Samstag, 4. Juli 2026

Déjà Vu

So groß die Wiedersehensfreude zwischen mir und meinem Physio-Mann war, so doof war es, dass mein Ischias oder was auch immer, den Schmerz des Arms kompett überlagert hat. Ich dachte, wir machen ein wenig den Arm heile und können dabei unsere guten Gespräche von vor drei Jahren fortsetzen. 
Und dann stand ich da und schilderte mein Problem mit der neuen Körperbaustelle, die mir gerade ziemlich Lust auf irgendwas raubt. 

Die gute Nachricht ist, er kann das Problem auch mit dem aktuellen Rezept angehen, weil er eh evtl. eine Verbindung sieht. Die zweite gute Nachricht ist, ich bin nicht wirklich bewegungseingeschränkt - also ist nichts ernsthaft blockiert. Nicht so toll ist, dass er vermutet, dass beides - Tennisarm und Ischias - die gleichen Ursachen hat, wie damals die Schultergeschichte. Ich bin kurz innerlich in Panik ausgebrochen. Ich will nicht wieder 5 Monate leiden und dabei mein Leben an mir vorbeiziehen sehen. Nicht nochmal! *heul* Er ist sich aber noch nicht ganz sicher, weil ich dann doch leicht bei Druck auf die Lendenwirbel reagierte. Aber er ist sich sicher, dass wir das in max. 4-5 Wochen hinbekommen. Na toll! Dann ist der Sommer ja echt schon wieder rum. Zumal ich ja nur nächste Woche noch einen Termin bei ihm habe und er dann erstmal Urlaub hat. Erst Mitte August habe ich wieder einen Termin, wenn nicht vorher jemand abspringt. 

Noch eine gute Nachricht war, ich darf alles machen. Das betrifft den Tennisarm und auch den Ischias. Alles was mir gut tut und keine starken Schmerzen auslöst. Beim Tennisarm wäre das mittlerweile recht viel und da soll ich eh langsam die Belastung steigern. Aber beim Ischias bleibt nicht viel, was nicht schmerzt. Gestern war schon bis zur Physio ein schlimmer Tag, es ging fast gar nichts. Danach habe ich gedanklich alle Pläne für das WE gecancelt, weil ich gar nicht mehr laufen oder stehen konnte ohne starke Schmerzen oder Ausweichbewegungen. 

Ich bekam zwei Übungen mit nach Hause. Eine für die vermutete Ursache beim Tennisarm, die Übung kenne ich schon aus der Schulterschmerzzeit. Und für den Ischias einfach nur auf den Bauch legen, Ziel ist, irgendwann den Oberkörper aufzurichten. Auch diese Übung durfte ich damals machen. Und mit der hatte ich damals schon massive Probleme. Schon alleine das auf dem Bauchliegen ist nach einer Weile unangenehm. Oberkörper anheben noch undenkbar. 

Nach dem Essen und einem Nickerchen immer noch keine Besserung und da habe ich für mich entschieden, ich muss mich bewegen, raus, sonst drehe ich durch. Ich dachte eigentlich, ich komme nicht weit, aber je länger ich ging, umso besser wurde es. Berghoch ist erstaunlich angenehm, bergab etwas unangenehmer. Und so war ich ca. 45 min. spazieren, was mir mental unfassbar gut getan hat. Und beim Quatschen mit einem Nachbarn stand ich doch tatsächlich mehr als 15 min. nahezu schmerzfrei rum, ohne irgendwelche Ausweichbewegungen zum Entlasten der schmerzhaften Seite. Das gibt Hoffnung. 

Heute morgen beim Aufwachen dann aber wieder Ernüchterung. Der Schmerz hat sich verändert und kommt jetzt bei Bewegungen, bei denen es vorher wenig Probleme gab. 

Mal schauen, was der Tag so bringt. 

Jetzt erst einmal den zweiten Kaffee!

Freitag, 3. Juli 2026

Und sonst so?

Jetzt haben wir ja schon Juli und ich habe seit ca. einem Monat nicht mehr vom Alltag berichtet. Alles bekomme ich bestimmt nicht mehr zusammen. Ich versuche mich kurz zu fassen.

