäfte erledigen gar nix mehr geht. Sie findet nicht einmal am Tag ihren Lieblingsschlafplatz im Schlafzimmer und der ist wirklich groß und frei zugänglich. Sie dreht wirklich so lange Kreise, teilweise kurz davor und schafft es nicht draufzukommen. Auch hier - versuche ich sie zu lenken, verweigert sie sich, also hebe ich sie drauf - wie gerade und nach 1 Minute ist sie wieder unten. Das Spiel beginnt von vorne. Wenn ich dann wieder auf der Arbeit bin, ist ja keiner mehr da, der sie hinbringt. Ich habe noch keine Ahnung, was dann passiert. Aber was soll ich tun? Ich kann sie nur, falls das mit dem Hundelaufstall funktioniert mittelfristig da rein packen. Oh man! 

Etwas anderes macht mir auch große Sorgen - wobei Sorgen nicht das richtige Wort ist. Sie hat innerhalb von 2 Wochen schon wieder ein halbes Kilo abgenommen! Sie ist nun unter 13 kg gerutscht. Das ging jetzt echt schnell, sie bleibt also in diesem Tempo 1 kg pro Monat. Nächsten Freitag muss ich ja wieder zum Tierarzt wegen der Spritze, da werde ich das mal ansprechen. Machen kann man eh nix. Sie hat Appetit, aber durch ihre Dreherei und Orientierungslosigkeit fällt es ihr schwer, die Portionen auch in Etappen aufzufressen. Nur Abends klappt das, da ist die Schüssel leer. Morgens und Mittags bleibt mal mehr, mal weniger übrig. Das ist definitiv zu wenig für ihr momentanes Aktivitätslevel. Gestern waren wir ja fast 2 Stunden trotz Hitze spazieren, aufgeteilt auf 4x und zu Hause kommen sicherlich nochmal 3 Stunden Drehen dazu. 

So, ich muss mal los, sie kommt wie gewohnt nicht zur Ruhe. Erst wenn wir draußen waren, wo sie nix macht und nach 500 m eh keine Lust mehr hat, kann sie sich ablegen. 

Donnerstag, 5. September 2024

Was mich wirklich wütend macht...

....alle wissen, dass es in Deutschland mittlerweile in jeder Studentenstadt zu wenig bezahlbaren Wohnraum gibt - keinen aus der Politik scheint es ja zu interessieren. Jeder, der sich selbst oder ein Familienmitglied hat, das sich über das Portal Hochschulsstart für einen zulassungsbeschränkten Studienplatz bewirbt, kennt die Fristen. Man kann sich also immer nur zu einem bestimmten Zeitpunkt für das nächste Semester bewerben. Das geht irgendwann Ende Mai/Juni los. Man hat dann bis zu einer weiteren Frist Zeit, die fehlenden Unterlagen nachzusenden. Mitte Juli ist Ende der Bewerbungsphase, erst dann beginnt überhaupt das Verfahren! Fast Ende Juli geht es dann los für die Studiengänge Medizin und Co., in einer bestimmten Reihenfolge der Verfahren. In unserem Fall war erst ab Anfang August mit einem Zulassungsangebot zu rechnen. Überraschenderweise kam es dann auch sehr schnell an dem besagten Tag. Bis dato, weiß man nicht, ob man überhaupt Chancen hat, denn in unserem Fall waren seitens der Hamburger Uni nicht mal die Ranglisten zu sehen. Dann kommt der Prozess der Immatrikualtion, geht zum Glück alles online, aber dauert halt auch seine Zeit. Bei uns bis zum 15.08.! Bei Hochschulstart geht es dann für die, die noch kein Angebot erhalten haben, ab dem 25.08. ins koordinierte Nachrückverfahren. D.h. wenn einer abspringt, bekommt der erste auf der Rangliste ein Angebot. Ende dieses Nachrückverfahren ist - haltet euch fest - am 30.09.! Das Semester beginnt am 01.10., die Vorlesungen dann ca. 2 Wochen später. 

