Dienstag, 31. Dezember 2024

Zwischen den Jahren!

Nun ist er da, der letzte Tag vom Jahr. Ich bin froh, wenn ich unter diesem Jahr einen Haken machen kann, aber das spar ich mir noch für die alljährliche Abrechnung auf. Jetzt muss ich erstmal die Tage zwischen den Jahren nachreichen. Falls ich überhaupt noch alles zusammen bekomme.

Die Weihnachtsfeiertage waren recht ruhig. Meine Freundin schob das Kommen immer weiter auf, das Töchterchen war zwar manchmal anwesend, aber nicht wirklich kommunikativ. Trotzdem waren es gute Weihnachten. Ich am ersten Feiertag auch brav spazieren gegangen, wo ich jemanden zum Quatschen traf  und, die mich ein kleines Stück begleitet haben. Am 2. Feiertag war ich 8,4 km Nordic Walken, mein Rekord Post OP. Nachmittags kam mein Papa mit Frau, wo es eine weitere kleine Bescherung gab. Ich bekam natürlich das gewünschte Puzzle, damit ich für jetzt Beschäftigung habe. Wie immer halt. :-)

Irgendwann war auch das Töchterchen wieder kommunikativ und ich erfuhr Dinge, die sie wirklich beschäftigen. Klar, manches wusste ich schon, aber wir haben ja in den letzten Monaten wenig Zeit gehabt mal tiefergehend darüber zu reden. Ich finde es schön, dass sie mich dann doch noch an ihren Ängsten und Sorgen teilhaben lässt. Aber es ging auch darum, was sie glücklich macht und wie es ihr in Hamburg so ergeht. Ihr geht es gut! Sie ist glücklich! Und das macht mich glücklich!

Sie startete am Freitag nach Mainz, um dort einen Tag bei ihrer Tante und Mann, Großtante und Mann zu verbringen. Der Opa war auch da, aber lassen wir das Thema....schwierig! ;-) Ich kaufte ein paar Sachen ein, räumte die Bude auf, ging natürlich spazieren und abends kam dann auch meine Freundin zur Bescherung und unserem Traumschiffritual. Dank der Mediathek sind wir da ja mittlerweile flexibel. Wir hatten auf alle Fälle einen super tollen Abend!

Samstag wollte das Töchterchen weiter zu einer Freundin, wo sie sich noch mit einer weiteren Freundin traf, um zu dritt einen schönen Tag zu verleben. Deswegen kam sie auch erst am Sonntag wieder zurück. 

Ich hingegen machte morgens meine Nordic Walking Runde bei eiskaltem, aber wundervoll sonnigen Wetter! Und Nachmittags traf ich mich mit einer anderen Freundin und ihrer Hündin zu einem weiteren Spaziergang. Wir sind mal bei der Dammühle spazieren gegangen und haben uns dabei so verquatscht, dass wir letztendlich 2 h unterwegs waren und ich zum Sonnenuntergang nach Hause fuhr. Ein weiterer schöner Tag ging zu Ende.

Den Sonntag brauchte ich zur Regeneration. Ich bin am Vortag über 19000 Schritte gelaufen und das merke ich halt doch noch. Vor allem bei dieser Kälte ist das doppelt anstrengend. Trotzdem habe ich mich nachmittags zu einem weiteren Spaziergang aufgerafft, zwar ohne Sonnenschein, aber die Landschaft sah auch so wundervoll aus. Letztendlich bin ich auch weiter gegangen als geplant. Und Abends schafften das Töchterchen und ich endlich das, was wir uns die ganzen Tage vorgenommen haben. Eine Spielsession! Es wurden 1x Mensch Ärgere dich nicht, 2x Kniffel und 3x Trivial Pursuit. Wir hatten mega Spaß dabei! Schade, dass einfach zu wenig Zeit für solche Sachen bleibt!

Der gestrige Montag war etwas lost. Irgendwie kam ich nicht so in die Puschen. Die Wohnung vergammelt schon wieder, woran natürlich das Töchterchen einen großen Anteil hat. Ich habe mich aber trotzdem aufgerafft und meine Nordic Walking Runde gemacht. Das Wetter war echt grenzwertig, eiskalt mit fiesem Wind und stellenweise echt glatt. Trotzdem schaffte ich eine große Runde über 7 km. Und somit muss ich heute nur noch 3,7 km machen, dann habe ich die 200 km mit Nordic Walking aufgefüllt. Es war echt ein straffes Programm für die 14 Tage, aber manchmal muss man halt beißen und ich will ja auch endlich mal wieder joggen gehen. Dafür musste der Grundstein gelegt werden. Nachmittags habe ich mit dem neuen Puzzle begonnen und bin ehrlich gesagt noch nicht weit gekommen. Der Rand gestaltet sich wieder sehr tricky und das Licht war einfach schon zu schlecht. 

