Dienstag, 30. Dezember 2025

Jahresrückblick - Oktober 2025


Der Oktober ist da und damit für mich auch eine große Veränderung. Der erste Tag Vollzeit liegt hinter mir. Danach mache ich direkt einen großen Spaziergang, noch geht das ja im Hellen und zum Abschied holt uns das Töchterchen Sushi. Dabei ist die Stimmung sehr traurig, wir wollen beide nicht, dass sie fährt. Sie hat Angst vor einem weiteren Winter in Hamburg und ich vor dem Alleinsein in der neuen Routine. Zum Abschluss erledigen wir noch was, das wir schon ewig aufschieben - das Einschreiben für die immer noch nicht zurückgezahlte Kaution vom Mainzer Wohnheim. 

An meinem zweiten langen Arbeitstag trinken wir noch zusammen Kaffee, dann heißt es Abschied nehmen. Es fällt uns extrem schwer. 

Der erste Eindruck vom Job ist gut. Ich habe es, glaube ich, gut getroffen. Nur mit dem großen Büro habe ich etwas Schwierigkeiten. Zu laut, zu warm und zu stickig, weil die meisten Damen echte Frierkatzen sind. Aber irgendwann soll ich wohl ins andere Büro, da ist nachmittags weniger los. Spoiler: Das mit dem eigenen Arbeitsplatz wird bis Ende des Jahres nicht klappen. 

Ich empfinde die Umstellung als hart. Sehr hart. 

Nach einer Woche 32 h ziehe ich ein Fazit. Ich bin mega froh, dass ich nicht auf 5 Tage Vollzeit gegangen bin. Ich glaube, das hätte ich echt nicht gepackt. Aber auch so, kickt das alles ordentlich rein. Die Abende von Mo bis Do sind kurz, in den Freitag quetsche ich alles rein und das Wochenende rast an mir vorbei und ich bekomme auch da nur wenig gebacken. Mit den Kolleginnen und vor allem mit meiner Chefin komme ich gut klar. Alles in Allem kann ich mich nicht beschweren. 

Ich habe ein Probetraining im Fitness Studio. Und das gefällt mir sehr gut. Das Gym ist halt mit eins der teuersten, aber ich kenne es von früher und ich habe mich dort immer wohl gefühlt. Ich muss nochmal drüber schlafen.

In Hamburg ist das Hausarztpraxispraktikum schon rum und es hat dem Töchterchen mega gut gefallen. Sie hatte es gut getroffen und viel gelernt dort. Auch ist ihr da nochmal klar geworden, welchen Beruf sie sich ausgesucht hat. Keine Ernüchterung, sondern einfach eine Erkenntnis.

Mein Körper macht sich bemerkbar - er mag das lange Sitzen nicht. Ich bekomme Rückenschmerzen, die ich aber glücklicherweise schnell wieder im Griff habe. Ich versuche jeden Abend nach der Arbeit sofort eine kleine Runde spazieren zu gehen, was bisher gut klappt, aber es wird auch Abends immer dunkler. Mehr Sorgen mache ich mir darüber, wie ich das Joggen einbaue. Ich habe das Gefühl, ich werde nix mehr gerecht. Es stresst mich, wenn ich alles versuche in meinen Alltag reinzuquetschen. Aber ich brauche Sport - ein Dilemma.

Meine Freundin geht mit mir feiern und wir haben einen tollen Abend. Ich mähe hoffentlich das letzte Mal Rasen, fahre in den botanischen Garten zum Fotografieren, stricke fleißig und gehe endlich mal wieder mit der einen Freundin spazieren. Wir wollen versuchen uns einmal die Woche zum Spaziergang zu treffen. 

Dann jährt sich Sophies Todestag. Ein Jahr ohne sie. Ich verstreue einen Großteil ihrer Asche im Garten an ihren Lieblingsstellen und lege endlich den Stein dorthin. Der Kreis schließt sich nun.

Meinen Papa quetsche ich nun in den Freitag - das klappt nicht immer, aber es ist einfach die beste Möglichkeit. So langsam habe ich mich in den neuen Alltag eingewöhnt. Allerdings verbringe ich meine Freizeit meist alleine, weil ich einfach gesättigt bin. Auf Dauert kann ich das nicht so machen. 

Leider ist das Großbüro eine echte Virusproduktionsstätte. Ich halte die Luft an, dass mich Corona und Co. nicht erwischen. 

Ich gehe shoppen und finde Sachen, die ich zwar ewig gesucht habe, aber eigentlich wollte ich was anderes kaufen. Nun habe ich endlich einen Kurzmantel und ich lieb ihn, genauso wie den Rock, der mir noch in die Tasche gehüpft ist.

Ich gehe weder aus und das Konzert für das wir Karten haben, fällt auch aus. Die Zeit wird umgestellt und es wird mich wieder aus der Bahn werfen. Ich komme damit einfach nicht klar, egal in welche Richtung. 

Mein Freizeitleben stagniert. Ich habe für meine Verhältnisse echt wenig soziale Kontakte und vermisse es nicht mal. Ich werde noch zum Eremit.

Mein erstes Gehalt trudelt auf dem Konto ein und es ist im Prinzip genau das, was ich auch ausgerechnet hatte. Der erste Monat mit 32 h ist geschafft. Und an Halloween klingen tatsächlich mal Kids bei mir. Der Oktober ist rum!

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