Samstag, 5. Oktober 2024

Ratlos!

Ehrlich gesagt bin ich mittlerweile wirklich ratlos und sprachlos, was meine Serie hier betrifft. Diesmal kommen nur Kleinigkeiten im Vergleich zu dem anderen Mist dazu, aber reicht es nicht langsam mal? Zu den eh schon zig Sachen, die am Auto gemacht werden müssen und ja auch Geld kosten, ist nun eine Scheinwerferbirne ausgefallen. Wieder was, das auf die To-Do und Kostenliste muss. Vielen Dank auch! Und anscheinend habe ich wieder ein Mottenproblem. *schrei* Ihr erinnert euch vielleicht an das Problem vor Jahren, das ich aber gut in den Griff bekommen hatte, Lebensmittel waren ja nie befallen. Vereinzelt habe ich in den Jahren danach immer mal eine Motte gefunden, getötet und dann war gut. Deswegen bin ich davon ausgegangen, dass sie von oben kommen, weil meine Vermieter auch ein Mottenproblem hatten. Über den Keller verirren sich die auch mal zu mir. Und von draußen habe ich auch schon welche einfliegen sehen, könnte das Hühnerfutter von den Nachbarn sein. Naja, aber nun habe ich sie wohl wieder selbst drin. Vor ein paar Wochen fand ich eine Larve an der Decke, da habe ich mir noch nicht so viel dabei gedacht und nur weiter beobachtet. Letzte Woche krabbelte an der gleichen Stelle wieder eine, also kein Zufall mehr. Ich habe an der Küchenseite schon alles abgesucht, sogar den einen Schrank abgehängt, aber alles sauber. Auch der Tee war unauffällig - nichts! Nach ein paar Tagen Ruhe, fand ich heute morgen eine Motte genau an der gleichen Stelle. Damit ist es klar, ich habe irgendwo wieder ein Problem. Darum darf ich mich also auch noch kümmern. Gut, ich wollte eh ausmisten in der Küche und so viele Lebensmittel bewahre ich ja eh nicht auf, trotzdem ist das alles einfach nur Mist. Es vergeht kein Tag hier, wo nicht irgendwas neues Blödes passiert. Ich bin es einfach nur leid! Da fragt man sich wirklich, womit habe ich so eine Pechsträhne verdient? 

Schönes gibt es nix zu berichten, wie auch. Der Tag war gestern mit Sophie zusätzlich anstrengend, vor allem von 20 - 23 Uhr war ich einfach nur noch verzweifelt. Sie hat quasi 3 h durchgejammert und gefiept. Nichts, aber auch rein gar nichts hat geholfen. In dem Moment habe ich mir tatsächlich einfach nur gewünscht, sie könnte endlich loslassen und auf ihre Reise gehen. Sie war ja selbst so gestresst damit, eigentlich tot müde, aber gefangen in ihrem Demenzwahn. Wahn ist übrigens in solchen Situtionen das richtige Wort. Erst nachdem ich sie nochmal in den Garten gebracht habe und sie dort bestimmt 10 min. einfach nur im Kreis lief - ohne was zu machen, wurde sie drin etwas ruhiger. Aber um 0, 2, 3, 4, und 5 Uhr wieder Gejammer. 2x musste ich hin, bei den anderen Malen hat sie es alleine geschafft. 

Gestern ist hier die erste Gruppe Kraniche übers Haus geflogen - früh finde ich. Und das macht mich zusätzlich traurig. Es zeigt, dass sich das Jahr in großen Schritten zu Ende neigt. Wobei ich ja wahrscheinlich froh sein werde, wenn dieses besch.... Jahr endlich rum ist. Aber nur weil es dann rum ist, wird es ja nicht automatisch besser. Das hat uns ja schon das letzte Jahr gezeigt. Normalerweise kommt trotzdem beim Anblick der Kraniche auch eine Vorfreude auf die Vorweihnachtszeit und Weihnachten selbst auf, aber das will sich verständlicherweise aufgrund der Umstände überhaupt nicht einstellen. Schon mit Sophie würde es kaum möglich sein, zu Veranstaltungen zu gehen oder ausgiebige Einkaufsbummel zu gehen oder Dinge für Adventskalender und Co. zu besorgen. Ich werde ja definitiv auch mindestens 4-6 Wochen lahm gelegt sein. Danach bleibt nicht mehr viel Zeit für Weihnachtsstimmung. :-( Wer meinen Blog liest, weiß, wie sehr ich die Zeit Ende November bis Ende des Jahres liebe. 

Heute werde ich nochmal joggen gehen - die 150 km voll machen. Viel mehr, werden es dann wohl nicht mehr. Die 200 schaffe ich definitiv nicht, dieses Jahr. Auch wenn alles optimal verläuft und alles gut ausgeht, reicht die Zeit sicherlich nicht, um für längere Strecken fit genug zu sein. Zumal dann ja eh die Jahreszeit kommt, wo ich je nach Wetter weniger laufe. 

