Der Umzug ist nun bis auf die Hochsommerklamotten vollzogen. Ich stand vorgestern dann noch richtig unter Strom, weil zwar der Reifendruck okay war, aber ich beim Messen einen Patzer im Reifen entdeckt habe und nicht wusste, ob ich den entsorgen kann oder das harmlos ist. Ich musste dann noch bis 18 Uhr auf die Entwarnung vom Schraubernachbarn warten, der sich das angesehen hat. Harmlos meinte er! Erst dann konnte ich das Auto packen, aber zum Glück ging alles rein, nur eine Vollbremsung sollte ich nicht unbedingt machen. ;-)
Das Nächste war noch am gleichen Abend, dass Sophie beim Versuch, sie in der Dämmerung nochmal in den Garten zu lassen, einfach die Einfahrt runter spaziert ist und als ich sie rief, richtig Gas gab. Ich kam mit meinen Gartenschuhen, die auf nass extrem rutschig sind auch nicht schnell genug hinterher und unten hörte ich schon ein Auto. *kreisch* Sophie lief auf der Straße Richtung Wiese und das Auto, in dem der Schraubernachbar saß, wendete und kam ihr entgegen. Zum Glück ging alles gut. R. sah Sophie rechtzeitig, die wurde so vom Scheinwerfer geblendet, dass sie total verwirrt und panisch vorm Auto stand. Erst als ich sie hochnahm - sie hatte ja weder Geschirr noch Leine dran - und ein Stück zur Einfahrt trug, wusste sie wieder, wohin es geht. Oh man! Das machte mir natürlich noch zusätzlich Sorge, wie das mit der Fremdbetreuung klappen soll, wenn ich in Mainz bin. Sorgen über Sorgen!
Ich schlief natürlich grottenschlecht, aber wachte einigermaßen ausgeruht aus. Sophie tat mir den Gefallen, auf der Morgenrunde alles zu machen, was nötig war und ich gab meinem Papa noch per Whatsapp Vorsichtsmaßnahmen mit auf den Weg. Es ist wirklich schwieriger als einen Säugling in die Betreuung zu geben, der rennt wenigstens nicht weg.
Aber dann passierte das nächste, auf dem Sprung hoch aufs Sofa, rutschte sie ab und hing mit ihrer einen Kralle in der grobgestrickten Decke fest. Echt jetzt? Wenn das passiert wäre, während ich auf der Arbeit bin - ich darf gar nicht dran denken. Erfuhr aber von anderen Hundebesitzern, die ihren alten Hund im letzten Jahr öfters in echt blöden Situationen gefunden hatten, wenn sie vom Arbeiten nach Hause kamen. Einmal steckte er unterm Sofa fest. Ich tauschte die Decke aus und fuhr langsam los nach Mainz.
Die Autofahrt klappte prima, ich kam gut durch und ich war mal wieder erstaunt, wie toll sich das Auto fahren lässt. Trotz schwerer Beladung. Blöderweise fand ich keinen Parkplatz vorm Wohnheim und musste mich ins Halteverbot zum Bringen und Holen der Schule stellen, aber ging halt nun nicht anders. Das Töchterchen kam runter und wir brachten die Sachen in ihr Zimmer.
Wir stellten den Schrank um, was uns einige Nerven kostete, weil da zwei Latten drunter lagen. Später wussten wir dann auch, warum die da lagen. Ohne die, blieben die Türen am Boden hängen. *lach* Also mussten wir sie wieder drunter schieben, was uns nochmal Nerven kostete. Ausräumen wollte das Kind in Ruhe alleine machen und weil ich im Halteverbot stand, fuhren wir zum Rewe auf der anderen Straßenseite. Da durfte ich aber auch nur 1 1/2 h stehen. Somit entschieden wir, dort beim Bäcker einen Kaffee zu trinken, dann zurück zu laufen und dass ich die Heimreise früher als gedacht antrete. Im Wohnheim tranken wir noch ein alkoholfreies Getränk auf den neuen Lebensabschnitt und dann brachte sie mich zum Auto. Und ich habe keine Ahnung, wann ich meine Tochter, von der ich nie länger als max. 2 Wochen getrennt war, nun wiedersehe. Ich sags wie es ist, es ist ein schreckliches Gefüh! Niemals hätte ich gedacht, dass es sooo schlimm wird!
Die Fahrt nach Hause war wieder unspektakulär, in ca. 1.20 h war ich zu Hause. Dort wartete der Hundesitter ja auf mich und wir tranken erstmal einen Kaffee und quatschten.
Die Wohnung kommt mir so unfassbar zu groß vor, die ganzen Streitereien um Ordnung und Mithilfe im Haushalt sind komplett aus meinem Hirn getilgt. Dafür kommen millionen Erinnerungen hoch, die mir das Herz abschnüren, weil all das nun in der Vergangenheit liegt. Ich hatte mich so gefreut, die Verantwortung abzulegen und ich war ja auch vorbereitet. Sie war ja wenig zu Hause im letzten Jahr. Aber das ändert einfach nichts an der Tatsache, dass ich sie verdammt vermissen werde. Aber natürlich freue ich mich für sie und bin mega stolz! Und sehr dankbar, dass wir so eine tolle Zeit zusammen hatten.
Ich muss mich erstmal sortieren, wieder auf die Spur bekommen und ich hoffe, es wird leichter, wenn hier endlich mal besseres Wetter wird.
Und, ich habe wirklich schon Schlimmeres erlebt. Sie ist ja nicht weg, sie wird ab und an mal nach Hause kommen und sie bleibt meine Tochter. Der wichtigste Mensch in meinem Leben! :-)
So, genug rumgeheult! Heute ist ein normaler Freitag mit Einkaufen, Bude sauber machen und den alten Hund versorgen.
Das Wochenende soll ja schön werden, vielleicht grille ich an, auf alle Fälle werde ich im Garten werkeln, das wirkt ja eh immer wie Therapie. Ich werde im Tochterzimmer weiterräumen und säubern, viel Wäsche waschen - alte Winterjacken und Decken und und und! Wahrscheinlich reicht die Zeit eh nicht für alles. Und Montag muss ich wieder arbeiten.
Also dann, auf einen weiteren neuen Lebensabschnitt! Ich berichte, wie es mir weiter ergeht!
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