Samstag, 24. Februar 2024

Und weiter gehts!

Gestern konnten wir dann feststellen, wie "toll" digitale, hochkomplizierte Portale und wie sehr man auf das Ganze vertrauen darf - NICHT! Oder soll man sagen "wie viel Pech kann man haben mit seiner Bewerbung auf Hochschulstart"? 

Also, wir hatten uns ja schon gewundert, dass sie noch keine Zulassungsangebote in Pharmazie hatte und dank der Frau meines Vaters erfuhren wir, dass Hochschulstart keine Unterlagen von Töchterchen übermittelt bekam. Sprich -  es gibt keine Bewerbung in Marburg. Warum, konnte da natürlich auch keiner sagen. Das Tragische daran ist, es gibt noch so viele freie Plätze, das sie dieses Jahr noch ein Losverfahren dranhängen. Noch tragischer ist, dass nach zwei Telefonaten klar war, die Bewerbung für das Sommersemester ist futsch. Man kann da rein gar nichts mehr machen. Und direkt bewerben bei der Uni geht halt heutzutage bei NC-Fächern nicht mehr. Ich könnte schreien und Tochter noch viel mehr.

Woran lags? Ja, gute Frage! Am 9.12. hat sie sich online beworben, das bestätigt auch das Portal. Ihre Bewerbung hat am 28.12 den Status "eingegangen". Das kann ich auch belegen, weil ich davon einen Screenshot habe, den ich für die Familienkasse brauchte. Nach er digitalen Bewerbung muss man einen Zulassungsantrag ausdrucken, unterschreiben und postialisch zu Hochschulstat schicken. Das hat sie Mitte Dezember irgendwann gemacht. Da das bei ihrer ersten Bewerbung auch alles ohne Probleme ablief, hat sie das diesmal wieder nicht als Einschreiben gemacht. Laut der Aussage vom Töchterchen stand auch ihre Bewerbung dann irgendwann auf "gültig". Einen anderen Nachweis, ob die Unterlagen eingetroffen sind, bekommt man nicht. Es gibt keine wirkliche Eingangsbestätigung, sondern man kann sich nur auf die verschiedenen Statusangaben im Portal verlassen. Leider, leider gibt es davon keinen Screenshot. Noch vor ein paar Tagen stand anscheinend "gültig". Aber Hochschulstart sagt, die Unterlagen wären bei ihnen nie angekommen, deswegen könne da nicht gültig gestanden haben. Es gab aber auch sonst keine Benachrichtigung, das was fehlt. Ist wohl nicht vorgesehen, ausser es fehlt das Abizeugnis oder andere Unterlagen, dann erkennt man das auch an dem Status. Das war aber nie der Fall. Somit hat sie sich offiziell also gar nicht beworben. Nun steht ja Aussage gegen Aussage und Hochschulstart sitzt am längeren Hebel. Schon alleine, dass die Post nicht angekommen ist, finde ich mehr als merkwürdig, aber bedeutet für die Zukunft an diesen Verein alles nur noch mit Einschreiben! Das Schlimme daran ist, dass sie deswegen ja nicht mal mehr ins Nachrückverfahren kommt, denn dazu hätte sie bis zur Frist im Januar diesen Wisch hinschicken müssen. Zeit wäre gewesen, nur wir haben ja nicht gewusst, dass nix eingegangen ist. Im Übrigen habe ich herausgefunden, das eben nicht immer der Status auf gültig switcht, wenn die Unterlagen da sind. Es gibt ganz viele Fälle, da bleibt der Status bis kurz vor der Koordinierungsphase auf "eingegangen", kommt anscheinend auf die Uni an, wohin die Bewerbung geht. Wie also erfährt man, dass da auf dem Postweg was schiefgegangen ist. Tja, Sommersemester Ade! Weder bei Pharmazie, noch bei Medizin, ist sie nun im Rennen, wobei die Chancen bei Letzterem eh bei Null lagen. 

