Nach der Stärkung am Altoner Bahnhof, sind wir erstmal zum Hotel zurück. Es sollte erstmal weiter regnen und somit waren alle Pläne für den Nachmittag nicht machbar. Mir persönlich hätte eine kleine Mittagspause überhaupt nichts ausgemacht, aber das Töchterchen hatte Hummeln im Hintern.
Ich sicherte erstmal die Fotos vom Handy und legte eine neue SD-Karte in die Kamera ein, aber das zappelnde Kind machte mich nervös. Irgendwann zickten wir beide ein wenig rum und waren kurz davor uns erstmal für eine Stunde zu trennen. Aber irgendwie haben wir die Kurve bekommen und uns ein Ziel ausgesucht. Mittlerweile war das Wetter von Dauerregen auf Schauer übergegangen mit kurzen sonnigen Abschnitten. Wir machten uns fertig und stapften zur Bushaltestelle vor dem Hotel.
Ziel war der Hamburger Michel! Da das Töchterchen auch noch nicht da war, passte das ganz gut für uns beide.
Die Hauptkirche St. Michaelis ist das Wahrzeichen Hamburg. Knapp 400 Jahre alt, musste die Kirche zweimal neu aufgebaut werden. Die Barockkirche mit ihren 2500 Sitzplätzen ist auch die größte Kirche von Hamburg. Sie hat 6 Orgeln und einen 132 m hohen Turm, den man auch begehen kann. Lohnt sich bestimmt, war uns aber für diesen Tag zu teuer. Ich habe jetzt nachgelesen, dass man auch Abends rauf kann, vielleicht dann beim nächsten Mal. ;-) Am Turm hängt die größte Kirchenuhr Deutschlands, mit 8 m Durchmesser. Es gibt auch einen Gewölbekeller und eine Krypta, wo man eine Ausstellung und einen Film über die Historie der Kirche sehen kann. Auch das kostet natürlich Eintritt.
Die Kirche wurde 1647 bis 1669 erbaut, am 10. März 1750 wurde sie vom Blitz getroffen, der Turm stürzte ein und setzte das ganze Gebäude in Brand. 1762 wurde der neue Michel eingeweiht, der Turm folgte aber erst 1786. 1906 wurde das Gebäude bei Lötarbeiten erneut in Brand gesetzt und bis auf die Grundmauer ab. Im gleichen Jahr entschied man, das Gebäude wieder nach den alten Plänen aufzubauen, man ersetzte allerdings das Holz durch Stahl und Beton. 1912 konnte eröffnet werden. Immerhin blieb der Michel im Krieg dann nahezu unbeschädigt.
Benannt wurde die Kirche nach dem Erzengel Michael, dessen Statue man auch vor dem Hauptportal sehen kann.
Ich mache es mal kurz, wir haben gar nicht viel erwartet und dann standen wir vor diesem beeindruckenden Bau fast sprachlos. Das kam irgendwie unerwartet. Mit der großen Kamera habe ich es gar nicht geschafft alles draufzubekommen, deswegen mit dem Handy, aber halt nur mit extremen Weitwinkel und deswegen wirkt das erste Foto arg verzerrt.
Und dann zog der nächste Regenschutt auf, also flüchteten wir ins Innere der Kirche. Deswegen war ich gar nicht so wirklich auf den Anblick innen vorbereitet und stand erstmal sprachlos da. Es ist lange her, dass ich so eine Kirche von innen gesehen habe. Oder habe ich überhaupt schon mal sowas gesehen? Ja, ich glaube, in Florenz, aber das ist halt auch über 30 Jahre her.
Draußen ging die Welt unter und so hatten wir genügend Zeit uns hier umzuschauen. Das Beste aber war, dass gerade ein Chor für ein Konzert mit der Orgel probten. Und die waren richtig gut, die Akkustik in der Kirche bescherten uns Gänsehaut hoch- und runter. Irgendwann setzten wir uns irgendwohin und hörten einfach nur noch zu. Es war wunderbar, wir waren glücklich, dass wir spontan so etwas miterleben durften. Alles richtig gemacht! :-)
Irgendwann wurde es draußen wieder heller und wir schauten nach, was eine Besteigung des Turms kosten sollte - 8 Euro - an dem Tag nicht mehr, wir wollten Abends ja noch Essen gehen und das hätte mein Budget überreizt. Aber man muss sich ja noch ein wenig für den nächsten Hamburg Besuch aufheben. :-)
Fortsetzung folgt...




























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