Gestern habe ich angefangen, den Garten winterfest zu machen. Gartenmöbel verräumt, mit dem Efeu gekämpft, aufgeräumt. Jetzt müsste ich nochmal Rasen mähen, auf Terrasse ein wenig Unkraut zupfen, mal kehren und die Lampions abhängen. Mehr mache ich dieses Jahr nicht. Die Töpfe lasse ich alle so stehen, das muss bis zum Frühjahr warten.

Und ich hoffe, dass es heute mit Sophie wieder einfacher ist. Immerhin hat sie heute morgen schnell ihr großes Geschäft gemacht. Wenigstens was!

Das Töchterchen ist gut in Hamburg angekommen und hat ein schönes Zimmer bezogen - dreckig zwar, aber besser als das in Mainz, sogar mit Waschbecken. Die Gemeinschaftbäder sind wohl gut, die Gemeinschaft-Küche sehr, sehr ranzig. Sie teilt sich den Kühlschrank mit noch jemanden und da war wohl gar kein Platz mehr drin. Fängt also schon wieder gut an. Ansonsten fühlte sie sich ziemlich verloren, wusste nicht viel mit sich anzufangen. Sie hat sich die Gegend ein wenig angesehen und das gefällt ihr da eigentlich ganz gut. Gestern abend wollten sich ja noch einige von den Mediziner-Erstis treffen, aber ob das statt fand und wie es war, weiß ich noch nicht. Bin gespannt!

Zum Schluß noch ein paar Fotos von den Lichtern.







Freitag, 4. Oktober 2024

Jetzt ist sie weg!

Heute Nacht um 3.45 Uhr habe ich meine Tochter verabschiedet und es fühlt sich einfach nur blöd an. Es macht mich soooo wütend, dass ich sie nun wieder nicht begleiten kann. Als ich sie mit dem ganzen Gepäck gesehen habe, tat mir das so leid. Ihr ist es auch sichtlich schwer gefallen, deswegen haben wir den Abschied kurz gehalten. Kurz und nicht schmerzlos. :-( 

Nun startet sie wohl ihr größtes Abenteuer für das sie so hart gekämpft hat und diesmal ist es eben keine Übergangslösung. Jetzt gilt es! Und ich hoffe für sie, dass es wirklich das ist, was sie glücklich macht. Ich wünsche ihr, dass sie Hamburg ganz schnell lieb gewinnt und tolle Menschen kennenlernt, auch wenn sie das momentan so gar nicht glaubt. 

So weit ich weiß, will sie schon am ersten Novemberwochenende zurückkommen, schauen wir mal, ob das so funktioniert mit ihren Plänen.

Ich hocke nun wieder hier alleine mit einem hochgradig dementen Hund, mit dem es nochmal schlimmer geworden ist als noch vor zwei Wochen. Es ist einfach nur anstrengend, entnervend, zermürbend, belastend! Niemand kann sich vorstellen, was hier gerade abgeht. Im Prinzip habe ich kaum Luft für mich oder andere Dinge. Ich bin bis auf wenige kurze Schlafphasen - die ich dann aber oft genug erzwingen musste - nonstop mit ihr beschäftigt. Es ist unfassbar, was Demenz anrichtet! Im Moment wünsche ich mir echt - auch für sie, dass endlich ihr Körper aufgibt! Dass sie gehen kann! Unser Verhältnis besteht nur noch aus Kampf, es gibt null schöne Moment zwischen uns, Körperkontakt ausschliesslich dazu, um sie vom Drehen abzuhalten und sie zur Ruhe zu zwingen. Streicheln mag sie zu 99% gar nicht mehr. Aber ihr Körper baut nicht mal ansatzweise ab. Sie frisst gut, hat sogar ein halbes Kilo zugenommen und sie läuft immer noch größere Runden. Es ist also noch lange nicht abzusehen, wann sie endlich ihren Frieden findet. Und ich schreibe es nochmal - wegen Demenz schläfert niemand einen Hund ein! Ich mache das jetzt schon ein halbes Jahr im fortgeschrittenen Stadium mit - und ich kann absolut nachvollziehen, wenn Menschen beim Pflegen von demenz erkrankten Angehörigen aggressiv und wütend werden. Mir geht es hier nicht anders. Und da hilft es auch nichts, wenn man sich sagt, dass sie nichts dafür können. Und ich hasse mich dafür, dass ich so geworden bin. In ca. zwei Wochen geht es wieder zum Tierarzt, Bestandsaufnahme, auch bezüglich Nierenwerte. Und mir graut es echt, wenn ich Montag wieder arbeiten muss. Nach dem jetzigen Stand der Dinge, wird sie wohl stundenlang Kreise drehen bis zur Erschöpfung und sehr wahrscheinlich das eine oder andere Mal ihr großes Geschäft reinmachen. Wäre ja auch nur halb so schlimm, wenn sie nicht noch durchrennen würde. Das ist draußen schon schwierig, während ich es einsammeln will, muss ich verhindern, dass sie in ihrem verwirrten Kopf nicht durchrennt. Meist stelle ich einen Fuß auf die Leine, damit ich die Hände fürs Einsammeln frei habe, aber auch dann ist es oft genug knapp. Aber was soll ich tun, ich muss arbeiten, es gibt keine Alternative. Ins Gefängnis kann ich sie auch nicht stecken, macht sie da ihr Geschäft rein, dann kann ich das Teil wegschmeißen, an diese Sauerei will ich gar nicht denken. Ob Windeln mittelfristig zum Einsatz kommen, weiß ich noch nicht. Denn dann müsste ich sie ja regelmäßig abduschen und ich befürchte, dass ist alleine nicht möglich ohne zwei weitere Hände. Ich habe ja keine Badewanne und in der Dusche kann ich sie nicht fixieren. Keine Ahnung, wie ich dann dieses Problem löse. Ich hoffe, dass sie ihren Kackrhythmus wieder verschiebt, sie macht ja meist zu einmal am Tag. Wenn das Nachmittags oder morgens klappt, hätten wir zumindest dieses Problem nicht. 