Es waren wirklich tolle Tage und ich genieße auch mittlerweile meine zeitliche Flexibilität, aber trotzdem fehlt Sophie natürlich immer noch sehr. Gerade ab Nachmittags, wenn es jetzt im Winter schnell dunkel ist, wird die Zeit zäh und ich weiß manchmal nichts mit mir anzufangen. Normalerweise waren wir ja noch 2x unterwegs und jetzt sitze ich hier alleine auf dem Sofa mit zu viel Zeit. Aber gut, irgendwann sind die Tage wieder länger hell. Was ich auch an mir bemerke ist, ich werde zunehmend unruhiger, es stellt sich langsam ein Lagerkoller ein. Ich habe so unfassbare Lust auszugehen, endlich wieder zu Tanzen und mal was anderes zu sehen - ich hoffe, ich raffe mich dann zeitnah auf. Ich muss das ja dann wieder alleine machen und das ist einfach immer doof.

Und heute Silvester? Wie ist der Tag geplant? Ich werde gleich einen Einkaufszettel für das Töchterchen machen, die muss nämlich für uns einkaufen gehen, dafür durfte sie mir ständig das Auto entwenden. Sie muss auch den Glasmüll entsorgen, weil ich den noch nicht ins Auto tragen kann. Und es hat sich einiges angesammelt. Währenddessen werde ich das Chaos hier beseitigen, vielleicht auch nochmal durchsaugen. Ich muss meine 3,7 km walken, ich werde puzzeln, Fotos weiter bearbeiten, die letzte Collage für den Jahresrückblick basteln, das Töchterchen noch fragen, wie ihr Jahr war - ich denke, es war ein gutes Jahr für sie. ;-) Und dann hoffe ich, ich schaffe es irgendwie die lange Zeit bis Mitternacht zu überbrücken, denn ich will ganz sicher noch diesem Jahr den Stinkefinger zeigen und das neue Jahr begrüßen, das hoffentlich gnädiger zu mir ist. :-) Ich hatte sogar überlegt mir ein paar Böller zu kaufen, um den Stinkefinger noch deutlicher zu machen. Das Töchterchen feiert ja auswärts und nimmt mein Auto mit. Sie wird auch morgen erst wieder herkommen und nach Hamburg geht es dann am 2.1.! 










Montag, 30. Dezember 2024

Jahresrückblick - November 2024

 


Pünktlich zum Novemberbeginn darf ich raus aus dem Krankenhaus. Zurück in die leere Wohnung! Aber erstmal bin ich froh, zu Hause zu sein! Mir geht es gut, die Betreuung im Krankenhaus war mega und der Oberarzt scheint ja auch gute Arbeit gemacht zu haben. 

Zeitgleich mit mir, ist auch Sophie nach Hause gekommen, das haben Töchterchen und mein Papa organisiert. Das ist ein schöner Gedanke und ein schönes tröstliches Gefühl.

Ich muss mir das erste Mal in meinem Leben selbst Thrombosespritzen geben, das kostet mich viel Überwindung, aber ich habe viel weniger Schmerzen und auch viel weniger blaue Flecken dabei. Ich bin wohl ein Naturtalent. :-) Am WE kommt auch das Töchterchen aus Hamburg, aber als sie sieht, wie es mir geht, war es das mit der Pflege und Umsorgung. Nur Einkauf und Wäsche nimmt sie mir ab. Wir gehen die ersten kleinen Spaziergänge, die mir unfassbar gut tun, während andere schreien, ich würde schon zu viel machen. Bullshit! Ich weiß, was ich tue. 

Dem Freund der Freundin geht es nicht gut, er war zwischendrin in sehr kritischem Zustand. 

Ich fühle mich lost, bin total orientierungslos, weiß wenig mit mir anzufangen. Ist wohl normal, wenn man mit Tempo 300 auf null runtergebremst wird. Körperlich geht es mir zunehmend besser, ich brauche nur noch wenig Schmerzmittel. Psychisch schwankt es sehr. 

Dem jungen Mann geht es auch endlich besser, alle atmen auf. Aber jetzt hat er einen sehr langen und beschwerlichen Weg vor sich!

Ich rege mich leicht bis mittel über das Gesundheitssystem auf und organsisiere mir die notwendigen Termine für die Nachsorge. Das Töchterchen reist zurück nach Hamburg. 

Ich werde insgesamt weitere 3 Wochen krankgeschrieben, die Fäden sind gezogen, auf den Befund warte ich weiterhin. Die letzte Thrombosespritze liegt hinter mir und mir geht es weiterhin sehr gut. Bis auf die Müdigkeit, die mich manchmal von jetzt auf gleich ereilt. Die Tage sind lang, sehr lang, ich weiß manchmal nicht, wie ich sie füllen soll. 

