Montag, 9. Juni 2025

Hamburg - Tag 3 - Reeperbahn, Schanzenviertel, Abschiedsessen

Zu wenig Zeit für einen weiteren größeren Ausflug, zu viel Zeit, um direkt zum Essen zu gehen, also, was machen wir nun?

Wir entschieden uns, weil es einfach um die Ecke war, über die Reeperbahn zu laufen und ehrlich gesagt, mir hat es auch am hellichten Nachmittag ausgereicht. Ich ahne, in was sich das Ganze in der Dunkelheit verwandelt. Aber hey, ich war mal da das zählt doch auch bei Sonnenschein, oder?

Über die Reeperbahn muss ich, glaube ich, nicht viel schreiben, oder?

Vielleicht ein bissi Geschichte?

Den Namen hat die Reeperbahn von den sogenannten Reepschlägern. Das sind Taumacher und Seiler, die für die Herstellung von Schiffstauen zuständig waren. Für dicken und langen Taue brauchte man eine 400 m lange Bahn, die sogenannte Reeperbahn. Da die Schiffe immer größer wurden, wurden auch die Taue dafür länger und breiter, also mussten sie zur Herstellung vor die Stadt ziehen, wo es noch genügend Platz gab, um Seile von bis zu Metern drillen zu können. Etwa im 17. Jahrhunderts siedelten sich die ersten Spielbuden und ein Jahrmarkt dort an. Der Beginn des Amüsierviertels. 





Als wir diese Ecke von Hamburg dann auch abgelaufen hatten, schauten wir mal, wie wir in welcher Zeit zum Restaurant gelangen sollten. Wir entschieden uns zu laufen und mussten direkt ins Schanzenviertel. Die ungeliebte Ecke meiner Tochter und ehrlich, ich kann es verstehen. An einem Sonntag, bei düsterem Wetter, war das nicht die angenehmste Gegend. Ich habe mich nicht wirklich wohl gefühlt, also sind wir zügig da langmarschiert. Ein paar Fotos habe ich gemacht und bestimmt gibt es da auch tolle Ecken zu sehen, aber an dem Tag, lud uns die Gegend nicht wirklich dazu ein.




Wir kamen dann ca. 15 min. früher am Restaurant an, durften aber direkt zum Tisch. Eine Premiere stand an für mich, das erste Mal richtig Sushi. Ich durfte ja schon mal vor ein paar Wochen aus dem hiesigen Supermarkt testen, aber da musste ich halt auch nicht auswählen. *lach*

Da saß ich nun, hatte null Ahnung und starrte ewig auf die Karte. Letztendlich hat mir das Töchterchen ein wenig geholfen. Verstanden habe ich das alles immer noch nicht. Egal! Das Essen kam, es war mega lecker und vom Preis/Leistungsverhältnis okay, denke ich. Ich hab da allerdings keinen Vergleich. Das Töchterchen geht dort ab und zu mal hin, aber das mit den Stäbchen habe eindeutig ich, besser hinbekommen. *lach*




Es war ein schöner Abschluss für den Hamburgtrip! Danach haben wir uns auf den Rückweg gemacht, der Bus warf mich direkt vorm Hotel raus und das Töchterchen fuhr noch ein paar Haltestellen weiter bis zu ihrem Wohnheim.

Der letzte Abend in Hamburg war zu Ende!

Sonntag, 8. Juni 2025

Hamburg - Tag 3 - Historische Peterstraße

Während das Töchterchen noch damit haderte, dass es zwar nach dem Gewitterschauer sonnig, aber in ihren Augen eiskalt geworden ist, übernahm ich die weitere Führung und entschied, dass wir einfach einem dieser Touri-Schilder nachgehen: Kompositionsquartier! Und so landeten, wie ich aber erst seit heute weiß, in der Peterstraße!

Ein wundervolles Eckchen in Hamburg, endlich weiß ich, was ich da in der Vorweihnachtszeit für Häuser ans Küchenfenster male. *lach* Nein, wirklich, wir haben uns dort wirklich wohlgefühlt und bestaunten die historisch, nachgebauten Häuser. Denn diese Kaufmannshäuser, sind tatsächlich "Fake". Hier gab es die gar nicht, irgendein Unternehmer ließ die Fachwerkhäuser in den 60er Jahren neu errichten unter Erhalt der alten Bausubstanz. Eigentlich wohnten hier in diesem Teil alte Juden und keine Kaufmänner. Aber tatsächlich fühlt man sich in eine ältere Zeit hineinversetzt. 

Nur ein Haus, nämlich die Nummer 39 ist echt aus dem 18. Jahrhundert. 

Hier in dem Viertel gibt es ausserdem das "Komponisten Quartier", eine Ausstellung über die Musiker Telemann, Carl Phillip Emanuel Bach und Johann Adolf Hasse. Der Brahms, ein Ehrenbürger Hamburgs, zog in die Nummer 39 ein. Es soll wohl noch zwei Ausstellungen für Gustav Mahler und die Geschwister Fanny und Felix Mendelsohn geben. 

An diesem Tag waren die Ausstellungen geschlossen, wir waren aber auch diesbezüglich unwissend, weil nicht vorbereitet, aber tatsächlich könnte man sich sowas auch irgenwann mal anschauen. 

















Als wir da so standen und staunten, hörten wir schon die ganze Zeit von irgendwoher Live Musik. Und genau in diese Richtung gingen wir dann auch. Wir landeten direkt im Park Planten Un Blomen, wo ein türkisch-deutsches Konzert stattfand. Ich sags mal so, die Leute dort, hatten echt Spaß und die Band war großartig. Wir blieben kurz dort stehen, hörten der Musik zu und schauten auf das lustige Treiben.



