"Verlass dich nur auf deinen eigenen Arsch, er ist der einzige, der wirklich hinter dir steht"
Das war mein Motto für
2017
Also dieses Motto habe ich sicherlich perfekt umgesetzt. Ich hab mich mehr auf mich konzentriert und weniger Erwartungen in mein Umfeld gesetzt. Das hat gut funktioniert, macht aber unterm Strich einsamer, wobei einsam sicherlich das falsche Wort ist - zu negativ. Der Freundes- und Bekanntenkreis lichtet sich sehr schnell, wenn man nicht mehr jedem hinter her läuft. Ich konnte schnell merken, dass nur wenige übrig bleiben, die wirklich an dir und deinem Leben interessiert sind. Und die für dich da sind, wenn du sie brauchst und sei es nur zum Zuhören. Für diese Menschen in meinem Leben bin ich wirklich dankbar.
Andere haben sich im Laufe des Jahres sehr distanziert, sei es, weil sie selbst zur Zeit in ihrem Alltag gefangen sind oder weil du einfach nicht mehr gewillt warst nur ihre Bedürfnisse zu erfüllen. Letztere suchen sich schnell Ersatz. Neue Menschen mit Nachhaltigkeit habe ich in 2017 nicht kennengelernt, was sicherlich auch daran lag, dass ich seltener unter Menschen war als die Jahre zuvor.
2017 begann doof, steigerte sich aber schnell ab Februar, wenn man mal von der Arbeit absieht. Bis Anfang Mai sah es nach einem guten Jahr für mich aus. Der Mai brachte aber den Abwärtstrend, der sich in Wellen bis zum Ende des Jahres durchzog. Der November gab dem Ganzen dann nochmal einen ordentlichen Schubs nach unten und der Dezember machte es nicht wirklich besser.
Gesundheitlich war es eins der schlechteren Jahre auch wenn es sich glücklicherweise um harmlose Krankheiten handelte. Mich hat es 4x erwischt, 3x davon für meine Verhältnisse ordentlich. Damit ging die Serie von 2016 weiter. Das Töchterchen war auch anfälliger, dazu noch die Fußverletzung am Anfang des Jahres, wegen der sie wochenlang kein Fußball spielen konnte. Am Schlimmsten hat es Sophie erwischt - sie hat Rücken und es sieht momentan so aus als müssten wir doch erstmal eine Dauermedikamentation in Angriff nehmen. DAS ist nicht gut, weil sie erst 8 Jahre ist. Aber ich werde nicht zuschauen, wie sie leidet!
Jobtechnisch war das ein Katastrophenjahr und erinnert mich stark an die Zeit in 2009/2010. Damals war es auch das Tröpchen, das mein Fass zum Überlaufen gebracht hat und mich komplett aus dem Takt gebracht hat. Zum Ende des Jahres hat sich zwar die Lage beruhigt und ich finde Gefallen an meinem neuen Tätigkeitsfeld, aber das letzte Wort ist da ja noch nicht gesprochen.
Im Großen und Ganzen kann ich sagen, das Jahr hat mich aus dem Takt, aus dem Gleichgewicht gebracht. Körperlich wie auch seelisch. Körperlich merkte ich vor Allem das laute Anklopfen der Wechseljahre - gewarnt von meinen Freundinnen, die schon länger damit kämpfen - und ich sags euch, das ist kein Spaß, so überhaupt gar nicht und das ist ja erst der Anfang. Dazu kommt, dass meine Augen schlechter werden, ich öfters Kopfschmerzen habe, ich anfälliger für Krankheiten bin und mein totgeglaubter Schwindel zurückgekommen ist, der einem ein großes Maß an Lebensqualität nimmt. Auch der Kreislauf hat vor allem im Sommer oft den Geist aufgegeben. Jetzt noch die Sorgen um Sophie und die damit verbundenen Veränderungen im Alltag, das macht es nicht besser.
Mein vorherrschendes Gefühl in 2017: Kennt ihr diese Träume, in denen ihr weglaufen wollt, aber eure Beine knicken ein oder ihr kommt nicht von der Stelle? Ich sehe mein Leben an mir vorbeirennen und versuche Schritt zu halten, aber ich bin zu langsam oder komme zeitweise gar nicht von der Stelle. Ich habe versucht meine Erwartungen runterzuschrauben, mir Alternativen zu suchen, die mir gut tun. Auf Dauer ist das aber keine Lösung! Das wird dann wohl meine Aufgabe für das neue Jahr sein - mich wieder auf Kurs bringen, so weit ich das in meiner Hand habe.