Ich bekomme Besuch von der verschollenen Freundin, weite langsam meine Spaziergänge aus bei großartigem Wetter, gehe das erste Mal einkaufen, natürlich mit Hilfe, weil ich ja nix tragen darf. Und dann steht schon der Kontrolltermin an bei der Gyn. Dort erfahre ich, dass alles in Ordnung ist. Es gibt keine Anzeichen auf Malignität. Das wird gefeiert! Blöd ist nur, dass sie mir keine Physio aufschreibt. Sehr ärgerlich, aber war ja bei ihr zu erwarten.

Ich gehe das erste Mal alleine einkaufen, danach bin ich platt. Vom Töchterchen höre ich wenig, sie ist im Uni-Stress. Meine Tage fülle ich mich Spaziergängen, Fotoarchiv misten, stricken, Netflix und Co. und Treffen mit Freundinnen oder Familienmitgliedern. Mir geht es körperlich immer besser! 

Und ich mache den ersten Shopping Bummel in Marburg. 3 h! Danach falle ich zwar sofort aufs Sofa, aber hey, ich kann meinen Umkreis endlich wieder erweitern. Und mich in die Weihnachtsvorbereitungen stürzen.

Sophie fehlt natürlich sehr, es gibt keinen Tag, an dem ich nicht mehrfach an sie denke. Besonders bei den Spaziergängen überkommt mich die Trauer. 

Meine Krankschreibung geht zu Ende und ich entscheide, einen Arbeitsversuch zu starten.

Es schneit das erste Mal in dieser Saison.

Die erste Arbeitswoche ist noch sehr hart. Ich habe Probleme mit dem Sitzen und Mittags tun mir dann Rücken und Bauch weh. Ich bin dann doch froh als die erste Woche rum ist. 

Ich versuche einen Termin beim Chef zu bekommen, weil ich ja nun meine Arbeitszeit so schnell wie möglich verlängern will. Aber er hat wenig Zeit, ist oft nicht im Haus.

Die Wohnung ist weihnachtlich dekoriert, der Adventskalender für das Töchterchen fertig und wird nach Hamburg geschickt. Meine ursprünglich kurzfristig geplante Hamburgreise wird auch kurzfristig wieder gecancelt. Ich bin nicht fit genug, die Hotels zu teuer und für günstige Bahntickets bin ich zu spät. Marburg b(u)y Night muss ich diesmal ausfallen lassen. 

Der November verabschiedet sich mit tollem Wetter, das ich ausgiebig im Botanischen Garten und meiner Kamera nutze. Und ich gönne mir eine neue Winterjacke. Der November war eindeutig einer der besseren Monate in diesem Jahr, auch wenn er ja noch holprig begann. 



Jahresrückblick - Oktober 2024


Der Oktober - der wohl schlimmste, traurigste, emotionalste, gruseligste und in manchen Dingen endgültigste Monat, den ich in meinem bisherigen Leben erlebt habe. Es wird der Monat sein, der mir von diesem Jahr für immer in Erinnerung bleibt.

Nach der ganzen Aufregung Ende September, nehme ich mir einen Abend frei, das Töchterchen passt auf Sophie auf und ich gehe zu der Veranstaltung "Botanische Lichter" im Botanischen Garten. Eine gute Idee, mal kurz den Kopf frei bekommen.

Das Wetter passt sich der Stimmung an, es regnet und regnet. Die Tage gemeinsam mit dem Töchterchen neigen sich dem Ende zu. Ich hadere sehr damit, sie auch diesmal nicht wirklich unterstützen zu können. 

Die Lichter vom Auto geben auf, noch ein Punkt, der auf die Reparaturliste muss. Und dann startet Töchterchen ihr großes Abenteuer, ihren großen Traum in Hamburg. Jetzt ist sie weg. Aber sie hatte diesmal auch schwer am Abschied zu knabbern. Ihr fiel es sehr schwer und sie hat auch Angst, dass sie in Hamburg keinen Anschluss findet. Aber das letzte Oktoberwochenende will sie ja schon wieder kommen.

Nun bin ich wieder alleine mit dem fortgeschritten dementen Hund, der immer mehr meine Hilfe benötigt. Niemand kann sich annähernd vorstellen, wie das hier aussieht. Ich habe eigentlich keine Luft mehr für andere Dinge, nichts kann ich mal am Stück machen, weil ich sie immer wieder zurück auf ihre Decke bringe. Sie zum Schlafen zu bringen, ist fast unmöglich, egal, und vor allem Nachts fehlt mir irgendwann auch die Geduld. Unser Verhältnis wird immer mehr zum Kampf! Das macht so unfassbar traurig. Immerhin hat sie wieder etwas zugenommen, seitdem sie das Karvisan bekommt, frisst sie besser. 

