Dass ich mich eine Woche lang nicht gemeldet habe, hatte Gründe und ich weiß gar nicht so richtig, wo ich anfangen soll? Bei der Rückkehr des Töchterchens aus dem Urlaub? Bei meinem ersten Arbeitstag, der schlimmer wurde als vorher befürchtet? Beim Wetter? Bei den steigenden Zahlen? Oder soll ich vom Glücksmoment der Woche schreiben? Vieles weiß ich schon gar nicht mehr, ich weiß aber, dass diese Woche nicht zu den besten in diesem Jahr gehört.
Das Töchterchen ist auf alle Fälle wohlbehalten aus dem Urlaub in den Bergen zurückgekehrt und hatte viel zu erzählen. Danach fiel es erstmal in das typischen Nachurlaubsdeppressionsloch und irgendwie kann ich das bei den Aussichten auch echt nachvollziehen. Man muss sich ja nur die steigenden Zahlen anschauen - von normalem Leben sind wir alle wohl noch sehr weit entfernt. Vor allem, was den Schulbeginn in einer Woche betrifft. Informationen kamen von der Schule noch nicht. Von dieser haben wir über 6 Wochen nix mehr gehört. Und darüber kann ich mittlerweile wirklich nur noch den Kopf schütteln. Aber wir können es wohl nicht ändern und nur abwarten, was passiert.
Zum ersten Arbeitstag möchte ich gar nicht so viel schreiben, ausser, dass nun wirklich Grenzen überschritten wurde und meine Leidensfähigkeit nun am absoluten Ende angelangt ist. Somit habe ich von meinem Recht Gebrauch gemacht und mich erkundigt, wie die rechtliche Lage zu dieser Situation ist. Ein Gespräch konnte ich erst heute führen und sagen wir es mal so, es steht nach der ersten Runde unentschieden und ich kann es noch nicht so richtig einschätzen, wie es weitergeht. Ich habe meinen Standpunkt mit guten Argumenten dargelegt, bin aber gegen eine Mauer gerannt. Letztendlich wurde das Gespräch von beiden Seiten abgebrochen, bevor es eskaliert ist....immerhin, das habe ich auch schon anders erlebt und der Plan ist, den offiziellen Weg zu gehen. Schauen wir mal! Ende also noch offen! Immerhin weiß er jetzt, wie ich darüber denke und was ich davon halte. Und welche Folgen das wiederum an anderer Stelle hätte.
Die steigenden Fallzahlen machen mir Sorgen. Nicht, dass ich damit nicht gerechnet hätte, man muss ja nur mal die Fotos von den Urlaubsorten sehen oder in den vorbeifahrenden Stadtbus schauen oder einkaufen gehen. Dass Corona nicht über den Sommer verschwindet, war mir auch klar. Doch ich hatte gehofft, in meinem naiven Kopf, dass die Schule wenigstens für eine kurze Zeit lang normal läuft. Aber jetzt ist es ja abzusehen, wie schnell das kippen kann. Es macht mich wütend, wie man alles, was wir durch den Lockdown und die Kontaktbeschränkungen erreicht haben, so fahrlässig aufs Spiel setzt und es wieder auf den Rücken der Kids austragen will. Gut, da kann ich mich aufregen und Sorgen machen, es ändert ja überhaupt nichts daran. Ich bleibe bei meinem Konzept, möglichst weiterhin die Kontakte gering halten, sich vorwiegend mit Abstand und draußen treffen, sowie auf der Arbeit noch konsequenter Maske tragen. An die Regeln selbst, die Hessen so hat, halte ich mich ja eh. An den überfüllten See oder ins Schwimmbad, gehe ich ganz sicher nicht mehr und Partys feier ich sowieso nicht.
Das Wetter hebt die Stimmung hier auch nicht, es ist so heiß, schwül, dass sogar das ansonsten frierende Töchterchen die Wohnung nicht mehr verließ. Ein Hoch auf die Kellerwohnung. Dazu kommt, Hessen vertrocknet...oder sollte ich besser sagen Marburg vertrocknet? Da die Vermieter im Urlaub sind, kümmere ich mich um zwei Gärten und versuche irgendwie die wichtigen Pflanzen am Leben zu erhalten. So lange bis auch Hessen den Wasserverbrauch einschränkt. In manchen Bundesländern ist es ja schon so weit.
Was gibt es sonst noch zu berichten? Naja, wir könnten den Pool nutzen von den Vermietern. Haben wir auch einmal letzte Woche versucht. Aber der ist wegen einem Defekt so kalt, dass ich 15 min. gebraucht habe bis zu den Schultern einzutauchen, damit mein Kreislauf nicht auf der Stelle streikt. Das Töchterchen war etwas schneller, hatte aber auch so seine Probleme.
Ein weiterer Fail war der Versuch im Zelt zu pennen. Es wurde der Wunsch geäussert, das Zelt aufzubauen und dort zu nächtigen. Also holten wir das Zelt aus dem Keller und das Kind baute es unter meiner Anleitung und Mithilfe auf. Es wurde eingeräumt samt Hundedecke und Lichterkette und dann wurde so lange am alten Mütterchen herumgequengelt, dass sich mich bereit erklärte mit drin zu schlafen. Und dann lagen wir da so. Auf 1,20 m in einem brütend heißen Zelt samt Hund. Nach einer Stunde rief das Töchterchen "ich muss hier raus, ich bekomme keine Luft mehr". Der Versuch "wir schlafen mal im Zelt" wurde abgebrochen. *lach* Nur Sophie musste überredet werden aus dem Zelt herauszukommen und im Haus zu schlafen. Der nächste Versuch startet am Donnerstag. Da muss ich aber nicht mit rein, sondern die Freundin vom Töchterchen. Ich bin gespannt!
Und dann ernten wir ganz viel aus unserem Naschgarten...tonnenweise Tomaten, die ich ja nun auch aus dem Vermietergarten ernte und verbrauchen soll/darf, Gurken, Heidelbeeren, Erdbeeren, Zucchini und vielleicht sogar noch Auberginen. Die Tomatenernte ist wieder so reich, dass ich langsam überlegen muss, ob ich nicht ein paar davon trockne. Doch eigentlich habe ich die Zeit gar nicht für so was, weil ich ja stundenlang am Gießen und ernten bin. Ein Dilemma!
Der Glücksmoment in dieser nicht so gelungenen Woche....und tatsächlich gab es einen...war der Abend mit der anderen Fußballmutti auf Terrasse. Das Wetter hat gepasst, die Wespen haben uns halbwegs in Ruhe gelassen, ich habe Tomaten *grins* und andere Kleinigkeiten gereicht und der Wein war super lecker. Das schreit nach Wiederholung!
Was nicht so gut läuft, ist leider der Sport. Aber echt, bei gefühlten 400 Grad im Schatten braucht man das auch in einer noch halbwegs kühlen Kellerwohnung nicht. Irgendwann ist ja wieder Herbst und dann starte ich durch.
Fotos einzustellen schaffe ich heute nicht, ich muss gießen gehen. Und leider bin ich beim Bilder bearbeiten vom Urlaub auch nicht wirklich weitergekommen...im Herbst dann ;-), aber ich wünsche trotzdem einen guten Wochenstart und haltet euch tapfer bei der Hitzeschlacht!
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