Nach dem Wochenende mit dem Töchterchen stürzte meine Stimmung ziemlich ab. Dieser Sommer und das Wetter werden wohl keine Freunde mehr. Auch mein Körper nervt mich gerade komplett an. Leider sieht es gerade nicht danach aus, als würde es die nächsten Wochen besser werden. 

Wo fange ich an. Ich habe versucht, die wenigen Tage ohne Regen, Gewitter oder Herbststimmung, neben Garten- und Haushaltspflichten, so gut es geht zu nutzen. Ich war recht viel im Gym, als Warm Up bin ab und an mal an der Lahn entlang gejoggt:





Marburg hat auch seine schönen Momente. :-)

Ich war natürlich auch regelmäßig mit meiner Freundin Dienstags spazieren.

Aber oft genug machte mir halt, genau dann das Wetter einen Strich durch die Rechnung, wenn ich Zeit für Outdoor Aktivitäten hatte. Einmal geriet ich in ein heftiges Gewitter. Es war der einzige Tag in der Woche, an dem ich mal eine größere Runde joggen konnte. Wetter-App genau im Auge behalten, weil vereinzelt auch Gewitter vorhergesagt waren. 



Bei Sonnenschein losgejoggt und beim Anblick der Regenwolke am Horizont nochmal die App gecheckt, ob da Gewitter drin stecken. Nein!



Nach 3 km dann doch Donner zu hören und innerhalb von Sekunden war ich mitten drin, statt nur dabei. Im Naturschutzgebiet! Weit ab von Unterstellmöglichkeiten. Ich traf eine andere Frau, der es genauso ging, die aber immerhin mit dem Auto dort oben angereist ist. Als es über unseren Köpfen immer schlimmer wurde, schlug sie mir vor, ich könne mit zu ihrem Auto und sie würde mich nach Hause fahren. Ich rief aber meine Freundin an, die mich netterweise dort oben einsammeln wollte. Der kurze Weg zum Auto der Frau, war echt gruselig, weil das Gewitter direkt über uns war. Ich bekam kurz Asyl in ihrem Auto, bis 5 min. später meine Freundin kam.


Klatschnass war ich und mega frustriert!




Vielen Dank Wetter-App für nichts! Und vielen Dank an meine Freundin, die mich so spontan gerettet hat. Ich hätte auch mit Abkürzung noch 2 km vor mir gehabt, das wäre echt zu gefährlich gewesen. Der Regen und Hagel waren dabei das kleinste Problem. Achja, kurz nachdem ich zu Hause war, schien die Sonne. 

Einmal war ich in der Zeit auch aus, mal in einer anderen Location, wo überraschend gut Musik gespielt wurde und jetzt weiß ich auch, wo die Ü50 Menschen zum Tanzen hingehen. :-) Aber diese Veranstaltung ist halt selten am Samstag. Meist nur Mittwochs und das pack ich nicht. Ich brauche meinen Schönheitsschlaf. 

Das Wetter ärgerte mich weiter, obwohl ich versucht habe, dem Regen auszuweichen, hat das halt meist nicht geklappt:




Und dann kam endlich mal ein WE, wo ich alles reinquetschen konnte, was geht. 

Aber zuerst hatte ich ja den Orthopädentermin wegen dem Tennisarm. Und ich muss sagen, ich war von dem neuen Arzt wirklich positiv überrascht. Da bleib ich jetzt! Die Diagnose hat er mir natürlich bestätigt. Ich bekam eine Spange für den Arm verschrieben, ein Physiorezept und sogar hochdosiertes Vitamin D für ein Jahr. Letzteres deswegen, weil wir auch über die Knochendichtemessung redeten, die ich ja gerne hätte. So kamen wir halt auf meinen Vitamin D Mangel. Ohne zu fragen, zückte er das Rezept. Wow! Ich bekam noch einen Flyer mit Übungen für den Arm und bin wirklich zufrieden raus. Die Spange holte ich mir direkt nebenan und auf dem Heimweg dann noch die Physio-Termine bei meinem Lieblings-Physio. Naja, wenn wir schon nicht Kaffee trinken gehen, dann halt so. :-) 

Am Samstag dann eine kleine Radtour - nicht zu weit, weil es schon ziemlich warm morgens war und es auch - tataaa - Gewitter geben sollte. 





