Montag, 1. Januar 2024

Auf ein Wort!

 Tja, dann wollen wir mal abrechnen mit dem alten Jahr!

2023

Mir war ja klar, dass 2023 alles oder nichts sein kann! Es gab einfach zu viele Dinge auf die ich keinen Einfluss haben werde. Ich hing eigentlich von Beginn an in der Luft, Pläne zu machen war nicht möglich, ich musste einfach abwarten, was passiert und darauf reagieren. Ich hatte also wenig Erwartung, aber schon Hoffnung, dass sich nach dem langsamen Ausschleichen der Pandemie vieles verbessern würde. Doch es kam anders!

"Durchhalten und Aushalten" war ein Teil meines Mottos für 2023! Wie sehr ich in diesen Dingen gefordert wurde, war aber auch für mich nicht absehbar.

Rückblickend gesehen war es das schlimmste Jahr seit dem ich das hier mache und zwar in allen Bereichen. Körperlich, psychisch, finanziell und auch im zwischenmenschlichen Bereich. 

Ich startete schon unschön ins Neue Jahr und bis Ende April sollte es nicht wirklich besser werden. Der schönste Monat war mit Abstand der Mai, dann kam die ganz üble Zeit von Juni bis November. Ende November bis Mitte Dezember sah es aus, als würde ich noch ein wenig Entschädigung bekommen, aber es kippte leider wieder zurück ins alte Muster. 

Und das ist ja erstmal nur die private Bilanz, wenn ich hier jetzt noch das Weltgeschehen mit Krieg, Inflation, Politik, Spaltung der Gesellschaft und Klimawandel berücksichtige, dann wird es richtig bitter. Am Meisten Angst macht mir die gesellschaftliche Spaltung, deswegen habe ich mich auch aus fast allen sozialen Netzwerken herausgehalten. Ich konsumiere Nachrichten nur noch ganz selektiv und gezielt, anders ertrage ich das nicht mehr. Und ich versuche es nicht zu sehr an mich ranzulassen. Klappt natürlich nicht immer. Wir steuern auf etwas zu, dass nicht in unserem Sinne sein kann und darf. Wacht endlich mal alle auf! Zum Glück hält meine kleine Blase um mich herum noch, die meisten Menschen in meinem Umfeld ticken ähnlich wie ich, das hilft etwas. 

Gesundheitlich lief dieses Jahr überhaupt nicht gut. Anfangs kämpfte ich noch mit der Erkältung, dann durfte ich mal die Notaufnahme besuchen mit der Glaskörper-Abhebung. Die Zahnarzttermine waren auch nicht wirklich lustig, aber dann ging es bergauf. Ende Mai war ich topfit körperlich und guter Dinge! Und dann kam die Sache mit den Schulterschmerzen, die mich 6 Monate beschäftigen sollte und auch wenn ich schmerz- und kribbelfrei das Jahr beendet habe, ich merke immer noch den Unterschied. Am Ende des Jahres bin ich so unfit wie lange nicht mehr. Dazu kommen neue Beschwerden, die ich noch nicht einordnen kann. Vielleicht zünden die Wechseljahre, die mich in dem Jahr ja bis dato glücklicherweise verschont haben, eine neue Stufe, oder irgendwelche Viren kämpfen unterschwellig in mir. Es könnte aber auch sein, dass mich dieses Jahr so geschafft hat, dass mein Körper einfach jetzt darauf reagiert - psychosomatisch. Mein vegetatives Nervensystem ist ja eh aus dem Takt geraten, vielleicht liegt es auch daran. Oder eine Mischung aus allem. Ich werde es beobachten! Auf alle Fälle war ich in diesem Jahr mehr beim Arzt als die gesamten letzten Jahre. 6x6 Physio liegen hinter mir und ich habe das erste Mal Akupunktur bekommen. Ich hatte kein Corona wissentlich und war auch nicht mehr erkältet in dem Jahr. Immerhin etwas!

Psychisch hat das Jahr natürlich etwas mit mir gemacht. Wenn man 6 Monate Schmerzen hat, 3 Monate davon 24/7, so dass man nicht mal mehr schlafen kann, dann verändert dich das. Ich war so frustriert, resigniert, erschöpft, wütend und überhaupt nicht mehr gesellschaftsfähig. Am Erschreckensten fand ich meine Aggressionen, die mich phasenweise überfallen haben. Die ich kaum kontrollieren konnte. Am Ende des Jahre spüre ich die Nachwehen immer noch deutlich. Ich habe mehr Ängste als eh schon, höre sehr in mich rein, mache mir zu viele Sorgen und bin oft angespannt. Es fällt mir immer noch schwer soziale Kontakte zu pflegen oder mich zum Ausgehen zu motivieren. Und habe viel zu oft das Bedürfnis alleine zu sein. Ich bin weniger verständnisvoll zu anderen Menschen und ertrage es kaum noch, wenn ich seelischen Mülleimer spielen soll. Dadurch haben natürlich auch einige Freundschaften gelitten. 

