Hinter uns liegt eine irre Woche, ich kam kaum zum Durchschnaufen und es gab neben viel Ärger auch ein paar Lichtblicke, aber ich fang mal von vorne an.
Zuerst schulde ich euch noch den Glücksmoment der letzten Woche und der war eindeutig, dass es endlich mal geregnet hat und ich wenigstens nur noch die Töpfe von zwei Gärten gießen musste, die unter einem Dachvorstand stehen.
Auf der Arbeit erwartete mich ja schon Montag nix Gutes und man hätte sich viel ersparen können, wenn man mal etwas vorausschauender gedacht hätte, doch sowas kennt man ja schon seit Jahren nicht. Wir reagieren immer nur verzögert! Natürlich war die eine Kollegin immer noch krank, für mich eigentlich nicht überraschend - blöd nur, dass ich es erst sehr spät zufällig erfuhr. Als ich diese Information an höhere Stelle weitergab, fand nur wieder die Abwartetaktik statt. Ein kurzes Telefonat mit meiner liebsten Kollegin, entschieden wir uns, mal nichts zu machen, wenn wir von oben keine Anweisung bekommen. Denn eigentlich soll ich da ja eh nicht mehr mithelfen.
Ausserdem bekam ich einen Anruf von der Personalabteilung, anscheinend soll jetzt doch der offizielle Weg gegangen werden, allerdings ohne den Betriebsrat mit ins Boot zu nehmen. Da ich mich ja letzte Woche schon entschieden hatte, welchen Weg ich gehe, hatten wir ein langes und gutes Gespräch. Und es öffnete sich sogar ein neues Türchen und sie warf mir zusätzlich noch ein Zuckerstückchen hin. Wir verblieben so, dass ich mich im September nach ihrem Urlaub nochmal melde, um zu schauen, wie es wirklich weitergeht.
Am Nachmittag dann der Super-super-Gau, meine Lieblingskollegin stürzte mit dem Fahrrad und brach sich zwei Rippen an. Ihr geht es soweit gut und zum Glück hatte sie einen Helm auf. Aber damit fiel sie natürlich auch aus. Dies bescherte mir eine schlaflose Nacht, denn mir war schon klar, dass ich nun 3 Labore am Backen hatte, die alle ein volles Programm hatten. In einem davon lief die Arbeit ja dann schon seit Donnerstag Nachmittag auf. Ich hatte keine Ahnung, wie das gehen soll.
Von oberster Stelle kam diesbezüglich nichts! Rein gar nichts! Also entschied ich selbst, wie ich den Notbetrieb am Laufen halte, so dass meine Kolleginnen nicht Wochen die aufgelaufene Arbeit aufarbeiten müssen. Mit meinem direkten Ansprechpartner sprach ich alles ab und er unterstützte mich auch sehr dabei. So wurschtelte ich mich die ganze Woche durch 3 Labore und bin am Ende schon ziemlich stolz auf mich, dass ich das irgendwie hinbekommen habe. Immerhin muss man dazu sagen, dass ich in dem einen Bereich vor 3 Jahren nur kurz eingearbeitet wurde bzw. nur kurz Vertretung machen musste, bevor man ja wieder andere Pläne mit mir hatte. Und ich habe es ganz sicherlich nicht für Chef Chef gemacht, sondern für meine Kolleginnen! Immerhin wurde mir dann über andere mitgeteilt, dass es zumindest registriert wurde. Mit mir persönlich wurde allerdings nicht gesprochen! Reicht mir schon! Wir wissen ja eh, dass sowas nix zählt! Statt Danke gibt es später dann wieder einen Tritt! Kennen wir ja schon! Auf alle Fälle bin ich ziemlich erschöpft, aber auch mit einem guten Gefühl ins Wochenende gestartet. Das mag ich an diesem Bereich so gerne, man weiß am Ende des Tages, was man geschafft hat und vor allem kann man Dinge wirklich sinnvoll abschließen und dann auch aus dem Kopf streichen. Und man ist nicht so fremdbestimmt! Aber nun erstmal Wochenende!
Das Töchterchen hat die erste Schulwoche fast hinter sich und nachdem es am Montag erstmal emotional am Tiefpunkt gelangte, nicht weil alles so schrecklich ist, sondern eher alles zu viel war nach den Monaten im Homeshooling, hat es sich schnell wieder berappelt. Denn letztendlich überwiegte das Positive! Sie bekam alle ihre Wünsche erfüllt - alle Freundinnen, die sie aufgeschrieben hatte, sind in ihrer Klasse, sie ist in Italienisch und Kunst gekommen und die Lehrer sind auch okay. Der Stundenplan ist so mittel bis doof und leider sind die coolen Jungs nicht in ihrer Klasse gelandet. ;-)
Sie hat nun meist 11 oder 9 h, an einigen Tagen mit vielen Freistunden dazwischen, was ziemlich doof ist, aber wenn alles gut läuft, kann sie zumindest in die 3 Freistunden am Montag noch den Geigenunterricht legen. An den Tagen mit 9 h muss sie dann von mir wieder abgeholt werden, aber wenn es Corona zulässt, können wir eine Fahrgemeinschaft dafür bilden, weil eine Freundin aus dem Ort kommt. In den wichtigsten Fächern, nämlich die, die sie ja später evtl. als Leistungsfächer belegen möchte, hat sie gute Lehrer, das hilft schon mal weiter. Und nach ein paar Tagen sagte sie zu mir, dass sie eigentlich froh ist wieder in die Schule zu können. Nun halten wir natürlich alle die Luft an, dass das auch ganz lange gut geht. Angesichts der steigenden Zahlen kann man da ja nicht so optimistisch sein.
Am Montag hatte sie das erste Mal nach den Ferien Geigenunterricht und da ist die Leihgeige auseinander gefallen. Also, musste ich mich darum kümmern, dass wir eine neue bekommen. Diese ist auch schon da und heute schicke ich die kaputte zurück.
Das Wetter ist einfach nur furchtbar. Ich bin wie gelähmt nachmittags, kann nachts schlecht schlafen und die Hunderunden quälen mich. Dabei ist die Wärme gar nicht mal das Problem, hier ist es dauerhaft schwül. So schwül, dass man das Gefühl hat, man kann nicht atmen. Und heute wird es nochmal richtig heiß. Deswegen werde ich mich jetzt mal aufraffen, schnell mit Sophie gehen und dann die Einkäufe erledigen.
Es ist schon echt komisch nach Monaten so viel alleine zu Hause zu sein. Ich hatte mich anscheinend an das Homeshooling vom Töchterchen gewöhnt. :-)
Jetzt aber los! Euch einen schönen Freitag!

















































