Donnerstag, 19. Juni 2025

Leben ist schön!

Auch die letzten Tage waren spannend, lustig, kommunikativ, überraschend und extrem nervig. Ach, und schmerzhaft. *lach* Und auch ich, die immer denkt, sie könnte Menschen, Situationen und Stimmungen in Millisekunden erfassen, einschätzen und analysieren - wurde mal so richtig eines Besseren belehrt. Da war ich wohl mittlerweile doch ein wenig zu sehr von mir überzeugt. Aber ehrlich gesagt, amüsiert es mich diesmal eher und hat mir gezeigt, dass heutzutage anscheinend nichts mehr so ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Wieder etwas gelernt und ich werde es mir für die Zukunft beherzigen. 

Am Sonntag musste ich ja irgendwie alles umdisponieren wegen Wetter und viel zu wenig Schlaf. Keine Tempointervalle also, stattdessen habe ich dann ein Krafttraining gemacht und obwohl ich nur eine neue Übung eingebaut hatte und ein wenig bei den anderen die Gewichte gesteigert habe, hat mich wohl diese eine Übung total zerstört. Zwei Tage lang konnte ich so gut wie gar nix mehr. Sogar Schuhe anziehen, ging nur mäßig und ich bin gelaufen, wie eine alte Oma. Aufstehen, hinsetzen - autsch! Ganz übel, wirklich. Aber hey, man sieht jetzt endlich einen Bizeps. Er wölbt sich etwas und darauf bin ich richtig stolz. Das Krafttraining und die Erhöhung der Proteinzufuhr auf das, was man auch ohne Sport in meinem Alter benötigt, scheint sich langsam auszuzahlen. Jetzt heißt es dranbleiben.

Abends habe ich mich noch mit meiner Freundin getroffen und wir hatten wieder unfassbar tolle Gespräche. Ich würde sagen, sie ist mittlerweile zu einem der wichtigsten Menschen in meinem Umfeld geworden. Ihre Meinung, Einschätzung ist mir extrem wichtig und ich glaube, wir tun uns auch gut. Unsere Baustellen, die wir so haben, sind sooo unterschiedlich, dass wir uns da quasi ergänzen. Und vor allem, respektieren wir den anderen so, wie er ist, mit all seinen Macken. Es gibt keine Vorwürfe, kein Beleidigtsein, keine Enttäuschung, nur Akzeptanz, aber auch ein Spiegel vorhalten. 

Auf der Arbeit ist es gerade max. frustrierend. Ich versuche die Motivation trotzdem hochzuhalten, das Ganze mit Humor zu sehen, aber gestern war ich es echt leid. Eigentlich wollte ich noch was fertig machen, damit meine Prüfärztin vor ihrem Urlaub noch ein paar Dinge eintragen kann, für die ich ihre Hilfe brauche, aber ich habe mich nach erneutem Frust auf einem der Studienportale dagegen entschieden. Ich wusste, ich rette die Welt eh nicht mehr bis zu meinem Feierabend und die Ärztin hatte auch nur ein begrenztes Zeitfenster, deswegen habe ich sie angerufen und ihr gesagt, wir lassen das, weil ich sonst den PC an die Wand werfe. Da sie auch schon kurz davor war an dem Tag, war sie absolut damit einverstanden. Wir haben uns wirklich Mühe gegeben, aber wenn das System krankt, dann können wir das auch nicht ändern. Ich habe alles runtergefahren und bin ein paar Minuten früher in mein Wochenende gegangen. Die Welt wird dadurch nicht untergehen und die wirklich wichtigen Dinge konnten wir eh nicht vorantreiben, weil die Externen nicht in die Pötte kommen. Mein Kollege war auch wieder krank ab Dienstag, was diesmal aber nicht so ins Gewicht fiel, ausser, dass ich seinen Telefontermin erledigen musste.

Montag habe ich endlich mal den Garten auf Vordermann gebracht, trotz Muskelkater, Dienstag war der Dienstagsspaziergang mit der anderen Freundin und auch hier, tolle, lebhafte Gespräche und viel Spaß. :-) Ich bin echt sehr dankbar für die Menschen, die ich gerade in meinem Umfeld habe. Jeder bereichert mich auf seine Art und Weise. 