Beruflich war das Jahr geteilt. Anfangs war noch etwas stressig, aber ab der Mitte langweilten wir uns fast nur noch. Der Personalmangel macht es fast unmöglich aufwendige Studien nebenher zu machen. Und ich sags wie es ist, mir liegt es mehr, wenn es stressiger ist. Ausserdem macht mir das zusätzliche Sorgen, denn irgendwann will bzw. muss ich meine Stelle aufstocken. Und wenn das so bleibt, wird das natürlich schwierig. Dazu passt auch das Thema Finanzen. Finanziell war das Jahr extrem schwierig. Natürlich hatte ich das vor Jahren schon mit berücksichtigt, die Phase, wo der Hund evtl. noch da ist, das Töchterchen den Unterhalt für sich beansprucht und ich mit dem Halbtagsgehalt alle Kosten bestreiten muss. Nur damals habe ich natürlich nicht mit der Inflation gerechnet. Dank meines Arbeitgebers, der alle Inflationszulagen und den Energiezuschlag gezahlt hat,sowie meiner Sparsamkeit in den letzten Jahren, bin ich aber dennoch ganz gut durchgekommen und musste nicht zu oft an die Reserven. Und das Fahrrad habe ich mir auch gönnen können. Urlaub gab es dieses Jahr ja eh nicht.

Sportlich lief es von "himmelhochjauchzend" bis "zu Tode" betrübt. Durch die Challenge und das viele Joggen in den ersten 5 Monaten war ich so fit wie schon lange nicht mehr. Ich bin sogar wieder 10 km aus dem Stand gelaufen, auf einmal waren sie halt da. Ab Juni ging dann nix mehr und auch am Ende des Jahres bin ich immer noch sehr unfit, obwohl ich wieder mehr gemacht habe. Immerhin, und darauf bin ich echt stolz, habe ich dann doch noch 150 km geschafft. Ausserdem war ich in diesem Jahr mal schwimmen und 2x kurz Radfahren. Dinge, die ich schon lange nicht mehr gemacht habe. Gewandert bin ich gar nicht, das ging zeitlich auch gar nicht wegen Sophie. Und insgesamt bin ich sehr viel weniger Schritte gegangen wie die Jahre zuvor, was wohl auch daran liegt, dass die Hunderunden mit Sophie sehr viel kürzer und langsamer geworden sind. Das wirkt sich zunehmend auch auf meinen Fitness-Stand aus. Ich bin laut Vo2-Max um ca. 7 Jahre gealtert!

Hier meine Bilanz von diesem Jahr:






Männertechnisch sah es düster aus! Ich habe exakt einen Mann kennengelernt als ich im Mai bei der Ü30 Party war, wir haben uns noch einmal getroffen, ein paar Mal geschrieben und dann stellte sich schnell raus, es ist ein Fail! Somit hält mein Single Dasein und der ungeküsste Zustand weiterhin an. Aber ehrlich, ich hatte echt andere Sorgen!

Mit dem Töchterchen und mir war es schwierig, ich kann es eigentlich kurz machen, ich bin nicht einverstanden mit dieser Art von WG Zusammenleben, aber bisher half rein gar nichts, um das Kind zur Einsicht zu bringen. Ich habe es quasi aufgegeben. Wir haben wenig zusammen unternommen, uns phasenweise kaum gesehen und nicht ein einziges Fotoshooting gemacht. Gute Gespräche hatten wir aber immer noch sehr viele. Sie befindet sich im radikalen Ablöse-Prozess, vergisst aber dabei, dass ich den Löwenanteil ihres Alltagmists auffange. Ich befürchte, dass wir uns erst wieder annähern, wenn sie wirklich auszieht. Eine Freundin von mir sagte, dass es wahrscheinlich so blöd laufen muss, damit wir Eltern es leichter schaffen, loszulassen. Also, bei mir hätte das auch anders funktioniert! ;-)

Sophie war mein besonderes Sorgenkind dieses Jahr. Bis zur dieser Durchfallphase ging es ja noch, aber währenddessen und danach hat sie stark abgebaut. Mir macht vor allem die charakterliche Veränderung zu schaffen, sie ist so gar nicht mehr der Hund, den ich damals aus dem Tierheim geholt habe und der uns durch so viele Lebensphasen begleitet hat. Ich versuche ihr und diesen Veränderungen irgendwie gerecht zu werden, muss aber gestehen, dass ich damit gerade in meiner Schmerzphase Mühe hatte. Mittlerweile hat es sich eingespielt und ich versuche die Zeit, die uns bleibt, mit ihr zu genießen. Körperlich ist sie altersgerecht noch fit. Sie hört und sieht noch und ab und zu sprintet sie auch nochmal über die Wiese. Zwischendrin dachte ich aber, wir schaffen Weihnachten nicht mehr. Das nächste Ziel ist dann Ostern! Schauen wir mal!

