Und vielleicht klappt es auch gar nicht! Mit dem Wohnheimzimmer in Mainz. Das Studierendenwerk hat sich natrlich rückgemeldet. Wann meldet sich jemand in Deutschland noch zurück, antwortet auf Emails oder ist telefonisch zu erreichen. Richtig...fast nirgends mehr. Auf der Website steht dann, dass sie nicht alle Telefongespräche annehmen können, ich glaube aber fast, sie nehmen gar keine an. Man könnte eine Nachricht aufsprechen und eine Nummer hinterlassen...ob sie dann zurückrufen wage ich zu bezweifeln. Das "alles auf den letzten Drücker" Töchterchen bekommt nun auch langsam Panik. Aber da kann ich ihr gerade leider nicht helfen. In diese Situation hat sie sich selbst gebracht und hat von Anfang an nicht auf meine Bedenken reagiert. Eine Wohnung herzaubern, die bezahlbar und möbliert ist, kann ich nicht.
Das Problem ist, sie hockt zwar gerade in Mainz, hat aber Anwesenheitspflicht für 8 h am Tag im Lehrgang. Die Öffnungszeiten des Büros vom Studierendenwerk korriliert damit. Es wird ihr aber nichts anderes übrig bleiben, als spätestens Montag dort aufzuschlagen. Denn in 3 Wochen beginnt die Erstiwoche, eine Woche später die Vorlesungen. Im Wintersemester konnten sie knapp 300 Studenten keine Wohnung im Wohnheim anbieten. Im Sommersemester werden es vielleicht weniger sein, aber da das Töchterchen extrem spät dran war, kommen halt alle anderen vor ihr dran.
Ich habe ehrlich gesagt, keine Ahnung, wie das alles noch funktionieren soll. Ich träume schon nachts von Umzügen, von sterbenden Hunden und auch sonst viel Mist. Dementsprechend schlecht schlafe ich und wache gerädert auf.
Ich kann nur hoffen, dass sie endlich mal daraus lernt und den nächsten Uni-Start, wenn sie auf Medizin wechselt, besser plant. Denn der wird ja sehr wahrscheinlich noch schwieriger zu stemmen sein, wenn es von Mainz dann nach Magdeburg oder Hamburg geht. Wenn es gut läuft, klappt der TMS im zweiten Anlauf und sie kann in Gießen oder Frankfurt Medizin studieren, dann wird es einfacher, weil sie erstmal im Notfall hier unterschlupfen kann. Ist natürlich nicht ihr Ziel, aber nimmt den Druck raus. Von hier nach Mainz zu pendeln, ist keine Option.
Soweit ich rausgelesen habe, kann sie höchstens nochmal eine Woche bei ihrer Tante unterschlupfen, bringt sie also nur kurz aus der Obdachlosigkeit raus.
Ja, ich weiß, es geht vielen Studenten so, auch wenn sie monatelang vorher schon gesucht haben. Besser macht es die Sache auch nicht. Und zeigt mir nur umso mehr auf, was in diesem Land so alles den Bach runtergeht. Und niemand soll nachher jammern, es gäbe keine Fachkräfte mehr, wenn man sich nicht darum kümmert, dass auch finanziell nicht so gut gestellte junge Menschen sich eine Auszbildung weit weg von zu Hause oder ein Studium leisten können. Manchmal bzw. immer öfters kann man sich ja den Ort nicht aussuchen.
Ich versuche mich irgendwie runterzubeamen und mir zu sagen, dass es ja eh erstmal nur ein Semester ist, notfalls kann sie halt nicht an den Vorlesungen teilnehmen. Schlimmer wäre es, wenn es schon ums Medizinstudium ginge. Trotzdem stresst mich das Ganze, denn auch wenn man in ein möbliertes Zimmer umzieht, dann reichen ein paar Tage trotzdem nicht, um das alles zeitlich zu stemmen, wenn es nicht gerade in den Nachbarort geht. Ich bin schon oft genug umgezogen, ich weiß, wovon ich rede.
Groß unterstützen kann ich sie auch nicht, Sophie ist mittlerweile so, dass ich sie niemanden mehr für länger anvertrauen kann. Mal im Notfall einen Tag, wenn der Hundesitter hierher kommt und ich sie morgens und abends ab Dunkelheit wieder übernehmen kann. Gestern wäre sie mir fast abgehauen im Dunkeln, weil ich versucht habe, sie zu einem Pipi im Garten zu überreden. Sie ist im Dunkeln dann so panisch, dass sie vor einem wegläuft. Ich weiß das, kenne ihre Körperhaltung und kann sofort reagieren. Das Töchterchen bekäme das auch noch hin, aber jemand, der Sophie kaum sieht und nicht miterlebt, wie sie drauf ist, da wird es schwierig. Sie hört eh kaum noch auf Kommandos, woran das liegt, kann ich ja nur raten. Ich arbeite viel mit Körpersprache und sie ist oft wieder an der Leine, dann geht es.
Aber ansonsten war die Woche gar nicht so schlecht. Ich habe das Wetter genossen, viel zu wenig Sport gemacht, was sich natürlich bei dem Gewichtsziel nun rächt - ich werde das wohl wieder nicht erreichen, wie schon die letzten Jahre auch. Dafür habe ich im Garten ganz viel gewerkelt, sogar der Rasen ist schon gemäht, denn Sophie hat...als sie noch in den Garten ihr großes Geschäft erledigte...die eine oder andere Stelle so gut gedüngt, dass doch das Gras so wundervoll dicht und hoch war. Ja, ich habe immer alles eingesammelt, aber manchmal habe ich was übersehen oder im Schnee gar nicht gefunden. Das hat wohl gereicht. Am Mittwoch nachmittag stand ich glücklich im Garten und habe mich daran erfreut. Eigentlich wollte ich das gestern zum Wochenendstart auch machen, aber dann kam ja die Nachricht vom Töchterchen und mein Kopf war voll mit Sorgen.
Das WE soll ja wettertechnisch eklig werden und somit rächt es sich, dass ich letztes WE weder joggen noch radeln war. Ob ich es bei dem Wetter schaffe, wage ich noch zu bezweifeln.
Mein Fasten geht jetzt noch bis Samstag in einer Woche, dann sind zwei Monate rum. Und ich freue mich echt auf ein fettes Steak aufm Grill, ich sags euch. Ich werde niemals reiner Vegetarier und schon gar kein Veganer. Muss ich aber auch nicht, denn ich esse ja wirklich wenig Flesich, aber ab und an, muss das sein.
Auf der Arbeit ging es endlich mal vorwärts und so langsam müssen wir aufpassen, weil die anderen beiden Teams zunehmend unsere Unterstützung brauchen. Sollten dann noch Patienten für unsere neuen Studie dazukommen, wird es echt wieder sportlich. Und man kennt das ja, sind die anderen das erstmal gewohnt, dann wird es schwer zurückzurudern. Aber ich bin froh, dass wir wieder mehr zu tun haben.
So, nun starte ich mal mein Freitagsprogramm und den Rasen will ich heute noch düngen, das kann dann morgen mit dem Regen schön eingespült werden.
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