Mittwoch kam mein Papa, Abends hatte ich dann wohl die überraschenste, spannenste, faszinierenste Begegnung seit Langem! 

Leider habe ich die letzten Tage viel zu wenig geschlafen und das rächt sich langsam. Allerdings habe ich keine Zeit auszuruhen. Heute muss ich erstmal mit einem Kumpel radeln. Ich hoffe, ich falle nicht vom Rad. 

Und ich glaube, danach lasse ich es heute ruhig angehen. Schlaf nachholen, chillen, vielleicht noch einen kleinen Spaziergang.

Für den Rest des Wochenendes gibt es Optionen, aber noch keine festen Pläne. Kommt auch ein wenig darauf an, ob meine Freundin mein Angebot für Samstag annimmt. Sonntag könnte ich zum Salsa gehen. Das Wetter bleibt ja wirklich schön!

Aber jetzt muss ich mal langsam irgendwie wacher werden. So wirklich geholfen haben die beiden Kaffees nicht. 

Auf gehts in ein langes sonniges Wochenende!

Sonntag, 15. Juni 2025

Und sonst so?

 


Ehrlich, ich bekomme die Erlebnisse und Eindrücke der letzten Wochen wahrscheinlich nicht mehr ganz zusammen. Mal abgesehen davon, dass mich das Wetter immer an meinen freien Tagen geärgert hat und ich oft nicht das machen konnte, was ich mir vorgenommen habe, geht es mir gerade wirklich gut. Das Leben es schön, ich bewege mich ständig heraus aus meiner Komfortzone und das lohnt sich. Es bringt mich weiter, ich lerne ständig Neues über mich, entdecke Seiten, die lange verschüttet waren. Es gibt kaum Leerlauf, keinen Stillstand! Es ist eine wundervolle Phase in meinem Leben!

Ich bin so fit wie lange nicht, vielleicht sogar so fit, wie man nur sein kann mit 55. Sicherlich geht mit mehr Training noch mehr, aber mir reicht das so tatsächlich. Ich brauche keinen Marathon oder die Tour de France, um mich wohlzufühlen. Ich bin vorletzte Woche urplötzlich die 10 km gelaufen, habe mich letzte Woche mit zwei wildfremden, deutlich jüngeren Menschen zum Laufen getroffen und auf 7,24 km mit einem Puls von 150 durchgehend gequatscht. Von wegen meine Zone 2 ist bei 130er Puls. ;-)

Kurz gesagt, ich lebe und ich habe einiges nachzuholen. Und ich wünsche mir, dass diese Phase noch eine Weile anhält.

An der Jobfront sieht es weiterhin gut aus, aber etwas Schriftliches habe ich halt immer noch nicht in der Hand. Aber die Info, dass sie nochmal einen Bonus für mich obendrauf packen. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Allerdings haben sie selbst nur bedingt Einfluss drauf, sie versuchen es und damit wäre das Problem mit zwei Arbeitgebern gelöst. Schauen wir mal!

Erinnert ihr euch an Maianfang? Die Sache mit den Männern? Naja, was soll ich sagen, es endete mal wieder im Desaster. Und nein, auch mit viel Menschenkenntnis erkennt man nicht bei einem Treffen, was da so schlummert. Letztendlich wurde ich erst 3 Wochen geghostet, dann wollte man doch das zweite Treffen und als ich mitteilte, dass es wie schon von Beginn an kommuniziert nur auf einer freundschaftlichen Ebene stattfinden kann, wurde ich in einem 4 minütigen aufs Übelste beleidigt. Da schüttete einer seinen ganzen Frust über mich aus. Vielen Dank auch! Erwidern konnte ich nichts, denn ich wurde direkt danach blockiert. Danach hatte ich echt die Schnauze voll! Lasst mich doch einfach alle in Ruhe! Das war mein Gedanke! Ich brauch das nicht und das muss ich mir nicht antun. Mir geht es gut, ich bin mit meinem Leben zufrieden!

