Samstag, 28. September 2024

Was soll ich schreiben?


 

Ich gerade noch unschlüssig, ob ich hier erstmal eine Pause mache oder ob ich alles dokumentiere, für mich später, zum Nachlesen. Und wenn ich schreibe, wie genau will ich ins Detail. 

Wie ihr am Bild erkennen könnt, f.... mich mein Leben gerade echt. Was vielleicht noch im letzten Jahr für viele als "Jammern auf hohem Niveau" war, hat ja schon durch die Hundedemenz durchaus eine Begründung bekommen. Wie sagte das Töchterchen vorgestern zu mir in einem langen Gespräch "Wenn ich gewusst hätte, wie schlimm das mit Sophie ist, ich hätte mich nie so aus der Verantwortung ziehen dürfen - ich habe mich einfach verpisst. Ich hätte sie dir ab und an mal abnehmen müssen." Es geht mir gar nicht darum, was sie hätte tun müssen - ich mache ihr da gar keinen Vorwurf. Sie ist jung und lebt einfach ihr Leben. Ich bin die Mutter und habe damals die Entscheidung getroffen, diesen Hund zu behalten, trotz Trennung. Ja, in allererster Linie für das Kind, aber trotzdem ist es meine Entscheidung gewesen. Ich war erwachsen, hatte genügend Lebenserfahrung und muss halt nun mit den Konsequenzen leben. Trotzdem darf man es belastend finden, zumal das vorherige Jahr und auch die Jahre als Alleinerziehende, nicht spurlos an mir vorbeigegangen sind. Ich bin psychisch schon lange über Limit, kann die Situation aber irgendwie nicht besser machen. 

Aber hier und heute, frage ich mich, ob es falsch war, wie ich das die letzten Jahre gemacht habe. Hätte ich mehr mein Leben leben sollen, egoistischer sein, habe ich zu viel aufgeschoben. Doch ich komme auf keine Lösung, wie ich es hätte anders machen können. Ich wusste nicht, dass Sophie Demenz bekommt, ein alter Hund muss keine solche Belastung sein, bei vielen Hunden geht es dann ja auch oft schnell, auch wenn sie Demenz haben, macht der Körper ja oft vorher schlapp. Auch auf eine Pandemie, Inflation habe ich keinen Einfluss. Die Schulterschmerzen konnte ich nicht verhindern, da hätte ich vielleicht einfach früher zum Arzt gehen sollen - aber ob es das verkürzt hätte, weiß man ja dann auch nicht. 

Was mich am Meisten schockiert ist, dass die Einschläge bei mir hier immer schlimmer werden und schon seit Jahren genau dann kommen, wenn ich gerade wieder Hoffnung schöpfe, anfange mich aus dem Loch zu befreien, es angehen will. Das zieht sich wirklich wie ein roter Faden durch. Und ich frage mich, was mir mein Leben damit sagen will! Man konnte fast die Uhr danach stellen. Ganz beeindruckend war das in 2020. Oder auch letztes Jahr im Mai. Diesmal erwischt es mich allerdings noch mitten drin im Deasaster. Reicht überhaupt noch die Kraft dafür. 

Stark sein - auch so ein Begriff, den ich mittlerweile hasse. Er macht mich echt leicht aggressiv, dieses "du schaffst das, du hast so viel geschafft, du bist stark"! Ich glaube nicht, dass das was mit "stark sein" im Sinne von "du bist deswegen ein besonders cooler Mensch" zu tun hat. Es gibt einfach nur keinen Notstop, den man drückt und man dann einfach aussteigt, weil man lieber was anderes machen will. Nee, so lange kein Bahnhof kommt, wo man umsteigen kann, muss man halt sitzen bleiben. Als stark würde ich jemanden bezeichnen, der daraus noch Positives ziehen kann, seine gute Laune nicht verliert auch wenn er mal down ist und der sich nicht dauerhaft in Selbstmitleid verstrickt. So jemand bin ich aber nicht, also lasst mich mit dem "du bist stark" in Ruhe. Ich wäre die Erste, die sich verpissen würde, wenn ich es könnte. 

