Mittwoch, 3. April 2024

Empty Nest

Nun ist er da, der Moment, in dem das eigene Kind seine eigenen Wege geht. Das ist der normale Lauf der Dinge und es ist gut so, wie es ist. Das letzte 1 1/2 Jahr war schwierig hier zusammen, ein krasser Gegensatz zu den 11 Jahren zuvor in unserer Dreierkonstellation. Somit kommt die räumliche Trennung für uns genau richtig, aber ich knabber doch mehr dran als ich dachte. Es ist so eine Art Wehmut und Traurigkeit darüber, dass nun wieder ein Lebensabschnitt vorbei ist. Ich war es zwar die letzten 2 Jahre gewohnt viel alleine mit Sophie zu sein, aber nun ist es halt kein Urlaub, nach dem sie wieder nach Hause kommt. Nein, jetzt ist sie ausgeflogen und geht wirklich ihren Weg! 

Ich werde die langen und vielen Gespräche vermissen, die Spaziergänge, das Herumalbern, das wilde Tanzen im Wohnzimmer, das gemeinsame Schauen von Serien, das Zocken auf der Wii, unsere Rituale und die Diskussionen über Gott und die Welt. Natürlich war das schon die letzten Monate deutlich reduziert und aufgrund der ewigen Streitereien über die unterschiedliche Auffassung, wie hier ein vernünftiges Miteinander und die Arbeitsaufteilung aussehen sollte, ging auch oftmals der Spaßfaktor unter. Sicherlich werden wir hoffentlich auch in Zukunft ein gutes Verhältnis, Gespräche und Spaß miteinander haben, aber es wird halt auf einer anderen Ebene sein. Und Mainz ist ja nun auch keine Weltreise entfernt. ;-)

Wir waren eng, besonders in den Jahren der Pandemie. Sehr eng! Vielleicht manchmal zu eng! Und ich bin gespannt darauf, wie sich das nun entwickelt. Sie wird auf alle Fälle der wichtigste Mensch in meinem Leben bleiben. Aber das ist wohl normal im Leben einer Mutter. ;-)

Und ich wünsche ihr alles Glück dieser Welt! Ausserdem bin ich sehr dankbar für diese wundervolle Zeit, die wir trotz aller Schwierigkeiten gemeinsam haben durften. 

Nun hocke ich mit dem alten Hund hier in einer plötzlich zu großen Wohnung - zumindest kommt mir das so vor. Und obwohl ich ein Mensch bin, der gerne alleine ist und sich selten einsam fühlt, hatte ich gestern kurz mal einen Anflug von "Ach du Sch..., jetzt bin ich für den Rest meines Lebens immer alleine!" *lach* Sicherlich auch geschuldet darin, dass ich wenig machen kann, was nicht in der Wohnung und im Garten stattfindet wegen Sophie. Ich kann also meine gewonnene Freiheit nicht wirklich nutzen. Aber die Vorstellung hier dann auch noch ohne Sophie zu hocken, ist auch nicht schön, so anstrengend wie das momentan mit ihr ist.

Aber ich bekomme das schon hin und Wehmut und Traurigkeit darf auch sein. Das lasse ich zu!

12 Jahre, 10 Jahre hier in der Wohnung! Wir drei! Eine besondere Zeit mit allen Höhen und Tiefen!













Dieses Jahr gibt es noch kein Selfie von uns. Vielleicht kann ich sie morgen mal überreden, wenn ich ihr das Geraffel runter fahre. :-)

Aber ich hoffe natürlich auf noch ganz viele Selfies in den nächsten Jahren, vielleicht sogar nochmal in gemeinsamen Urlauben. 

Also auf einen Neuanfang für uns alle! :-)

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