Am Samstag haben wir uns für die schon lange geplante Extratour Gladenbacher Berglandring entschieden. Der Wetterbericht versprach uns Sonnenschein überall - aber das hielt dann nur das erste Stück. Später liefen wir unter dichten Wolken. Auch war der Wald für Mitte Oktober erstaunlich grün. Manche Abschnitte hatten noch kaum Herbstfarben in den Blättern.
Start war in Gladenbach. Wir parkten bei der Schule und liefen dann zum Ausgangspunkt. Notiz an mich, man kann direkt am Ausgangspunkt bei Verdi parken. Und man spart sich ca. 1,5 km. Angezeigt sind 17,5 km, wir haben es mit 18,9 km geschafft. Und hey, wir haben uns nicht verlaufen.
Das erste Highlight war die Hinterländer Schweiz, die kenne ich schon von früheren Spaziergängen in Gladenbach. Und es ist immer wieder überraschend, wenn plötzlich diese Klippen mitten im Wald auftauchen.
Da gibt es wohl irgendwo noch eine Höhle, aber die haben wir irgendwie verpasst. Weiter gings, jetzt auf die sonnenzugewandte Seite bis zu einem Rastpunkt, wo sich das Töchterchen für uns ins Wanderlockbuch eintrug.
Nach einem weiteren kurzen flachen Stück, zog die Tour dann an. Es ging stetig berghoch Richtung Rachelshausen. Hier war ich mein Lebtag noch nicht. Zumindest kann ich mich nicht daran erinnern.
Wer schnell wandert, kann länger rasten! :-)
Ich bin leider nicht so schnell berghoch, aber eine Rast gab es auch für mich. Dort hatte man einen tollen Ausblick auf Rachelshausen und die Umgebung. Leider musste ich gegen die Sonne fotografieren.
Da es uns aber durch den Wind recht kalt wurde, sind wir bald weiter. Natürlich bergauf!
Irgendwann fanden wir eine Abzweigung zum Kanzelblick. Wir entschieden uns dort mal zu schauen, was sich echt gelohnt hat. Wir waren dort direkt über dem Steinbruch von Rachelshausen und konnten bis zum Dünsberg und anderen Hügeln der Umgebung schauen. Es war zwar leicht diesig und wir hatten immer noch Gegenlicht, aber der Kanzelblick war einer unserer Tourenhighlights.
Wir trennten uns nur schwer von diesem Anblick, aber wir mussten trotzdem weiter. Es ging kurz mal runter, um dann gleich wieder anzusteigen.
Dieses Waldstück war unser 2. Highlight, auch von der Wegführung her. Das erste Mal war Trittsicherheit gefordert. Wir landeten bei einem Turm und nach einer kurzen Turmbesteigung vom Töchterchen ging es weiter. Und zwar bergab! :-)
Wir machten noch eine kurze Rast auf einer Liegebank. Mittlerweile war das Wetter gar nicht mehr schön. Und es wurde uns auch kalt. Ich hatte sogar das Bedürfnis Handschuhe anzuziehen, aber die hatte ich nicht dabei. Zu dem Zeitpunkt verlor sich unsere Motivation ein wenig. Wir waren müde und blöderweise kam nun der langweiligste Teil der Tour. Wobei das sicherlich auch an der fehlenden Sonne geschuldet war. Es sah halt alles leicht trostlos aus.
Die Baby-Kühe hellten unsere Stimmung nochmal auf. Wir erfuhren von der Besitzerin, dass sie gerade mal eine Woche alt waren.
Und dieser hier, will auf alle Fälle mal ein stolzer Stier werden, so wie der stolziert ist mit seinen paar Lebenstagen. :-)
Ab dort sind es eigentlich nur ca. 6 km. Und die zogen sich doch etwas. Aber irgendwann landeten wir wieder in Gladenbach und nach dem letzten Berg kam auch die Sonne wieder raus. Na vielen Dank auch! ;-) Oberhalb des Reitstalls war die Hölle los. Die Menschen wollten dort wohl alle ihren Samstagsspaziergang machen.
Aber viel schlimmer als das, war der plötzliche Angriff von Hirschhornlausfliegen. Bah, sind das widerliche Viecher. Ich kannte sie vom Erzählen von meiner Freundin, die sich mal so ein Ekelvieh eingefangen hat und so waren wir damit beschäftigt, die Mistviecher davon abzuhalten, sich auf uns häuslich einzurichten. So konnten wir den letzten Kilometer gar nicht wirklich genießen.
Auf den letzten Kilometer hatte ich nur noch wenig Fotos gemacht. Und irgendwann kamen wir dann beim Auto an.
Unser Fazit: Es war eine schöne Tour, doch wir hatten sie etwas unterschätzt. Im Vergleich zur Stirnhelle, wo wir ja sogar noch weiter gelaufen sind, empfanden wir diese hier als schwerer. Nur Sophie hat sie super weggesteckt. Die wollte am Sonntag sogar gleich wieder wandern. *lach*
Die Daten der Tour: 18,9 km, es ging 440 m hoch und 440 wieder runter, der höchste Punkt 580 m, der niedrigste 320 m, wir haben 4h 11 min. gebraucht und sind im Durchschnitt 4,5 km/h schnell gewesen.
Es hat wieder unglaublich Spaß gemacht mit dem Töchterchen zu wandern. Wir sind da echt ein gutes Team. Mal schauen, ob wir dieses Jahr noch eine weitere Tour machen. Auf alle Fälle wird es dann eine kürzere. ;-)
Der Rest des Tages verlief dann nicht mehr so schön. Es gab mal wieder Unpässlichkeit beim Töchterchen. Aber es ging ihr schnell besser und so konnten wir den gestrigen Sonntag genießen. Während ich das Bedürfnis hatte mich so wenig wie möglich zu bewegen, wollte Sophie rennen und sprinten. Auch das Töchterchen hat die Beine gemerkt, schlimmer als bei der ersten Tour. Nur die alte Hundedame hatte anscheinend keinerlei Probleme.
Sorry, für die Bilderflut, aber ich konnte mich nicht entscheiden. :-)
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