Was ich aber wirklich jetzt gruselig finde, ist der Zeitpunkt. Ich habe mir 12 Jahre immer wieder gesagt, bitte halte durch bis du das Kind groß hast und es auf eigenen Füßen stehen kann - körperlich gemeint. So lange du gesund bist und keine körperlichen Probleme hast - ausser halt die kleinen Wehwehchen - bekommsst du das auch alles irgendwie hin. Und das war auch die letzten beiden Jahre immer in meinem Kopf als ich hier wegen Schulter und dann Hund so festgetackert war, mir läuft das Leben davon und niemand kann mir versprechen, dass ich eben nicht irgendwann wie viele Menschen in meinem Alter, plötzlich gesundheitlich richtig doofe Sachen kommen. Tja, da sind wir dann wohl jetzt angekommen. Das macht es gerade noch bitterer in meinem Kopf. Denn vor zwei Wochen hatte ich mich gerade wieder bezüglich Sophie im Griff und dachte, okay, das schaffste noch irgendwie und dann startest du endlich durch. Ich soll doch positiver denken, sagen immer alle. Ergebnis: Es kommt alles noch schlimmer!

Ihr ahnt es schon sicherlich, der Termin in der Kinik ist doof gelaufen. Im Prinzip haben sie es noch dringlicher gemacht, am Besten innerhalb von 4 Wochen und es geschafft mir so eine riesen Angst zu machen, es könnte auch was richtig Fieses sein, dass ich nicht mal mehr an eine Zweitmeinung denke. Gute Arbeit geleistet! Ich traue Ärzten und dem Gesundheitssystem mit Fallpauschalen, zu wenig Zeit Patienten als Individuen zu sehen, mit den ganzen Leitlinien, die nix ganzheitlich sehen, einfach nicht und ich habe zu viel medizinisches Wissen. Das macht es so schwierig. Ich habe ja die Reaktion gesehen, als ich meine Fragen gestellt habe. Wenn du als Patient mit Studienlage angekommst...findet das nicht jeder Arzt gut. Klar, ich könnte jetzt bis zum Termin, der am Montag überlegt wird, noch eine Zweitmeinung einholen. Aber bringt mich das weiter? Fakt ist, das Ding wächst und keiner weiß, wie lange und wie schnell das noch passiert. Irgendwann wird es auch im harmlosen Fall Beschwerden machen. Vielleicht würde ich noch Aufschub oder eine etwas schonendere Entfernungsmethode angeboten bekommen, aber das Ergebnis bleibt im Prinzip das Gleiche. Nur das blöde Dinge zu entfernen, ist aufgrund der Lage nicht möglich. Das sehe ich auch ein! Und ja, mir ist es auch lieber, dass man das Ding nicht in mir schreddert und dann minimal-invasis rausholt. Dann lieber in einem Stück. Und dafür braucht man halt in meinem Fall einen Bauchschnitt - Yeah! Wenn ich länger warte, wird der noch fetter - also auch keine Option. Es geht mir jetzt darum, wie ich mit der Angst umgehen soll, die er schon in meinen Kopf reinimplantiert hat auf eine ziemlich unsensible Art und Weise. Ganz toll fand ich dann seinen eindringlichen Kommentar "1. Sie sind NICHT krank" (2 und 3 habe ich vergessen). Was für ein Schwachsinn, also, wenn mich jemand aufschneiden will, um mir Organge zu entfernen, dann find ich schon, dass das einen deutlichen Krankheitswert hat. Wir reden ja nicht nur vom Entfernen selbst, sondern auch von den Folgen für den Körper nach dem Eingriff. Spätestens dann bin ich krank und werde mich auch so fühlen über einen längere Zeit. Wie gesagt, ich hatte schon einen großen Bauchschnitt, ich weiß, was mich erwartet! Damals war nur der erste Tag übel, danach ging es super schnell aufwärts. Aber man kann das eben nicht vergleichen, weil ja anschliessend kein Organ fehlt und die psychische Ausgangslage hier eine andere ist. 