Dazu noch meine andere besch.... Situation - dabei hatte ich doch schon eh schon keine Kraft mehr übrig. 

Jetzt ist Sophie endlich ruhig, heißt aber für mich, ich muss jetzt noch schnell den Einkaufszettel machen, für den ich bisher keine Ruhe hatte, auch diesen Post musste ich zig Mal unterbrechen, die Bude muss auch aufgeräumt und sauber gemacht werden und der Einkauf wartet auch. Wenn ich dann davon wieder komme, geht es mit Sophie weiter. 

Und mittlerweile sollte das Töchterchen auch bald in Hamburg angekommen sein. :-)

Donnerstag, 3. Oktober 2024

Lichter

Heute mal was Anderes hier. Nach der ganzen Aufregung und dem ganzen Mist hier, habe ich mir dank Töchterchen spontan einen Abend frei genommen und bin zum Botanischen Garten gefahren, wo es das erste Mal diese Veranstaltung gab. "Botanische Lichter" heißt das Ganze und wird eine Woche lang jeden Abend im BoGa angeboten. Nicht ganz günstig der Eintritt, aber das war mir wurscht - ich musste mal was anderes erleben und der BoGa kann es auch ganz gut gebrauchen, kämpft der doch schon seit Jahren ums Überleben. Da ich ja an die Abendkasse musste, war ich noch im Hellen da und musste ein wenig warten bis es endlich dunkel genug war. Es war voll und ich sehnte mir die gute alte Zeit zurück, in denen das Fotografieren nur den Menschen mit einer echten Kamera vorbehalten war. So war das eine echte Geduldsprobe, vor allem, weil es so viele große Gruppen gab, die sich dann gegenseitig vor den Motiven fotografieren wollten und die Hälfte konnte halt das Handy nicht bedienen. Es war trotzdem sehr, sehr schön! Eine tolle Veranstaltung, das hat sich wirklich gelohnt. 

Die ersten Fotos habe ich schon bearbeitet, die gibt es dann nach dem Post. Ansonsten waren wir mit dem dementen Hund beschäftigt, mit Packen für Hamburg, Pakete verschicken, Dinge organisieren und gestern war ich auch joggen. Sophie hat leider während der einen Stunde, in der sie gestern alleine war, ihr großes Geschäft auf ihrem Schlafplatz verrichtet - ich hoffe nicht, dass das jetzt der Anfang der Inkontinenz ist. Wobei - im Moment läuft doch eh nichts rund - würde also passen. Also durfte ich nach dem Joggen, statt Flüssigkeit aufzutanken und zu dehnen - Kacke wegmachen und putzen. Danach dann sofort die Hunderunde, damit nicht das Pipi auch noch reingeht. 

Heute ist das Töchterchen den letzten Tag hier, morgen sehr, sehr früh, bricht sie auf nach Hamburg. Das wird diesmal ein ganz anderer Abschied als vor einem halben Jahr. :-( Für uns beide. 

Das Wetter drückt natürlich auch auf die Stimmung, hier regnet es eigentlich immer wieder, überall stehen die Pfützen und mehrmals am Tag werden wir nass. Und dann meldete das Töchterchen auch noch, dass wohl ein Scheinwerferlicht am Auto den Geist aufgibt. Oh man, noch was auf die To-Do-Liste, was denn noch alles? 

Aber jetzt gibt es erstmal die Fotos und mal schauen, was der heutige Tag noch so bringt.