Mittwoch, 1. Januar 2020

Auf ein Wort!

Mein Motto für

2019

war:

"Die guten Tage bewusst genießen, die schlechteren Tage schnell abhaken und dabei immer schön lächeln"

Es war schwierig dieses Jahr, immer wieder habe ich mir dieses Mantra vorgebetet und es ist mir auch im Großen und Ganzen gelungen, aber kaum habe ich gelächelt, waren da wieder neue Probleme, neue Sorgen, neue Herausforderungen und Überforderungen. Ich hatte nie wirklich das Gefühl mal zur Ruhe zu kommen. Wie oft habe ich mich weit weg gewünscht, weg von jeglicher Verantwortung, weg von all diesen Entscheidungen, die ich alleine treffen musste. Es gab so viele Dinge, die ich nicht beeinflussen konnte, die ich aushalten musste und so viele Probleme, für die es keine schnelle Lösung gab.
Aushalten - etwas, was ich nicht gut kann! Ich bin analytisch, ich will die Ursache analysieren und das Problem lösen, sofort! Das war aber in diesem Jahr selten möglich und so kam ich oft an meine Grenzen der Belastbarkeit. Privat wie auch beruflich!

Die beste Zeit hatte ich im Sommer und auch im Dezember. Der Oktober und November waren rückblickend die schwierigsten Monate, die aber auch eine kleine Wende einläuteten.

Gesundheitlich dachte ich eigentlich, es wäre ein gutes Jahr für mich gewesen, aber irgendwie hatte ich die Knie-, Achilles und Ischiasprobleme verdrängt. Ich bin zwar von Viren und Bakterien weitgehend verschont geblieben, aber mein Körper wird alt. ;-) Die Gebrechen beginnen. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau! Es ging mir also doch gesundheitlich gut dieses Jahr!

Beruflich - achherje - ein fürchterliches Jahr! Es begann gar nicht so schlecht bis zu der Schocknachricht von meiner Kollegin, die dann ja für den Rest des Jahres ausfiel. Ab dann ging es rapide bergab und kostete mich unendlich viel Kraft. Ich begann für mich eine Strategie zu entwickeln, legte mir ein dickes Fell zu und irgendwann im letzten Drittel des Jahres wurde ich dafür belohnt. Zum Ende hin entspannte es sich sogar wieder.

Sporttechnisch war es ein "Naja, geht so" - Jahr. Durch die vielen Zwangspausen wegen Knie und Achilles, kam ich immer wieder raus aus meinem Rhythmus. Es kam keinerlei Kontinuität hinein und der heiße Sommer machte es nicht besser. Aber ich blieb dran, machte konsequente Übungen für die angeschlagenen Körperteile, änderte meine Strategie und schaffte es doch noch meine anvisierten 200 km zu joggen. 

Männertechnisch - da gibt es nix zu vermelden. Im Januar löschte ich mein bis dato eh kaum noch genutztes Profil beim Online Dating Portal und ab da hatte ich weder Dates noch lernte ich irgendwie einen Mann im echten Leben kennen. Es war von mir eine bewusste Entscheidung das Ganze auf Eis zu legen und jegliche Gedanken an Dates, Beziehungen und Co. verursachten sofortigen Fluchtreflex. Ich habe momentan kräftemäßig und zeitlich keinerlei Kapazitäten mehr übrig für dieses Thema. Sagen wir mal so, es wurde von mir offiziell vertagt. 

Mit dem Töchterchen lief es im Großen und Ganzen gut, allerdings zog sich ein Reibungspunkt wie ein roter Faden durch dieses Jahr. Wir haben gezofft wie die Kesselflicker, wundervolle Gespräche gehabt, wir haben uns gegenseitig gnadenlos den Spiegel vorgehalten und es wurde knallhart verhandelt. Es mussten Prioritäten festgelegt und Regeln gelockert bzw. neu definiert werden. Wir haben viel gelacht und herumgealbert. Es ist gut so, wie es ist!

Das vorherrschende Gefühl in 2019 war - ich habe mir viele Sorgen gemacht und mich viel zu oft mit zu treffenden Entscheidungen herumgeplagt!


Natürlich habe ich auch das Töchterchen gefragt, wie es 2019 fand. Die Bilanz fällt nicht gut aus. Es war schwierig für das Jahr, es stand immer wieder im Schatten von 2018. Die Schulsituation belastet nach wie vor und mit den Freundinnen lief es phasenweise auch nicht so rund. Dazu die permanenten gesundheitlichen Probleme, die ihr immer wieder einen Strich durch die Rechnung machten, wenn sie sich was Schönes vorgenommen hat. Dadurch wurde sie auch im Fußball sehr ausgebremst, die Rückrunde lief fast komplett ohne sie. Natürlich gab es auch schöne Dinge auf der Liste. Ganz oben steht die Parisreise und die Schottlandreise. Unser Dahme-Urlaub hat es diesmal nicht geschafft, er stand wettertechnisch zu sehr im Schatten von Dahme 2018. Schulisch lief es gut, sie lernt eher weniger und schreibt trotzdem gute Noten, da ist noch Luft nach oben. Aber sie setzt sich viel zu oft selbst unter Druck, was auch ein stückweit an ihrer Klassenkonstellation liegt. Sie hat dieses Jahr eine ihrer größten Ängste überwunden und sich Problemen gestellt. Sie hat mind. eine wichtige Lektion gelernt aus Fehlern, die sie gemacht hat. Es mag nicht IHR Jahr gewesen sein, aber sie ist ein großartiges Mädchen mit all ihren Ecken und Kanten! Sie geht ihren Weg, trifft ihre eigenen Entscheidungen, letzteres auch sehr wohl überlegt und weiß genau, was sie will. Soweit das in der Pubertät möglich ist. ;-) Der Dezember hat sie ein wenig mit dem Jahr versöhnt, er gehört zu ihren Lieblingsmonaten in diesem Jahr. Und sie hat für sich eine neue Leidenschaft entdeckt - das Malen!