Lange Rede - kurzer Sinn - ich habe keine Ahnung, wie ich die nächsten Wochen vor allem psychisch überleben soll. Vor allem diese Sch... Angst, dass es auch eine kleine Chance gibt, dass es was richtig Übles ist. Unwahrscheinlich zwar - aber wie gesagt, der Arzt hat gute Arbeit geleistet in Sachen Angst.

Dazu kommt ja noch - was ist mit Sophie? Wie soll das gehen? Ja, es haben alle Hilfe angeboten, aber ich weiß, dass die nicht mal den Ansatz einer Ahnung haben, wie 24 h mit Sophie aussehen. Und Sophie wird ohne meine Anwesenheit noch verwirrter sein als sie jetzt ist. Zur Zeit hat sie einen echt üblen Schub. Meine Tochter hat mir auch gesagt, dass sie das denen, die in Frage dafür komme, auch nochmal ganz deutlich macht. Sie hat ja jetzt den Einblick! 

Montag habe ich den nächsten Termin in der Klinik - toller Urlaub, oder? - Tochter wird mich begleiten, weil sie noch hier ist und danach eben nicht mehr wirklich helfen kann von Hamburg aus. Ich brauche jemanden, der das rational sehen kann, was da gesagt wird. Denn ich bin wahrscheinlich wieder so durch den Wind, dass ich die Hälfte vergesse. Viele Fragen habe ich eh nicht mehr. Das Meiste weiß ich ja schon. 3-4 Tage im Krankenhaus, ca. 4 Wochen krankgeschrieben danach. WENN alles gut verläuft. Alles andere ist ja eh individuell und kommt auf den Heilungsverlauf drauf an. Wann ich dies oder das wieder machen kann. 

Mich ärgert es auch, dass das jetzt kommt, wo ich auf der Arbeit endlich wieder was zu tun habe und das eigentlich auch gerne weiter begleiten möchte. Blöd und dumm, dass Chef meinen Antrag für Homeoffice Möglichkeit nicht genehmigt hat, weil er der Meinung war, wir brauchen das nicht. Das wäre aber jetzt super, denn die Budget- und Vertragsverhandlungen, sowie Worksheets machen oder die eine oder andere Mail beantworten - sogar die Datenbankpflege wäre von zu Hause prima möglich. Vielleicht nur Stundenweise nach 2-3 Wochen, trotzdem wäre es für mich auch eine Ablenkung zu Hause. Letztendlich weiß ich ja nicht, wie ich mich fühle, vielleicht geht es körperlich gar nicht, vielleicht aber doch. Ich werde nochmal mit dem Chef reden. Ob dann der Homeoffice Antragedann schnell genug durchgeht, ist auch noch fraglich. Trotzdem steht das auf meiner Vor-Op-To-Do-Liste!

Sehr viel auf der Arbeit anwesend sein, werde ich dann dieses Jahr wohl nicht mehr, mind. 5-6 Wochen krankgeschrieben, 8 Tage Resturlaub habe ich noch und nächste Woche habe ich ja auch Urlaub. 

Immerhin läuft es beim Töchterchen wie geschmiert. Das Zimmer in Mainz ist erledigt, die Sachen schon hier. Jetzt überlegen wir, wie sie das Zeugs nach Hamburg bekommt und wann. Es wurmt mich total, dass ich sie nicht begleiten kann, aber das wäre ja ohne OP auch nicht möglich, wegen dem Hund. Es macht mich auch traurig. Wir hatten so wenig Zeit füreinander, konnten keine schönen Dinge unternehmen und jetzt geht sie weg nach Hamburg. Zumal ich weiß, dass sie wirklich Angst vor Hamburg hat. Sie will da nicht hin und das belastet sie auch. Ich bin mir zwar sicher, dass sie das rocken wird, aber ich kann sie natürlich auch verstehen. Ich wünsche mir wirklich, dass ich sie nach dem ganzen Scheiß hier, ganz bald in Hamburg besuchen kann. Auch wenn Sophie noch da ist, bis dahin sind die Hundesitter ja durch meinen Krankenhausaufenthalt und die Tage danach, geübt mit ihr. Da müssen sie dann halt nochmal ran für 2-3 Tage. 