Da ja viele Studenten ja in dieser Bewerbungszeit gar nicht wissen an welcher Uni sie landen - bei uns war es etwas einfacher, weil ja nur Hamburg möglich war, macht es noch keinen Sinn, sich dort nach Wohnungen umzuschauen. Zumal wiederrum viele erst zum Semesterende frei werden, also Ende September. Bei den Wohnheimen ist es so, dass man für eine Bewerbung die Immatrikulationbecheinigung benötigt - die kam in unserem Fall vorgestern! In manchen Wohnheimen - in Hamburg war es so, kann man sich auch schon vorher auf die Warteliste setzen, aber auch die wollen natürlich die Immatrikulationsbescheinigung. Meine Tochter hatte zeitgleich mit der Bewerbung in Hochschulstart, schon die Bewerbung für eine Wohnung in Hamburg abgeschickt. Erfahren, dass sie registriert wurde, hat sie erst, als sie die Bewerbung per Mail erneut bestätigen muss. Das muss man alle paar Wochen machen, damit die wissen, ob man noch sucht. So! Wenn man wie wir finanziell sehr limitiert ist und erstmal möbliert wohnen möchte, bleiben eigentlich nur die Wohnheime, was auch aus der Entfernung am Einfachsten zu organisieren ist. Fassen wir es zusammen, die angehenden Studenten können sich eigentlich erst im besten Falle 1-3 Monate vorher um eine Wohnung kümmern. Zu einem Zeitpunkt wo zig Tausende Wohnung in der gleichen Stadt, im gleichen Preissektor suchen. 100 Bewerber auf 1 Zimmer ist da sehr üblich! 

Zwei Wochen hat es bei uns gedauert, bis man telefonisch mal jemanden von den Wohnheimen ans Telefon bekam - man darf übrigens nur 3 Wohnheime angeben als Wunsch, nicht mehr. In Mainz konnte man das später noch ausweiten, das scheint in Hamburg nicht der Fall zu sein. Als sie dann endlich mal jemanden am Telefon dran hatte, der sich mit der Materie ja sicherlich sehr gut auskennt und weiß, wie die Fristen in Deutschland sind und im Prinzip beschimpft wurde, dass sie ja viel zu spät dran ist und die Wartezeit ca. 6 Monate beträgt, sie ja aber ins Hostel gehen könnte für 8 Euro am Tag - Bettwanzen incl. - dann möchte ich ausrasten. Ja, vielleicht hatte dieser Mensch Frust an dem Tag, aber bitte, er kennt doch das Problem - meine Tochter kann da jetzt auch nichts dafür. Und sorry, dass wir nicht reich genug sind, einfach mal schnell eine Wohnung zu kaufen. Ob das in 2 Monaten über die Bühne gegangen wäre, ist allerdings auch fraglich. 

Jetzt telefoniert sie andere Möglichkeiten ab, schreibt Bewerbungen und schaut nach WG-Zimmern, wir strecken Fühler nach Hamburg aus, aber da oben kennen wir halt nicht viele. Und immer wieder kommt der Vorwurf "Du bist viel zu spät dran, das wird jetzt nix"! Das wird jetzt nichts, ist keine Option, nachdem sie so hart für den Medizinplatz gekämpft hat. Man kann die Studenten doch nicht unter der Brücke schlafen lassen - ich dachte, wir brauchen dringend Fachkräfte - dann tut verdammt nochmal was dafür! 

Ich habe deswegen jetzt echt schlaflose Nächte. Und ich kann nur hoffen, dass es auch diesmal irgendeine Möglichkeit gibt, wenn auch sicherlich auf den letzten Drücker. 
Im Übrigen haben die Studenten vom letzten Semester in den Wohnheimen Vorrang und da hatten wohl sehr, sehr viele noch kein Zimmer.

So, das musste mal gesagt werden! Mein Frust über die Politik wird immer größer, diese Arroganz dieser abgehobenen Machtmenschen, die so keinerlei Ahnung mehr haben, wie die Probleme der Normalbürger aussehen und die komplett die Bodenhaftung verloren haben. Vielen Dank für nichts!

Und das Schlimme ist, es wird meiner Meinung nach nicht besser - egal, welche Regierung dann irgendwann, irgendwie an die Macht kommen. Letztendlich bleiben es halt Politiker! 

Mittwoch, 4. September 2024

Die Urlaubstage fliegen vorbei...

...ist ja leider immer so. Am Anfang denkt man, boah, so viel Urlaub noch und zack vergehen die Tage immer schneller. Heute ist nun schon Mittwoch! Und so anstrengend und nervig ein dementer Hund sein kann, wenn man den ganzen Tag aufeinander hockt, so schön ist es halt doch, wenn der Zeitdruck quasi nicht vorhanden ist. 

Leider merkt man nun auch, dass der Sommer - mal abgesehen von den Temperaturen - auf dem Abmarsch ist. Es ist Abends schon wirklich früh dunkel, die letzte Hunderunde gegen 20.30 Uhr muss ich schon teilweise mit Taschenlampe gehen. Morgens merke ich noch nicht so viel davon, weil wir ungefähr eine Stunde später aufstehen. Die Temperaturen gepaart mit Klebeluft macht mich und den Hund fertig. Eigentlich sollte es ja auch kälter werden, nun gibt es morgen schon wieder 31 Grad. *soifz* Viel kann ich da nicht machen, trotz Urlaub, weil einfach zu heiß.