Aber das war wirklich eines der schönen Wochenende. Die Radtour mit dem Kaffeestopp am See ein Highlight. Und die Kette hält! Das Schalten ist jetzt richtig leicht, juchuh! Vielleicht kann ich das Rad nun endlich uneingeschränkt genießen. Spoiler: nein, aber das liegt nicht am Rad. ;-)

Gleich am nächsten Tag ging es mit dem Rad ins Gym, wo ich ja immer noch vorwiegend Beine trainieren kann - auch das nervt einfach nur! Danach gönnte ich mir dort noch einen Cappu, bevor ich den Heimreise antrat, damit ich es noch vor den Gewittern schaffe, die angesagt waren - und dann gar nicht kamen. ;-)




Gleich am nächsten Tag, bevor es dann richtig heiß werden sollte, ging es direkt nach der Arbeit mit meiner Mutter an den See zum Baden.



Beim Schwimmen merkte ich es schon, das leichte Ziehen im rechten Po und Bein, aber dachte mich noch nichts dabei. 

Wir haben dann dort noch gegessen und nachträglich auf den Geburtstag meiner Mutter angestoßen.


Am nächsten Morgen ging dann nix mehr. Ich hatte so dolle Ischiasschmerzen - direkt aus der Hölle. Vor allem beim Stehen und Gehen. Einfach nur furchtbar. Und ich bekam sofort Panik, dass das jetzt auch wieder so lange anhält, wie damals das mit der Schulter und aktuell der Tennisarm. Meine Stimmung sank noch tiefer. Also, jetzt nicht mal mehr Beintraining oder Spazieren gehen. Na toll. 

Ich schleppte mich zur Arbeit und zu allem Übel kam ja jetzt auch diese furchtbare Hitze! Vormittags im Hauptjob ging es, weil wir ja eine Klimaanlage im Büro haben, aber dann beim Zweitjob:

Dienstag:



Mittwoch:


 
Und Donnerstag:


Ich war sooo froh als ich endlich im Keller landete! Das Wochenende verbrachte ich nach Einkaufen dann so:


4 Tage meines Lebens alleine im Dunklen verbracht. Und zusätzlich mit dem Ischias gekämpft, der sich wirklich festsetzt. 

Und zu allem Übel habe ich mir auch noch eine Zecke eingefangen. Bei den paar Minuten, in denen ich draußen war. Da ich weder im hohen Gras noch im Wald war, hatte ich mich anscheinend nicht sooo gründlich abgesucht wie sonst. Und dann entdeckte ich sie Abends als ich duschen wollte an meiner Brust. Festgebissen, aber tot. Eine Nymphe - aber vollkommen vertrocknet. Na toll. Jetzt lebe ich Panikerin wieder wochenlang in Angst, dass ich mir FSME oder Borrelien eingefangen habe. 

Und mal abgesehen von den Zecken, draußen wird man zusätztlich bei uns von Bremsen, Mücken und Kriebelmücken attackiert. Ohne Insektenschutzspray gehe ich gar nicht mehr vor die Tür.

Naja, irgendwie haben wir ja alle das WE überlebt und mittlerweile ist es viel angenehmer draußen. Der Ischias, der Arm und meine Stimmung leider auch nicht, weil ich eh kaum was machen kann. Sport geht nicht, Tanzen wohl auch eher nicht. Immerhin kann ich wieder spazieren gehen und heute habe ich meinen ersten Physiotermin. Da liegt also ein von den Temperaturen super WE vor mir und ich werde schon wieder komplett abgebremst. Es ist zum Verrücktwerden. 

Am Montag hatte ich kurz das Bedürfnis beim Orthopäden anzurufen, dass er mir ganz schnell das Physiorezept noch auf Ischias umändert. Der Arm schränkt mich nämlich weniger ein.

Mal schauen, vielleicht kann mein Physio ja was dazu sagen. 

Und weil der Tag heute vollgepackt ist, muss ich langsam loslegen.