Heute will ich noch joggen gehen - meine 200 km werde ich dann dieses Jahr auch nicht schaffen. Sind noch 67,4 km. Vorher kann ich das nicht schaffen und hinterher wird das sicherlich auch lange dauern bis ich wieder laufen kann und vor allem so fit bin, dass ich 5 km am Stück schaffe. Das zweite Jahr hintereinander, in dem  ich mein Ziel nicht erreiche. Ja, gibt Schlimmeres, ich weiß, aber es ärgert mich trotzdem.

So damit ende ich hier auch für heute, ob ich und wie ich weiterschreibe, werde ich nach Bauchgefühl entscheiden!

Sonntag, 22. September 2024

Schlechter Verdrängungsmechanismus

Ich beneide Menschen, die gut verdrängen können. Oder die sich einfach weniger Gedanken machen. Ich wäre gerne auch so, das würde mir mein Leben viel leichter machen. Es gab mal eine Zeit nach der Scheidung, da ist mir das eigentlich ganz gut gelungen - aber in den letzten Jahren nimmt das "Gedanken machen", "sich Sorgen" und "ewige Gedankenspirale" bedenkliche Züge an. Naja, aber irgendwie sind meine Sorgen ja auch nicht wirklich unbegründet. Vieles davon ist ja nun auch eingetroffen, manches sogar schlimmer als erwartet. Ob das nun meine finanziellen Probleme, die Sache mit Sophie ist oder jetzt das mit meinem gesundheitlichen Problem - das hatte ich übrigens so gar nicht auf dem Schirm - also nix mit selbsterfüllenden Prophezeiung. Ich bin sogar am Freitag guter Dinge zu dem Termin. 

Wie gerne würde ich das jetzt erstmal bis Donnerstag wegschieben, abwarten, was die in der Klinik überhaupt dazu sagen, aber ich bekomme es halt nicht mal 5  min. aus meinem Kopf raus. Wo ja nun auch schon 4 Millionen Gedanken bezüglich Sophie, der Zimmersuche in Hamburg und die finanzielle Jongliererei kreisen. Viel Platz ist da also nicht! Immerhin wird sich ja wenigstens das mit Hamburg irgendwann in den nächsten Wochen klären - wie gesagt, zwei Übergangsangebote hat sie schon bekommen, eins davon aber viel zu teuer, wie sich dann herausstellte. 

Somit kreisen meine Gedanken 24 h um eins dieser Dinge herum, Schwerpunkt natürlich zur Zeit auf den Unterleib! Ich komme da auch nur schwer raus, gibt ja wenig Ablenkung. Ausser Sophie, aber die ist ja auch Bestandteil meines Gedankenkarussells und auch ein wichtiger Grund, warum so eine OP - wenn sie nötig ist - nochmal schwieriger zu organisieren ist. Da kommen mir so Gedanken in den Kopf "Was ist, wenn ich im Krankenhaus liege und ihr geht es so schlecht, dass sie eingeschläfert werden muss, wie soll ich das aus der Ferne beurteilen und vor allem würde ich mir nie verzeihen, wenn ich dann nicht bei ihr sein kann!" Nur ein kleines Beispiel! 

Das Blöde daran ist aber, dass ich das Leben um mich herum kaum noch wahrnehme. Ich konnte nicht mal das Wetter genießen. Ich saß wie gelähmt auf meiner Terrasse und nahm wenig wahr. Für heute habe ich mir allerdings vorgenommen joggen zu gehen, danach die Bude sauberzumachen, das habe ich zwei Tage nicht erledigen können - ich war einfach nicht in der Lage zwischen Sophie und Gedanken machen. Und natürlich habe ich auch viel recherchiert. Mittlerweile aber ohne neuen Erkenntnisse. 

Immerhin habe ich mir gestern fest vorgenommen, mein Sportpensum wieder zu erhöhen, soweit das neben Sophie eben möglich ist. Ich will sozusagen vorarbeiten, denn sollte der Eingriff stattfinden, ist danach erstmal lange Zeit wenig bis gar nix möglich. Soweit habe ich das aus ehrlichen Berichten herausgelesen - besonders der einer jüngeren Sportlerin. Falls es dann doch nicht nötig ist - woran ich mittlerweile nach meinen Recherchen nicht so wirklich mehr glaube - schadet es ja auch nicht, wieder straffer und fitter zu sein. Ich habe es eh schleifen lassen - zumindest das Krafttraining.

