Die letzte Woche war so eine Woche, die man nicht braucht. Die einem von der Lebenszeit einfach geklaut wurde, weil man nur funktioniert, tut und macht. Die Zeit ist einfach weg. Wo fange ich an? Am Besten beim Montag, da nahm das Ganze seinen Lauf.
Meine Halsschmerzen hielten sich in Grenzen und ich sah der Erkältung noch recht entspannt entgegen. Es lagen keine wichtigen Termine an, zu denen ich mich hätte hinschleppen müssen und ich freute mich auf den späten Nachmittag, denn nach der Geigenstunde hätte ich mich aufs Sofa legen können, um mich auszukurieren. Aber es kam anders.
Das Töchterchen kam von der Schule mit Bauchweh, die auch nach Stunden nicht verschwanden, also sagten wir Geige ab und ich fuhr später noch mit ihr zum Hausarzt. Ohne Befund! Aber zu Hause wurde es immer noch nicht besser, also beschloss ich später doch mit ihr in die Notaufnahme zu fahren. Ich war schon angezogen, den Hund hatte ich noch mal schnell ausgekippt, da wurde dem Kind übel und musste sich übergeben. Schlagartig ließen die Bauchschmerzen nach und nach zweimaligen Durchfall kurz danach, verschwanden sie gänzlich. Während das Kind danach gut schlafen konnte, hatte mich meine Erkältung so richtig im Griff und natürlich war ein Ohr in der Nacht beim Töchterchen. Dementsprechend wachte ich Dienstag Morgen auf und meldete mich auf der Arbeit krank.
Aber damit nicht genug. Bei der ersten Hunderunde, direkt nach dem großen Geschäft, zeigte Sophie akute Schmerzen. So stark, dass sie auch zitterte und sich zurück zog. Somit gab es für mich dann, statt Sofa und Auskurieren Tierarzt. Allerdings auch ohne Befund, sie bekam zur Sicherheit eine Schmerzspritze. Bis auf eine kurze Attacke beim Nachmittagsspaziergang war sie aber dann topfit und gut drauf.
Der Mittwoch begann für mich mit Kreislauf und Kopfschmerzen, also blieb ich zu Hause und machte einen Termin beim Arzt, weil mir schon klar war, dass ich am nächsten Tag noch nicht fit genug zum Arbeiten bin. Das Töchterchen war wieder in der Schule. Sophie hatte eine Attacke am Tag und ich machte mir zunehmend Sorgen. Beim Arzt durfte ich 1 1/2 h für eine Krankmeldung warten und als ich zurück zu Hause war, sank ich regelrecht aufs Sterbesofa. Ich muss nicht dazu schreiben, dass hier zu Hause alles liegen blieb.
Der Donnerstag war nicht besser, mit dem Unterschied, dass ich liegen bleiben konnte und meine Mama Sophie nachmittags zu sich holte, um dort mit ihr spazieren zu gehen. Leider hatte sie vorher wieder eine kurze Attacke und so langsam vermutete ich immer mehr, dass es vielleicht doch vom Rücken kommen könnte. Das Töchterchen war immerhin so fit, dass es in der Stadt rumlungerte und erst Abends zurückkam.
Freitag Morgen fühlte ich mich fit genug, um den Kühlschrank zu füllen, aber kurz vorher ging ich nochmal mit Sophie raus und wieder zeigten sich die Beschwerden nach dem großen Geschäft. Ich machte ein Video von ihrem Verhalten und rief nochmal beim Tierarzt an, der mich dann zurückrufen sollte. Nach dem Einkaufen, dem Verräumen der Sachen und anderen Haushaltsachen - hatte ich eigentlich erwähnt, dass die Spülmaschine ja auch schon seit Wochen kaputt ist? - war ich dann ziemlich platt, aber dann rief der Tierarzt an und wir entschieden, dass wir eine Röntgenaufnahme machen. Somit war das Sofa für den Nachmittag auch gestrichen. Um 16 Uhr waren die meisten Haushaltsdinge abgearbeitet und so machten wir uns auf den Weg zum Tierarzt. Sophie wurde genaustens untersucht: Gangbild, Tastbefund und Röntgenaufnahme und danach konnte der Tierarzt sofort eine Diagnose stellen: Spondylose! Tja, was soll ich sagen, jetzt haben wir eine Diagnose - es gibt sicherlich schlimmere, aber in Jubelschreie breche ich natürlich nicht dabei aus. Der Befund ist noch nicht so weit fortgeschritten, aber es ist klar, dass sie gerade im Schub steckt und der muss gelindert werden. Sie bekommt nun erstmal Schmerzmittel über 14 Tage. Dabei wird sich zeigen, ob das das richtige Mittel für sie ist. Tiere sprechen wohl unterschiedlich auf die Mittel an und manche machen natürlich auch Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt. Wir werden ein paar Dinge ändern müssen, um ihre Beschwerden nicht zu verschlimmern. Ihre Prognose ist sehr gut, weil sie ein leichter Hund ist und auch die Stelle der Spondylose ist eher günstig, weil man da notfalls operativ gut ran kommt. Heilbar ist die Krankheit nicht, aber viele Hunde werden trotzdem glücklich alt.