2020

Natürlich wünschen wir uns von dem Jahr, dass es uns am Ende positiver in Erinnerung bleibt als 2019. Wir hoffen, dass wir gesund bleiben, das steht hier ganz eindeutig an oberster Stelle. Wir wünschen uns, dass die großen Katastrophen ausbleiben und wir ein wenig zur Ruhe kommen. Es gibt ein paar Vorsätze für das kommende Jahr, die wir versuchen wollen zumindest teilweise umzusetzen. Wir werden einen weiteren Urlaub in Dahme machen und für das Töchterchen steht nach den Sommerferien endlich ein erneutes Mischen der Klassen an. Darauf freut sie sich am Meisten und ich wünsche ihr, dass sie mit der neuen Klasse glücklicher wird! Es stehen ein 16. und ein 50. Geburtstag auf dem Programm, wobei letzteres aus verschiedenen Gründen wohl nicht wirklich gefeiert wird. Aber Angst habe ich vor der 50. nicht. Es ist nur eine Zahl, nicht mehr und nicht weniger. 
Rein theoretisch kann das Töchterchen zum Ende des Jahres hin mit dem Führerschein beginnen, aber wie und wann, wird sie selbst entscheiden. Genauso bin ich gespannt, ob sie eine andere Entscheidung wirklich so trifft, wie sie sich vorgenommen hat. Schauen wir mal.

Da ich in letzter Zeit mehr ausgegangen bin und mir das gut tut, möchte ich das gerne so weitermachen. Ich möchte wieder mehr tanzen gehen und mich öfters mal aus meiner Komfortzone herausbewegen. Aber ich will mich auf keinen Fall deswegen unter Druck setzen. Ich will mein Leben noch mehr analog leben, die virtuellen Kontakte mehr und mehr ins echte Leben überführen soweit das möglich ist.
Ich will noch mehr loslassen, alte Verhaltensmuster ablegen, die Verantwortung für den Teenie immer mehr in die Eigenverantwortung abgeben, dadurch den Fokus nach und nach stückweise zurück auf mich als Frau legen.
Es dauert nicht mehr lange, dann zieht das Töchterchen aus und auch die verbleibende Zeit mit Sophie ist letztendlich begrenzt, bis dahin muss ich mein eigenes Leben, das ja eher auf die beiden ausgerichtet ist, in neue Bahnen lenken. Und dafür möchte ich ein Fundament schaffen. Es gibt keinen Plan und keinen zeitlichen Ablauf dafür, es ist einfach eine Richtung, die ich mir vorgebe. 

Ich möchte noch mehr für die Nachhaltigkeit tun, ein paar Dinge in dieser Richtung soweit mir das finanziell überhaupt möglich ist umstellen, denn dieses Thema wurde durch 2019 für uns sehr präsent. Es werden kleine Schritte sein, aber wir werden sie gehen. 

Sportlich habe ich mir 2 Ziele gesetzt. Ich möchte wieder 200 km laufen und ich werde versuchen 1000 km Gehen zu tracken. Ob das Hunderunden sind oder ein Wanderausflug ist egal. Es sind Ziele, die zu schaffen sind, aber trotzdem eine kleine Herausforderung darstellen. Ich bin in der letzten Zeit gut damit gefahren, jeden Tag 5-10 min. etwas für meinen Körper zu tun und das möchte ich fortführen. Erst wenn ich wieder eine gute Grundfitness habe, kann ich auch mal größere Workouts angehen oder einflechten. 

Ein Motto wird es für das neue Jahr nicht geben, aber ich werde mir die Worte vom Töchterchen zu Herzen nehmen, die vor ein paar Tagen während eines Gespräches fielen:

"Eigentlich haben wir doch alle überhaupt keinen Grund zu jammern. Wir haben ein Dach über dem Kopf und sind gesund. Wir haben genügend Geld, um auch mal in den Urlaub zu fahren und uns einige Wünsche zu erfüllen. Wir haben genug zu essen und müssen weder hungern noch dursten. Wir leben in einem Land ohne Krieg! Wir haben eine Familie, gute Freunde, Sophie und wir haben uns! Wir sollten aufhören ständig zu jammern!"

In diesem Sinne: Auf ein Neues!

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