Da nächste Woche zumindest zeitweise Töchterchen da ist und ich danach die Woche Urlaub habe, sollte ich auch mehr Zeit dafür haben.

Positiver Nebeneffekt - Sport reduziert Stresshormone, macht den Kopf freier und lenkt ab. Bisher hat mir das immer gut geholfen.

So, der wirre Hund hat gefressen und will nun unbedingt raus, wo sie nach 300 m feststellt, dass sie eigentlich keine Bock hat morgens. Schon mal gar nicht, wenn wir nicht ihre Lieblingsrunde laufen. 

Samstag, 21. September 2024

Schlimmer geht immer!

Wenn mir in den nächsten Wochen noch einmal jemand sagt, ich solle positiv denken oder irgendwann kommen bessere Zeiten, dann ist dieser jenige echt lebensmüde. Ich glaube, dann muss ich nämlich echt ausrasten. Auch wenn ich, weiß, dass es nur lieb gemeint ist. 

Wo fange ich an? Am Besten gleich beim letzten Sonntag. Oder besser noch beim Samstag, denn das ist die Vorgeschichte zu Sonntag. Sophie hatte Samstag nämlich einen ganz schlimmen unruhigen Tag. Ich bin fast zu gar nichts gekommen und bis gegen 15 Uhr habe ich mich auch noch im Griff gehabt und bin ruhig geblieben. Aber ab da ging fast gar nix mehr. Kein Beruhigen, kein Streicheln, kein Schimpfen, kein Nix. Sie jammert, drehte, fiepte eigentlich stundenlang durch. Wie die Nacht dann war, habe ich verdrängt, ich kann es euch heute echt nicht mehr sagen. Deswegen beschloss ich Sonntag Morgen, ihr die erste Gabapentin zu geben. Vor der Gabe war sie noch sehr torkelig vom Schwindel, aber ansonsten guter Dinge. Nach dem Spaziergang, der Tablettengabe und dem Ablegen auf ihrem Platz, pennte sie sofort ein und rührte sich 6 Stunden gar nicht mehr. Sie hat nicht mal die Schlafposition verändert, das war wirklich gruselig. Gegen Mittag musste ich sie wecken, weil ich Angst hatte, dass sie nicht merkt, wenn sie Pipi muss. Sie war vollkommen lethargisch, aber das war gar nicht mal das Schlimmste, im Prinzip war sie halb gelähmt. Sie konnte nicht mal mehr länger alleine Sitzen, auch die Vorderpfoten, die noch nie Probleme gemacht haben, brachen oder rutschten ihr sogar auf dem Teppich weg. Ohne Hilfe konnte sie gar nix mehr. In Bewegung ging es dann halbweg mit viel Stütze und Laufen wie besoffen, aber immerhin hat sie Pipi machen können. Fressen ging nur, wenn ich sie mit einer Hand im Sitzen stützte und mit der anderen Hand den Napf  vor sie hielt. Es war einfach nur furchtbar, und wenn ich nicht gewusst hätte, dass Gabapentin in Einzelfällen so reinhauen kann und es eine kurze Wirkzeit hat, wäre ich wohl mit ihr zum Notarzt gefahren. So habe ich abgewartet. Blöderweise ließ zuerst die Beruhigungswirkung nach, erst eine Stunde später wurde es mit der Lähmung besser. Erlärt mal einem dementen Hund, dass Aufstehen und Drangwandern oder Drehen keine so gute Idee ist, wenn man sich nicht mal im Sitzen aufrecht halten kann. Bis Abend lief es dann langsam wieder besser und letztendlich blieb halt der Schwindel zurück. Aber für mich war ganz klar, diese Tabletten wird sie niemals nimmer nicht nochmal bekommen. Ab Montag hatten wir dann wirklich ruhige Tage. Sie jammerte weniger, schlief sehr viel, legte sich meist gleich ab und auch die Nächte wurden besser. Da sie ja bei der letzten Librela auch an Tag 3-5 so müde war, schob ich das erstmal darauf. Montag kam dann auch endlich das "Schlafgefängnis" und ich bin mega begeistert. Es passt genau in die Nische rein, ihre normale Schlafunterlage füllt es perfekt aus und es macht einen stabilen Eindruck. Sie hat es auch sofort angenommen und die Nächte wurden tatsächlich immer ruhiger. Keine Ahnung, ob Zufall oder durch das Vitofyllin, was sie ja seit Freitag bekommen hat. Auf alle Fälle war die Veränderung so deutlich, auch nach Tag 5 nach Librela, dass ich mir am Donnerstag noch 2 Blister vom Tierarzt holte. Sie dreht eindeutig weniger, hat weniger Drankwandern, was sich allerdings nun auch auf die Spaziergänge auswirkt. Die Strecken sind wieder deutlich kleiner geworden. Aber insgesamt, konnten wir einfach mal die Woche durchschnaufen. 