Das Highlight meines Urlaubes wird sicherlich der Sonntag Abend sein. Denn wir alten Weiber hatten tatsächlich Ausgang und es war großartig. Wir haben uns ewig nicht mehr so amüsiert wie an diesem Abend. Es hat alles gepasst. Unsere Stimmung, die Stimmung auf der Salsa Party, das Wetter, die Leute und getanzt haben wir auch erstaunlich viel. Als ich dann nach Hause kam, begrüßte mich ein augenrollendes Töchterchen, die halb verzweifelt war mit dem Hund. Ja, so geht es mir fast jeden Tag und auch so manche Nacht. :-) 

Die Nacht war dann auch gleich mal eine der unruhigeren Sorte und so war ich am Montag tot müde. Meine gute Stimmung vom Vorabend hielt exakt bis Mittags an. Danach war mir einfach nur zu heiß, Sophie schlief bis Abends so gut wie gar nicht mehr und ließ sich auch von mir nicht beruhigen. Das war sehr zermürbend. 

Dafür war die nächste Nacht besser und auch der Vormittag war ruhig. 

Da sie aber mittlerweile immer öfters vom Sofa nachts plumpst, habe ich gestern beschlossen das Wohnzimmer etwas umzubauen. Sie wurde vom Sofa verbannt und bekam einen neuen Schlafplatz, mit dem sie in der ersten Nacht wie erwartet natürlich überhaupt nicht klar kam. Aber nun ist er so angelegt, dass ich sie notfalls mit einem Welpengitter begrenzen kann. Ich hoffe nicht, dass es noch so weit kommt, aber man weiß es nicht. Ihr Körper ist trotz wenig Gewicht sehr, sehr zäh! Und wie sie den wenigen Schlaf wegsteckt, weiß ich auch nicht. Ich brauche definitiv mehr. 

In dem Zuge der Schlafplatzumgestaltung, habe ich dann auch mal das Wohnzimmer grundgereinigt, die alte ungenutzte Dolbysurround Anlage abgebaut und noch das eine oder andere ausgemistet. Damit war ich dann auch den ganzen schwülen Tag beschäftigt. 

Heute ist es hier leider auch nicht weniger schwül und ich müsste echt langsam los, wenn ich wirklich noch joggen will. Aber schon die Hunderunde war echt klebrig! Da macht doch Schwitzen durch Joggen zusätzlich echt nicht so wirklich Spaß. Aber morgen wird es wieder 31°C. Ob es dann besser ist? Ich präpariere mich mal und entscheide dann.

Achja, Hamburg wird dann auch wieder so schwierig wie Mainz. Die Wohnheime sind voll, 6 Monate Wartezeit, obwohl sie ja schon vor 3 Monaten auf der Warteliste stand. Das ist doch alles krank! Nun heißt es wieder hoffen und zittern. Es wird wohl richtig knapp! Und ich hatte gleich gesagt, dass es ungeschickt ist, im September nochmal für 14 Tage in den Urlaub zu fahren. Hätte an der Ausgangssituation nichts geändert, aber man hätte sich noch intensiver auch mal vor Ort kümmern können. Aber ich habe es oft genug gesagt! Sie ist erwachsen! 

Es bleibt hier also weiterhin ungewiss, spannend und nervenaufreibend! 

Sonntag, 1. September 2024

1. September

Da ist er nun, der 1. September und damit ist ja irgendwie der Sommer schon rum. Ein Sommer, der irgendwie wenig sommerlisches Flair hatte und für mich so gut wie vorbeizog, weil ich ja an allen schönen Dingen des Sommers, die man da so gerne macht, nicht wirklich teilnehmen konnte. Zum 2. Mal nun. Das ist bitter. Schon Abends merkt man, dass wir nun auf eine Jahreszeit zu gehen, obwohl die Temperaturen noch hochsommerlich sind. Aber es ist halt schon echt früh dunkel! Die letzte Runde gehe ich jetzt mit Sophie schon in der Dämmerung. In ein paar Wochen ist es wahrscheinlich stockduster. 

Ich mag den Herbst ja normalerweise, aber dieses Jahr habe ich Respekt davor, wie Sophie mit dem dann leicht veränderten Tagesrhythmus klar kommt. Morgens dunkel - Abends dunkel, dazwischen nur wenig Zeit, um ihr Drangwandern mit Spaziergängen zu beruhigen - wobei so wirklich hilft das auch nicht. 