Kaum ein paar Tage später, nahm ein anderer Mann den Kontakt auf. Wieder über die Meet5 Plattform. Ernsthaft jetzt? Irgendwie konnte er mich überreden, doch einen Blick zu riskieren bei einem Treffen. Und hey, diesmal bin ich noch nicht beleidigt worden. Das ist ja schon mal was. *lach* Wie es da weitergeht, weiß ich noch nicht. Ich sortiere noch!

Beim Sortieren meiner Gedanken habe ich ein wundervolles Zitat gefunden, das genau das beschreibt, was ich zur Zeit fühle, denke, wie ich bin!

“My alone feels so good, I'll only have you if you're sweeter than my solitude.”
Warsan Shire

Ich denke schon, dass ich meine Mauern fallen lassen kann, aber eben nur für einen Mann, der geduldig, aber auch zielstrebig genug ist und der sich die Mühe macht, genauer hinzuschauen, tiefer zu gehen. Ob es den für mich nochmal in diesem Leben gibt? Bei meinen Ansprüchen? Bei der kaputten Gesellschaft? Schwierig, aber vielleicht doch nicht ganz unmöglich. 

Themawechsel, was mich am Meisten freut ist, dass ich mittlerweile auch Mädels zum Feiern gehen gefunden habe. Das macht es so viel leichter, sich aufzuraffen. Wie gestern als wir zu dritt zum Tanzen gegangen sind. Dabei hat sich rausgestellt, dass die eine auch sehr gerne mal mit zum Salsa möchte und das werden wir dann auch machen. Ich muss also nicht mehr immer alleine los! Das ist wunderbar! Und ich kann wieder spontan sein, etwas, dass ich jahrelang nicht konnte. Von ungeduscht in Gammelklamotten, in 5 min. umswitchen auf einen gemeinsamen Spaziergang mit der Freundin, weil sie spontan nachgefragt hat. :-)

Klar, sobald ich ganztags arbeite, werde ich dann auch wieder weniger Zeit haben, aber das ist auch der Grund, warum ich jetzt alles mitnehme, was geht. 

So, und jetzt muss ich doch mal frühstücken!


Freitag, 13. Juni 2025

Hamburg - Tag 4 - Rückreise, Fazit

Ich musste erst gegen 11 Uhr auschecken und mein Zug sollte erst gegen 12.30 Uhr fahren, so hatte ich genügend Zeit alles in Ruhe zu machen. Der Tag begrüßte mich sonnig, was ich auf der einen Seite toll fand, auf der anderen Seite hätte ich mir die halt am Vortag gewünscht. Naja, das Leben ist kein Wunschkonzert, das Wetter schon mal gar nicht. :-)

Wie verabredet kam das Töchterchen zum Frühstück ins Hotel. Ich hatte am Vortag abgeklärt, ob sie einen oder zwei Kaffee mittrinken darf und was das kosten würde. Frühstücken wollte sie eh nicht. Sie durfte dann netterweise kostenlos den Kaffee mit mir trinken und da sie auch von Hafer- bis Lactosefreie Milch da hatten, war das auch kein Problem. Wir genossen unsere letzte gemeinsame Stunde und dann musste sie aber zur Uni.

Ich hatte immer noch so viel Zeit, das Wetter lockte nach draußen, aber für einen Ausflug war es dann zu wenig und das ganze Gepäck wollte ich diesmal nicht mitschleppen. Also entschied ich mich, nochmal bis zum Rewe zu laufen und mir noch Wasser zu holen und das Leergut abzugeben. Die Luft war so klar und die Sonne kitzelte in der Nase. Hach, was war das schön!

Das Auschecken später lief reibungslos. Karte abgeben und fertig. :-)

Die anschliessende Busfahrt, der Umstieg in die S-Bahn auch. Aber vor dem Bahnhof selbst hatte ich ordentlichen Respekt und natürlich auch im Anbetracht der Tatsache, was da an meinem Ankunftstag nur wenige Stunden später passiert war. 

Es war aber deutlich weniger los als an dem Ankunftstag und da ich ganz hinten vom Gleis losfuhr, also quasi ausserhalb des Bahnhofes, war es dann doch nicht so gruselig.




