Während das Töchterchen noch damit haderte, dass es zwar nach dem Gewitterschauer sonnig, aber in ihren Augen eiskalt geworden ist, übernahm ich die weitere Führung und entschied, dass wir einfach einem dieser Touri-Schilder nachgehen: Kompositionsquartier! Und so landeten, wie ich aber erst seit heute weiß, in der Peterstraße!
Ein wundervolles Eckchen in Hamburg, endlich weiß ich, was ich da in der Vorweihnachtszeit für Häuser ans Küchenfenster male. *lach* Nein, wirklich, wir haben uns dort wirklich wohlgefühlt und bestaunten die historisch, nachgebauten Häuser. Denn diese Kaufmannshäuser, sind tatsächlich "Fake". Hier gab es die gar nicht, irgendein Unternehmer ließ die Fachwerkhäuser in den 60er Jahren neu errichten unter Erhalt der alten Bausubstanz. Eigentlich wohnten hier in diesem Teil alte Juden und keine Kaufmänner. Aber tatsächlich fühlt man sich in eine ältere Zeit hineinversetzt.
Nur ein Haus, nämlich die Nummer 39 ist echt aus dem 18. Jahrhundert.
Hier in dem Viertel gibt es ausserdem das "Komponisten Quartier", eine Ausstellung über die Musiker Telemann, Carl Phillip Emanuel Bach und Johann Adolf Hasse. Der Brahms, ein Ehrenbürger Hamburgs, zog in die Nummer 39 ein. Es soll wohl noch zwei Ausstellungen für Gustav Mahler und die Geschwister Fanny und Felix Mendelsohn geben.
An diesem Tag waren die Ausstellungen geschlossen, wir waren aber auch diesbezüglich unwissend, weil nicht vorbereitet, aber tatsächlich könnte man sich sowas auch irgenwann mal anschauen.
Als wir da so standen und staunten, hörten wir schon die ganze Zeit von irgendwoher Live Musik. Und genau in diese Richtung gingen wir dann auch. Wir landeten direkt im Park Planten Un Blomen, wo ein türkisch-deutsches Konzert stattfand. Ich sags mal so, die Leute dort, hatten echt Spaß und die Band war großartig. Wir blieben kurz dort stehen, hörten der Musik zu und schauten auf das lustige Treiben.
Weiter ging es Richtung roter Strich auf der Straße. Der ist uns schon in der Peterstraße aufgefallen und ich kannte sowas ja schon aus Hannover, deswegen führte ich uns weiter in diese Richtung. Dabei sahen wir immer eine riesige Statue und wir fragten uns die ganze Zeit, wo genau die steht und was das ist. Sie tauchte nämlich immer mal wieder auf und verschwand, so konnten wir ganz schlecht den genauen Standort ausmachen.
Und dann sahen wir sie wieder die Statue:
Es ist das große Bismarck-Denkmal! Errichtet 1901-1906, 34,3 m hoch, steht unter Denkmalschutz und wiegt 625 Tonnen. Die Hohlräume des Denkmal wurden in den Kriegsjahren zu einem Bunker umgebaut, der ca. 950 Personen aufnehmen konnte. Die Statue ist aber umstritten, es gibt immer wieder Diskussionen, wenn es um die Sanierung geht.
Und bei uns stellte sich langsam die Frage....was machen wir nun? Bis zum Abendessen hatten wir immer noch Zeit.




















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