Eigentlich dachte ich, die Abrechnung wird diesmal sehr viel einfacher, aber als ich die Collagen zusammengestellt habe und die Monatsrückblicke schrieb, stellte ich fest, dass das anscheinend alles gar nicht so elend war, wie ich es für mich empfand. Also, entweder habe ich weniger hier gejammert oder einfach viel mit mir selbst ausgemacht.
2022
Große Erwartungen hatten wir nicht als wir in das Jahr hinein rutschten. Uns war ja klar, dass sich bezüglich der Pandemie erst einmal nicht viel ändern wird. Allerdings hätte wohl kaum einer damit gerechnet, was gerade politisch und im Weltgeschehen noch alles auf uns zu kommen sollte.
Rückblickend gesehen, war es für mich psychisch ein sehr schwieriges Jahr und gerade in den letzten Tagen, wurde sehr deutlich, wie durch ich bin von den vielen herausfordernden Jahren, die hinter mir liegen.
Das Jahr startete genauso, wie es aufgehört hat - mit extremer Wärme. Und damit sind wir ja schon mitten drin im 1. Thema, das Sorgen macht. Es hat sich das ganze Jahr über gezeigt, was mit dem Klimawandel auf uns zu kommt, wir hatten schon wieder eine große Dürre und fast jeder Monat war deutlich zu warm. Gerade im Sommer konnte ich an manchen Tagen so gut wie gar nichts tagsüber machen, weil ich diese Hitze einfach nicht vertrage. Auch unser Landkreis war diesmal von Bränden betroffen und der Wald leidet weiter. Und das ist ja nur der Anfang!
Pandemietechnisch hat sich in diesem Jahr einiges geändert. Wir wissen mittlerweile, dass Impfungen so gut wie gar nicht vor Infektionen schützen, jedenfalls nicht mehr seit der Omikron-Welle. Omikron zeigt sich glücklicherweise etwas milder im Krankheitsverlauf, aber ist so ansteckend, dass es natürlich weiterhin gefährlich bleibt und auch mit Omikron kann, wenn es blöd läuft schwer krank werden und man Long Covid bekommen. Von den Impfungen in einigen Fällen leider auch. Am Ende des Jahres wird fast jeder in unserem Umkreis irgendwann Corona gehabt haben. Es gibt nur noch wenige Ausnahmen, wir gehören komischerweise dazu. Schutzmaßnahmen gibt es am Ende des Jahres so gut wie gar nicht mehr. Und sogar Herr Drosten sagt, dass wir in die Endemische Phase kommen. Wir müssen damit klarkommen, Corona wird bleiben.
Und am 24. Februar passiert etwas, das Klimawandel und Pandemie komplett in den Hintergrund drängen werden: Putin marschiert in die Ukraine ein. Der wohl größte Schock in diesem Jahr! Immer wieder wird auch mit dem Einsatz von Atombomben gedroht und das Töchterchen hat das erste Mal wirklich Angst. Es ist DAS Thema, das wohl dieses Jahr am Meisten prägt. Der Krieg mitten in Europa mit all seinen Auswirkungen auf die gesamte Welt. Die Lebensmittelpreise explodieren, genauso wie der Sprit und wir rutschen mitten in eine Energiekrise. Das Leben hat sich innerhalb eines Jahres massiv verteuert, mit Auswirkungen, die wir alle noch gar nicht richtig absehen können. Ich habe das erste Mal seit der Trennung finanzielle Ängste. Doch das ist natürlich nichts dagegen, was die Menschen in der Ukraine durchmachen müssen.
Es passiert im Weltgeschehen natürlich noch viel mehr Unheil, aber das alles aufzuzählen, sprengt den Rahmen hier und mein Halbwissen bringt niemanden weiter. In dieser Hinsicht war es ein Jahr, das einen nicht wirklich rosig in die Zukunft schauen lässt.
Gesundheitlich lief es bei mir bis auf die blutige Zwischensequenz und die blöde Erkältung am Ende des Jahres prima. Da kann ich mich wirklich nicht beschweren. Ich war im Großen und Ganzen, bis auf ein wenig Zwicken hier und da, körperlich gut drauf. Nur wie gesagt, die Hitze macht mir zu schaffen.
Psychisch sieht das anders aus, die letzten Jahre haben so viel Kraft gekostet, dass einfach keine mehr für dieses Jahr übrig war und das habe ich gemerkt. Die innere Zufriedenheit ist mir abhanden gekommen, ich bin wütend, frustriert, ängstlich, voller Sorgen, resigniert durch dieses Jahr gegangen und ich werde auch am Ende des Jahres keine Ahnung haben, wie ich das ändern kann, weil ich einfach auf die wenigsten Dinge Einfluss habe.