Die Tage seit Donnerstag waren auch wieder sehr durchwachsen mit schönen Momenten, aber auch mit Momenten an denen ich einfach nur am Liebsten davongelaufen wäre, um einfach dem Ganzen zu entkommen. Besonders der Freitag war schlimm! 

Gestern war besser, was aber daran lag, dass mir das Töchterchen den Hund etwas abgenommen hat. So haben wir die Runden abwechselnd gemacht und das 400x auf die Decke zurückbringen, damit sie sich nicht in die Erschöpfung kreist, konnten wir uns auch teilen. Ausserdem übernahm sie die erste Schlafschicht, am Freitag bin ich nämlich exakt 7x bei Sophie gewesen, was kurz geholfen hat und ein paar Minuten später ging alles von vorne los. So konnte ich gestern eine Radtour machen, bei der ich leider feststellen musste, dass das Knie wohl doch spezifisch beim Radeln zickt. Das nervt mich echt, weil ich es nicht verstehe. Die ersten Male waren ja noch viel anstrengender, weil total ungewohnt und da war gar nichts. Diesmal fing es sogar schon auf den ersten Kilometern an. Zum Glück moderat, was aber daran lag, dass ich mein Tempo und die Länge der Strecke daran angepasst habe. So ein Mist! Sobald ich dann absteige ist es weg. Mal schauen, wie es sich heute morgen anfühlt - ich will nämlich noch eine kleine Runde joggen gehen. Ich habe jetzt recherchiert und bin mir fast sicher, dass ich ein beginnendes "Läufer-Knie" habe, das kann man nämlich auch auf dem Rad bekommen. Na toll!. Da heißt es nun aufpassen, denn wenn sich das richtig entzündet, gibt es eine sehr lange Zwangspause. Also lieber gleich gegensteuern. Da ich meinen Körper ja gut einschätzen kann, weiß ich auch, wo die Schwachstelle hängt. Aber eins weiß ich, ich lasse es nicht nochmal so schlimm werden, wie bei der Schulter, dann gehe ich vorher zum Arzt und lass mir Physio aufschreiben. Ich habe noch ein bissi was vor! 

Beim Radeln merke ich aber schon, dass ich mich immer mehr an die Belastung gewöhne. Die Schulter und den Rücken habe ich gar nicht gespürt, 6% Steigung sind kaum noch ein Problem und auch sonst rollt es sich viel leichter. Da ich ja einen Hundesitter hatte, habe ich mich entschlossen noch beim See zu stoppen und dort etwas zu trinken. So schön es da ist - früher waren wir ja oft da - so unfassbar unverschämt teuer ist es mittlerweile. 12.50 Euro für ein Getränk und einen Kuchen plus Trinkgeld - das geht eben nicht oft. Davon mal abgesehen, dass ich 3x gesagt habe, ich will Zahlen und dann doch wieder keiner kam, bis der Chef ein Machtwort gesprochen hat - nervt ungemein! Teuer und schlechter Service - scheint ganz groß in Mode zu sein zur Zeit. Also einfach mal zum See radeln, was trinken und wieder heim, ist schon finanziell keine Option mehr. Schade! 

Den Rest des Tages habe ich dann gechillt und mit dem Töchterchen gequatscht. 

Heute morgen will ich noch eine kleine Runde joggen und falls mir meine zögerliche Freundin nicht doch absagt, ist Abends Strandbar in Gießen angedacht. Einfach mal raus. Das Töchterchen macht Hundedienst und somit ist das im Prinzip die letzte Möglichkeit für dieses Jahr. Aber wie gesagt, die Freundin war noch zögerllich und die Ersatzbegleitung hat gleich mal ganz abgesagt. 

Jetzt präpariere ich mich mal fürs Laufen, während der Hund zwar draußen nicht wirklich laufen wollte, nun aber wieder auf der Decke dreht und jammert. *soifz* Wie lange hält das eigentlich ein alter Hundekörper aus? So mit wenig Schlaf und permanentem Gejammer plus Gedrehe, dass sich irgendwann in Streß ausweitet, wenn man nicht eingegreift? Irgendwann werde ich wohl wirklich zu Beruhigungsmitteln greifen müssen - bisher zögere ich noch, weil die Nächte zwar unruhig, aber noch erträglich sind. 

Und nun lasse ich euch noch ein Herbstbild da von letztem Jahr und fülle die Wasserspeicher fürs Laufen auf.