Das vorherrschende Gefühl in diesem Jahr? Schmerzen! Und dass das Leben ohne mich stattfindet! Mehr ist dazu eigentlich nicht mehr zu sagen. Dieses Jahr hat mir nicht gut getan!

Die schönste Zeit des Jahren war der Mai, Ende November bis Mitte Dezember, den Rest werde ich in keiner guten Erinnerung behalten. Meine Highlights war einmal die Sportchallenge im Februar, für die manch einer kein Verständnis hatte. Von "Warum tust du dir das an?" bis "such dir lieber mal einen Kerl" musste ich mir einiges anhören und natürlich war auch die Challenge schuld an der Schultermisere. Nur wenige haben verstanden, wie gut mir diese Challenge getan hat, wie viel Spaß sie machte und welchen positiven Einfluss sportliche Herausforderungen auf mich haben. 

Dann natürlich das Abitur des Töchterchens! Ein besonderer Meilenstein und ein erfolgreicher noch dazu. Auch die Feierlichkeiten drumherum waren wunderschön, Momente, an die ich gerne zurückdenken werde. 

Ansonsten kann ich noch aufzählen, mein tolles Fahrrad, das dann aber leider nur rumstehen durfte, die wenigen Male tanzen gehen, die beiden Konzerte im Dezember und die Gespräche mit meinem Physio. Und dass mein Auto so locker durch den TüV kam. :-) Das größte Geschenk dieses Jahr, ich durfte schmerz- und kribbelfrei ins Neue Jahr starten.

Natürlich habe ich auch das Töchterchen gefragt, wie sie ihr Jahr empfand! Sie fand es großartig! Das beste Jahr überhaupt. Vor allem die Zeit bis zum Abi und kurz danach, der Urlaubstrip nach Italien, sowie der Grundlehrgang zum Rettungssani, waren die tollsten Momente bzw. die "geilste" Zeit. Sie war viel unterwegs von Paris, London, Hamburg, Darmstadt, Mainz, Italien bis nach Griechenland. Sie hat so viele neue Leute kennengelernt, aber leider sind auch Freundschaften zerbrochen. Ihr Abitur lief noch einen Ticken besser als gedacht, nur die Tatsache, dass es schwer ist einen Medizinstudienplatz zu bekommen, belastet sie schon. Aber sie tut alles dafür und vielleicht klappt es ja dann doch schneller als gedacht. Ich würde es ihr wünschen. 

Während sie traurig ist, dass das Jahr rum ist, mache ich einen fetten Haken dran!

2024

Ich wünsche mir einfach nur dass es besser wird als 2023! Mehr kann ich dazu eigentlich gar nicht schreiben. Im Prinzip hat sich meine Ausgangsposition nicht verändert. Ich hänge weiter in der Luft, kann keine Pläne machen und muss einfach abwarten, wie manche Dinge sich entwickeln. 

Niemand kann mir ja sagen, wie es mit Sophie weitergeht, wie lange meine finanzielle Durststrecke anhält, wann das Töchterchen einen Studienplatz bekommt und wann und vor allem wohin sie auszieht. 

Ich kann eigentlich nur weiter an mir arbeiten, mich aus dem Sumpf ziehen, raus aus meiner Komfortzone, mich körperlich soweit möglich auf Kurs bringen und vor allem wieder mehr soziale Kontakte pflegen. 

Natürlich habe ich mir auch ein paar Ziele gesteckt. Zumindest sportliche! Ich peile erneut 200 km Joggen an, zusätzlich muss das Fahrrad ja endlich mal zum Einsatz kommen und vielleicht schaffe ich es auch ab und an mal ins Schwimmbad. Ob es eine neue Challenge geben wird, weiß ich noch nicht, wenn dann erst im Februar oder März, falls ich überhaupt Mitstreiter finde. 

Also 2024, ich gebe dir eine ehrliche Chance und versuche dir gegenüber positiv zu bleiben. Ich hatte auch extra die rote Unterwäsche an, damit meine Wünsche in Erfüllung gehen. *lach* Also, zeig was du drauf hast.

Mein Hauptwunsch ist aber Gesundheit für mich und meine Lieben. Wie sehr es einen einschränkt und die Lebensqualität leidet, wenn man nicht fit ist oder Schmerzen hat, habe ich ja sehr deutlich vor Augen geführt bekommen. 

Ansonsten könnte es in Sachen Weltfrieden, dem Umgang miteinander und dem Klimawandel mal wieder in die richtige Richtung gehen. Wobei ich da tatsächlich nicht viel Hoffnung habe. Im Gegenteil, ich gehe davon aus, dass es dieses Jahr noch schlimmer wird. Es läuft einfach zu viel falsch!

Mein Motto für das Neue Jahr? 

"Schauen was passiert und das Beste draus machen"

In diesem Sinne "Auf ein Neues"!


Euch allen ein frohes neues Jahr!

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