Ich habe nach langer Diskussion mit Hochschulstart noch eine Email mit dem Sachverhalt geschickt, aber wenn wir nicht beweisen können, dass da "gültig" stand, wird das nix. 

Immerhin konnte sie sich noch in Marburg fürs Losverfahren direkt bei der Uni bewerben. Frankfurt hat das Losverfahren noch nicht nicht eröffnet. Aber und nun kommt das 2. Drama daran, ich brauche die Absagen für die Familienkasse. Und die bekommen wir ja nicht! Beim Losverfahren gibt es das nicht. Das ist sehr, sehr bitter und wir brauchten Plan B! Das Problem ist, fast alle Naturwissenschaftlichen Studiengänge werden nur ab Wintersemester angeboten. Wir haben uns also gestern mit nichts anderem beschäftigt als mit dieser Problemlösung. Irgendwann hat das Töchterchen in Mainz einen Bachelor of Science Studiengang gefunden, der zulassungsfrei ist und bei dem die Bewerbungsfrist erst am 1. 3. endet. Zum Glück ging dort eine Online Bewerbung und erstmal muss sie da auch nichts postialisch hinschicken. Zusätzlich wird sie sich noch bei den 2-3 Unis, die Medizinplätze verlosen, anmelden. Sehr unwahrscheinlich, dass sie da Erfolg hat, aber das ist halt jetzt Schadensbegrenzung.

Zeit den Schock zu verdauen haben wir aber nicht. Jetzt hoffen wir, dass die Uni Mainz noch vor dem HamNat die Zulassung schickt und das Töchterchen vor ihrem Urlaub die Unterlagen für die Immatrikulatur hinschicken kann. Heißt, wir müssen heute nochmal Brainstorming machen, welche Unterlagen sie sich besorgen muss, bevor sie nach Spanien fliegt, damit ich das im Notfall hinschicken kann - per Einschreiben natürlich. ;-)  Wahrscheinlich brauchen wir auch noch eine beglaubigte Kopie des Zeugnisses und ein gültiges Passfoto für den Studentenausweis. 

Das Nächste war dann, wie wirkt sich das Ganze überhaupt auf den Bafög Antrag aus, wenn sie, weil sie noch keine Chance auf das Wunschstudium hat und deswegen erstmal etwas anderes studiert. Tja, ich sags euch....ich habe 2 Stunden mindestens recherchiert. Teilweise sind das komplett veraltete Seiten und überall steht das gleiche Wischiwaschi im Bürokratendeutsch für das man erstmal ein Studium machen müsste. Ich habe dann irgendwann etwas gefunden, dass wenn man nachweisen kann, dass sie eine Alternative studiert hat, die sie im Falle auch zu Ende studieren würde, wenn es nie mit Medizin klappt und sie beweisen kann, dass sie sich weiterhin um Medizin beworben hat, dann gibt es keine Probleme - vorausgesetzt man wechselt vor dem 4. Semester. Aber ob das aktuell gültig ist oder nicht, weiß man nicht. Beraten lassen sollte man sich vorher nicht, denn auch das kann nachher anders ausgelegt werden und der Anspruch nach dem Wechsel verfällt oder wird verkürzt. Mir schwirrt der Kopf. 

Das Einzige wirklich Gute an der ganzen Sache, sie hat jetzt einen Studiengang gefunden, der einen Grundstein legt für ihre Alternative, falls es wirklich nie klappt mit Medizin. Auf den Bachelor of Science kann sie einen Master für Molekulare Medizin oder Neurologie Wissenschaften draufpacken. Für mich eh sinnvoller als erstmal Pharmazie zu machen. Biomedizinische Chemie, so heißt das in Mainz, hat auch einen erheblichen Pharmazie Anteil, von daher ist es ja nicht so weit weg von Pharmazie.

Jetzt also bitte Daumen drücken, dass das alles doch noch irgendwie gut über die Runden geht. Aber meine Nerven brauchen sowas bitte nicht mehr. Ich wäre auch entspannter, wenn unsere finanziellen Mittel nicht an tausend Sachen hängen würden und ich wie auf Eiern gehe, um nicht irgendeinen unwissentlichen Fehler mache, bei dem wir irgendeinen Anspruch verlieren. 

