So, da bin ich schon wieder im Urlaub angekommen und da ich mich diese Woche auf der Arbeit soooo geärgert habe, bin ich auch froh, ein paar Tage Abstand von dem Laden nehmen zu können. Ja, ich bin nicht ganz unschuldig an dem Desaster, denn ich habe mich selbst in die Teilzeitfalle katapultiert, das kann ich niemand anderem in die Schuhe schieben. Trotzdem hätte ich etwas mehr Bemühungen erwartet, um mir ein paar mehr Stunden zu beschaffen. Zuerst hieß es ja noch, es geht nur über Drittmittel und jetzt bekam ich eine Komplett-Absage. Es hätte ja auch mal was rund laufen können. Nun wieder Zittern, Unsicherheit, Grübeln nach Plan B und weiter jeden Cent umdrehen. Reisen, Urlaub, was für die Rente tun....tja...muss ich weiterschieben. Wie lange....keine Ahnung! Was mich am Meisten ärgert ist, dass man anscheinend nicht mal den Willen hatte. Alle wussten schon seit Monaten Bescheid, dass dieser Zeitpunkt kommt. Und wenn ich dann sehe, wie ein anderes Team permanent Überstunden macht und rumjammert, sie schaffen das alles nicht, da könnte ich schreien. Aber gut, das Leben und die Arbeitswelt ist nicht gerecht, hilft auch kein Jammern. Ich habe nur ein riesengroßes Problem, nämlich meine jetzige Stelle! Für meine Ausbildung gut bezahlt, durch die langjährige Zugehörigkeit zu dem Laden die höchste Fallstufe erreicht, noch einen alten Vertrag - gibt es gar nicht mehr und schwierig zu kündigen seitens des Arbeitgeber - ich sag nicht unmöglich, heutzutage weiß man nie - und eben unbefristet! Unbefristet! Wenn es nicht blöd läuft, habe ich diese Stelle sicher bis zur Rente! Aber es sind eben nur 50%!
So eine Stelle kündigt man nicht! Nicht in meinem Alter und nicht in der heutigen Zeit und schon gar nicht in meiner Branche. Denn in der gibt es fast nur befristete Verträge, oft nur ein Jahr, wenn es gut läuft 2 Jahre. Zur Zeit ist es auch wohl schwer, rechtzeitig Gelder einzutreiben, um die Leute weiterzubeschäftigen. Die warten halt nicht 2 Monate ab, ob es vielleicht doch noch klappt, die suchen sich rechtzeitig was Neues, um nicht arbeitslos zu werden. Stellen gibt es durchaus! Nur eben wieder befristet.
Dazu kommt, dass ich bei jeder anderen Stelle einiges weniger verdienen würde und um diese Fallgruppe zu erreichen, reicht die Zeit bis zur Rente nicht mehr.
Und auch wenn ich versuche in die freie Wirtschaft zu gehen, dann verdiene ich vielleicht mehr, aber es ist trotzdem ein Risiko, denn alles ist unsicherer als eben diese halbe jetzige Stelle. Zurück kann ich dann nicht mehr, weil ich einen neuen Sch....vertrag bekäme. Und die Gehaltsstufe ganz sicher auch nicht mehr und wenn überhaupt eh befristet!
Tja, ich habe keine Ahnung was ich jetzt tun soll und wie es weitergeht.
Es ist nicht überraschend, dafür bin ich schon zu lange in dem Laden, Einsatz, Zuverlässigkeit werden nicht belohnt. Letztendlich weint dir keiner eine Träne nach, wenn du gehst. Wenn man Leistung zeigt, sollte man das nur für sich oder für die Kohle machen, niemals auf die Vorgesetzten oder die Firma setzen!
Ich habe nun schon einige Fühler ausgetreckt, sogar in der Personalabteilung angerufen, aber ich wusste ja schon, was mich erwartet, wenn die Aufstockung nicht bei uns geht.
Jetzt habe ich erstmal Urlaub, heile fertig und lese regelmäßig Jobangebote. Ansonsten kann ich nicht viel tun. Ich muss mal schauen, wie die Finanzen dann nächstes Jahr unterm Strich ohne die Hundekosten aussehen, danach entscheide ich, wie lange ich das aussitzen kann. Den Tipp von der Personalabteilung, das Bewerben in der freien Wirtschaft und Nachfragen im KKS, wären meine letzten Optionen. Und sagen wir es mal so, Sophie hätte durchaus noch länger leben können und dann müsste ich auch weiterhin mit dem Gehalt klar kommen.
Minijob wäre eine Überbrückungsmöglichkeit, aber da müsste ich auch erstmal einen finden, der vereinbar ist mit meinen Arbeitszeiten und der mir auch liegen würde. Für die Rente tu ich damit aber nix.
So, damit beende ich das Thema fürs Erste. Ich will einfach das restliche Jahr nicht mehr dran denken. Wird nicht immer gelingen, aber ich gebe mir Mühe.
Ansonsten gab es auch tolle Momente in der Woche. Wir haben die 4 Plätzchensorten geschafft, ich hatte viele Begegnungen mit netten Menschen. Am Dienstag kam meine ehemalige Nachbarin vorbei, endlich haben wir es nach vielen Jahren mal geschafft, das war echt schön. Heute hat mir mein Papa geholfen, den Baum zu schießen, der dann doch so klein war, dass ich ihn auch hätte selbst tragen können. Später traf ich auf meinem Spaziergang noch lauter Menschen mit Hunden zum Quatschen.
Morgen werde ich Weihnachtshopping machen, einer Bekannten Plätzchen auf ihrer Arbeitstelle vorbeibringen, mich mit einer anderen Freundin kurz auf einen Kaffee treffen....für Letzteres haben wir ungelogen 2 h gebraucht, bis wir alten unflexiblen Weiber auf einen Nenner gekommen sind. Aber wir haben es geschafft, ich bin stolz auf uns. Im Prinzip hole ich jetzt alle verpassten Treffen mit Freunden nach, die ich in den letzten Monaten nicht geschafft habe. Sehr schön!
So, und jetzt bin ich müde und mach hier mal Schluss für heute.
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