Freitag, 8. November 2024

No Focus

.....nun ist die erste Woche zu Hause rum. Mir geht es wirklich gut und dafür bin ich sehr dankbar, deswegen will ich auch gar nicht über Langeweile und Decke auf dem Kopf jammern. Schmerzen sind komplett weg, es zwickt nur noch, wenn die Verdauung in Wallung kommt oder kurz vor bzw. nach den Toilettengängen. Aber damit kann ich wunderbar leben! Auch der Kreislauf war gestern besser, allerdings muss ich dazu sagen, dass ich gestern vormittag schon mehr gemacht habe als die Tage davor und das Mittagsnickerchen ist ausgefallen. Beim Spaziergang bin ich zwar immer noch bei der leicht verlängerten Strecke, aber halt schon im flotteren Tempo. Morgen werde ich die Runde vergrößern. Heute mit Arztbesuch zum Fädenziehen und anschliessendem Einkaufen (natürlich mit Begleitung zum Lasten tragen) reicht sicherlich noch die jetzige Runde.

Gestern habe ich mir auch die letzte Thrombosespritze gesetzt. Und ich bin mächtig stolz, dass ich das so problemlos hinbekommen habe. Wie gesagt, ich schaue normalerweise beim Spritzen geben bzw. Blut abnehmen nicht hin. Weder bei mir noch bei anderen! 

Aber womit ich gerade kämpfe ist doch sehr die Orientierungslosigkeit und ich schaffe es kaum, mich auf eine Sache zu fokkussieren. Ich fange Dinge an, schweife gedanklich ab und habe schnell keine Lust mehr drauf. Vieles habe ich angefangen, aber bisher nix zu Ende gebracht. Okay, manches kann ich noch nicht zu Ende bringen, anderes dauert halt einfach länger als eine Stunde, aber letztendlich erwische ich mich oft dabei, dass ich doch die Glotze anmache, mir mein Strickzeug nehme und mich berieseln lasse, während ich eine Masche nach der anderen stricke. Ich mache das Meiste also tatsächlich nur in Häppchen ohne letztendlich mal was abzuhaken. 

Dazu kommt, dass ich mir mal langsam Gedanken machen muss, wie und mit was ich meine Freizeit füllen will, wenn ich wieder loslegen kann mit Ausflügen, Ausgehen oder anderen Dingen. Noch schiebe ich das gedanklich total auf und so richtig Bock habe ich auf nix von den vielen Möglichkeiten. Vielleicht bin ich nach 12 Jahren durchstrukturiertes, auf andere ausgelegtes Leben, mit so viel Freizeit für mich alleine einfach überfordert? Keine Ahnung! Auch das typische Vorweihnachtsgefühl mit der Vorfreude bleibt noch aus. Eigentlich müsste ich mal langsam den Adventskalender fürs Töchterchen angehen, der muss ja immerhin mit der Post nach Hamburg, aber mal abgesehen davon, dass mir noch eine ganze Menge Füllung fehlt, die ich eben nur kaufen kann, wenn längeres Bummeln möglich ist, schiebe ich auch das noch vor mir her. Aber hey....Sonntag in 2 Wochen ist Totensonntag! So viel Zeit ist halt nicht mehr. 

Und über allem schwebt so ein wenig die Frage - wo will ich hin, was will ich sein und wie gestalte ich mein "neues" Leben? Es ist nicht so, dass mir das Druck erzeugt - im Gegenteil, ich neige eher dazu, das zu verdrängen und aufzuschieben. Vielleicht ändert sich das wieder, wenn ich im normalen Arbeitsalltag bin und letztendlich habe ich eh keinen Zeitdruck. Es ist mein Leben! Aber ich wollte halt nichts mehr aufschieben, wobei ich jetzt natürlich noch ausgebremst bin! Und schonen soll ich mich ja auch noch.

Wir werden sehen, wie das weitergeht. 



Keine Kommentare: