"Die guten Tage bewusst genießen, die schlechteren Tage schnell abhaken und dabei immer schön lächeln"
Dieses Motto hatte ich mir für
2018
vorgenommen und rückblickend muss ich wirklich sagen, das ist mir besser gelungen als gedacht. Eigentlich war es kein leichtes Jahr, das 2018. Ein Auf- und Ab und für mich hatte es ein wenig den Charakter meiner persönlichen Konfrontationstherapie. Aber ich habe es dieses Jahr sehr viel schneller geschafft mich aus den Tiefen zu befreien. Über das Jahr hinweg klappte das immer besser.
Natürlich gab es auch Phasen, in denen ich mich auf eine einsame Insel gewünscht habe. Einem Ort, an dem ich für nichts und niemanden Verantwortung übernehmen, an dem ich keine Entscheidung treffen muss. Aber das geht natürlich nicht. Das Jahr fing mäßig an, steigerte sich dann bis zum Höhepunkt "Der Urlaub in Dahme", um dann erstmal abzustürzen, aber zum Ende hin ziehe ich eine positive Bilanz.
Gesundheitlich war es für mich ein gutes Jahr. Die Schwindelprobleme haben sich gebessert, ich war einmal erkältet und bis auf die kleinen Wehwechen und Unleidlichkeiten, die frau halt so hat, ging es mir von Monat zu Monat besser. Ich kann also nicht klagen. Beim Töchterchen sieht das ganz anders aus, aber dazu später. Sophie hatte bis zum September eine super Zeit. 6 Monate ohne Schmerzmittel, getobt wie ein junger Hund, bevor sich dann der Rücken zurückmeldete. Doch wir sind zufrieden, denn ansonsten hatte sie null gesundheitliche Problem.
Jobtechnisch lief es nach den Schocknachrichten, dass zwei Kolleginnen gehen, recht gut. Ich konnte meine Position verbessern, der Chef ließ mich weitgehend in Ruhe. Ich habe viel zu tun und gerade die Vertretungsgeschichten sind stressig, aber im Großen und Ganzen bin ich so zufrieden, wie es läuft.
Sporttechnisch habe ich es echt schleifen lassen, zwar bin ich am Ende 150 km gejoggt, aber das war es auch. Das muss wieder besser werden, ich weiß nur noch nicht, wie ich das anstellen soll.
Männertechnisch war es ein maues Jahr - könnte man meinen. Es gab ein Date im ersten Drittel, ein paar Schreibkontakte, aber das war es auch schon. Trotzdem ist es für mich ein Jahr der Erkenntnisse. Ich bin an einem Punkt angekommen, wo ich für mich ganz klar Prioritäten setze und auch dazu stehe. Mir ist bewusst geworden, dass ich eigentlich weder Platz, Kraft noch Lust auf einen Partner habe. Seitdem geht es mir sehr viel besser damit und man kann die kurzen Sehnsuchtsphasen, die sich natürlich auch bei mir ab und an mal einstellen, besser überstehen. Silvester bewusst alleine zu feiern, war das Ausrufezeichen für dieses "Ankommen"
Mit dem Töchterchen lief es recht gut. Unsere Beziehung hat sich irgendwie nochmal verbessert. Wir unternehmen mehr miteinander, reden über alles und haben eine Menge Spaß! Natürlich gibt es auch immer mal pubertäts- und charakterbedingte Streitereien. Aber das gehört ja dazu. Es ist eng zwischen uns, aber auf einer gesunden Ebene. Ich bin weder ihre Freundin, noch ist sie für mich ein Partnerersatz. Es ist ein Miteinander ohne Einzuengen, ein Loslassen, das verbindet. Es ist ein schönes Gefühl, das zu erleben! Sie auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit, in das Erwachsenenleben so begleiten zu dürfen.
Das vorherrschende Gefühl für 2018 ist für mich - angekommen zu sein!
Beim Töchterchen denkt man eigentlich, sie fand das Jahr 2018 rückblickend im wahrsten Sinne des Wortes körperlich zum Kotzen. Aber als ich sie fragte, wie sie das Jahr fand, zog sie eine positive Bilanz. Sie fand das Jahr schön! Hätte ich jetzt gar nicht erwartet.
Sie startete mit der Skifreizeit und ihrer tollen Klasse gut ins Jahr, aber dann ging es erstmal bergab. Ständig krank und dann die Aussicht darauf, dass sie ihre tolle Klasse durch den Zusammenschluss verlieren wird. Der Urlaub in Dahme war dann auch bei ihr das Highlight des Jahres, bevor es ins tiefe Tal für sie ging. Die neue Klasse, ihre Bauchwehattacken, den einen oder anderen Streit mit den Freundinnen und auch im Fußball lief es nicht so rund. Aber anscheinend ist es auch ihr gelungen, dieses Motto für sich umzusetzen. Die schönen Tage genießen und die blöden einfach abhaken.
Schulisch lief es bis zum Sommer sehr rund, das Zeugnis war super, mit dem Klassenwechsel sieht das etwas anders aus. Nicht wirklich schlecht, aber man merkt schon, dass in der Klasse nun 31 Kids sind und sehr viel Unterricht ausgefallen ist.
Insgesamt ist meine Tochter auf einem sehr guten Lebensweg. Ihrem Lebensweg, den sie mittlerweile selbst gewählt komplett ohne jeglichen Kontakt zum Vater geht.
2019
Nun liegt es vor uns, das neue Jahr, wie ein unbeschriebenes Blatt. Wie immer haben wir uns wenig vorgenommen. Pläne kann man machen, aber meist kommt es doch anders als gedacht. Ein paar Pläne gibt es dann aber schon. Wir haben wieder Urlaub in Dahme gebucht - 9 Tage diesmal! Das Töchterchen wird noch im Januar ihr Schulpraktikum machen und sie wird mit ihrer Freundin eine Woche nach Paris fahren. Das wird über Ostern stattfinden und die beiden sind schon fleissig am Reisefiebern. :-)
Das war es dann auch schon, alles andere kommt wie es kommt.
Ich für mich, werde das Motto vom letzten Mal übernehmen, weil es so gut passt und es mich einfach weitergebracht hat.
"Die guten Tage bewusst genießen, die schlechteren Tage schnell abhaken und dabei immer schön lächeln"
Also dann: Auf ein Neues!



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