Der Rest in Stichpunkten:

- die Hornisse ist weg, sie kam irgendwann einfach nicht mehr wieder
- die Ameisen machten sich dann doch noch irgendwann über die von mir vergessenen Köderdosen her, also füllte ich die nochmal und rottete damit das Nest auf Terrasse in der Nähe der Haustür innerhalb von 24 h aus.
- meine Klingel hat bei der Hitze den Geist aufgegeben.
- ich bin schon fleißig am ernten im Naschgarten und die Mini-Melone hat durch die Temperaturen einen Wachstumsschub, ich komme mit dem Hochbinden kaum nach. 
- im Gym tauen die Leute langsam auf, ausgerechnet jetzt kann ich nicht hin. *heul*
- Deutschland ist raus
- meine Freundin ist mit dem Rennrad gestürzt, dank Helm ist das glimpflich ausgegangen, ihre Radreise in einer Woche musste sie jetzt leider absagen. Das Bein schmerzt noch zu sehr. Es geht also alles noch schlimmer. 
- meine Vermieterin hatte schon 14 Zecken und ich jammer mit meiner einen rum.
- auf der Arbeit ist es zwiegespalten, aber darüber berichte ich ein anderes Mal
- vom Töchterchen höre ich sehr wenig, aber das ist meist ein gutes Zeichen ;-)

So, jetzt muss ich mich sputen, wenn der Ischias mitmacht, bin ich von heute morgen bis heute Nacht straff durchgetaktet. 


Hamburg 2026 - Letzter Teil - Abreise

Hamburg - Abreise - 25.05.2026

Da ich erst gegen 11 Uhr abgeholt werde, konnte ich alles in Ruhe packen und mich an der Rezeption erkundigen, ob das Töchterchen morgens einen Kaffee beim Frühstück mit mir trinken darf. Kein Problem, für 3,50 Uhr gabs eine Kaffee und Milch Flatrate. :-)

Das Töchterchen trudelte dann auch gegen 9 Uhr ein und so hatten wir noch eine Weile zusammen. Ich konnte noch einmal das leckere Frühstück genießen, bevor ich mir das zu Hause alles wieder alleine zusammensammeln muss. 

Kurz vor 11 Uhr checkte ich aus und wartete mit dem Töchtechen gemeinsam auf meinen Chauffeur. 


Die Stimmung war beim Töchterchen so lala. Alle ihre Freundinnen waren ausgeflogen, es war Feiertag und bestes Hamburgwetter. Da fiel mir der Abschied als Mama natürlich besonders schwer. Aber Spoiler, sie berappelte sich dann doch schnell und hatte noch einen schönen Tag - auch alleine. :-)

Mein Bekannter kam pünktlich auf die Minute und wir starteten die Heimreise, die absolut komplikationsfrei und zügig verlief. Es war wirklich sehr angenehm mit S. zu fahren und für ihn war es auch super, nicht alleine im Auto zu sitzen. Eine Win/Win Situation. 

Mein Papa holte mich dann bei S. ab und zu Hause musste ich mich erstmal ein wenig erholen. So ein Städtetripp ist anstrengend. 

Mein Fazit: Ich mag Hamburg immer noch, ich war, was manche Ecken betrifft, nicht mehr so geschockt, der Kulturschock von Dorf auf Großstadt blieb diesmal aus und ich habe Hamburg bei Sonnenschein erlebt. Wohnen möchte ich dort nicht, aber es hat wirklich Vorteile in einer so großen Stadt zu sein. Es gibt immer etwas zu entdecken und zu erleben. Langweilig wird es einem dort sicherlich nicht. Mir wären die Wege zu weit. Es geht unfassbar viel Zeit drauf, von A nach B zu kommen. Je nachdem wo man wohnt, muss man mehrfach umsteigen und oft genug fahren die Busse nicht oder anders. Man steht also auch viel an Haltestellen herum oder sprintet zur S-Bahnstation, um die nächste noch zu erwischen. Und Hamburg ist voll! Aber das Schöne ist ja, ich kann nach ein paar Tagen Großstadt einfach wieder in mein kuscheliges Dorf zurück. Ich muss aber sagen, Hamburg ist unfassbar grün und hat trotz Großstadt sehr viel Natur. Ich kann verstehen, warum das Töchterchen Hamburg mittlerweile liebt. Und ich kann sie ja sicherlich noch einige Male dort besuchen. Das Studium dauert ja noch ein wenig. 

Heute bekommt ihr noch einen zweiten Post im Anschluss. Ich muss ja noch die Wochen seit Hamburg aufarbeiten. :-)

Hamburg 2026: Schön war es! :-)