Nun liegt die erste Woche mit 32 h hinter mir und ich bin sehr, sehr froh, dass ich nicht auf 38 1/2 h gegangen bin. Die Umstellung wäre für mich zu krass gewesen. In 2 Jahren kann ich mir das dann neu überlegen, je nachdem wie ich finanziell klar komme. Ziel ist es mit dem Geld klar zu kommen und wenigstens noch ein bissi sparen zu können, monatlich. Und wenn es nur 50 Euro im Durschnitt wären. Aber das kommt ja jetzt auch darauf an, ob das mit den Sozialabgaben und der Inflation so weiter durch die Decke schießt oder es wenigstens stagniert.
Also, wie war die erste Woche! Geistig und körperlich anstrengend! Mit 55 stellt man sich nicht mehr einfach so komplett um. Ich bin dankbar, dass es genauso geklappt hat, wie ich mir das vorgestellt habe, auch wenn ich jetzt nicht bei uns aufgestockt wurde, so kommt es dem doch sehr nahe. Zwei Abteilungen und zwei Arbeitgeber ist halt komplizierter. Das geht schon mit der Krankmeldung los, die haben da echt ein sehr kompliziertes System, auf das ich zur Zeit eh noch nicht zugreifen kann und hört natürlich mit dem Urlaub auf. Wie das mit den zwei Lohnsteuerkarten wird, sehe ich ja erst bei der Einkommenssteuererklärung. Aber ich denke, das ist alles nichts, was man nicht bewältigen könnte. Die größte Umstellung ist für mich, dass der Tag so lang ist und der Abend so kurz. Letzteres natürlich auch darin geschuldet, dass es immer früher dunkel wird. Und 3 von 4 Tage Abends hier echt sehr trüb und trostlos waren. Ich habe zu viel Hobbies und Routinen, die ich jetzt nicht mehr in die 4 Tage reinbekomme und suche mir gerade neue Routinen, setze Prioritäten für ich, was mir am Wichtigsten ist. Das hatte dann zur Folge, dass ich Abends keinen Menschen mehr gesehen bzw. gesprochen habe. Das kann ich aber nicht ewig bringen, wobei ich jetzt schon merke, ein Großraumbüro mit lauter Weibern, das zählt schon als Sozialkontakteoverload. *lach* Ich habe aber für meine Freundschaften und Bekanntschaften im Privatleben zu lange gekämpft - ich kann und will die nicht vernachlässigen.
Und ich habe gestern schon gemerkt, ich werde hibbelig, unruhig, weil ich alles in den Donnerstag Abend und das Wochenende packen will. Zuviele Dinge für zu wenig Zeit. Das schafft schon im Vorfeld Stress und Frust. Und da zur Zeit fast alle im Urlaub sind, muss ich nicht mal die da irgendwo reinpacken. Naja, ich denke, mit der Zeit wird das schon werden und ich werde Lösungen finden. Am Schwierigsten wird es, meine Spaziergänge und meinen Sport unterzubringen. Joggen nach der Arbeit war echt schwer am Dienstag und bald ist es auch noch dunkel, ich denke, dann werde ich das komplett aufs WE schieben müssen. Die Spaziergänge sind viel kürzer als noch letzte Woche und auch die müsste ich ja bald im Dunklen machen. Ich brauche die aber, nach 8 h im Büro, sitzend, ich muss mich bewegen und ich brauche Frischluft. Ich befürchte eh, dass mich das Großraumbüro ordentlich mit Viren versorgt und denen muss ich irgendwie entgegentreten mit einem halbwegs guten Immunsystem.
Dazu kommt aber auch, dass ich mir Essen vorbereiten muss, aufwendigere Sachen schon am Vorabend. Das hat die letzte Woche tatsächlich gut geklappt, wenn ich auch viel zu viel mitgenommen und zusammengeschnippelt habe. Da ist noch Optimierungsbedarf und ich muss es halt Freitags gut planen. Vorbei ist allerdings die Zeit mit leckeren, frisch gekochten Mahlzeiten. Es hat sich jetzt schon gezeigt, Salate und Dinge, die ich kalt essen kann, sind praktikabler. Und Abends warm kochen und essen, da kann ich noch nicht dran. Auch zeitlich nicht. Naja, gibt es halt 3-4 Tage kalte Küche und am WE koche ich mir leckere Sachen. Ab und an kann ich auch mal was vom Klima Bistro auf der Arbeit essen, das hatte allerdings Ferien. Die Mensa ist zu weit weg, das schaffe ich nicht in einer halben Stunde.