Weiter ging es Richtung roter Strich auf der Straße. Der ist uns schon in der Peterstraße aufgefallen und ich kannte sowas ja schon aus Hannover, deswegen führte ich uns weiter in diese Richtung. Dabei sahen wir immer eine riesige Statue und wir fragten uns die ganze Zeit, wo genau die steht und was das ist. Sie tauchte nämlich immer mal wieder auf und verschwand, so konnten wir ganz schlecht den genauen Standort ausmachen. 


Und dann sahen wir sie wieder die Statue:


Es ist das große Bismarck-Denkmal! Errichtet 1901-1906, 34,3 m hoch, steht unter Denkmalschutz und wiegt 625 Tonnen. Die Hohlräume des Denkmal wurden in den Kriegsjahren zu einem Bunker umgebaut, der ca. 950 Personen aufnehmen konnte. Die Statue ist aber umstritten, es gibt immer wieder Diskussionen, wenn es um die Sanierung geht. 

Und bei uns stellte sich langsam die Frage....was machen wir nun? Bis zum Abendessen hatten wir immer noch Zeit. 

Samstag, 7. Juni 2025

Hamburg - Tag 3 - Michel

Nach der Stärkung am Altoner Bahnhof, sind wir erstmal zum Hotel zurück. Es sollte erstmal weiter regnen und somit waren alle Pläne für den Nachmittag nicht machbar. Mir persönlich hätte eine kleine Mittagspause überhaupt nichts ausgemacht, aber das Töchterchen hatte Hummeln im Hintern. 

Ich sicherte erstmal die Fotos vom Handy und legte eine neue SD-Karte in die Kamera ein, aber das zappelnde Kind machte mich nervös. Irgendwann zickten wir beide ein wenig rum und waren kurz davor uns erstmal für eine Stunde zu trennen. Aber irgendwie haben wir die Kurve bekommen und uns ein Ziel ausgesucht. Mittlerweile war das Wetter von Dauerregen auf Schauer übergegangen mit kurzen sonnigen Abschnitten. Wir machten uns fertig und stapften zur Bushaltestelle vor dem Hotel.

Ziel war der Hamburger Michel! Da das Töchterchen auch noch nicht da war, passte das ganz gut für uns beide. 

Die Hauptkirche St. Michaelis ist das Wahrzeichen Hamburg. Knapp 400 Jahre alt, musste die Kirche zweimal neu aufgebaut werden. Die Barockkirche mit ihren 2500 Sitzplätzen ist auch die größte Kirche von Hamburg. Sie hat 6 Orgeln und einen 132 m hohen Turm, den man auch begehen kann. Lohnt sich bestimmt, war uns aber für diesen Tag zu teuer. Ich habe jetzt nachgelesen, dass man auch Abends rauf kann, vielleicht dann beim nächsten Mal. ;-) Am Turm hängt die größte Kirchenuhr Deutschlands, mit 8 m Durchmesser. Es gibt auch einen Gewölbekeller und eine Krypta, wo man eine Ausstellung und einen Film über die Historie der Kirche sehen kann. Auch das kostet natürlich Eintritt. 

Die Kirche wurde 1647 bis 1669 erbaut, am 10. März 1750 wurde sie vom Blitz getroffen, der Turm stürzte ein und setzte das ganze Gebäude in Brand. 1762 wurde der neue Michel eingeweiht, der Turm folgte aber erst 1786. 1906 wurde das Gebäude bei Lötarbeiten erneut in Brand gesetzt und bis auf die Grundmauer ab. Im gleichen Jahr entschied man, das Gebäude wieder nach den alten Plänen aufzubauen, man ersetzte allerdings das Holz durch Stahl und Beton. 1912 konnte eröffnet werden. Immerhin blieb der Michel im Krieg dann nahezu unbeschädigt. 

Benannt wurde die Kirche nach dem Erzengel Michael, dessen Statue man auch vor dem Hauptportal sehen kann.

Ich mache es mal kurz, wir haben gar nicht viel erwartet und dann standen wir vor diesem beeindruckenden Bau fast sprachlos. Das kam irgendwie unerwartet. Mit der großen Kamera habe ich es gar nicht geschafft alles draufzubekommen, deswegen mit dem Handy, aber halt nur mit extremen Weitwinkel und deswegen wirkt das erste Foto arg verzerrt.











Und dann zog der nächste Regenschutt auf, also flüchteten wir ins Innere der Kirche. Deswegen war ich gar nicht so wirklich auf den Anblick innen vorbereitet und stand erstmal sprachlos da. Es ist lange her, dass ich so eine Kirche von innen gesehen habe. Oder habe ich überhaupt schon mal sowas gesehen? Ja, ich glaube, in Florenz, aber das ist halt auch über 30 Jahre her. 














Draußen ging die Welt unter und so hatten wir genügend Zeit uns hier umzuschauen. Das Beste aber war, dass gerade ein Chor für ein Konzert mit der Orgel probten. Und die waren richtig gut, die Akkustik in der Kirche bescherten uns Gänsehaut hoch- und runter. Irgendwann setzten wir uns irgendwohin und hörten einfach nur noch zu. Es war wunderbar, wir waren glücklich, dass wir spontan so etwas miterleben durften. Alles richtig gemacht! :-)

Irgendwann wurde es draußen wieder heller und wir schauten nach, was eine Besteigung des Turms kosten sollte - 8 Euro - an dem Tag nicht mehr, wir wollten Abends ja noch Essen gehen und das hätte mein Budget überreizt. Aber man muss sich ja noch ein wenig für den nächsten Hamburg Besuch aufheben. :-)






Fortsetzung folgt...