Leider musste ich mal wieder ihre Lieblingsstrecke streichen, nach den Zecken und zugewachsenen Wegen bis in den Sommer rein, fliegen nun im Wald und drumherum die Hirschlausfliegen. In Scharen. 6 Stück habe ich von mir abgesammelt und getötet, auf 2 Spaziergängen. Um Sophie fliegen sie halt auch rum und die Viecher sind nicht lustig, wenn sie dich als Wirt toll finden. Das Risiko möchte ich einfach nicht eingehen, weder für mich noch für Sophie. Also meide ich den Weg und Sophie findet das blöd. Die anderen Wege läuft sie einfach schlechter, aber was soll ich tun. Durchhalten werden wir das wohl bis Ende Oktober müssen. Ganz toll!

Zusätzlich entdeckte ich eine offene Stelle zwischen den Zehen an der Hinterpfote. Da sie ein paar Mal in den Dornen hängen blieb, weil sie ins Gebüsch torkelte bevor ich reagieren konnte, gehe ich mal davon aus, dass die Wunde daher kommt. Ich habe sie desinfiziert und dann war ich mit anderen Dingen - dazu gleich - so beschäftigt, dass ich sie erstmal vergessen habe. Als die heutige Nacht ab 21 Uhr sowas von unruhig war, habe ich gesehen, dass die Stelle wieder nässt und etwas größer geworden ist. Also habe ich sie mitten in der Nacht nochmal gesäubert. Aber unruhig blieb es natürlich. Im Stundentakt, was ich jedes 2. Mal bei ihr, um sie zu beruhigen. Heute morgen sieht es schon besser aus und ich habe jetzt erstmal einen kleinen Verband drumgemacht und ihr den Schuh angezogen. 

Aber das ist fast alles noch harmlos gegen, das, was ich dann gestern erfuhr. Ich stehe eigentlich immer noch unter Schock und habe überhaupt keine Ahnung, wie ich das jetzt noch bewältigen soll, wo ich schon seit Monaten, teilweise schon seit letzten Jahr am Limit bin. Ich war gestern ja bei meiner Gyn. Vorsorge, die ich letztes Jahr habe ausfallen lassen und im Jahr davor wurde ich super gründlich untersucht wegen der Dauerblutung. Da war alles prima. Prima sah es eigentlich auch gestern erstmal aus. Aber sie fand es komisch, dass ich immer noch mit 54 meine Periode bekomme wie ein Uhrwerk. Zur Sicherheit wollte sie einen Ultraschall machen. Am Ende des US hieß es dann mal direkt "Gebärmutterentfernung"! Wtf! Ich dachte, mich trifft der Schlag. Da gehste ohne Beschwerden zur Ärztin und gehst mit der Aussicht auf eine große OP raus. Grund: ein schnellwachsendes Myom! Sie entdeckte es vor 2 Jahren, da war es halt noch 2,7 cm und an einer nicht störenden Stelle. Aber nun ist es 6 cm und laut ihr, wächst das zu schnell und weil ich immer noch einen Zyklus habe, würde es weiter mit Hormonen befeuert werden. Ein Neues kleines hat sie auch noch entdeckt und mir halt totale Panik gemacht, dass das am Besten alles sofort raus muss. Ein Alptraum! Mal abgesehen davon, dass sie mit ihrer Art und Weise mir natürlich Angst macht, dass doch was Böses dahinter steckt, weiß ich überhaupt nicht, wie ich das mit der OP und dem dementen Hund stemmen soll. Das ist ja kein Spaziergang. Schon wenn alles super verläuft, bin ich je nach OP Variante, mal locker 5 Tage im Krankenhaus, danach muss ich mich weiter schonen und bin nicht wirklich alltagstauglich, schon gar nicht für einen dementen Hund und kann auch wahrscheinlich erst wieder nach insgesamt 6 Wochen arbeiten. Wenn alles gut geht, wohlgemerkt. Da ich ja anscheinend momentan einen echten miesen Lauf habe, bin ich mir nicht so sicher, ob ich darauf hoffen kann. 