Die Arbeit und der Arbeitsplatz selbst - es ist okay, es sind halt Studien, die Arbeit ist bleibt überall frustig. Haben mir auch alle Mädels dort, die das teilweise auch schon lange machen, bestätigt. Es ist ein unbefriedigender, frustrierender, fremdbestimmter Job, der nicht gut bezahlt wird. Deswegen gibt es da auch so eine hohe Fluktation auf beiden Seiten. Entweder du legst dir eine hohe Frustrationsschwelle und ein dickes Fell an, oder du wirfst irgendwann halt hin. Ich habe meine Strategien und denke, ich schaff das bis zur Rente, weil Labor will ich eigentlich auch nicht mehr und ich verdiene tatsächlich zumindest bei meinem Hauptarbeitgeber mehr als im Labor. Aber ich muss mich halt noch einleben. Ich bin langsamer als normal, ich kenne die Strukturen noch nicht, ich habe noch keinen eigenen Arbeitsplatz und die Zugänge fehlen noch, auch die Schließberechtigung für die Räume sind noch nicht bereit. Das dauert erfahrungsgemäß lange, ich kenne das ja schon. Ich merke, dass ich mich zurückhalte mit Entscheidungen, ich habe eine Arbeit auf dem Tisch, da würde ich bei uns Tabularasa machen, knallhart umsortieren, ausmisten, neu strukturieren, aber ich weiß nicht, ob es erwünscht ist. Da muss ich Montag nochmal Gespräche mit der leitenden Study Nurse führen. Das sind aber alles Dinge, die sich mit der Zeit lösen lassen. Von daher bin ich sehr optimistisch, dass das dort ganz gut laufen wird. Und, die Zeit geht unfassbar schnell um nachmittags!
Mit den Mädels, die zur Zeit da sind - viele haben ja Urlaub - komme ich super klar. Alle motiviert, hilfsbereit, kompetent, lange im Geschäft und ticken ähnlich wie ich. Vom Alter her, ist alles dabei, unter 30, Mitte 40, Ü50. Und sie sagen, was sie denken! Das hat Potential, weil ich mitbekommen habe, dass Umstrukturierungen geplant sind, um Prozesse einfacher und übersichtlicher zu gestalten. Es könnte also wirklich gut werden. :-)
Mein Fazit! Es hätte mich schlechter und noch komplizierter treffen können. Die Umgewöhnung auf volle Tage ist hart, meine Freizeit fühlt sich kläglich an, aber ich bin zuversichtlich, dass ich das gut hinbekomme.
Aber jetzt ist erst einmal Wochenende! Heute ist Haushalt dran, Einkaufen und ich habe mein kostenloses Probetraining im Fitness Studio. Der Tag wird also straff, wenn ich auch noch stricken, chillen, spazieren gehen reinpacken möchte. Für Morgen habe ich mir vorgenommen mit ein paar Mädels ins Knubbel zu gehen. Die treffen sich zwar vorher schon zum Essen gehen, aber da musste ich passen, das wird mir zu viel. Denn evtl., falls es der Muskelkater, den ich mir heute beim Training holen werde, zulässt, möchte ich unbedingt morgen noch joggen gehen. Sonntag komplett übermüdet vom Tanzen wird das bestimmt nix. *lach*
Da auch am WE noch alle im Urlaub sind, muss ich die nicht auch noch unterbringen. *lach*
So, nun zweiter Kaffee, dann Essen planen für nächste Woche und Einkaufszettel machen. Um 10 Uhr muss ich auf der Matte in der Muckibude stehen. Husch, husch! :-)

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