Heute Nacht um 3.45 Uhr habe ich meine Tochter verabschiedet und es fühlt sich einfach nur blöd an. Es macht mich soooo wütend, dass ich sie nun wieder nicht begleiten kann. Als ich sie mit dem ganzen Gepäck gesehen habe, tat mir das so leid. Ihr ist es auch sichtlich schwer gefallen, deswegen haben wir den Abschied kurz gehalten. Kurz und nicht schmerzlos. :-(
Nun startet sie wohl ihr größtes Abenteuer für das sie so hart gekämpft hat und diesmal ist es eben keine Übergangslösung. Jetzt gilt es! Und ich hoffe für sie, dass es wirklich das ist, was sie glücklich macht. Ich wünsche ihr, dass sie Hamburg ganz schnell lieb gewinnt und tolle Menschen kennenlernt, auch wenn sie das momentan so gar nicht glaubt.
So weit ich weiß, will sie schon am ersten Novemberwochenende zurückkommen, schauen wir mal, ob das so funktioniert mit ihren Plänen.
Ich hocke nun wieder hier alleine mit einem hochgradig dementen Hund, mit dem es nochmal schlimmer geworden ist als noch vor zwei Wochen. Es ist einfach nur anstrengend, entnervend, zermürbend, belastend! Niemand kann sich vorstellen, was hier gerade abgeht. Im Prinzip habe ich kaum Luft für mich oder andere Dinge. Ich bin bis auf wenige kurze Schlafphasen - die ich dann aber oft genug erzwingen musste - nonstop mit ihr beschäftigt. Es ist unfassbar, was Demenz anrichtet! Im Moment wünsche ich mir echt - auch für sie, dass endlich ihr Körper aufgibt! Dass sie gehen kann! Unser Verhältnis besteht nur noch aus Kampf, es gibt null schöne Moment zwischen uns, Körperkontakt ausschliesslich dazu, um sie vom Drehen abzuhalten und sie zur Ruhe zu zwingen. Streicheln mag sie zu 99% gar nicht mehr. Aber ihr Körper baut nicht mal ansatzweise ab. Sie frisst gut, hat sogar ein halbes Kilo zugenommen und sie läuft immer noch größere Runden. Es ist also noch lange nicht abzusehen, wann sie endlich ihren Frieden findet. Und ich schreibe es nochmal - wegen Demenz schläfert niemand einen Hund ein! Ich mache das jetzt schon ein halbes Jahr im fortgeschrittenen Stadium mit - und ich kann absolut nachvollziehen, wenn Menschen beim Pflegen von demenz erkrankten Angehörigen aggressiv und wütend werden. Mir geht es hier nicht anders. Und da hilft es auch nichts, wenn man sich sagt, dass sie nichts dafür können. Und ich hasse mich dafür, dass ich so geworden bin. In ca. zwei Wochen geht es wieder zum Tierarzt, Bestandsaufnahme, auch bezüglich Nierenwerte. Und mir graut es echt, wenn ich Montag wieder arbeiten muss. Nach dem jetzigen Stand der Dinge, wird sie wohl stundenlang Kreise drehen bis zur Erschöpfung und sehr wahrscheinlich das eine oder andere Mal ihr großes Geschäft reinmachen. Wäre ja auch nur halb so schlimm, wenn sie nicht noch durchrennen würde. Das ist draußen schon schwierig, während ich es einsammeln will, muss ich verhindern, dass sie in ihrem verwirrten Kopf nicht durchrennt. Meist stelle ich einen Fuß auf die Leine, damit ich die Hände fürs Einsammeln frei habe, aber auch dann ist es oft genug knapp. Aber was soll ich tun, ich muss arbeiten, es gibt keine Alternative. Ins Gefängnis kann ich sie auch nicht stecken, macht sie da ihr Geschäft rein, dann kann ich das Teil wegschmeißen, an diese Sauerei will ich gar nicht denken. Ob Windeln mittelfristig zum Einsatz kommen, weiß ich noch nicht. Denn dann müsste ich sie ja regelmäßig abduschen und ich befürchte, dass ist alleine nicht möglich ohne zwei weitere Hände. Ich habe ja keine Badewanne und in der Dusche kann ich sie nicht fixieren. Keine Ahnung, wie ich dann dieses Problem löse. Ich hoffe, dass sie ihren Kackrhythmus wieder verschiebt, sie macht ja meist zu einmal am Tag. Wenn das Nachmittags oder morgens klappt, hätten wir zumindest dieses Problem nicht.
Dazu noch meine andere besch.... Situation - dabei hatte ich doch schon eh schon keine Kraft mehr übrig.
Jetzt ist Sophie endlich ruhig, heißt aber für mich, ich muss jetzt noch schnell den Einkaufszettel machen, für den ich bisher keine Ruhe hatte, auch diesen Post musste ich zig Mal unterbrechen, die Bude muss auch aufgeräumt und sauber gemacht werden und der Einkauf wartet auch. Wenn ich dann davon wieder komme, geht es mit Sophie weiter.
Und mittlerweile sollte das Töchterchen auch bald in Hamburg angekommen sein. :-)
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