 

Diesmal waren auch die Wagen nummeriert und ich fand meinen Sitzplatz auf Anhieb. Und wir sind sehr pünktlich abgefahren. 

Machs gut Hamburg!


Dann gab es aber einen medizinischen Notfall im Zug und es wurde nach einem Arzt oder sonstigem medizinischen Personal gefragt. Wir mussten in Lüneburg länger halten, damit der Notarzt zusteigen konnte und die Patientin wurde nach kurzer Zeit in den Rettungswagen umgelagert. Immerhin war sie ansprechbar, was ich aus meinem Fenster halt sehen konnte. Es hat insgesamt ca. 15 min. gedauert, dann ging es weiter. 5 min. holten wir auf der restlichen Fahrt wieder rein und so bin ich echt dankbar, das meine erste große Reise mit der Bahn so gut verlaufen ist. Wenn es funktioniert, ist das eine sehr entspannte und wunderbare Art zu reisen. Aber ich kenne genügend Horrorgeschichten vom Töchterchen und anderen Menschen. 

Mein Fazit von Hamburg:

Wenn man es als Landei, wie ich, das in einer sehr behüteten, heilen Welt lebt, schafft das Elend und den Abgrund der Menschheit auszublenden, der einem halt schon dort vor allem an den Bahnhöfen begegnet, dann ist Hamburg wirklich toll. Die vielen Menschen, der Verkehr, das Fahren mit den Öffis hat mich tatsächlich viel weniger überfordert als gedacht und ja, tatsächlich kann ich mich auch in einer so großen Stadt wohlfühlen. Hamburg hat unfassbar viele Fassetten und es gibt noch viel zu entdecken. Es gibt auch kulturell halt einfach zigfach viel mehr zu erleben. Aber es ist halt auch alles extrem teuer! Vom Essen bis zu den Eintrittsgeldern. Oft kann ich mir das halt nicht leisten.

Mein Fazit zu meiner ersten Reise ausserhalb meiner Komfortzone:

Es hat Lust auf mehr gemacht. Ich war so glücklich danach, musste mich auch weniger erholen als gedacht und ich hätte gleich wieder auf Reisen gehen können. :-) Ich werde sowas auf alle Fälle wieder machen. Entweder mit dem Töchterchen, einer Freundin oder eben alleine. Alleine reisen hat auch Vorteile, aber auch Nachteile. Ohne das Töchterchen vor Ort, hätte ich halt die Eindrücke alleine gesammelt, man hat dann niemanden mit dem man darüber sprechen kann. Glück zu teilen, verdoppelt es halt einfach. Mich alleine in ein Café zu setzen oder im Hotel an die Bar, das Frühstück alleine einzunehmen, hat mir null ausgemacht. Ich sitze auch einfach gerne da und beobachte die Leute. Und manchmal ergibt sich dann ja auch ein Gespräch.

Mein Fazit zum Hotel:

Jederzeit wieder! Ich habe mich wohlgefühlt von Anfang bis Ende. Mein kleines Einzelzimmer habe ich geliebt und sogar genauso gut geschlafen wie zu Hause. Trotz 6spuriger Straße! Es war sauber, das Frühstück für mich lecker und total ausreichend! Alle waren nett und die Stimmung recht locker. Nicht eine einzige negative Bemerkung, die ich vorher gelesen habe, traf für mich zu. Es liegt auch strategisch gut. Man muss zwar meist umsteigen, aber man kommt überall gut hin und es sind dort definitiv auch weniger Menschen unterwegs. Aber machen wir uns nix vor, die Hotelpreise sind heftig, ob sie gerechtfertigt sind? Oder der Preis fürs Frühstück? Wahrscheinlich nicht! Doch das Problem hat man ja überall, wenn man nicht 10 km ausserhalb nächtigen möchte. Und wenn ich das Frühstück irgendwo anders einnehme, zahle ich ja nicht wirklich weniger als im Hotel. Von daher - doof, dass alles so teuer geworden ist, aber das sagt halt nix über dieses eine Hotel aus. 

Ich freue mich schon, wenn ich wieder verreisen kann. :-)