Beruflich lief es recht gut, wir sind angekommen in dem Job und wir sind gut, in dem, was wir da tun. Das hilft ungemein, diese Art von Arbeit zu ertragen. Es gab Zeiten, da war es sehr stressig und dann wieder hatten wir sehr ruhige Phasen. Durch den vielen Urlaub war das arbeitstechnisch also ein sehr erholsames Jahr.
Sportlich war es bis auf das Ende ein super Jahr. Ich konnte bis auf die heiße Phase im Sommer gut durchziehen und habe es sogar geschafft 10 km am Stück zu laufen. Mein innerer Schweinehund ist lauter und hartnäckiger geworden, aber wie ich immer sage, kein Sport ist auch keine Lösung. Mit Sport geht es mir einfach besser.
Hier noch meine Bilanz von diesem Jahr, allerdings hatte ich die Sportuhr ja erst ab Ende März.
Männertechnisch....tja...also bis weit in den Herbst hinein lief da gar nix. Ich hatte dafür weder Kopf, noch Gelegenheit. Und dann im Herbst ist mir so die Decke auf den Kopf gefallen, dass ich mich doch wieder mal in einem Online Dating Portal angemeldet habe. Bis zu einem Date bin ich nicht gekommen, aber ich habe für mich gemerkt, dass es Zeit ist, sich wieder für das andere Geschlecht zu öffnen. Mich wieder als Frau zu fühlen mit allem, was dazu gehört. So ganz weiß ich aber noch nicht, wohin die Reise gehen soll und ich suche auch nicht zwingend jetzt die neue große Liebe. Aber sollte sich etwas ergeben, dann darf das auch so sein. :-)
Mit dem Töchterchen und mir lief es durchwachsen. Wir hatten tolle Phasen mit sehr guten Gesprächen, viel Spaß und gemeinsamen Unternehmungen und wir sind nach wie vor ein prima Team. Aber es gab auch Reibungspunkte, besonders zum Ende hin. Wir merken es beide, wir sind im Abnabelungsprozess, in einer Art Umbruchphase und müssen uns einfach neu sortieren. Ein wenig habe ich auch das Gefühl, sie holt ein wenig Pubertät nach, die durch die Pandemie Pause hatte. Alles in Allem ist sie der tollste Mensch in meinem Leben und wir können uns blind auf den anderen verlassen.
Unsere Sophie ist dieses Jahr sehr alt geworden. Damit müssen wir erstmal klar kommen, sie hat sich sehr verändert in ihrem Verhalten, was es uns nicht einfach macht. Sie mag mittlerweile überhaupt kein Auto fahren mehr, ist extrem stur geworden, schläft sehr viel mehr, hat aber auch sehr unruhige Phasen, möchte den ganzen Tag eigentlich nur fressen, und auch die Ausdauer hat nachgelassen. Große Wanderungen sind einfach nicht mehr drin und sobald die Temperaturen Richtung 20 Grad gehen, bekommt sie Probleme. Trockene Kälte wiederum liebt sie, da blüht sie regelrecht auf und benimmt sich wie ein junger Hund. Gesundheitlich geht es ihr gut, ihre Augen machen etwas Probleme und im Sommer hatte sie eine Phase, in der sie ziemlich rumstolperte, was aber nach dem Urlaub besser wurde und ab Herbst so gut wie gar nicht mehr passiert ist. Sie ist jetzt 13 und das ist ein ordentliches Alter! Ich hoffe, sie bleibt noch ganz lange fit und munter.
Das vorherrschende Gefühl in diesem Jahr? Wie schon letztes Jahr mache ich mir zu viele Sorgen, habe zu viele Ängste, aber das Hauptgefühl, das sich schon relativ früh im Jahr eingestellt und sich bis zum Ende des Jahres erheblich gesteigert hat, ist Frust und Unzufriedenheit. Ich weiß selbst, dass ich eigentlich keinen Grund habe, doch ich kann ja nun mal meine Gefühle nicht wegzaubern. Ich bin unzufrieden mit mir selbst, mit dem Fremdbestimmt sein, dass ich wenig Einfluss habe auf die Dinge, die mich frustrieren und vor allem, dass ich noch eine ganze Weile in der Luft hängen werde. Ich bin im Umbruch, doch der Startschuss ist noch in weiter Ferne. Ich stehe an der Startlinie und warte, ohne zu wissen, wo überhaupt das Ziel ist und vor allem, wie lange der Lauf dauern wird.