Dann tauchen zu allem Übel mal wieder Motten auf. Immer nur vereinzelt alle paar Wochen und ich kann auch bei mir keinen weiteren Befall finden. Das nervt zusätzlich! Ich bin dauermüde, kann aber tagsüber mich auch nicht mehr hinlegen. Die ersten Kraniche fliegen fort! Ich versuche mich irgendwie mit Joggen und Workouts, sofern ich Zeitnischen dafür finde, abzulenken. 

Das Töchterchen hat das Wohnheimzimmer bezogen und fühlt sich sofort wohl dort. Sophies Zustand wird immer schlimmer. Ich bin mittlerweile wirklich ratlos, wie ich ihr noch helfen kann. Mein Papa übt nun die Versorgung von Sophie und ich habe den Termin bei der Anästhesie. Immerhin ist mein EKG in Ordnung. Das Auto kann wieder leuchten, es sind keine neuen Motten aufgetaucht und die Kraniche flüchten in immer größeren Gruppen.

Ich bin 150 km in diesem Jahr gejoggt! Sophie hat jetzt Schwierigkeiten mit meiner Arbeitszeit, weil sie ja alleine nicht den Weg zur Decke findet. Ins Gefängnis kann ich sie nur sperren, wenn sie alle ihre Geschäfte gemacht hat. Wir hangeln uns von Tag zu Tag! Ich lege überall Liegekissen aus, wenn ich weg muss, aber anscheinend weiß sie nicht, was sie damit machen soll. 

Meine Vermieterin spricht mich an, dass Sophie so laut gejammert hat, dass sie es bis unters Dach gehört hat. Ich bin verzweifelt, weiß nicht mehr, wie ich das noch handeln soll. Ich versuche alles, damit sie ihr Geschäft morgens macht, damit ich sie ins Gefängnis sperren kann, dort findet sie dann manchmal Ruhe und schläft, wenn ich zurück komme. Und ich muss sie jetzt morgens füttern, was ewig dauert. Den Rest des Tages frisst sie alleine. 

Wir haben einen Tierarzttermin und auch er sieht, wie sehr Sophie abgebaut hat und dass die Lebensqualität jetzt in den Graubereich kommt. Wir haben ein gutes Gespräch, ich werde wohl in absehbarer Zeit eine Entscheidung treffen müssen. Später erfahre ich, dass auch die Nierenwerte anfangen zu steigen. Sie wiegt unter 13 kg. :-(

Ich habe ein weiteres Gespräch mit meinem Papa wegen Sophie, ich will mich durch die bevorstehende OP nicht zu einer Entscheidung drängeln lassen. Somit übt er weiter mit ihr. Aber dann spitzt sich das Ganze zu. 

Wir haben das schlimmste Wochenende überhaupt. Sie schläft fast gar nicht mehr, dreht nur Kreise und jammert, dadurch fehlt ihr zunehmend die Kraft für das Einzige, was ihr noch Lebensqualität gegeben hat - die Spaziergänge. Ich gebe ihr in meiner Verzweiflung nochmal Gabapentin und sie schläft endlich mal wieder 6 h am Stück. Für mich fällt an diesem WE die Entscheidung - es reicht, ich muss sie gehen lassen. Ich sortiere, organisiere und kümmere mich darum, was mit ihr danach passiert. Und ich versuche, die Zeit, die bleibt, intensiv mit ihr verbringen, soweit das mit ihr noch möglich ist. Einen Tag kommt meine Freundin mit ihrem Hund vorbei zum Abschied nehmen. 

Am 21.10. schläft Sophie ganz ruhig und friedlich beim Tierarzt in meinem Arm ein. Es ist ein tröstlicher Moment, ihr Leiden hat ein Ende und ich konnte bzw. durfte sie dabei begleiten. Die Sonne scheint an diesem Tag von einem blauen Himmel herunter auf uns!

Ich gebe mir eine intensive Woche der Trauer - mehr Zeit habe ich ja leider nicht, bevor ich ins Krankenhaus einrücken muss. Niemand darf mich besuchen, keiner mich anrufen. Ich versuche die OP komplett zu verdrängen und konzentriere mich auf Sophie, die nun nicht mehr da ist. Mit dem Wetter habe ich Glück, so verbringe ich viel Zeit draußen, gehe nochmal joggen und spaziere alle unsere ehemaligen Hunderunden ab. Am Wochenende reist nochmal das Töchterchen an. Der Freund ihrer Freundin hat einen schlimmen Verkehrsunfall.

Am 28.10. rücke ich ins Krankenhaus ein! Die letzten Tage des Oktobers verbringe ich dort. Es ist alles gut gegangen, ich brauchte doch keinen Bauchschnitt und nach den ersten schlimmen Tagen, geht es mir schnell besser. Der Oktober ist geschafft!