Wie geht es mir damit? Schwierig zu sagen! Ich hätte mir für Sophie und natürlich auch für mich gewünscht, dass sie fit ins hohe Alter geht. Gerade, weil ich ihren Bewegungsdrang und ihre Art sich zu bewegen kenne, denke ich, dass die auferlegte Schonung und Unterbindung von manchen Bewegungen für sie schon eine Einschränkung sein wird. Allerdings weiß ich auch, dass man sie mit Nasenspielen jeder Art sehr gut beschäftigen kann und sie damit überglücklich ist. Trotzdem ist sie nun mal ein Rennhund, der über die Gräben springt, dass man beim Zuschauen schon Rückenschmerzen bekommt. Und sie liebt es mit manchen Hunden ausgiebig zu Toben. Es wird also eine Gradwanderung sein, den Hund zufrieden auszulasten, aber nicht zu sehr zu BE-lasten. Jeden Spaß will ich ihr dann auch nicht nehmen. Ein anderer Faktor sind natürlich die Kosten. Meine Bekannte ist z.B. Hunde-Physiotherapeutin, von daher hätte ich alle Möglichkeiten dieser Welt, Sophie begleitend zu unterstützen, aber das kostet natürlich auch Geld. Und da muss ich gut abwägen. Natürlich weiß man das vorher, wenn man sich einen Hund anschafft und vom Hausverkauf habe ich auch noch genug Geld übrig, um uns alle durch solche Notzeiten durchzubringen. Doch ich muss es sinnvoll und gut überlegt einsetzen. Worüber ich froh bin, ist, dass wir weiterhin lange gleichmäßige Spaziergänge machen dürfen und Joggen ist absolut prima bei dieser Krankheit, weil das gleichmäßige Traben die Muskeln stärkt. Zumindest da müssen wir uns nicht einschränken, wenn sie schmerzfrei ist. Und ich bin natürlich erleichtert, dass ich nun weiß, was sie wirklich hat. Man macht sich echt Sorgen und das Kopfkino kann sehr grausam sein.
Mein Wochenende wird dann mal wieder unter dem Zeichen stehen, mich auszuruhen, zu erholen, Kraft zu tanken. Für mehr reicht es nicht. Es wird kein Salsa geben, kein Fotowalk morgen. Zum Glück kann ich Prime leer schauen und da ich eine neue Serie gefunden habe, die ich total klasse finde, fällt mir das Schonen auch etwas leichter. Aber dann reicht es bitte erstmal! Dieses Jahr bitte keine Krankheiten mehr und keine Katastrophen.
2 Kommentare:
Du solltest zum Fotowalk gehen, wenn es irgendwie möglich ist. Du liebst es und es tut dir gut. Und es ist etwas Bewegung an der frischen Luft.
Danach kannst du dich mit vielen neuen Eindrücken und Bildern ausruhen.
Überleg es dir :-)
Hallo Tanja, frische Luft habe ich ja 2-4x am Tag mit dem Hund. Nein, ich kann tatsächlich noch nicht. So ein Walk ist ja meist 3 h lange und die Hunderunde vorher kommt für mich noch dazu. Mitnehmen kann ich Sophie nicht, in Marburg gibt es zu viele Treppen, die darf sie nicht mehr so häufig laufen. Es ist halt so, wie es ist. Ich hoffe, es kommen bald wieder bessere Zeiten. Aber danke für die Aufmunterung. LG
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