Die schönste Zeit des Jahres kann ich diesmal nicht in Monaten oder Wochen festlegen. Meine Highlights waren einzelne Dinge, wie das erste Mal Kino am Anfang des Jahres, meine Begegnungen mit Freundinnen, endlich wieder mal Salsa tanzen zu gehen, der Urlaub, das Radrennen, die Ü30 Party und die Weihnachtsparty, wo ich getanzt habe, als gäbe es kein Morgen und sicherlich Swinging Christmas im Dezember. Aber oft hatte ich das Gefühl, gerade zum Ende hin, ich komme eigentlich nur noch vor die Türe, um unangenehme Dinge erledigen zu müssen.
Eine unglaubliche Entwicklung hat dieses Jahr das Töchterchen durchgemacht. Sie fährt nun Auto, hat einen Job, der ihr riesigen Spaß macht und mit dem sie sich ihre Reisen finanziert. Durch den Job hat sie unglaublich viel gelernt, ist in ihrer Persönlichkeit weitergereift und mittlerweile gar nicht mehr so introvertiert, wie sie mal war. Durch das Praktikum bei den Johannitern weiß sie nun, dass sie unbedingt Medizin studieren will. Sie hat tolle neue Freunde gefunden, Freundschaften gefestigt, andere erneuert und sie hat Nachholbedarf in Sachen Party, Ausgehen, sich Ausprobieren, Leben. Kein Wunder nach den letzten Jahren. Der Druck bezüglich der Schule hat sich nochmal gesteigert, man merkt, dass es auf das Ende zu geht. Gesundheitlich war sie topfit bis auf ihre Magen-Darm-Geschichte, die zum Glück nicht ganz so häufig auftrat, wie letztes Jahr, aber eben immer zu oft. Mittlerweile wissen wir, dass sie definitiv eine Lactose-Unverträglichkeit hat, aber nicht jedes Mal können wir dadurch erklären. Zum Ende des Jahres wird sie sich die eine oder andere Erkältung einfangen, die sie aber gut wegsteckt. Ihre schönsten Erlebnisse waren die Reise mit der Klasse nach Malta und die Tage über Silvester in Paris. Aber auch Berlin, Heidelberg, Mainz, Wiesbaden, Garmisch oder Dahme waren natürlich toll. Sie fand das Jahr definitiv besser als ich.
Ich persönlich bin froh, dass das Jahr fertig hat!
2023
Das Schlimme ist, ich glaube, das neue Jahr wird für mich genauso eine Herausforderung und wahrscheinlich auch nicht leichter als 2022. Es ist eines der Jahre, für die ich null Pläne habe, ich auch gar nichts planen kann, weil ich nicht mal ansatzweise weiß, wie das alles weitergeht. Zuerst einmal ist der große Meilenstein natürlich das Abitur und besonders vor diesen Monaten bis dahin, habe ich enormen Respekt. Schon die letzte Klausurenphase lässt mich ahnen, wie groß der Druck wird und das wird die Stimmung hier sicherlich nicht verbessern. Was danach kommt, steht noch komplett in den Sternen. Das Töchterchen hat einen groben Plan, aber Genaueres weiß sie auch erst, wenn alles hinter ihr liegt. Sehr wahrscheinlich will sie erstmal ein wenig leben nach dem Abi, dazu gehören sicherlich auch Reisen, dann evtl. eine Ausbildung zum Rettungssani machen und nebenher versuchen per Medizinertest einen Studienplatz zu ergattern. Aber, wie, wann und wo, das müssen wir alles abwarten und wird sich finden.
Finanziell wird das Jahr für mich ein enormer Kraftakt, aber auch da ist nichts zu planen oder vorzubereiten, weil vieles einfach noch zu unsicher ist. Also, versuche ich von Monat zu Monat durchzukommen, so gut es geht.
Und dann ist da Sophie, auch bei ihr weiß keiner, wie es ihr im Laufe des Jahres gehen wird. Aber jetzt ist schon klar, dass man sehr viel mehr Rücksicht auf sie nehmen muss und vieles eben nicht mehr möglich ist, was vor allem mich noch weiter einschränken wird. Natürlich gehe ich diesen Weg mit ihr, aber es wird eine Gradwanderung sein, wenn es darum geht, auch Dinge für mich zu tun. Ich hoffe, dass sie weiterhin körperlich altersgemäß fit bleibt. Das würde ich mir für dieses Jahr wünschen.