Mainz ist fürs Töchterchen okay, sie hatte sich ja eh auch dort für Pharmazie beworben. Und im Notfall hat sie dort auch einen Unterschlupf, den sie für den Abschlusslehrgang Rettungsani schon nutzen darf. Denn Wohnungssuche in Mainz wird auch nicht lustig!

Ich sags euch, das kostet mich die letzten blonden Haare, am Ende der Studienplatzsuche werde ich grau wie eine Maus sein. Und um Jahre gealtert.

Im Juli geht dann das ganze Bewerbungsdrama über Hochschulstart erneut los fürs Wintersemester. Ich freu mich schon - nicht.

Das Töchterchen hat sich dann gestern mit Ausgehen abgelenkt. Ich saß hier und spielte Gedankenkarussell. Dementsprechend k.o. bin ich heute. Dabei wollte ich doch joggen. *grmpf* 

Rechtschreibfehler dürft ihr heute behalten. Ich mag nicht nochmal Korrekturlesen. ;-)

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ohje, ich kann mir gut vorstellen wie es in Ihnen aussieht. Das braucht kein Mensch.
Diese sorgenvolle Gedanken gehen mit einem schlafen und fangen sofort beim aufwachen wieder an. Grmpf. Es ist schon bedenklich wenn man heutzutage alles screenschotten und überwachen muss ob das Schriftstück auch angekommen ist. Aber glauben Sie nicht, dass es ankommt obwohl man es mit Einschreiben schickt. Ich spreche aus Erfahrung. Wichtige Rentensachen meines Mannes mit Einschreiben verschickt. Nach drei Wochen immer noch keine Antwort bekommen. Sendungsverfolgung angeschaut. Fazit: Das lag im Verteilungszentrum der Post. Ich glaube das liegt heute noch dort. Alles wieder verschickt, diesmal ohne Einschreiben und alles ist zügig angekommen.
Letztens hatte ich eine Versichserungspolice mit "Einschreiben mit Rückschein"
verschickt. Auf den Rückschein warte ich heute noch. Zum Glück konnte ich telefonisch bei der Versicherung alles klären. Es war dort eingetroffen.
Ich wünsche Ihnen und Ihrer Tochter dass endlich mal was klappt und alles in die richtigen Bahnen läuft. Sie hätten es verdient. Aber so ist manchmal das Leben.
Ein langer Zeitraum nur mit Sorgen. Kopf hoch, man weiss nie für was all diese Umwege gut sind.
Liebe Grüße
Ulla S.

hat gesagt…

Liebe Ulla,
ist mir schon klar, dass auch ein Einschreiben keine 100% Sicherheit ist, aber so kann man wenigstens schauen, ob es irgendwo hängen bleibt und man kann beweisen, dass man es losgeschickt hat. Aber natürlich wird sie das nächste Mal, dann im Juli, nach 2 Wochen bei Hochschulstart anrufen und sich erkundigen, ob alles da ist. Und jeden Status im Portal mit Screenshots festhalten. Eine weitere Möglichkeit ist wohl eine frankierte und adressierte Postkarte in den Brief reinzustecken. Hochschulstart stempelt alles ab mit Eingangsstempel und die Postkarte kommt automatisch wieder in die Post. Aber laut meinen Recherchen geht bei dem Portal immer mal was schief. Ein Jahr gab es Probleme mit dem Nachreichen der TMS Test Ergebnisse. Man musste wohl nochmal extra auf speichern drücken, was allerdings nicht so 100% deutlich hervorgehoben wurde und so wurden einige Testergebnisse nicht berücksichtigt. Das ist richtig bitter, wenn man über die Abinote nicht reinkommt. Wie gesagt, das nächste Mal sichert sie sich dreifach ab, denn dann zählt es ja richtig. Diesmal hätte sie zumindest bei Medizin eh keine Chance gehabt. Danke für ihre Worte, es ist wirklich zermürbend! LG Andrea