Freitag, 27. Dezember 2024

Jahresrückblick - Mai 2024

 


Das Renovierungsprojekt neigt sich dem Ende zu. Es war mega anstrengend, frustrierend, erfüllend, teuer, nervig und lehrreich. Aber nach 10 Jahren war es halt auch mal nötig. 

Sophie hat eine eher schlechte Phase, sie pinkelt nur noch selten, manchmal liege Nachts weit über 12 h dazwischen. Sie wird auch immer dünner und das Zeckenproblem wird zur Zeckeninvasion.

Dem Töchterchen geht es weiterhin gut und gerade als sie sich gedanklich vom Medizinstudium verabschiedet hat, trudelt das Ergebnis vom HamNat ein. Sie hat es unter die 10% Besten geschafft, damit hat sie sicher einen Platz in Hamburg oder Magdeburg. Sie meldet sich sofort vom verhassten TMS ab.

Auf der Arbeit erfahren wir, dass uns unser Lieblingsarzt verlasst. Das bedeutet, es wird noch blöder bei uns. Ausserdem helfe ich meinem Chef wieder aus der Patsche und springe kurzfristig im Routinelabor als Vertretung ein. Immerhin weiß er das dieses Mal auch zu schätzen.

Kaum ist die Renovierung komplett fertig, stellt sich wieder dieses loste Gefühl ein. Mir kommt die Wohnung viel zu groß für mich vor, dabei ist alles so toll geworden, das Wetter schön, nur der Körper hat mir die körperlich harte Arbeit nicht so ganz verziehen.

Zusätzlich belastet mich die Sache mit Sophie, ich kann kaum noch etwas nebenher machen. Mitnehmen geht nicht, Veränderungen erträgt sie kaum noch, es ist mit ihren Geschäften so unberechenbar, dass ich manchmal den ganzen Tag damit beschäftig bin. Soziale Kontakte zu pflegen, wird immer schwieriger. Ich habe das Gefühl mir läuft die Lebenszeit davon und ich kann nur zuschauen.

Ich fühle mich unfassbar erschöpft in dieser Zeit. Die Tage fühlen sich gleich an, manchmal weiß ich gar nicht, welchen Wochentag wir haben. 

In meinem Schlafzimmer ziehen der neue Teppich und die Gardinen ein, die Schranktüren werden montiert, dabei merken wir, dass ein Scharnier kaputt ist, somit muss ich erstmal zum Schweden Ersatz holen. 

Wir haben einen Tierarzttermin, wo ich erstmal in Tränen ausbreche. Ich bin wirklich durch. Mittlerweile ist es sicher, Sophie hat Demenz, körperlich ist sie nämlich immer noch gut drauf und die Blutwerte sind so gut, dass man damit ihr Verhalten nicht mehr erklären kann. Rückblickend wird dann klar, dass sie das auch schon seit fast einem Jahr hat. Die Diagnose Demenz lässt mich leicht in Panik ausbrechen - denn durch meine Recherchen weiß ich, was noch alles auf mich zukommen kann. Dabei ist es jetzt schon unerträglich schwer.

Das Töchterchen kommt für ein Wochenende und damit hat Sophie so Probleme, dass sie den ersten Tag fast überhaupt nicht zur Ruhe kommt. Ich bin verzweifelt! Wir haben trotzdem eine schöne Zeit zusammen, das Töchterchen und ich.

Dann reist das Töchterchen wieder zurück nach Mainz, diesmal ist es nicht ganz so schlimm für mich. Anscheinend gewöhne ich mich langsam daran. Das Wetter ist nass und nicht so dolle!

Ich versuche neben Sophie und Arbeiten ein wenig Sport zu machen, klappt manchmal besser, manchmal schlechter. 

Bei Sophie wechseln sich bessere Tage mit schlechten ab. Die Zeckenplage ist mittlerweile so schlimm, dass ich überall in der Bude noch krabbelnde Viecher finde. Trotz Aufpassen, genau hinschauen, Klamotten wechseln, finde ich plötzlich eine an mir - na toll! 

Zusätzlich bekomme ich nach ewigen Zeiten eine Blasenentzündung. Ich gehe zum Arzt und entscheide, es ohne AB zu versuchen, weil der Urinbefund jetzt nicht so dramatisch ist. Aber es ist alles mega unangenehm. 

Ich werde immer hysterischer wegen der Zecken, aber es ist auch wirklich unfassbar, wie viele ich in der Bude, an Sophie und auch auf meinen Klamotten finde. Noch einen Zeckenbiss will ich halt nicht riskieren.

Zwischendrin hat Sophie so schlechte Tage, dass ich anfange über Lebensqualität nachzudenken. Und die Blasenentzündung ist hartnäckiger als gedacht. 

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