Das Beste im Jahr 2017 war wohl die Beziehung zum Töchterchen! Die hat sich ab dem Sommer - nach ihrer getroffenen Entscheidung - enorm verbessert. Sie ist viel umgänglicher, zugänglicher und auch kommunikativer. Ich werde sogar wieder gedrückt und geknuddelt, was jahrelang so gut wie gar nicht vorkam. Und wir machen wieder ab und an mal schöne Dinge gemeinsam. Es macht Spaß mit ihr, auch wenn wir die Pubertät natürlich noch lange nicht durchgestanden haben.
Wenn man das Töchterchen fragt, war das ein Sch...Jahr mit wenig guten Momenten. Nach ihren Angaben war das Schönste der Urlaub in Dahme. Und dass sie viel mit ihren Freundinnen gemacht hat. Sie ist unzufrieden mich sich selbst, findet sich hässlich und ihr Leben doof.
Wenn man mich fragt, wie ich das sehe, dann finde ich, dass das Töchterchen sich großartig entwickelt hat. Sie musste eine für sich ganz wichtige Entscheidung alleine treffen und hat sich vor dem persönlichen Gespräch nicht gedrückt. Und sie steht heute noch zu dieser Entscheidung mit allen Konsequenzen, die sie mit sich gebracht hat. Wenn man mal von ihrer leicht gestörten pubertären Selbstwahrnehmung absieht, ist sie noch selbstbewusster geworden. Sie weiß genau, was sie will und verfolgt konsequent ihre Ziele. Sie hat ihren Platz in der neuen Klasse gefunden und fühlt sich wohl. Sie hat Lösungen für schwierige Konflikte mit Freundinnen gefunden und auch kommuniziert. In der Hinsicht ist sie sehr viel reifer als viele ihrer Freundinnen. Sie ist sehr selbstständig geworden, so dass sie auch größere Ausflüge mit dem Zug in Begleitung ihrer Freundinnen machen darf. Schulisch läuft es gerade rund, da hat die neue Klassenkonstellation wahre Wunder bewirkt. Auch sportlich ist sie gut dabei und beim Geigen macht sie zwar langsame Fortschritte, aber immerhin macht sie Fortschritte. Ich bin stolz auf meine Große, die ja nun bald 14 wird!
Männertechnisch hat sich hier nichts verändert - Hashtag "For ever alone" wie das Töchterchen zu sagen pflegt. ;-) Ich habe den einen oder anderen Mann gedatet, aber das richtige war nicht dabei. Der Funke sprang nicht und/oder es hat einfach nicht gepasst. In den letzten Wochen des Jahres hatte ich dann aber auch keinen Kopf mehr für sowas. Vielleicht ist auch genau das mein Problem, mein Kopf ist eben oft nur wenige Zeit frei genug dafür. Somit gehe ich weiterhin als Single durchs Leben.
2018
Da ich aus 2017 so gar nichts mit nehme, liegt das Jahr 2018 noch komplett als unbeschriebenes Blatt vor mir. Es gibt nur wenige Pläne und Vorhaben. Das Töchterchen wird schon bald auf Skifreizeit gehen und ich versuche uns wieder einen Urlaub in Dahme zu buchen. Das war es auch schon.
Ich wünsche mir, dass Sophie wenigstens zeitweise schmerzfrei ist und wir ohne Dauermedikamentation auskommen. Ich hoffe, dass wir alle von ernsten Krankheiten verschont bleiben und wir von niemanden Abschied nehmen müssen.
Für mich werde ich ein paar Dinge in Angriff nehmen. Ich werde mal wieder einen Gesundheitscheck-Up machen lassen, eine Routine-Vorsorge hatte ich ja schon im November und zum Zahnarzt müssen wir sowieso im Januar. Meine Augen werde ich testen lassen und ich befürchte, ich darf dann Geld in eine Brille investieren. Ich möchte versuchen mich sportlich wieder auf die Höhe zu bringen und dabei das eine oder andere Kilo - aber ohne Druck - loszuwerden.
Es wäre schön, den Schwindelkreislauf wieder zu durchbrechen, aber aus der Vergangenheit weiß ich, dass das ein langer und auch anstrengender Weg ist, der Geduld braucht.
Deswegen ist mein Motto für das Neue Jahr:
"Die guten Tage bewusst genießen, die schlechteren Tage schnell abhaken und dabei immer schön lächeln"
Ob das mit dem Lächeln klappt? Wahrscheinlich nicht so ganz, aber ich muss dringend an meiner inneren Zufriedenheit arbeiten!
Also dann....Auf ein Neues!
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen