...nachdem ich den Post fertig gestellt habe und mich für den Stadtbummel fertig wollte, kam der nächste Hammer oben drauf. Obwohl ich weder zecken-affin bin, mittlerweile schon alles zig Mal absuche - und mit absuchen meine ich: Hund nach jedem Spaziergang und immer zwischendurch, alle Liegedecken vom Hund, meine Kleidung, mich und zwar überall wo ich hinsehen kann - musste ich mit Schrecken feststellen, dass mich so ein Drecksvieh am Bauch erwischt hat. Es ist zum Heulen! Natürlich bin ich nicht FSME geimpft, weil ich ja nie Zecken habe, obwohl Sophie schon immer der reinste Zeckenfänger war, und gegen Borreliose kann man eh nix machen, ausser schnell sein. Sie kann noch nicht lange zugestochen haben, weil ich mich ja morgens auch schon absuche und ich gehe mal davon aus, dass sie im T-Shirt hing, das ich an dem Morgen gerade mal 2 h an hatte. Ich hab sie natürlich entfernt, was super ging, sie aufgehoben, Stelle markiert und das Datum im Kalender notiert. Neue Schreckenszenarien-Nahrung für meinen Kopf. 30 Tage bangen heißt es nun und mit der Impfung muss ich mich auch auseinander setzen. Was mich besonders frustriert, ist, dass meine eh schon hysterischen Vorkehrungen und das ganze Absuchen nichts genutzt hat. 13 Jahre habe ich zwar aufgepasst, aber nicht mal ansatzweise so einen Aufwand betrieben. Wir hatten schon schlimme Zeckenjahre, aber da war Sophie geschützt mit einem Spot-On oder eine Tablette und ja, da krabbelten hier auch mal Zecken auf den Liegeplätzen rum, meist aber schon halbtot und kein Vergleich dazu, was dieses Jahr hier los ist. Ich finde mehrfach am Tag Nymphen auf den Liegeplätzen, die nicht am Hund geblieben sind. Die größeren Zecken finde ich mittlerweile schon meist im Fell direkt nach dem Spaziergang oder muss sie halt irgendwo an dem Hund rausziehen. Aber da ich ihr ja nichts geben darf, sterben die Mistviecher halt nicht bzw. werden nicht abgeschreckt. Gestern habe ich exakt einen Fuß ins nasse Gras gesetzt - nicht mal in hohes Gras - und zack hatte ich eine am Schuh krabbeln. Das frustriert echt. Mein Tag besteht fast ausschliesslich nur noch damit, nach den Viechern zu suchen, sie zu entsorgen, die Kleidung mehrfach zu wechseln, natürlich nur im Bad, damit ich sie nicht in andere Zimmer trage. Meine ganze Lebenszeit geht da mittlerweile drauf. Die Nachbarn erzählen Ähnliches und hatten auch schon die erste Zecke an einem der Kids. Ein anderer Nachbar mit Hund, Gleiches! Das toppt hier alles gerade, was ich jemals mit dem Hund erlebt habe. Leider kann ich höherem Gras nicht ausweichen, weil der demente Hund ja nur zwei Pinkelstellen hat, die erreichen wir entweder über die Treppen im Zwischengang oder über den Weg hinten bei der Wiese durch den Wald. Beide Wege waren fast komplett zugewuchert. Mittlerweile hat sich einer aus dem Ort erbarmt und den Treppenweg freigesenst, weil die Stadt es bisher nicht gebacken bekam. Aber der andere Weg ist seit gestern tabu, da geht echt gar nix mehr, weil nun der Trampelpfad auch schon zu hoch gewachsen ist. Tja, damit kommt der Hund nicht klar, heißt, sobald sie merkt, dass wir einen anderen Weg laufen, verweigert sie. Es ist einfach nur anstrengend. Und trotz dem Versuch dem hohen Gras etwas auszuweichen, schleppt sie die Zecken zigfach in die Bude. Und wir sind noch nicht mal im Sommer angekommen.
Wie gesagt, seit wir andere Wege gehen, ist die Verwirrtheit wieder schlimmer geworden bei Sophie. Und Fressen wird von Tag zu Tag weniger. Heute hat sie einen besonders doofen Tag. Und als ich Besuch von meinem Papa bekam, mit dem ich wettertechnisch drin sitzen musste, fiepte sie wieder ewig durch. Dabei war sie echt müde!
Seit dem Zeckenbiss denke ich über die FSME Impfung nach. Wir sind Risikogebiet, allerdings nicht unser Ortsteil, alle Fälle der letzten Jahre waren woanders, quasi auf der anderen Seite von Marburg. Aber ich befürchte, dass durch den Klimawandel sich das alles verschärfen wird. Ich habe mittlerweile das ganze Inet durchrecherchiert und auch mal so rumgefragt, wer geimpft ist. Sehr wenige, nicht mal Ärzte nehmen die Impfung wahr. Ausserdem wird sie sehr unterschiedlich vertragen, manche liegen eine Woche richtig flach, andere merken kaum was. Und ihr wisst ja, wie ich auf ausnahmslos jede Impfung reagiere. Aber mit der Impfung müsste ich mir um eine Sache weniger Sorgen machen. Wobei mir das für diesen Sommer eh nix mehr nützt. Ich muss eh die Inkubationszeit für FSME und Borreliose abwarten, also wird das vor Ende Juni nix mehr, wenn ich nicht das Schnellschema impfe, kommt die zweite dann einen Monat später. Das wäre Ende Juli, 2 Wochen später hätte an schon einen guten Schutz, somit wäre es für den Rest Juli bis Herbst auch für mich entspannter. Vollen langanhaltenden Schutz gibt es dann mit der 3. nach 5 bzw. 9 Monate. Je nachdem welchen Impfstoff man nimmt. Da ich irgendwann mal in Österreich eine Weitwanderung machen möchte, wo es definitiv mehr Fälle FSME gibt als hier, wäre das ein Pro-Punkt bei der Abwägung. Ich habe keine Ahnung und schwanke zwischen "Nein, niemals" und "Ja, jetzt sofort!" Noch etwas, was mein Hirn in der Dauerschleife beschäftigt.
Und als wäre das alles nicht genug, habe ich mir nach fast 30 Jahre eine Blasenentzündung eingefangen. Und so fühle ich mich auch. Matschig, Kopfschmerzen, und Blasenschmerzen. Geschlafen habe ich so gut wie nicht, weil ich halt auch nix zu Hause hatte. Also habe ich mich krank gemeldet - darf ich ja auch mal - und bin zum Hausarzt. Weil morgen ist hier Feiertag, am Freitag an der Arzt Brückentag und dann ist wieder WE. Der Urinbefund war eher harmlos und so haben wir entschieden, dass sie mir ein E-Rezept für AB fertig macht, dass ich im Notfall einlösen kann. Und bis dahin versuche ich es erstmal so. Das ist anders als früher, da wurde sofort mit AB draufgeschossen. Ich nehme jetzt etwas Pflanzliches zur Unterstützung, dass mir u.a. von der Hausärztin empfohlen wurde und trink halt viel. Es ist schon leicht besser geworden, aber für die nächsten Tage heißt es halt Schonen, Trinken und Sportverbot.
Blöd ist halt, dass am WE die Inkubationsphase für FSME endet und ich kann nicht sagen, ob meine Beschwerden von der Periode, dem Wetter, der Blasenentzündung oder dem Zeckenviel geschuldet sind. Wobei ich immerhin vermelden kann, dass die Kopfschmerzen mittlerweile weg sind.
Ja, ich weiß, das ist das Leben und ich war ja von Krankheiten lange verschont, wenn man die Schultergeschichte nicht mit einrechnet. Aber ich bin psychisch echt am Limit und ich war gerade dabei mich rauszuziehen und auch wieder eine Sportroutine zu entwickeln, soweit das mit dem dementen Hund möglich ist. Tja, weit bin ich nicht gekommen - vielen Dank auch. Und ich finde schon, dass ich genug Gründe zur Zeit habe, um mich selbst zu bemitleiden. Nun lache ich halt noch weniger! Immerhin ist die Wettervorhersage fürs lange WE eh doof, Radfahren wäre eh nicht drin gewesen, aber das Joggen wird mir schon fehlen. Naja, wenn alles gut geht, sollte die Blasenentzündung ja in einer Woche Geschichte sein. Bis Freitag geb ich mir Zeit es ohne AB hinzubekommen, danach hau ich mir das Zeugs rein.
Und ich bete, dass mich jetzt nicht noch eine Zecke erwischt, sonst fängt das Zittern ja nochmal von vorne an.
Achja, die Ärztin hat mir immerhin gesagt, dass sie noch keine Fälle hier hatten, die einzigen Fälle gab es an diesen zwei Orten. Bei Borreliose sieht es natürlich anders aus, aber die kann man ja behandeln.
So, nun kennt ihr den Stand der Dinge - nix besser!
Eigentlich wollte ich mich nochmal hinlegen, aber es ist ja schon 16.30 Uhr, das lohnt sich nicht, ich muss ja gleich wieder den dementen Hund zum Laufen zwingen. *soifz* Letzte Woche haben die Spaziergänge wenigstens ein bissi Spaß gemacht, mal abgesehen von den Zecken. Jetzt ist es einfach nur wieder Krampf und Kampf. :-(
Fotos gibt es keine, mir ist nicht danach. :-(
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