Einen Urlaub wird es für mich dieses Jahr nicht geben, es ist wohl weder finanziell noch mit Sophie zu vereinbaren. Vielleicht ergibt sich mal ein verlängertes Wochenende, aber dann sicherlich nur spontan. Das ist auch das, was mich am Meisten betrübt, es gibt kein "Wir fahren im Sommer wenigstens ein paar Tage ans Meer" Ziel für mich. Etwas worauf ich hinarbeiten kann, auf das ich mich freuen kann. Aber gut, das ist jetzt so und zum Glück wohne ich hier sehr schön, so dass man auch mal Urlaub zu Hause machen kann.
Sportlich habe ich mir vorgenommen wieder die 200 km zu laufen, zur Strafe hänge ich gleich die verpassten 6 km noch mit dran. Und ich möchte auch meine Workouts regelmäßig machen und natürlich viel spazieren gehen. Was das Laufen betrifft, so wird das dieses Jahr bestimmt noch schwieriger werden, schon rein aus zeitlichen Gründen. Das Töchterchen wird einfach weniger da sein, weniger Zeit haben den Hund zu übernehmen und ich schaffe es eben auch nicht, nach 3 Hunderunden neben der Arbeit, Haushalt und Garten noch joggen zu gehen oder ein Workout zu machen. Aber wenn es gut läuft, ich keine gesundheitlichen Einschränkungen habe, dann ist das alles machbar. Als Tagesschrittziel sind weiterhin 8000 eingestellt, die sind auf alle Fälle zu schaffen!
Was ich für mich festgestellt habe, dass ich mehr ausgehen muss, vor allem Tanzen ist einfach mein Lebenselixier. Es macht mich glücklich, tut mir unglaublich gut und lenkt mich von allem ab. Es ist wirklich das, was mir am Allermeisten gefehlt hat in den letzten Jahren. Und da ich einfach zu wenige Freundinnen habe, die Lust auf sowas haben, muss ich wohl versuchen entweder mich zu überwinden, alleine auszugehen oder eben neue Leute finden. D.h. ich muss irgendwie mein soziales Umfeld erweitern und das dürfen auch gerne männliche Personen sein. ;-) Denn Flirten möchte ich wieder mehr, mal wieder die Frau in mir herausholen und nicht nur Mutti sein.
Wünsche habe ich natürlich auch, aber mein Hauptwunsch ist einfach gesund zu bleiben. Wenn man sich fit fühlt und körperlich keine Einschränkungen hat, dann bekommt man alles andere schon irgendwie hin. Das gilt auch für meine Familie und Freunde und Bekannte!
Weltfrieden wäre toll, auch, dass der Klimawandel irgendwie gebremst werden könnte und dass sich die Menschen auf das zurück besinnen auf was es wirklich ankommt im Leben. Aber ich glaube fast, diese Wünsche sind zu naiv in der heutigen Welt. Und damit wären wir auch schon bei weiteren Gründen, warum ich nicht glaube, dass das Jahr 2023 besser wird. Es läuft zu viel sehr falsch auf diesem Planeten und je mehr man sich damit beschäftigt, um so mehr macht das Angst, vor allem, weil man kaum selbst etwas tun kann! Man kann nur versuchen in seiner eigenen kleinen Blase das Beste daraus zu machen, es im Rahmen seiner Möglichkeiten nachhaltiger zu gestalten und sich auf das zu konzentrieren, was wichtig ist. Und sich mit Menschen zu umgeben, die ähnlich ticken und die einem gut tun!
Mein Motto für dieses Jahr? Durchhalten, aushalten und versuchen für mich herauszufinden, wie ich meinen weiteren Lebensweg gestalten möchte!
In diesem Sinne "Auf ein Neues"!





c.jpg)
2 Kommentare:
Ich wünsche Ihnen und Ihrer Tochter für 2023 alles Gute
und dass Ihre Wünsche und Hoffnungen erfüllt werden.
Es ist nicht leicht, packen wir es an... ;-)
LG Ulla S.
Liebe Ulla, ich danke für die Wünsche und wünsche natürlich das Gleiche zurück. Leider beginnt das Jahr schon doof. Die ersten 4 Tage hätte man auch gleich noch im alten Jahr lassen können, bis auf ein Erlebnis vom Töchterchen. Es geht halt irgendwie so weiter. Schauen wir mal, was noch alles so kommt. Bis dahin....durchhalten! :-)
Kommentar veröffentlichen