Donnerstag, 5. September 2024

Was mich wirklich wütend macht...

....alle wissen, dass es in Deutschland mittlerweile in jeder Studentenstadt zu wenig bezahlbaren Wohnraum gibt - keinen aus der Politik scheint es ja zu interessieren. Jeder, der sich selbst oder ein Familienmitglied hat, das sich über das Portal Hochschulsstart für einen zulassungsbeschränkten Studienplatz bewirbt, kennt die Fristen. Man kann sich also immer nur zu einem bestimmten Zeitpunkt für das nächste Semester bewerben. Das geht irgendwann Ende Mai/Juni los. Man hat dann bis zu einer weiteren Frist Zeit, die fehlenden Unterlagen nachzusenden. Mitte Juli ist Ende der Bewerbungsphase, erst dann beginnt überhaupt das Verfahren! Fast Ende Juli geht es dann los für die Studiengänge Medizin und Co., in einer bestimmten Reihenfolge der Verfahren. In unserem Fall war erst ab Anfang August mit einem Zulassungsangebot zu rechnen. Überraschenderweise kam es dann auch sehr schnell an dem besagten Tag. Bis dato, weiß man nicht, ob man überhaupt Chancen hat, denn in unserem Fall waren seitens der Hamburger Uni nicht mal die Ranglisten zu sehen. Dann kommt der Prozess der Immatrikualtion, geht zum Glück alles online, aber dauert halt auch seine Zeit. Bei uns bis zum 15.08.! Bei Hochschulstart geht es dann für die, die noch kein Angebot erhalten haben, ab dem 25.08. ins koordinierte Nachrückverfahren. D.h. wenn einer abspringt, bekommt der erste auf der Rangliste ein Angebot. Ende dieses Nachrückverfahren ist - haltet euch fest - am 30.09.! Das Semester beginnt am 01.10., die Vorlesungen dann ca. 2 Wochen später. 

Da ja viele Studenten ja in dieser Bewerbungszeit gar nicht wissen an welcher Uni sie landen - bei uns war es etwas einfacher, weil ja nur Hamburg möglich war, macht es noch keinen Sinn, sich dort nach Wohnungen umzuschauen. Zumal wiederrum viele erst zum Semesterende frei werden, also Ende September. Bei den Wohnheimen ist es so, dass man für eine Bewerbung die Immatrikulationbecheinigung benötigt - die kam in unserem Fall vorgestern! In manchen Wohnheimen - in Hamburg war es so, kann man sich auch schon vorher auf die Warteliste setzen, aber auch die wollen natürlich die Immatrikulationsbescheinigung. Meine Tochter hatte zeitgleich mit der Bewerbung in Hochschulstart, schon die Bewerbung für eine Wohnung in Hamburg abgeschickt. Erfahren, dass sie registriert wurde, hat sie erst, als sie die Bewerbung per Mail erneut bestätigen muss. Das muss man alle paar Wochen machen, damit die wissen, ob man noch sucht. So! Wenn man wie wir finanziell sehr limitiert ist und erstmal möbliert wohnen möchte, bleiben eigentlich nur die Wohnheime, was auch aus der Entfernung am Einfachsten zu organisieren ist. Fassen wir es zusammen, die angehenden Studenten können sich eigentlich erst im besten Falle 1-3 Monate vorher um eine Wohnung kümmern. Zu einem Zeitpunkt wo zig Tausende Wohnung in der gleichen Stadt, im gleichen Preissektor suchen. 100 Bewerber auf 1 Zimmer ist da sehr üblich! 

Zwei Wochen hat es bei uns gedauert, bis man telefonisch mal jemanden von den Wohnheimen ans Telefon bekam - man darf übrigens nur 3 Wohnheime angeben als Wunsch, nicht mehr. In Mainz konnte man das später noch ausweiten, das scheint in Hamburg nicht der Fall zu sein. Als sie dann endlich mal jemanden am Telefon dran hatte, der sich mit der Materie ja sicherlich sehr gut auskennt und weiß, wie die Fristen in Deutschland sind und im Prinzip beschimpft wurde, dass sie ja viel zu spät dran ist und die Wartezeit ca. 6 Monate beträgt, sie ja aber ins Hostel gehen könnte für 8 Euro am Tag - Bettwanzen incl. - dann möchte ich ausrasten. Ja, vielleicht hatte dieser Mensch Frust an dem Tag, aber bitte, er kennt doch das Problem - meine Tochter kann da jetzt auch nichts dafür. Und sorry, dass wir nicht reich genug sind, einfach mal schnell eine Wohnung zu kaufen. Ob das in 2 Monaten über die Bühne gegangen wäre, ist allerdings auch fraglich. 

Jetzt telefoniert sie andere Möglichkeiten ab, schreibt Bewerbungen und schaut nach WG-Zimmern, wir strecken Fühler nach Hamburg aus, aber da oben kennen wir halt nicht viele. Und immer wieder kommt der Vorwurf "Du bist viel zu spät dran, das wird jetzt nix"! Das wird jetzt nichts, ist keine Option, nachdem sie so hart für den Medizinplatz gekämpft hat. Man kann die Studenten doch nicht unter der Brücke schlafen lassen - ich dachte, wir brauchen dringend Fachkräfte - dann tut verdammt nochmal was dafür! 

Ich habe deswegen jetzt echt schlaflose Nächte. Und ich kann nur hoffen, dass es auch diesmal irgendeine Möglichkeit gibt, wenn auch sicherlich auf den letzten Drücker. 
Im Übrigen haben die Studenten vom letzten Semester in den Wohnheimen Vorrang und da hatten wohl sehr, sehr viele noch kein Zimmer.

So, das musste mal gesagt werden! Mein Frust über die Politik wird immer größer, diese Arroganz dieser abgehobenen Machtmenschen, die so keinerlei Ahnung mehr haben, wie die Probleme der Normalbürger aussehen und die komplett die Bodenhaftung verloren haben. Vielen Dank für nichts!

Und das Schlimme ist, es wird meiner Meinung nach nicht besser - egal, welche Regierung dann irgendwann, irgendwie an die Macht kommen. Letztendlich bleiben es halt Politiker! 

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