Ich habe überhaupt keine Ahnung, wie das im Worst Case mit Sophie laufen soll. Ich kann sie nirgends mehr hingeben, dafür ist es zu spät, sie packt das nicht mehr. Also müsste sich hier jemand mindestens für die Zeit, in der ich im Krankenhaus bin, einquartieren. Wer soll das denn machen? Meine Tochter geht ab Oktober nach Hamburg, die fällt komplett weg, ob ich bis zu den Semesterferien Zeit habe, weiß ich nicht - sollte ich am Donnerstag, da habe ich den Termin im Krankenhaus zur Beurteilung erfahren, dass kein Weg dran vorbeigeht, werde ich ganz sicherlich auch nicht noch 6 Monate warten. Dann bringe ich es so schnell wie möglich hinter mich. 

Aber auch nach dem Krankenhaus bin ich ja nicht voll einsatzfähig, schonen mit einem dementen Hund ist schwierig. Heute nacht musste ich x Mal zu ihr hin. Tagsüber hinlegen und schlafen, auch schwierig, weil sie oft ja nur kurz pennt. 4 Runden muss ich bewältigen und was ist, wenn sie zum Tierarzt muss. Ich darf sie ja nicht heben. Sie ist schwerer als 5 kg. Wie gehe ich einkaufen, wie versorge ich den Haushalt. Fragen über Fragen und ein so richtig großer Kackhaufen, wenn man alleine lebt. 

Ja, natürlich habe ich Menschen im Umfeld, die helfen wollen, aber durch Sophie ist das eine ganz andere Dimension! Ich möchte einfach nur aus diesem Alptraum aufwachen. 

Dazu kommt, dass ich bis auf meine Mandel-Op als Kind und dem sekundären KS nie im Krankenhaus war. Ich bekomme jetzt schon Panikattacken, wenn ich nur daran denke. Ich kenne Frauen mit einer langen Leidensgeschichte, die einfach nur froh waren, als die Gebärmutter draußen war. Sie fanden die OP nicht so schlimm, ja man ist länger nicht fit, aber letztendlich sind die halt mit einer ganzen anderen Ausgangssituation reingegangen. Ich habe aber keine Beschwerden, nix! Ich gehe da ohne jegliche Probleme hin. Ich will das einfach nicht! 

Am Donnerstag habe ich den Termin in der empfohlenen Klinik, dort wird wahrscheinlich dann nochmal genau untersucht. Ich habe natürlich auch recherchiert und eigentlich macht mal eine Gebärmutterentfernung heutzutage gar nicht mehr so schnell, aber ich finde auch nur wenig darüber, wie schnell ein Myom wachsen darf. Dazu gibt es anscheinend wenig Studien. In den meisten Fällen, in denen operiert wird, haben die Frauen halt massive Probleme. Und über die Folgeprobleme einer Entfernung brauchen wir ja gar nicht zu reden. Ja, die meisten, die ich kenne, haben keine Probleme, auch 20 Jahre danach nicht. Aber das ist sicherlich auch nicht immer die Regel. 

Tja, was soll ich sagen....schauen wir mal, welche Katastrophen noch dazu kommen. Schlimmer geht ja immer!